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„Jubiläen sind Legitimationsmaschinen“

Erstellt von DL-Redaktion am Dienstag 5. Mai 2015

„Jubiläen sind Legitimationsmaschinen“

Wir sollten uns vielleicht einmal die Mühe machen  und die im folgenden Interview angedeuteten Thesen weiter denken, denn dass würde uns sehr schnell an die Grenzen auch der Linken Gedankenwelt führen. Müssten wir doch feststellen dass gerade in diesem linken Gedankengut ein sehr tiefer Konservatismus sitzt welcher gerade von diesen Anhängern als Waffe gegen alle Andersdenkenden geschwungen wird.

So wie die heutigen Regierungen ihre Gedenktage, Erinnerungen oder auch Auszeichnungen pflegen, geschieht Gleiches in einen viel stärkeren Maße auf der linken Seite. So lesen wir später unter anderen:  „Das Gedenken an den Nationalsozialismus ist Identitätspolitik und gleichzeitig Abwehr, Schutzschirm. Es lässt sich als Verschluss einsetzen, um sehr viel gegenwärtigere Geschichten als weniger wirklich wahrnehmen zu können.

Im Vergleich zum Holocaust, einen Verbrechen welches in seiner Schrecklichkeit für sich spricht, wird folglich alles andere sehr klein und nebensächlich gesehen. Es verharmlost folgerichtig  alles was auch immer sonst noch auf dieser Welt für Gräuel passieren. Das Gas kann so mühelos durch das Wasser ersetzt werden und ein Vergleich zwischen den vergangenen Potentaten und den Heutigen ist nicht möglich. Auch in der LINKEN lässt sich die gemeinsame Vergangenheit mit dem Bolschewismus verharmlosen und in eine für DIE LINKE erklärbare Formel zwingen.

Ist die Annahme einer Auszeichnung nicht an erster Stelle die Anerkennung der Größe und Würde des Auszeichnenden. Wird der Trauernde nicht wichtiger als derjenige welchen das Leiden widerfahren ist. Vielleicht sollten wir an den nächsten Gedenktagen einmal daran denken und den Teilnehmenden die von Ihnen geradezu geforderten Aufmerksamkeiten verweigern.

„Jubiläen sind Legitimationsmaschinen“

INTERVIEW JAN FEDDERSEN

GESCHICHTE Was erinnert eine Gesellschaft und warum? Der Historiker Valentin Groeber über modernes Gedenken als Ablasshandel

taz: Herr Groebner, voriges Jahr wurde des 100 Jahre zurückliegenden Beginns des Ersten Weltkrieges gedacht – nun läuft bis zum 8. Mai alles auf den 70. Jahrestag des Endes des Zweiten Weltkrieges hinaus. Ist das Vergangenheitsaufarbeitung?

Valentin Groebner: Wohl eher eine Art Reenactment. Man spielt Gedenktag, um zu schauen, worin sich dieser Gedenktag vom letzten Mal unterscheidet, als das Kriegsende ein rundes Jubiläum ergab. Also Selbstvergewisserung: Was möchte man heute zu jenen Ereignissen erzählen?

War das schon immer so?

Der Boom des Gedenkens und patriotischen Erinnerns begann im 19. Jahrhundert, als die meisten der Nationalstaaten gegründet worden sind. Heute geht es um den Wunsch, ausgewählte Stücke dieser Vergangenheit in Geschichte zu verwandeln, die eigene Existenz mit Geschichte anzureichern und zu begründen.

Um sie aus der Vergangenheit zu bergen?

Vergangenheit ist nicht dasselbe wie Geschichte. Geschichte wird immer neu hergestellt: eine Konstruktion, um sich die eigene kollektive Herkunft zu erzählen. Vergangenheit dagegen ist das, was gewesen ist, heute weg, futsch. Die ist nur in Resten da, und meistens genügen die den ästhetischen Ansprüchen an ordentliche Monumente nicht.

Was meinen Sie damit?

Wie soll man denn eine ferne Zeitzone wieder sichtbar machen? Dafür braucht man Monumente und Embleme, die schon allen vertraut sind. Das hat in der Mitte des 19. Jahrhundert angefangen – da wurden die ersten historischen Denkmäler errichtet. Dann kam die historistische Architektur, Neu-Altes sozusagen, und die hat auch im 20. Jahrhundert nicht aufgehört, sondern sich nur verwandelt. Wer heute in einer deutschen Stadt spazieren geht, stößt in den Außenquartieren auf neoromanische Kirchen, die in den 1920er bis 1950er Jahren gebaut worden sind. Die sind nach ästhetischen Erwägungen errichtet worden, aber vor allem wollten sie sich in einer erhabenen Vergangenheit verankern – qua Neubau.

Wozu war das wichtig?

Quelle: TAZ >>>>> weiterlesen

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Fotoquelle: Wikipedia – Author Usien

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