DEMOKRATISCH – LINKS

                      KRITISCHE INTERNET-ZEITUNG

RENTENANGST

Freedom Theatre aus Jenin

Erstellt von DL-Redaktion am Mittwoch 31. August 2011

Das Freedom Theatre aus Jenin auf Tournee
Theaterschaffende rufen zur Unterstützung auf

Juliano Mer-Khamis

Pressemitteilung, 30.08.2011

Junge Studenten der Theaterschule des Freedom Theatre aus dem palästinen-sischen Flüchtlingslager Jenin gehen im September und Oktober 2011 auf Tournee durch Deutschland. Sie führen die Performance „Sho Kman?“ (Deutsch: Was noch?) auf, in der junge Palästinenser erkunden, wie Besatzung und Gewalt sich nach innen kehren und in einem brutalen endlosen Teufelskreis aus Fallen und Unterdrückung münden.

Diesem Teufelskreis der Gewalt ist auch Juliano Mer Khamis zum Opfer gefallen. Am 4. April 2011 wurde er direkt vor dem Theater, das er gegründet und geführt hatte, ermordet. Noch sind die Mörder nicht gefasst, und Flugblätter kursieren, die gegen das Freiheitstheater hetzen. Doch seine Gefährten setzen weiter auf die Ausstrahlungskraft des Theaters. „Sho Kman“ ist ein Zeichen für ihre Entschlossenheit weiterzumachen, gleichzeitig eine Auseinandersetzung mit eben jener Realität, die in dem Mord an Mer Khamis kulminierte.

Unterstützung finden sie bei namhaften Theaterschaffenden, die zusammen mit medico dazu aufrufen, das Theater zu unterstützen als „einen Ort der künstlerischen und politischen Freiheit“, das für „grenzüberschreitende Solidarität im Zeichen der Besatzung“ steht.

Das Programm

SHO KMAN? – Was noch?

[youtube htb8vX1p6l8&feature=player_embedded]

„Sho Kman“ ist eine fiktive Performance, in der Eindrücke junger Palästinenserinnen und Palästinenser von der Welt, die sie umgibt, verborgen sind. Erkundet wird, wie Besatzung und Gewalt sich nach innen kehren und dort zum Chaos führen kann. Freundschaften und Familien werden zerstört, ebenso wie Gesellschaft und Staat. Es geht um einen brutalen endlosen Teufelskreis aus Fallen und Unterdrückung. Die Zuschauer folgen Träumen und Wünschen, Befürchtungen und Ängsten, dem Verbotenen und dem Verheimlichten.

„Wie sieht die Zukunft in einem Käfig aus? Wie kannst du Gefühle ausdrücken, wenn du nicht weißt, mit wem du sie ausdrücken kannst? Was bedeutet es, an einem Ort aufzuwachsen, an dem andere deine Zukunft immer kontrollieren? Ein Ort, an dem die Schwachen keinen Platz in der Gesellschaft haben und der einzige Weg zu überleben ist, Stärke zu zeigen? Wer sind wir?“

Die Performance nimmt das Publikum mit durch die Widersprüche der Realität in Jenin und in den Lebensrhythmus, der jungen Palästinensern, die im Flüchtlingslager von Jenin, der Stadt und den Dörfern leben, die Frage aufzwingt: Wer sind wir?

Ein wichtiger Meilenstein im Kampf, sich von den vielen Ketten zu lösen, die sie umschließen. – Mit dem Ziel, sich zu befreien. Die Performance basiert auf intensiver Körpersprache und zeigt ohne viele Worte Charaktere und Situationen des täglichen Lebens und der Geschichte Palästinas. Das Stück wurde für ein internationales Publikum entworfen.

Gespielt von Studenten von The Freedom Theatre
Idee & Regie: Nabeel Al Raee & Zoe Lafferty
Choreografie: Miceale Miranda
Licht Design: Mohammed Sadi
Sound-Design: Zoe Lafferty

Im Anschluss an die Aufführung hat das Publikum die Möglichkeit mit Schauspielern und Regisseuren über das Gezeigte zu diskutieren.

