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Kipping gegen Steinbrück

Erstellt von DL-Redaktion am Samstag 6. Oktober 2012

Kipping attestiert der SPD eine „Art von Schizophrenie”

File:Katja Kipping Die Linke Wahlparty 2013 (DerHexer) 01.jpg

So ist sie halt – die politische Kultur der Linken

Huch, das ist aber einmal eine optimistische Aussage des Journalisten Ulf Poschardt in der Welt welche wir hier unbedingt wiederholen müssen: „Katja Kipping  hat die innerparteilichen Grabenkämpfe in der Linkspartei befriedet!“ Wenn das Leben so einfach wäre. Streitereien schafft man nicht dadurch aus der Welt, in dem eine Seite ruhig gestellt wird! Streitereien werden durch harte Debatten aus der Welt geschafft, oder eben auch nicht.

Im Gegenteil, der jetzige Zustand ist die Ruhe vor dem Sturm, denn genau die Probleme welche die SPD mit ihren Kandidaten hat, beherrschen auch die Partei DIE LINKE. Sind doch beide Parteien von ziemlich gleichen Blut, wobei die SPD nur dadurch auffällt noch mehr Duckmäuser als die LINKE in ihren eigenen Reihen zu haben und aufgrund ihrer Erfahrung noch verdeckter zu reagieren weiß.

In der SPD hat bislang nur Steinbrück seine berühmte Beinfreiheit für sich laut beansprucht. Von dieser Sorte gibt es aber in der LINKEN gleich eine ganze Schicht welche für sich die absolute Meinungsfreiheit beansprucht und zur Erzwingung derselben auch Arme und Hände einsetzt. Von den nur allzu Willigen und Billigen Schiedskommissionen in gewohnt devoter Haltung ganz zu schweigen.

Anders wären diese auch heute noch vorkommenden Manipulationen nie möglich gewesen. Die Partei im Gesamten wäre anders strukturiert und hätte über die Bürgerkultur einen ganz anderen Zugang zur Bevölkerung bekommen. Bei aller nötigen Kritik sollte hier schon der eigene Zeigefinger im Auge behalten werden.

Hier das Interview:

Kipping attestiert der SPD eine „Art von Schizophrenie”

„Steinbrück steht Merkel näher als der SPD-Basis”: Die Linken-Chefin Kipping sieht den Hoffnungsträger der SPD als „Kandidaten ohne Zukunft“. Die Partei müsse klären, für wen und was sie stehe. Von Ulf Poschardt

Katja Kipping führt seit wenigen Monaten die Linkspartei und hat die inneren Grabenkämpfe befriedet. Nach außen hat sie der Nachfolgepartei von SED und PDS ein modernes, selbst bei Andersdenkenden sympathisches Gesicht gegeben.

Die Welt: Was bedeutet Peer Steinbrück als Kanzlerkandidat für Ihre rot-rot-grünen Träume?

Katja Kipping: Steinbrück bedeutet vor allem eines: eine Belastung für die SPD. In seiner ersten Rede hat er mit seiner Forderung nach Beinfreiheit der Partei vor das Schienbein getreten. Die Diskussion um seine Nebeneinkünfte hat seine Glaubwürdigkeit schon vor der Nominierungsrede unterminiert. Für Rot-Rot-Grün bedeutet das wenig, denn Steinbrück ist ein Kandidat ohne Zukunft.

Er steht Merkel näher als der SPD-Basis. Nach einer Wahlschlappe würde er auch nicht am Verhandlungstisch sitzen, weil er für sich erklärt hat, dass er eine Zusammenarbeit mit uns ausschließt. Merkel will er nicht, Rot-Grün wird es nicht geben, und insofern ist seine Halbwertszeit sehr begrenzt.

Sie denken aus der Sicht der SPD. Was aber, wenn er sagt, er könnte es sich mit Ihnen irgendwie doch vorstellen?

Ich bin kein Freund seiner Inhalte, noch mehr stört mich aber seine Methode, sein „Basta 2.0“. Aber wir Linken haben stets gesagt, dass es um Inhalte und nicht um Personen gehen muss bei Wahlen, und deswegen bleiben wir bei unserem Kurs. Wir formulieren politische Anliegen und werden alle Angebote daraufhin abprüfen.

