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RENTENANGST

Fremdenfeindlichkeit

Erstellt von DL-Redaktion am Donnerstag 29. November 2012

„German Angst“ vor wem, –  vor der eigenen Regierung, Ja
Politikern vertrauen – käme dem Selbstmord gleich

Der Schrei (Edvard Munch)

Die Diskussion über einen Antisemitismus in Deutschland nimmt langsam groteske Formen an, da es diesen so speziell gesehen an und für sich nicht gibt. Was dagegen verstärkt zu beobachten ist, ist die Zunahme einer Feindlichkeit gegenüber allen was von außen in dieses Land kommt. Ein von den Amerikanern als „German Angst“ bezeichnetes Gehabe.

Die größte Angst gilt dabei den sogenannten „Mitfressern“, den angeblich Horden von Menschen  welche gleich Heuschrecken über dieses, von vielen als „unser Land“ bezeichnet herfallen, um uns kahl zu fressen. Eine Angst welche von der Politik geschürt und entsprechend gefördert wird, da es von den Hauptverursachern dieser nationalen Probleme ablenkt. Es werden wieder Sündenböcke gesucht um von der Misswirtschaft ablenken zu können. Diese Angst fällt dann natürlich auch den jüdischen Mitbürgern auf den Kopf.

So haben zum Beispiel die unter den Namen NSU geführten Verbrechen nichts mit einer Feindschaft gegenüber Israel oder den Juden gemeinsam, sondern sind schlicht und einfach Verbrechen gegen das Fremde in diesem Land. Auch die „Umzäunung Europas“ durch die Frontex,  eine politische Selbstisolierung, hat sehr wenig mit einer angeblich neu aufkommenden Judenfeindlichkeit zu tun.

Im Gegenteil es ist dieses ein politisches Zeichen welches als Hinweis des Weges zurück in die Nationalstaatlichkeit weist. Man möchte vielleicht bewusst eine allzu große Öffnung des Landes verhindern, um sich selbst besser als eine internationale Größe darstellen zu können. Ein jeder welcher dieses Land aus einem entfernten Blickwinkel betrachten konnte, wird darüber Bescheid wissen.

Es gibt nicht nur Menschen vom Schlage eines Buschkowsky oder Sarrazin, vielleicht nicht nur zufällig SPD Mitglieder, in diesem Land. Jeder Bürger der in dieser Gesellschaft kommuniziert kennt die lockeren Sprüche über die „Fremden“ von Beginn der Nachkriegsrepublik an und schon ein nicht hören wollen mag als Hinweis der Zustimmung ausreichen.

Das alles hat mit Auschwitz, NS Vergangenheit und Judenhass wenig gemeinsam. Das ist gelebter Fremdenhass quer durch alle Parteien und im besonderen durch die Regierung, wobei die Fokussierung auf eine kleine Gruppe für eine sehr gefährliche Verharmlosung gehalten werden muss. Das wünscht sich die Regierung gerne, könnte sie doch ungestört gegenüber allen anderen Gruppen weiterhin vor sich hin wursteln.

Erregung und Ausschluss

ANTISEMITISMUS Deutschland sucht den Tabuverletzer. Dabei müsste das Interesse der Grauzone zwischen Judenfeindlichkeit und Normalität gelten

 Eine jüdische Geschäftsfrau wird wegen einer angeblich nicht bezahlten Lieferung, die es nie gab, von einem deutschen Unternehmer als jüdische Lügnerin und Betrügerin beschimpft und mit der Pest in Verbindung gebracht. Ein Rabbiner wird wegen seiner Kippa als Jude erkannt und zusammengeschlagen. Solche spektakulären Vorkommnisse zeigen aber nur einen Teil der Judenfeindlichkeit in Deutschland im Jahr 2012. Die Ergebnisse unserer aktuellen Studie „Die Mitte im Umbruch“ für die Friedrich-Ebert-Stiftung sind schockierend. Insbesondere die Zunahme demokratiefeindlicher Ansichten signalisiert einen Zustand der Gesellschaft, die sich dort, wo die Krise anklopft, immer chauvinistischer geriert.

 Die Mitte-Studien haben seit 2002 immer darauf hingewiesen, dass extrem rechtes Gedankengut nicht nur ein Phänomen der politischen Ränder, sondern in allen Teilen der Gesellschaft anzutreffen ist. Es basiert auf Strukturen und Denkweisen, die unsere gesamte Gesellschaft prägen. So ist Nationalismus nicht denkbar ohne die grundlegende Annahme, dass es so etwas gibt wie ein deutsches Volk, das eine Herkunft teilt und daher gemeinsame Interessen hat. Deutlich zeigt sich dies in der Annahme, dass es natürlich sei, zu „seiner“ Fußballnationalmannschaft zu halten.

 Auschwitz als Makel

 So wenig aber an der Nation natürlich ist, so sehr ist sie als Vorstellung und politische Struktur wirkmächtig, mit Folgen für jeden Einzelnen von uns. Auf der nationalen Identifikation basiert der sekundäre Antisemitismus, der erstmals im Rahmen der Studie mit erfasst wurde.

Quelle: TAZ >>>>> weiterlesen

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Grafikquelle   :   Der Schrei (Edvard Munch)

Ein Kommentar zu “Fremdenfeindlichkeit”

  1. RosaLux sagt:

    Man gestatte mir – widerwillig – folgenden Link beizufügen:
    http://www.schutzbund.de/geburtenschwund.htm

    SCHUTZBUND FÜR DAS DEUTSCHE VOLK (SDV) e.V.
    „Unser Anliegen ist die Erhaltung des Deutschen Volkes in seiner Heimat und Kultur.“

    „Aufs Ganze gesehen: Wir dürfen die Ausbreitung und Vermehrung fremder Völker und Kulturen auf deutschem Boden auf Kosten der Erhaltung unseres eigenen Volkes, seiner Heimat und Kultur nicht zulassen und schon gar nicht aktiv betreiben. Im Mittelpunkt deutscher Politik muß die Erhaltung des deutschen Volkes stehen!“

    „Reduzieren statt „integrieren“ – Die Massenzuwanderung sei „unumkehrbar“, behaupten Politiker immer wieder. Sie zeigen damit, daß sie unser Volk entmündigen wollen. Wer gegen den Mehrheitswillen Tatsachen schafft und diese für unkorrigierbar erklärt, der denkt und handelt undemokratisch.“ etc. etc.

    Ich will dieses verrückte Gedankengut nicht weiter verbeiten, sondern nur darauf hinweisen, was es alles so gibt.
    Für mich ist nicht vollziehbar, dass es in Deutland offenbar zulässig ist, derart dümmlich-krude – in der Zielsetzung m.E. fremdenfeindliche – Posititionen und „Meinungen“ zu verbreiten. – Wer so etwas unter dem Deckmantel der freien Meinungsäußerung zuläßt, sollte sich nicht wundern, wenn derartiges – m.E. auch den Neonazis nahestehendes – Gedankengut – übrigens theoretisch gut unterfüttert – sich weiter ausbreitet. Müssen wir dabei wirklich zuschauen?

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