DEMOKRATISCH – LINKS

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RENTENANGST

Eine notwendige Antwort

Erstellt von Diogenes am Donnerstag 1. März 2012

an Wolfgang Huste – „bösartige Einstellung“

https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/7/7a/Mahnwache_gegen_die_Milit%C3%A4rintervention_in_Libyen_am_20._M%C3%A4rz_2011_vor_dem_Brandenburger_Tor_in_Berlin_%281%29.jpg

Facebook-Auszug

Wolfgang Huste
DIE LINKE hat sich für Klarsfeld als Alternativkandidatin zu Gauck entschieden! Keine schlechte Wahl.

Bernd Wittich
Alles ist so durchsichtig instrumentell, schade das Frau Klarsfeld sich dafür hergibt.

Wolfgang Huste
Bernd@ „Mann“ kann auch das Positive noch negativ interpretieren- wenn man eine insgesamt bösartige Einstellung zur Partei DIE LINKE hat (manche tarnen eine solche Einstellung als „kritische Anmerkung“).

Wolfgang Huste
Ich meinte eigentlich Bernd Wittich…

Bernd Wittich ‎“Bösartige Einstellung“, na klar, das ist eben der Spiegel der antikommunistischen Logik in deinem Kopf. Die ganze Beteiligung am Bundespräsidentheater ist ein antiemanzipatorisches Trauerspiel.

Wolfgang Huste: Nicht ich bin Antikommunist, lieber Bernd Wittich, sondern Du 🙂

Wolfgang ist also traurig, enttäuscht

Manche Floskel weckt sofort Erinnerungen. Wer die Partei (SED) kritisiert ist ein imperialistischer Agent, ein Antikommunist, ein Feind der Sowjetunion usw…. Wer, so wie ich mit solchen sprachlichen Mustern aufgewachsen ist und zu deren mehr oder weniger gedankenlosen Gebrauch erzogen wurde wird sensibel für deren Wiederholung.

Wolfgang bedient sich hier alter Muster, zunächsdt behauptet er ich „tarne meine Einstellung“ obwohl ich doch in Form und Inhalt offen erkläre, was ich warum sage!

Dann verwandelt er meine „Kritik“ an der Partei DIE LINKE in eine „insgsamt bösartige Einstellung zur Partei…“. Zudem bedient er sich eines religiös aufgeladenen Begriffes, „böse“ versus „gut“, eine Kreuzzugsformel, böse ist der Teufel…

Freilich, die hier zitierte Sprache der SED ist eine Tatsache des kalten Krieges und spiegelt auch die antikommunistischen Angriffe, darüber hinaus wurde aber diese „Klassenkampfrhetorik“ gegen jede Kritik an DER PARTEI gewendet.

Es war für mich langer und beschwerlicher Weg mich aus der Bevormundung durch DIE PARTEI und die verinnerlichten Schere im Kopf zu befreien. Das bedeutet  jedoch für mich nicht, nun meinerseits zu glauben ich sei fehler- und irrtumsfrei oder habe ewige Wahrheiten zu verkünden. Aber diese Selbstbefreiung aus ideologischer Gefangenschaft bedeutet sich des eigenen Verstandes zu bedienen, politische Positionen auch abweichend zur DIE PARTEI zu vertreten. Das was von mir offen als Kritik vorgetragen wird ist mitnichten eine getarnte bösartige Einstellung zur DIE PARTEI.

Als politisch bewusster Mensch und Gesellschaftswissenschaftler musste ich lernen, dass es ein großes Verhängnis ist, wenn die politische Haltung und Wissenschaft von einer formalen Verpflichtung zur „Parteilichkeit“ mit der jeweiligen „Parteilinie“ abhängt. Ich habe in der DDR als mitverantwortlicher Genosse gelebt und  gehandelt und sehe mich in der Pflicht die Folgen meines Tuns und Unterlassens kritisch zu prüfen. Selbstverständlich schließt das auch einen kritischen Blick auf die DDR-Gesellschaftswissenschaften und DIE PARTEI ein.

Um den Preis der wissenschaftlichen Wahrheit, um den Preis der Existenz eines möglichen Weges zum Sozialismus haben wir unserem Denken und Sprechen Fesseln angelegt. Auch wenn wir entdeckten, dass DIE PARTEI Fehler machte, in Sackgassen führte oder Verbrechen begangen oder solche vertuschte, wir haben die „führende Rolle“ der Partei oder genauer einer bestimmten Gruppe der Parteiführung nicht in Frage gestellt. Das Ergebnis ist bekannt, die DDR und der so genannte real existierende Sozialismus verschwanden von der politischen Landkarte.

Heute nun ist die Partei DIE LINKE existent und sie ist tief geprägt von einer alten Schwäche der Arbeiterbewegung, nämlich ihrer unzureichenden Selbstreflexion. Immer noch bedienen sich Parteifunktionäre und Mitglieder der verhängnisvollen „Lehre“, wenn die Kritik dem politischen Feind oder Gegner nutzen kann, dann dürfe sie nicht (öffentlich) geäußert werden.