Übrigens viele linke Sozialdemokraten haben mit Steinbrücks Rentenkonzeption größere Probleme als mit unseren Ideen. Ich sehe nicht, wie gewerkschaftsnahe SPD-Mitglieder den Steinbrück-Kurs unterstützen können. Für Gewerkschafterinnen und linke Sozialdemokraten muss jeder Steinbrück-Auftritt ein Aufruf sein, diesmal die Linke zu wählen.

Wenn Steinbrück einen Wahlkampf der Mitte führt, können Sie dann unbeschwert die linke Wählerschaft der SPD einfangen?

Die SPD muss jetzt erst mal klären, für wen und für was sie steht. Selbst wenn ein vermeintlich linkerer Kandidat wie Sigmar Gabriel angetreten wäre, bliebe offen, ob die SPD wirklich links abbiegt, wenn sie links blinkt. So gesehen geht es in der SPD nun um Transparenz: Was will sie, und was wird der Beinfreiheit des Kandidaten geopfert?

Quelle: Die Welt >>>>> weiterlesen

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16 Kommentare zu “Kipping gegen Steinbrück”

  1. Gilbert Kallenborn sagt:

    Der Millionär Oskar Lafontaine, Villensammler und Eigentumswohnungsbesitzer soll endlich mal seine Einkünfte offenlegen, in der „Partei der Sozialen Gerechtigkeit „!
    Steinbrück hat mehr offengelegt in 2 Tagen als Lafontaine in 20 Jahren.
    Die Schizophrenie der Linken schlägt alle anderen Parteien, Katja Kipping selber verhinderte den Reformer Bartsch als Vorsitzenden.

  2. Caotino sagt:

    zusammen mit schwabedissen!!! das ist frauenpower!!!!!!!!!!

  3. Ziegenpeter sagt:

    Steinbrück ist stolz auf Schröder.
    Kipping und Schwabedissen vermutlich über ihr „oscarreifes“ Geplänkel vor dem Bundesparteitag.
    Wer Regisseur dieser Inszenierung war weiß jede/jeder!

  4. GillaSchillo sagt:

    Die Debatte verfolge ich mit Vergnügen.
    Pikant ist die Tatsache, das die schwarz-roten-gelben-grünen VERHINDERER der Transparenz nun diejenigen sind, die am lautesten nach der Offenlegung der Einkünfte des roten „Raffkes“ schreien.
    Das hat zur Folge, dass schon bald eine Neuregelung verabschiedet werden muß, soll der „Skandal Steinbrück“ nicht bei den Bundestagswahlen zum Bummerang für die schwarz-gelbe „Unternehmer-Parteien“ werden.

  5. Robert Hessel sagt:

    Wie heißt es: „den Balken im eigenen Auge nicht sehen, aber den Splitter im Fremden.“
    Typisch für Politiker. Die Schlechtigkeiten haben die LINKEN als einziges gelernt, oder von den anderen Parteien mitgebracht! Ansonsten – nichts !

  6. Gilbert Kallenborn sagt:

    Es geht am Ende nur noch um den Grad der Verlogenheit.
    Ich denke,es wird keine 2 Tage dauern,da offengelegt wird,daß manche CDU/CSU- F.D.P.
    -Grüne und Piraten wohl eher nicht – Politiker dieselben hohen Nebeneinkünfte wie der
    SPDler Steinbrück haben -oder höhere.
    Und dann kommt der Spitzen-Millionär der Linken:
    Oskar Lafontaine.
    Er dürfte der reichste,der x-fach Millionär der Linken sein.
    „x“fängt bei 2 Millionen Euro an.
    Und betrifft auch Auslandskonten.

  7. Schwatzwuzz sagt:

    die Basta-Methode von Klein-Napoleon scheint Frau Kipping offensichtlich nicht zu stören …

  8. RosaLux sagt:

    zu #5: Das glaub ich so nicht. Die LINKE ist weder besser noch schlechter als die anderen. Was mich ärgert, ist, dass sie mit dem Anspruch angetreten ist, ganz anders sein zu wollen als alle anderen. Und auch für OLaf gilt: er ist keineswegs schlmmer als andere Politiker, aber wir ex-Linke hatten anderes erwartet, vor allem im Umgang mit uns als Parteibasis. Darin liegt m.E. die eigentliche tiefe Enttäuschung.

