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Hurra, die Saar lernt Französisch

Erstellt von IE am Freitag 24. Januar 2014

Hurra, die Saar lernt Französisch

File:Bundesarchiv Bild 183-A1101-0005-001, Blick in eine Berufsschulklasse.jpg

Da braucht es schon die Auffassungsgabe von PolitikerInnen um solch eine Idee auszubrüten. Im Saarland soll Französisch zur zweiten Amtssprache werden. Oder ist das ganze nur als ein Auftakt zur bevorstehenden Karnevalssession zu sehen.

Wer je in seinem Leben einen Computer benutzt hat, nur in Europa ein Flugzeug oder Schiff betreten hat, die weite Welt wollen hier gar nicht erwähnen, wird bemerken wie weit uns die französische Sprache dabei hilft in die richtige Spur zu finden. Der Gedanke ist einfach zu absurd, ja weltfremd, sich freiwillig in eine französische Isolation zu begeben.

Unverständlich auch für ein Land, in dem es in den Schulen so ziemlich an allen mangelt um lernwillige Kinder entsprechend weiter zu bringen, in dem die Pisa Studien schwache Ergebnisse zeigen und das Land noch nicht einmal hier den finanziellen Ansprüchen der Bevölkerung entsprechen kann, wird nun ein neuer toter Gaul gesattelt.

Lassen wir die Historie einmal außen vor, wird ein Jeder welcher im französisch sprechenden Ausland außerhalb einer goldenen Sänfte gereist ist die Feststellung machen sich in eine totale Sprachisolation begeben zu haben. Alles was den Tourismus oder die Wirtschaft ausmacht richtet sich nur nach Frankreich aus. Eine Tourismuswerbung ausserhalb des französischen Sprachraum findet so gut wie gar nicht statt. Auch die Wirtschaft ist eindeutig nach Frankreich ausgerichtet und wird in der Bevölkerung mit entsprechenden Kommentaren sehr abfällig bedacht.

Das Stoppsignal für die Einheimischen erleben diese dann auf den Flughäfen des eigenen Landes, genau dort wo dann die englische Sprachzone beginnt. Ob aber die saarländische Regierung ihr Ziel erreicht, einziges zweisprachiges Bundesland zu werden, liegt ganz einfach im Ermessen der Bürgern. Denn wenn diese erfahren dass sie mit Englisch weiter kommen und sich darauf konzentrieren, dann hat das Saarland auf Sand gebaut und ein neues Problem.

Bereits heute ist Französisch im Saarland vielfach erste Fremdsprache auf weiterführenden Schulen, in der Grundschule wird es teils ab der ersten, teils ab der dritten Klasse gelehrt. Englisch soll auch weiterhin als erste Fremdsprache gefördert werden womit man dann auf zwei erste Sprachen verweisen kann. Vielleicht kommt aber irgendwann einmal die Idee das bisschen vorhandene Geld erst einmal für das erlernen eines guten Deutsch auszugeben.

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Fotoquelle:

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Attribution: Bundesarchiv, Bild 183-A1101-0005-001 / CC-BY-SA 3.0

3 Kommentare zu “Hurra, die Saar lernt Französisch”

  1. alpengretel sagt:

    Jeder, der froh sein darf, wenn er einen 400-Euro-Job abbekommt, soll mindestens fließend 4 Sprachen sprechen, drei Studiengänge vorweisen etc etc.
    Die Politiker, die das fordern, haben für jeden Furz eine Sekretärin oder einen Referenten, weil sie selbst (HOCHBEZAHLT!!!) nichts auf die Reihe kriegen. Die schwierige Drecksarbeit dürfen schon in ihrem Umfeld Leute machen, die 10 Mal besser qualifiziert sind, aber einen Bruchteil verdienen.
    Die meisten Politiker können noch nicht mal unfallfrei Deutsch sprechen oder schreiben. Gell Herr Stoiber, gell Frau Dreyer!

  2. RedAdair sagt:

    Und dabei können wir Saarländer doch schon alle Französisch!

  3. Hans Heinrich sagt:

    Nicht nur Französisch!

    http://www.youtube.com/watch?v=f7TboWvVERU

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