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Gysi will Direktmandate !

Erstellt von DL-Redaktion am Dienstag 17. Juli 2012

Gysi will Direktmandate !

File:2013-09-12 Gregor Gysi 257.JPG

Wie schrieb Didi, einer unserer Kommentatoren heute: „Bilder zum Sommerfest Schwalbach – alle fünf Meter ein Genosse. Wo sind die anderen denn alle hin, vor allem die Bürger der Gemeinde? Da gab es schon bessere Zeiten. (Bilder: Siehe Kreisseite: Die Linke Saarlouis)

Beim Lesen des Kommentars möchte man fast glauben, dass Didi eine in der letzten Woche in der Presse verbreitete Meldung gelesen hätte: Die LINKE hat nur noch 67.410 Mitglieder, laut Auskunft der Bundesgeschäftsstelle aus dem Karl Liebknecht Haus in Berlin. Das sind nach den großen Verlusten in den letzten Jahren, noch einmal 2000 weniger als Ende 2011. Zu dem Zeitpunkt schrumpfte die Partei zum ersten Mal unter die Zahl aus dem Fusionsjahr 2007.

Trotz eines Führungswechsel setzt sich die Tal fahrt der Partei unverändert fort, wie auch an dem Beispiel aus dem Saarland sichtbar wird. So ist es auffällig das besonders die jungen Leute die Partei meiden. Zu glauben das nur die Nichtwähler motiviert werden müssten um die LINKE erneut in die Erfolgsspur zu bringen, wird sich hier als großer Irrtum herausstellen, da gerade ehemalige Wähler den Weg dieser Partei mit Argusaugen verfolgen. Wurden sie doch durch die relativ schnelle Gleichschaltung mit allen anderen Parteien maßlos enttäuscht. Zu vieles war erhofft und zu wenig Neues zu sehen.

So wurde man hellhörig als bereits Anfang Juli, kurz nach den Neuwahlen auf dem Parteitag in Göttingen Gerüchte die Runde machten Ulrich Maurer, Vertrauter des früheren Vorsitzenden Oskar Lafontaine, solle die Leitung des Bundestagswahlkampfes übernehmen. Das damit die Befugnisse des gerade gewählten Bundesgeschäftsführers Matthias Höhn beschnitten würden, war Teil der Strategie und von dem Chefquerulanten wahrscheinlich bewusst so lanciert worden.

Von Gysi ist folgende Beschreibung über den Zustand seiner Partei zu hören: „Wir haben in gewisser Weise aufgeräumt.“ Heißt dieses mit anderen Worten Lafontaine aus dem Weg geräumt zu haben? Auch Gysi ist bewusst: Weiteren Streit kann sich die Linke auch kaum leisten: 2009 war sie auf 11,9 Prozent gekommen, in den jüngsten Umfragen liegt sie bei sieben Prozent.

Gearbeitet wird bereits an einer Strategie für die Bundestagswahl im nächsten Jahr. Geschäftsführer Höhn startete eine Umfrage an der Basis und bat zu Wortmeldungen  nach Wähler-Milieus, Kernbotschaften und der Frage, ob es für Ost und West, Männer und Frauen, Junge und Alte verschiedene Wahlkämpfe geben müsse. Solche Umfragen mögen im Osten sinnvoll sein, im Westen ist die LINKE von der Bevölkerung viel zu weit entfernt als das hier tragbare Erkenntnisse zu erwarten wären.

Absehbar aber ist bereits folgendes: Der Kampf um die Direktmandate wird laut Gysi eine besondere Rolle spielen. 16 hatte die Partei bei der Wahl 2009 gewonnen, ausschließlich in Berlin und allen Ost-Ländern bis auf Sachsen. Schon mit Gewinn von drei Wahlkreisen zöge die Partei in Fraktionsstärke  ins Parlament ein, auch wenn sie die fünf Prozent Hürde verfehlt.

Der Berliner Landeschef Klaus Lederer spricht von einer ganz „besonderer Symbolik“. Die Landespartei werde in den Kampf um die Wahlkreise „alles an Energie investieren, was wir haben“. Kipping versichert, es gehe nicht um den doppelten Boden, sondern stehe einer Partei generell gut zu Gesicht, Direktwahlkreise zu gewinnen. Auch Riexinger sagt, der Sache gelte „besonderes Augenmerk“. Gysi erhob die Frage mit Blick auf die Umfragen sogar zu einer „von existenzieller Bedeutung“.

Eine solch starke Konzentration auf die Direktmandate würde aber mit anderen Worten auch bedeuten dass der Westen innerparteilich bereits aufgegeben wurde. Denn von Direktmandaten wagt noch nicht einmal jemand aus der noch Hochburg der WEST-LINKEN im Saarland zu träumen. Bei den realistisch zu erwartenden Wählerzustimmungen  im Westen zwischen 2,5 und 3,5 Prozent werden hier bereits die ersten Schritte auf eine Teilung der Partei sichtbar. Das muss nicht unbedingt eine Teilung zwischen Ost und West bedeuten, da auch viele der Westdeutschen Parteimitglieder sich einem gemäßigtean Flügel anschließen würde.

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6 Kommentare zu “Gysi will Direktmandate !”

