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Faule Geschäfte

Erstellt von DL-Redaktion am Samstag 10. November 2012

mit Lebensversicherungen

Datei:Veronica Ferres und Carsten Maschmeyer Berlinale 2010.jpg

Früher, in den Jugendvereinen gab es folgende Maxime: „Jeden Tag eine gute Tat“. Politiker haben es in den letzten Jahren geschafft diesen Satz umzukehren und so hören wir heute in schöner Regelmäßigkeit immer wieder neue Skandale aus dem zu einem Dreckstall verkommenen Bundestag. So wurde gestern über eine erfolgreich beendete Lobbyarbeit der Versicherungsbranche berichtet.

Diese wollen festgestellt haben, das alte Lebensversicherungen für die Unternehmen mittlerweile teuer geworden sind. Die Kunden bekommen auf alte Verträge, vor 2000 abgeschlossen, vier Prozent Zinsen garantiert. Da aber unterdessen die Renditen gesunken sind, liegt der derzeitige Zinssatz bei zehnjähriger Laufzeit nur noch bei 1,38 Prozent. Für die Unternehmen wird es folglich schwierig ihre Fehlkalkulationen zu finanzieren.

Da sie dieses Unternehmerrisiko nicht tragen wollen haben sie sich also hilfesuchend an die Politik gewandt. So schreibt der Gesamtverband der Versicherungswirtschaft: „Für Maßnahmen zur Stärkung der Risikotragfähigkeit der Lebensversicherer“ bestehe aufgrund der niedrigen Zinsen eine „dringende Notwendigkeit“.  So wurde im Bundesfinanzministerium hinter geschlossenen Türen darüber gesprochen, die Garantiezinsen bei Lebensversicherungen auszusetzen, um damit dem Wunsch der Branche nachzukommen.

Für die Kunden bedeutet das: Sie bekommen etwa ab 2018 nur noch das Geld zurück, das sie tatsächlich eingezahlt haben. Und das völlig legal. Im Klartext: Wegen der Inflation erhalten Kunden von Lebensversicherungen in der Realität künftig sogar weniger Geld zurück, als sie den Versicherern gegeben haben.

Nachdem sie den Garantiezins zu Beginn dieses Jahres bereits auf den historischen Tiefststand von 1,75 Prozent abgesenkt und die Steuern für Lebensversicherer gesenkt hat, soll den Versicherungen nun ein leichterer Zugriff auf die Rückstellungen gegeben werden, die eigentlich den Versicherten zustehen und ihnen als Überschussbeteiligung oder im Fall von Vertragskündigungen oder Todesfällen ausgezahlt werden.

Künftig soll ein erheblicher Teil der Rückstellungen dabei nicht mehr berücksichtigt werden.  Für den Bund der Versicherten ist die Konsequenz der geplanten Änderung eindeutig: „Die Mehrheit der Verbraucher wird schlechter gestellt“, schreibt die Verbraucherschutzorganisation.

Jeder der heute noch an eine private Lebensversicherung als „sichere Kapitalanlage“ glaubt und das trotz der schweren Wirtschafts- und Finanzkrise, sollte sich informieren und nicht länger abwarten. Nehmen Sie Ihren Lebensversicherer genau unter die Lupe. Denn vor dem Hintergrund der Finanzkrise werden viele Versicherungsgesellschaften in absehbarer Zeit zusammenbrechen.

Schließlich haben sie schon weite Teile ihrer Rücklagen aufgelöst, um ihren Kunden derzeit noch die Verzinsung des Sparanteils gewährleisten zu können.

Hier ein Kommentar zum Thema:

Die Tücken der Privatvorsorge

Die Versicherungsbranche schreit um Hilfe: Weil die Zinsen auf Staatsanleihen und andere sichere Anlagen sinken, werde es immer schwieriger, die garantierten Zinsen auf Lebensversicherungen zu bezahlen, klagen die Lobbyisten.

In harten Zahlen allerdings schlägt sich das bisher nicht nieder: Die großen Lebensversicherer machen weiterhin hohe Gewinne. Und auch im Finanzministerium ist man lediglich der Meinung, beim schlechtesten Fünftel (!) der Branche könne „nicht ausgeschlossen werden“ (!!), dass „einzelne Unternehmen“ künftig „in Schwierigkeiten geraten können“ (!!!).

Quelle: TAZ >>>>> weiterlesen

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Grafikquelle    :

Diese Datei, die ursprünglich auf http://www.ipernity.com/doc/siebbi/7627962 veröffentlicht wurde, wurde am 05:09, 21 July 2010 (UTC) vom Administrator oder vertrauenswürdigen Benutzer Okki geprüft, welcher bestätigt, dass die Datei am angegebenen Tag unter der genannten Lizenz verfügbar war.
Diese Datei ist unter der Creative-Commons-Lizenz „Namensnennung 3.0 nicht portiert“ lizenziert.
Quelle Veronica Ferres & partner
Urheber Siebbi

Ein Kommentar zu “Faule Geschäfte”

  1. Stefan Wehmeier sagt:

    Die Finanzkrise, ihre Ursache und ihre Überwindung

    Ursache der „Finanz- und Schuldenkrise“ ist eine seit jeher fehlerhafte Geld- und Bodenordnung und die daraus resultierende, systemische Ungerechtigkeit der Zinsumverteilung von der Arbeit zum Besitz, die sowohl innerhalb der Nationalstaaten als auch zwischen den Staaten die für jede zivilisatorische Weiterentwicklung unverzichtbare Proportionalität von marktwirtschaftlich erbrachter Leistung und Gegenleistung mit exponentiell steigender Tendenz zerstört.

    „Spitzenpolitiker“ sind gegenüber dieser „Mutter aller Zivilisationsprobleme“ blind, weil die Befreiung der Marktwirtschaft vom parasitären Gegenprinzip des Privatkapitalismus sowohl die „hohe Politik“ (Machtausübung) als auch die Religion (Machterhalt) überflüssig macht:

    http://www.swupload.com//data/3-Verwandlungen.pdf

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