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Kein Verstehen in der CDU

Erstellt von DL-Redaktion am Samstag 24. November 2012

Wider die guten Ratschläge

Hungerstreik der Flüchtlinge in Berlin 2013-10-15 (01).jpg

Na, diese Nachricht war aber einmal eine gelungene Überraschung. Die Mitglieder der CDU bezeichnen das Treffen mit den streikenden Flüchtlingen vom Brandenburger Tor als einen Skandal! Statt über ihre persönliche Lage zu sprechen hätten die „nur politische Erklärungen“ abgegeben und „Rassismus-Vorwürfe erhoben“. „Diese Gespräch war nicht geeignet, zu irgendeiner Art von politischer Konsequenz zu kommen“ So der CDU-Obmann im Innenausschuss des Bundestages Grindel.

Wie anders als politisch sollten Asylanten denn mit Politikern diskutieren? Ist das nicht die einzige Sprache welche diese verstehen? Eine Diskussion von Mensch zu Mensch, wäre doch an  Voraussetzungen gebunden welche ein Politiker schwerlich mitbringt. Waren die Merkel Äußerungen im Sauerland nicht rassistisch zu werten?

Diese Flüchtlinge protestieren seit über einem halben Jahr für bessere Lebensbedingungen und die Abschaffung einer in weiten Teilen menschenverachtenden Gesetzgebung. Dieses in einem Land welches die „Werte“ seiner Lebensphilosophie sowie die der Menschenrechte gleich einer Monstranz vor sich herträgt und der restlichen Welt als heilende Medizin verabreichen möchte. Ein Land welches als einer der größten Waffenlieferanten einen entscheidenden Beitrag dazu leistet, den Frieden auf diesen Globus unmöglich zu machen. Geld, Geld, Geld ist das einzige Lebenselixier und dieses ins besondere unter den alles abgreifenden Poltikern.

Unter diesen Voraussetzungen kann dann letztendlich nur hinterfragt werden mit welch einer Blauäugigkeit diese „Politiker“ in solch ein Gespräch eintreten? Mit der gleichen Naivität mit der heute versucht wird die NSU Morde aufzuklären und sie es sogar schaffen möchte auch hier die Frage des Rassismus außen vor zu lassen? Wir leben in einer Gesellschaft welche politisch genau so gestaltet wurde, wie wir sie heute erleben. Sollten Politiker der CDU diesen Zustand nicht als solches erkennen, haben sie innerlich den Anspruch als eine Volkspartei auftreten zu wollen, lange aufgegeben.

Hier ein sehr aufschlussreicher Kommentar:

Wider die guten Ratschläge

 Die Kirche und der Staat, Grüne und Anarchisten: Es war eine seltsame Allianz, die da in den letzten Monaten meinte, den Flüchtlingen hineinreden zu müssen, wie sie zu protestieren haben.

Tatsächlich haben sich die streikenden Asylbewerber seit Beginn ihrer Aktionen im März für Methoden entschieden, die sonst in Diktaturen üblich sind. Sie nähten sich die Münder zu und schnitten sie wochenlang nicht wieder auf; über Monate verweigerten sie die Nahrungsaufnahme, Hunderte Kilometer marschierten sie durchs Land, seit Wochen hocken sie jetzt in der Kälte auf zwei zentralen Plätzen in der Hauptstadt.

 Man könne „nicht an die Menschenrechte appellieren, indem man sich selbst verletzt“, predigte ihnen schon früh der bayerische evangelische Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm, dies sei „bei aller Verzweiflung nicht der richtige Weg“. Die Stadt Würzburg verbot den meist iranischen Asylbewerbern „zum Schutz der Öffentlichkeit“, sich mit ihren zugenähten Mündern in der Innenstadt zu zeigen, scheiterte damit allerdings vor Gericht. Auch Linksradikale aus der Unterstützerszene hielten Abstand: Ihnen war die selbstzerstörerische Disziplin der Dauerdemonstranten suspekt, sie erinnerte sie an die Aktionen von fanatischen Kadern autoritärer Parteien. Und ähnlich wie einige Wohlfahrtsverbände distanzierte sich die Grünen-Politikerin Simone Toller „entsetzt“, als sie sich im Frühjahr erstmals die Münder zunähten: Sie lehne „jedes Mittel ab, was einem selber Schmerzen zufügt“, sagte Toller, denn dies mache „jeden politischen Dialog für die Sache aller Flüchtlinge unmöglich“.

Viel falscher konnte die Frau nicht liegen. Das Gegenteil ist der Fall.

Quelle: TAZ >>>>> weiterlesen

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Grafikquelle    :   Hungerstreik der Flüchtlinge in Berlin

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