  1. Gilbert Kallenborn sagt:

    Dann soll die Neu-Saarländerin Sarah Wagenknecht mal ein Direktmandat im Saarland erringen.
    Das ginge nur bei zuvor beseitigten Yvonne Ploetz (die beseitigt sich gerade selber) oder Thomas Lutze (da arbeite ich -erfolgreich-dran)
    Im übrigen hat der Westen keine linke Hochburg (mehr).Sondern eine Einsturz-Ruine.
    Und der letzte,der dies bemerken wird -die Saarländer sind unheimlich leidensbereite Leute,aber sie mögen keine Kommunisten; auch und schon gerade nicht Rosa-Luxemburg -look-alike Kopien – heisst Oskar Lafontaine.
    Er wird der letzte,der allerletzte sein,der begreift,daß er mit Sarah Wagenknecht sich zwar eine junge Frau in die Villa geholt hat,nach 3 Ehen am Ende der linken Fahnenstange-aber gleichzeitig politischen Selbstmord damit beging.
    Was die versammelten Saar-Querulanten,Rebellen,Kritiker etc. nicht schafften,den Links-Despoten Lafo endlich ins pol.Altenheim zu schicken,das schaffte der Einzug von Sarah in die Villa in Silwingen.
    In SPD-Zeiten nannten die Medien Lafo,Scharping und Schröder “die Toscana Fraktion”Toscana war gestern.Doch der Rotwein bleib.

  2. AntiSpeichellecker sagt:

    Die Wählerinnen und Wählern wollen keinen Kommunismus!!!
    Wer im BTW 2012 die Linke wählt, wählt Kommunismus. Das muss
    immer und immer wieder herausgestellt werden.

  3. Josefa sagt:

    Der Parteischädling aus dem Saarland wird bei den BTW das Ruder nicht herumreißen.
    Die „Oscarloni-Mafia“ hat auf dem BPT einfach viel zu viel Porzellan zerschlagen.
    Die Glaubwürdigkeit ist futsch.

  4. Gilbert Kallenborn sagt:

    Die Linke -als Gesamtpartei – reflektiert keinen Kommunismus.
    Das wäre eine Beleidigung für all die echten Kommunisten, die in Straßenkämpfen mit den Nazis, im KZ oder auch in Stalins Gulag ihr Leben liessen, die Trotzkisten zuerst.
    Es gibt einzelne Schwätzmaul-Sozialisten, gut für Talkshows wie die Wagenknecht die selber am Futtertrog des Kapitals hängen und hängen wollen, mit ca. 15.ooo Euro als MdB pro Monat, das haben 15 Hartz-4 Familien nicht zum Leben, oder Wählertäuscher-Demagogen, Millionäre, wie Lafontaine
    ich war nie ein Gesine-Lötzsch Fan. Aber es heisst, sie wohnt nach wie vor im DDR-Plattenbau und sie hatte nie das doppelte Gehalt eingesackt, wie Porsche-Ernie, Lafontaines Abnicker aus Bayern, Klaus Ernst. Für mich eine Kommunistin. Irgendwo konsequent. Aber auch nicht wählbar. Zuviel DDR im Kopp. Unbewältigt. Wer die Linke im Bundestagswahlkampf wählt, wählt keinen „Kommunismus“, er wählt Chaos, Lüge, Wahlbetrug, Mobbing und Verachtung der eigenen Satzung, er wählt weiter geduldete Amtsträger die eigenen Genossen bestehlen, Gelder unterschlagen.
    Und im Osten gibt es welche, die glauben an den demokratischen Sozialismus die leben ihn auch.
    Das: die Politik vor-leben, das haben Bonzen wie Lafontaine nie getan.
    Ich bin bis nach Israel in den Kibbutz die andere Variante wäre Kuba gewesen um den Sozialismus zu suchen. Ich fand nur einen Traum, der zusammenbrach unter der Macht der jüdischen Bourgeoisie und der USA; gegen die nur 4 % Kibbutzniks in der israelischen Gesellschaft. Und es war ein verdammt schöner Traum und ich bereue nichts. Der Versuch zählt. Das Herz. Und:
    „Lasst uns das unmögliche versuchen“ Che Guevara.
    Aber nicht mit diesen Imitationen, diesen Salon-Futzi Linken.

  5. Diogenes sagt:

    #2. Das ist in dieser Formulierung doch kompletter Blödsinn!!!
    Richtig ist, dass die Westdeuschen Wähler unter keinen Umständen so etwas wie „Kommunismus“ wollen, weder dem Namen nach noch der Idee. Das sitzt der Adenauersche Bolschewistenhass noch viel zu tief. Deshalb ist die LInke schlecht beraten, sich zu neokommunistischen Ideen zu bekennen oder per Prateiprogramm einen „demokratischen Sozalismus“ anzustreben. Das sind bis jetzt aber nur Worte.
    Die Aussage, wer die Linke wählt, wählt – tatsächlich – Kommunismus, ist sachlich falsch und nichts als üble Nachrede.
    Die Linke verfolgt nicht das falsche Ziel „Kommunismus“, sondern sie hat – wenigstens im Westen – ein gestörtes Verhältnis zu Verfassung, Rechtsstaat, Demokratie, Parteisatzung, Rechenschaft von oben nach unten, innerparteilicher Mitbestimmung und Mitwirkung, Kritik, Querdenkertum, Nonkonformismus, etc. Deshalb ist sie m.E. bis auf Weiteres nicht wählbar.

  6. Schichtwechsler sagt:

    Was Blödsinn ist, liegt im Augen des Betrachters.

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