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Kein Recht auf Illusionen

Erstellt von DL-Redaktion am Samstag 7. September 2013

Es gibt kein Recht auf politische Illusion

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Er geht wählen, er fordert politische Bildung, er fürchtet totalitäre Zeiten. Der Philosoph Markus Gabriel sagt: „Wir bräuchten mehr politische Kultur.“ Ein Gespräch über Sprachlosigkeit und die Kalifornisierung Deutschlands

taz: Herr Professor Gabriel, Ihre Kollegen Harald Welzer und Peter Sloterdijk wollen am 22. September nicht wählen. Sie auch nicht?

Markus Gabriel: Nein, auf keinen Fall. Ich werde wählen. Ich sehe gar keinen Grund für solchen übertriebenen Pessimismus, der nur die trotzige Kehrseite des übertriebenen Optimismus ist, den viele mit Angela Merkel verbinden. Wer nicht wählt, macht sich politisch unmündig und lädt andere dazu ein.

Wen wählen Sie denn?

Ich habe kein Wahlmuster, ich bin Swing Voter und schaue, was sich noch einstellt. Im Moment wäre ich vielleicht ein trotziger SPD-Wähler. Damit die wenigstens noch eine Stimme kriegen, damit es bunt bleibt.

Ist das argumentativ nicht etwas dünn?

Tja, bisher gibt es in diesem Wahlkampf kaum Argumente. Da muss man abwarten, das geht jetzt erst los.

Warum gehen viele davon aus, dass die CDU-Kanzlerin Angela Merkel die Wahl sowieso gewinnt?

Sie denken, es gehe uns ja gut, und das mag stimmen, aber die Frage für mich ist: Woher kommt dieses Denken? Angela Merkel kann diese große ideologische Blase nicht erzeugen, das wäre eine Allmachtsfantasie. Dafür ist unsere Gesellschaft zu komplex. Also müssen es die Bürger sein, die das generieren und zurückgestrahlt haben wollen, um sich zu bestätigen, dass es in Ordnung ist, wenn Merkel gewinnt. Man möchte die Verantwortung gerne abgeben.

Quelle: TAZ >>>>> weiterlesen

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Grafikquelle    :    Bildnachweis oder Impressum: „Sven Mandel / CC-BY-SA-3.0“

Nibelungenfestspiele Worms Gemetzel 2015 Nordseite Wormser Kaiserdom Nico Hofmann (Intendant), Albert Ostermaier (Autor), Thomas Schadt (Regisseuer)

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