  9. Waldschrat sagt:

    Dass Abgeordnete im Bundestag Nebeneinkünfte beziehen, war bekannt.
    Die Summen sind bürokratisch verklausuliert und mit Kappungsregeln versehen.
    Am Beispiel von Friedrich Merz zeigt manager-magazin.de, wie stark die vagen Angaben von den realen Zahlen abweichen.
    http://www.manager-magazin.de/unternehmen/artikel/0,2828,493053,00.html

    oder

    Die dubiosen Geschäfte des Abgeordneten Schily

    Weil er seine Nebeneinkünfte nicht offen legen will, muss Ex-Innenminister Schily ein Ordnungsgeld von rund 22.000 Euro zahlen. Das will er nicht akzeptieren und droht mit Klage. Damit wirken die Nebenjobs des Politikers nun noch nebulöser. Vor allem eine von Schily gegründete Consultingfirma sorgt für Kritik.

    http://www.welt.de/politik/article1931871/Die-dubiosen-Geschaefte-des-Abgeordneten-Schily.html

  10. RLPler sagt:

    Der frühere CDU-Fraktionschef Friedrich Merz erhält nach Medienangaben täglich 5000 Euro für seine Beratertätigkeit bei der angeschlagenen WestLB.

    http://www.n24.de/news/newsitem_6805294.html

    Mit der Geheimnistuerei muss endlich Schluss sein – nicht nur im Fall Steinbrück!

  11. Didi sagt:

    @ 7

    🙂

    So tun als wenn man ganz toll zuhört, als wenn man super interessiert ist, nicht alles ausplaudert, was man denkt und vor hat…. usw… und dann macht, was man eigenständig denkt und will.
    Wenn einer „Basta“ brüllt, dann schaut man ihm in die Augen und schaltet auf Durchzug und lächelt 🙂

  12. Ritchie sagt:

    # 5
    Die „Linkspartei setzt sich größtenteils aus in etablierten Parteien gescheiterten Leuten zusammen“. Es scheint angebracht einige Herren der Partei Die Linke in den nächsten Monaten genau unter die Lupe zu nehmen.

  13. Robert Hessel sagt:

    # 12
    Das sind die Vielfraße der Demokratie, die Parteihopper welche in jede Partei wechseln aus welcher mit Posten (Geld) gewunken wird. Es gibt in der Linken Leute welche zuvor in allen anderen Parteien tätig waren. Das geht dann von der DKP über die SPD, FDP, CDU und jetzt die Linke. Die Grünen gehören natürlich auch dabei.

  14. Frans Wagenseil sagt:

    @10

    Du sagst es selber, Friedrich Merz gehört nicht mehr dem Bundestag an.
    Deshalb gibt es für ihn auch nichts zu veröffentlichen.
    Das ist der entscheidende Unterschied zu Peer Steinbrück.
    Damit ist alledings nicht die Frage beantwortet, ob diese Bezüge aus öffentlichen Kassen
    zu Gunsten eines früheren Abgeordneten so o.k. sind?
    Es wäre auch interessant zu wissen, ob er dieses Geld an einem Tag im Monat liquidiert, oder an allen 22 Arbeitstagen, oder gar auch am Wochenende?

  15. Giovanni sagt:

    #12
    Frauen müssen auch unter die Lupe. Wie wäre es z.B. mit Frau Wagenknecht?
    In der Partei wird die stellvertretendeFraktionsvorsitzende und Lafontaine-Lebensgefährtin Sahra Wagenkencht als mögliche Spitzenkandidatin gehandelt.

    http://de.reuters.com/article/domesticNews/idDEBEE89601420121007

  16. aldibe sagt:

    Saar-ha Wagenknecht als Spitzenkandidatin? Ist mir recht, dann soll sie aber wenigstens fürs Saarland kandidieren, damit wir von Ploetz und Lutze erlöst werden.

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