Einheit und Geschlossenheit, der Kampf gegen den aufklärerischen Zweifel wurden zu kommunistischen Tugenden und Pflichten erhoben. Mit dem Verbot des freien Wortes und der freien Forschung, der Ausschaltung von  (gegen)öffentlichkeit wurde die Partei blinder, unfähiger zum sinnvollen Handeln, in ihren Krisen wurde sie repressiver, gewalttätiger gegen GenossInnen und BürgerInnen.

DIE LINKE ist heute leider weiter denn je davon entfernt, diese ihre strukturelle und ideologische Schwäche zu erkennen oder anzuerkennen. Im Gegenteil, sie reproduziert sie fortwährend. Über Kritiken wird selten offen und tiefgründig nachgedacht, es herrschen Reflexe der Abwehr und statt Realitätssinn eine linke Romantik, eine linke Träumerei, die die Füße nicht auf den Boden der Tatsachen hält und manchmal ist es auch nur die dumpfe Trägheit, Denken und Haltungen sind eben anstrengend..

Leider ist das ununterbrochene plakative Bekennen linker Gesinnung, die ununterbrochene Anklage aller Gegner und Feinde noch keine linke Politik. Wohl kaum ein Zweifelnder und noch weniger die „Einverstandenen“ mit unserer Welt werden dadurch für linke Politik aufgeschlossener und gewinnbarer. Eine solche LINKE ist eine traurige Gestalt, während sie ständig trommelt die beste aller Welten zu wollen, immer im Namen der Mehrheit das allein Richtige zu verkünden, bleibt sie doch – aktuell sogar mit negativen Trend – eine allzu kleine Minderheit.

Nein, lieber Wolfgang,

da ist dir ein Mißgeschick passiert, ein Mißgriff in die unbrauchbare resepktlose Menschen verachtenden und vor allem unlautere, unwahre Rhetorik der „Krieger“.

Bernd Wittich                                      Ludwigshafen, 29.02. 2011

Dipl. Phil. Bernd Wittich
Tel. 06231-98812 – Fax 06231-98846 – D1 01701827952 Skypekontakt auf Nachfrage.
Fax & Fon Rufnummer via T-Online: +4932223742158

„Keiner findet die Freiheit, der sie nicht in sich hat. Und desgleichen: Nichts, was wirklich die Menschheit angeht […] kann irgendwie von Menschen durchgeführt werden, ohne dass diese Menschen in Freiheit zusammenwirken.“ (Gustav Landauer 1911)

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Grafikquelle    :     Gesine Lötzsch, Klaus Ernst

  • CC BY 2.0Hinweise zur Weiternutzung
  • File:Mahnwache gegen die Militärintervention in Libyen am 20. März 2011 vor dem Brandenburger Tor in Berlin (1).jpg
  • Erstellt: 20. März 2011

2 Kommentare zu “Eine notwendige Antwort”

  1. bertablocker sagt:

    …tja, wer Huste kennt, wundert sich kaum über abstruse Synapsen-Kurzschlüsse, Irrlogiken und einfach nur Geschwätz.
    Ich schreibe hier nicht oft, habe in diesem Zusammenhang jedoch ein sehr gutes Gedächtnis.
    Huste hat früher immer schon „die Flöhe husten“ hören; sein schönstes Plaisir wäre gewesen, in den Landesvorstand NRW zu gelangen. Man hat jedoch auf ihn verzichtet – sodann hat er sich durch Umzug auf Rheinland-Pfalz losgelassen.
    Er wird allerdings nie nicht die Einsicht gewinnen, dass er nicht die grosse Nummer ist, für die er sich hält, der kleine Antikapitalist.

  2. Redaktion DL [UP.] sagt:

    Das Gedächtnis von ‚bertablocker‘ in allen Ehren; wir können dazu auch noch ein Scherflein beitragen:

    http://www.demokratisch-links.de/immer-wieder-rlp-2

    Und auf ’scharf-links‘ haben wir noch etwas von unserem Freund HUSTE gefunden.

    Bernd Wittich hatte dort seinerzeit einen Artikel geschrieben, der von grossem Weitblick zeugte, auf den HUSTE folgendermassen reagiert hat:

