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Eine Syrische Sackgasse

Erstellt von DL-Redaktion am Freitag 1. Juni 2012

Eine Syrische Sackgasse

Trotz täglich neuer Horrormeldungen aus Syrien ist zu befürchten das sich dieses Problem nicht so schnell lösen wird. So fest scheint Assad noch in seinem Sattel der Macht zu sitzen. Obwohl jetzt als erster westlicher Spitzenpolitiker Francois Hollande aus Frankreicht laut über eine bewaffnete Intervention nachdachte. Da bislang aber alle UN Debatten an den Einsprüchen von Russland und China gescheitert sind, ist in absehbarer Zeit auch von dort keine Entscheidung zu erwarten.

Der folgende Bericht versucht zu die große Macht von Assad zu erklären und macht deutlich das viele der sich nach außen Empörenden Staaten immer noch sehr gute Geschäfte mit diesem Regime machen:

Baschar al-Assad kann sich in dem zweifelhaften Glanz sonnen, einer der unbeliebtesten Männer der Welt zu sein. Fast jeder verurteilt ihn als Tyrannen, ja sogar als ungewöhnlich blutrünstiges Exemplar dieser Gattung. Selbst jene Regierungen, die seine Verurteilung ablehnen, raten ihm, weniger repressiv vorzugehen und seinen innersyrischen Widersachern politische Zugeständnisse zu machen.

Wie kommt es aber, dass er alle Ratschläge in den Wind schlägt und weiterhin maximale Gewalt einsetzt, um die politische Kontrolle über Syrien aufrecht zu erhalten? Warum interveniert niemand, um Assads Amtsverzicht zu erzwingen? Um diese Fragen beantworten zu können, sollten wir zunächst einmal analysieren, worin Assads Stärken bestehen. Er verfügt, erstens, über eine ziemlich schlagkräftige Armee, die bislang noch, wie andere Gewaltapparate im Lande auch, weitgehend loyal zum Regime steht. Zweitens scheint Assad in einer Situation, die zunehmend nach Bürgerkrieg aussieht, noch mindestens die Hälfte der Bevölkerung hinter sich zu haben.

Die Schlüsselstellungen in Regierung und Offizierskorps nehmen Alawiten ein, Angehörige einer Strömung des schiitischen Islam. Sie bilden eine Minderheit der syrischen Bevölkerung und haben zweifellos Angst vor einer Machtübernahme der überwiegend sunnitischen Oppositionskräfte. Hinzu kommt, dass die anderen Minderheiten – Christen, Drusen und Kurden – eine sunnitische Regierung offenbar ebenso wenig wünschen wie die Alawiten. Und schließlich gibt es die große Handelsbourgeoisie des Landes, die sich bisher noch nicht gegen Assad und das Regime der Baath-Partei stellt.

Quelle: Blätter >>>>> weiterlesen

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Grafikquelle   :      Anti-Assad protests in Baniyas, April 2011

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