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Erdogan immer noch

Erstellt von UP. am Donnerstag 13. Juni 2013

Die Blockupy-Aktionstage 2013 in Frankfurt

Die Blockupy-Aktionstage 2013 in Frankfurt gegen die Verarmungspolitik der Troika lassen uns mit gemischten Gefühlen zurück. Attac hat sich an vielen Stellen eingebracht, sei es bei der Organisation inhaltlicher Veranstaltungen mit internationalen Gästen oder bei der Vorbereitung und Organisation der Demonstration. Und vieles konnte stattfinden, was im vergangenen Jahr noch autoritär verhindert worden war: Tausende Menschen beteiligten sich an den Aktivitäten. Unter anderem blockierten sie die Europäische Zentralbank, eine entscheidende Schaltstelle der autoritären Krisenpolitik, und protestierten vor der Deutschen Bank gegen Nahrungsmittelspekulationen, die Preise in die Höhe treiben und Menschen hungern lassen.

Doch der nächste Tag sollte ein schwarzer Tag für die Demokratie werden. Am Samstag wollten über 15.000 TeilnehmerInnen ihrem Protest an der EZB Ausdruck verleihen. Doch was eine halbe Stunde später seinen Anfang nahm, hat sich inzwischen zu einem politischen Skandal entwickelt: Ein offenbar vorbereiteter Polizeikessel schloss sich teilweise in Sechserreihen um mehr als eintausend DemonstrationsteilnehmerInnen. Ihnen wurde ohne erkennbaren Anlass pauschal Gewaltbereitschaft unterstellt, und sie wurden bis zu neun Stunden festgehalten. Sie wurden von der Polizei getreten, geschlagen, über den Boden geschleift und mit Pfefferspray attackiert; die Demosanitäter zählten über 300 Verletzte. Mit diesem Kessel hebelte die Exekutive eine richterliche Entscheidung aus, die gegen den Willen von Stadt und Land die Demonstrationsroute an der EZB vorbei genehmigt hatte.

Quelle: ATTAC

In diesem Zusammenhang mutete es an wie eine Farce, wenn sich Merkel, Westerwelle & Co.KG über die Vorgehensweise von Erdogan echauffieren. Aber fein raus sind sie trotzdem: Es ist in Deutschland nicht vorgesehen, dass sich eine Kanzlerin bspw. um Bebauungspläne kümmert. Sie hat für so etwas ihre Schergen, Erfüllungsgehilfen und Komplimentenfischer auf untergeordneten Ebenen.

Bevor sich unsere Polit-Strohpuppen über die Vorgehensweise der Exekutive in der Türkei werbe- und wahlkampfwirksam-populistisch das Maul zerreissen, sollen sie sich in Frankfurt den Spiegel vorhalten!!!
Natürlich bedeuten unsere Zeilen nicht, dass wir die Vorgehensweise des „Diktators“ Erdogan unterstützen – Gott bewahre! Wir wollen „nur“ die Schizophrenie politischen Denkens „unserer“ Grosskopferten einmal mehr aufgezeigen.

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Grafikquelle   :    Blockupy-Aktivisten mit Transparent am 18. März 2015

4 Kommentare zu “Erdogan immer noch”

  1. emschergenosse sagt:

    jau – nach dem Motto:

    O heiliger Sankt Florian, verschon‘ unser Haus – zünd‘ andere an!
    Man sollte den Balken im auge unserer Politiker denen einmal ordentlich auf den Schädel hauen, damit es einen tönernen Schlag gibt.
    Vielleicht wachen die dann auf, was in unserem Lande eigentlich abgeht.

    Gleichermassen verdienen diesen Balken auch etliche Bundesbürger, die die „Ähndschie“ alias ‚IM Erika‘ immer noch lieb haben…

  2. Ingo Engbert sagt:

    Ja, die Macht tickt und tackt international gleich. Die Gier nach Geld wischt alle Systemfragen beiseite.

  3. bertablocker sagt:

    Und wann wird Merkel & Co wegen des Verhaltens der POLIZEI in Frankfurt vom EU-„Parlament“ abgemahnt???
    Die sollen doch nicht so auf den Putz hauen sondern sich an die eigene Nase fassen.

    „Menschenskinder – sind wir eine tolle Demokratie!“

    Und dass sich das Merkel beim Deutschen Volk für die solidarische Hilfe bedankt, geht gar nicht: Das steht ihr überhaupt nicht zu.

  4. Ichbins sagt:

    waren es damals nicht Grüne bei Startbahn West ect? Warf nicht Joschka Steine… Heute sind sie Yuppies die differenzieren? Was ist aus den 69igern geworden? Fette Bonzen? Und deren Nachwuchs??? http://www.jungewelt.de/2013/06-26/037.php

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