Die Tourneedaten / Kartenreservierung siehe  <HIER>

Quelle : Medico

IE

———————————————————————————————-

Grafikquelle    :  Juliano Mer-Khamis (2010)

Ein Kommentar zu “Freedom Theatre aus Jenin”

  1. Gilbert Kallenborn sagt:

    Sorry…Flüchtlingslager Jenin ???
    Ich hatte da einen (israelischen !) Peugeot zu Reparatur -und die Werkstatt sieht besser aus,als manche in Polen!
    EU-Gelder in Millionenhöhe werden nach Jenin gepumpt, die Infrastruktur wächst, Straßen werden angelegt mit einer Qualität, die die gesamte arabische Nachbarschaft nicht hat,Japan, die USA und auch die BRD sind beim Bauen von Industrieparks, Abwasseranlagen….HEUTE UND JETZT!
    Jenin hat, was andere brauchen (Ramallah,Nablus z.B.) -Zukunft!
    Jenin mag alles sein-nur kein „Flüchtlingslager“-denn da flüchtete niemand. Die blieben. Flucht hiesse, den Jodan zu überqueren, der unweit Jenin fliesst, dann ist man im Hashemiten-Kingdom of King Hussein II. Nr. 1 -Papa- hat mehr Palästinenser in 1 Woche erschossen als Israel in allen 5 Kriegen in 50 Jahren mit den gesamten arabischen Nachbarstaaten zusammen, im sog „Schwarzen September“ -an die 10.000. Der Rest floh in den Libanon -aber nicht nach Jenin.
    So wichtig das ist, die reale Unterdrückung der pal.Menschen und derer auch völkerrechtswidrige Entrechtung anzuprangern, für einen eigenen Palästinenserstaat einzustehen -das tut die israelische Linke seit Dekaden! aber sie hat nicht die MACHT dazu, weil der Rechts-Block Likud überwiegt, so ist es wichtig, die Dinge real beim Namen zu nennen.
    Dies hier ist kein Theater aus -nur-einem“ Flüchtlingslager Jenin“ sondern aus einem ganz besonderen Ort der jüdisch/arabischen Spannungsgebiete. Jenin galt über Dekaden als die tödlichste Stadt der ganzen Westbank (für die Einen, Judäa und Samaria für die Anderen) die meisten Selbstmordattentäter kamen von dort. Ich erlebte den „Einsatz“ einer 19 jährigen Studentin in Afula beim „Canyon“ (Supermarkt). Ihre Eingeweide hingen an der Wand und die der 2 Israelis (Security) auch, Körperteile, Blut, Glassplitter, Fetzen. Für einen ebenfalls 19 jährigen-Oleh (Einwanderer) aus Russland war es der 1.Tag als Supermarktk Security. Und der letzte.
    Über Nacht noch wurde alles saubergemacht, unter Planen und Strahlern….das Einkaufszentrum machte weiter. Als sei nichts geschehen. Israelis und Araber aus Afula-Umland gingen weiter einkaufen, Zusammen.
    Das ist Jenin. Die andere Seite vom „Flüchtlingslager“. Hingehen, selber gucken. Alle Seiten, jede Seite.
    Und nicht einseifen lassen von den hiesigen organisierten Berufs-Palästinensern, die insbesonders i n die Linke eingesickert sind, der wohlhabende Papa zahlt Studium, deutsche Freundin vorhanden -während die eigene Schwester zuhause in Jenin -oder sonstwo- im Körpersack rumlaufen muss und nicht alleine auf die Straße darf, no jeans, no T-Shirt und schwule Brüder werden halbotgeschlagen.
    Unter der Scharia des Islam, nicht unter den Knüppeln der „Besatzer“.
    Früher, um nicht im Libanon für Arafats Fatah verheitzt zu werden (gilt z.B: für den maoistischen Splitter oder die PFLP f. Habasch, Kommunisten ) kamen Kämpfer durch den Jordan (klappt auch bei Nichtschwimmern, so flach ist dies biblische Rinnsal..) mit Waffen und ergaben sich Israel- „Die bringen uns um! Wir sind Gefangene“!
    Wegen der Massen kamen israelische Kommandeure auf die Idee: Wir nehmen denen die Waffen ab und schicken sie zurück./Jordanien) ! Gegenzug: Da erklärten sie sich alle als Feinde Israels. Und wurden verhaftet, meist in den ex-british Mandate Knast von Beith Shean gesteckt, unweit Jenin, 15 Minuten mit Pick -Up über die Feldwege, durch die Hügel, Straße dauert länger-Checkpoint, nicht Checkpoint Charlie – Checkpoint Jenin…Beith Shean Jail. -offiziell heisst es anders- (ein Drecksloch ,ein DDR- Bautzen mit mehr Besuchsrechten, Besuch gibts da viel) Und überleben. Und auch Entlassungen.
    Ja,manche von denen mögen „im Flüchtlingslager von Jenin “ gelandet sein. Ich trank Tee mit ihnen. Meine Reparatur dauerte Stunden. Nicht wegen der Antriebswelle des alten Peugeot 505 -sondern wegen dem Tee. „Aus Deutschland? Du bist aus Deutschland,,,erzähl..!!!“
    Gesprochen wurde Hebräisch. Und Englisch. Und Mix-Mix.
    Frieden ist möglich.

Kommentar schreiben

XHTML: Sie können diese Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>