    Leserbrief von Marion Morassi und Wolfgang Huste zu dem Beitrag „Keine Zukunft ohne Vergangenheit“ von Bernd Wittich
    Diese polemischen Zeilen des Genossen Wittich dürfen keinesfalls unwidersprochen hingenommen werden. Als Ohren- und Augenzeuge des letzen Landesparteitages der Partei DIE LINKE. RLP in Montabauer (21. November 2009) können wir versichern, dass Bernd Wittich in seinem Beitrag entscheidende Tatsachen nicht erwähnt hat, um anscheinend Teile des Landesvorstandes in der Öffentlichkeit zu diskreditieren. Tatsache ist, dass Genosse Skupin auf diesem Landesparteitag nicht zuvor ankündigte, dass er „nur“ für private Zwecke – wie er es später den anwesenden Delegierten mitteilte – (nachdem er bei seinem illegalen Tun „ertappt“ wurde), die Redebeiträge auf dem Landesparteitag aufnahm. Die Mehrheit der Anwesenden war darüber – mit Recht! – sehr erbost (Stichworte: Verletzung des Datenschutzes; Eingriff in die Privatsphäre von Genossinnen und Genossen; Stasi – Methoden). Es wurde per Handzeichen darüber abgestimmt, ob man mit den Aktivitäten des Genossen Skupin im Nachhinein einversanden sei. Eine überwältigende Mehrheit hat sich gegen diesen als „Lauschangriff“ empfundenen, nicht legitimierten (und zuvor, wie schon gesagt, verheimlichten) Vorstoß des Genossen Skupin ausgesprochen. Genosse Skupin war sogar so dreist, in dem er zu seiner Verteidigung öffentlich verkündete, dass er auch schon vorherige Landesparteitage per Tonband (ohne vorherige Legitimation durch den Vorstand beziehungsweise durch die Delegierten) aufnahm. Er ging hier wohl von einem Gewohnheitsrecht zu seinen Gunsten aus.
    Genosse Skupin versprach den anwesenden Delegierten nach der für ihn negativ ausgefallenen Abstimmung, die Aufnahmen umgehend zu löschen.
    Ob er das realiter tat, ist uns nicht bekannt.
    Mit roten Grüßen,
    Marion Morassi; Mitglied des Landesvorstandes der Partei DIE LINKE. RLP
    Wolfgang Huste, Ortsverbandssprecher der Partei DIE LINKE Bad Neuenahr – Ahrweiler

     
    Den Tritt in’s Knie für das unqualifizierte Geschreibsel bekamen die beiden damals ausgerechnet von Michael Baulig
    DIE LINKE Kreisverband Ahrweiler
    Kreisvorsitzender u. Delegierter zum LaParTag RLP 2008 und 2009

     
    Leserbrief von Michael Baulig zum Leserbrief von Marion Morassi und Wolfgang Huste zu dem Beitrag: „Keine Zukunft ohne Vergangenheit“ von Bernd Wittich.
    27.12.09
    Kann es sein, dass die Beiden [gemeint sind natürlich Morassi und Huste] „keinen blassen Schimmer“ vom Datenschutz haben?
    Wie lässt es sich dann erklären, das sogar der Bundesparteitag im Fernsehen übertragen wird?
    All unsere Parteitage sind öffentlich; d. h. Gäste sind willkommen. Darf man dann auch dem Gast verbieten, Aufzeichnungen in irgendeiner Form und Weise vorzunehmen?
    Soll sogar die vorhandene Presse, die ebenfalls Gäste sind, und auch noch vom Landesvorstand eingeladen werden, zensiert werden?
    Die Frage des Genossen Bernd Wittich ist mal wieder treffend. Wo vor hat der Landesvorstand Angst?
    Falls die Mehrheit der Anwesenden darüber sehr erbost war, dann sollten diese Delegierten einen Antrag an den Bundesparteitag stellen, dass ab sofort die Parteitage nur noch in Klausur vorgenommen werden! Nur dann können sie von Recht nach „Stasi-Methoden“ schreien.
    Schon der vorherige Landesparteitag von 2008, in Mainz wurde vom Genossen Günter Skupin, aufgenommen. Denn diese Aufnahmen belegen dem nicht wahrheitsgemäßem entsprechen Protokoll im Archiv auf der Landes Webseite! Sogar ein Fernseh-Mitschnitt vom SWR belegt dieses, den Tumult bei diesem Landesparteitag durch Satzungsverstöße.

    Baulig war damals jemand, der auch etwas gegen einsame Entscheidungen und Selbstherrlichkeiten des Landesvorstandes hatte. Und auch um Wahlen ging es. Der interessierte Leser mag folgendes Dokument lesen: HIER
    Und der informierte DL-Leser erkennt die Parallelen in den herrschenden LaVo-Cliquen von wenigstens dem Saarland und Rheinland-Pfalz. NRW ist damals ‚geschlupft‘; d.h. es gab nicht viel kritische Stimmen und noch viel zu viel Gutgläubige.

    Wir waren seinerzeit wenige, die Kritik übten, die ihre Wurzel im Kreisverband Warendorf hatten. Damals, als Günter Blocks Landesgeschäftsführer der Linken NRW war, offen mit Kommunisten paktierte, die teilweise in Ost-Berlin das Fach „Agitation und Propaganda“ gelernt hatten.
    Wir – die Splittergruppe – haben verloren. Das war der Grund, dass wir http://www.demokratisch-links.de ins Leben riefen. Ingo und ich sind übriggeblieben – die anderen hatten endgültig „die Schnauze voll“ von der Partei, die sich DIE LINKE nennt.

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