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RENTENANGST

Ein neues Sommermärchen

Erstellt von DL-Redaktion am Freitag 27. Juli 2012

Wie wir schon zur Karnevalszeit fest- stellen durften,

wird die LINKE immer mehr zu einer Privat-Partei. So konnten wir in der letzten Woche in der „Zeit“-Beilage „Christ & Welt“ in einen Gastbeitrag von Sahra Wagenknecht lesen, das privates auch politisch gesehen werden muss. Sie verteidigte dort die Meinung das einer welcher die Liebe hochhalte gleichzeitig verpflichtet ist den Allmachtsanspruch der Wirtschaft entgegen zu treten.

Das so ein Beitrag zu einen Bibelbuch ausgerechnet von einer sich zum Kommunismus bekennenden Sahra Wagenknecht geschrieben wird, ist erneut ein Hinweis auf die allzu rasche Wendefähigkeit  in der Politik. Niemand kann sich darauf verlassen das Morgen noch das gültig ist was gestern gesagt wurde.

Das Hohelied der Liebe,  aus dem Korintherbrief 13,1-13, sei der unausgesprochene Vorwurf an eine Zeit, „in der es ungleich höher honoriert wird, sinnlose Finanzgeschäfte zu erfinden um damit  schnellstmöglich Milliardenbeträge zu verschieben, als sich darum zu kümmern, dass alte Menschen liebevoll versorgt werden“, schreibt die Politikerin.

Das Hohelied der Liebe aus dem 13. Kapitel des 1. Korintherbriefes des Paulus von Tarsus ist ein Hymnus an die Liebe:

Wenn ich in den Sprachen der Menschen und Engel redete, /
hätte aber die Liebe nicht, /
wäre ich ein dröhnendes Erz oder eine lärmende Pauke.
Und wenn ich prophetisch reden könnte /
und alle Geheimnisse wüßte /
und alle Erkenntnis hätte; /
wenn ich alle Glaubenskraft besäße /
und Berge damit versetzen könnte, /
hätte aber die Liebe nicht, /
wäre ich nichts.
Und wenn ich meine ganze Habe verschenkte, /
und wenn ich meinen Leib dem Feuer übergäbe, /
hätte aber die Liebe nicht, /
nützte es mir nichts.
Die Liebe ist langmütig, /
die Liebe ist gütig. /
Sie ereifert sich nicht, /
sie prahlt nicht, /
sie bläht sich nicht auf.
Sie handelt nicht ungehörig, /
sucht nicht ihren Vorteil, /
läßt sich nicht zum Zorn reizen, /
trägt das Böse nicht nach.
Sie freut sich nicht über das Unrecht, /
sondern freut sich an der Wahrheit.
Sie erträgt alles, /
glaubt alles, /
hofft alles, /
hält allem stand.
Die Liebe hört niemals auf. /
Prophetisches Reden hat ein Ende, /
Zungenrede verstummt, /
Erkenntnis vergeht.
Denn Stückwerk ist unser Erkennen, /
Stückwerk unser prophetisches Reden;
wenn aber das Vollendete kommt, /
vergeht alles Stückwerk.
Als ich ein Kind war, /
redete ich wie ein Kind, /
dachte wie ein Kind /
und urteilte wie ein Kind. /
Als ich ein Mann wurde, /
legte ich ab, was Kind an mir war.
Jetzt schauen wir in einen Spiegel /
und sehen nur rätselhafte Umrisse, /
dann aber schauen wir von Angesicht zu Angesicht. /
Jetzt erkenne ich unvollkommen, /
dann aber werde ich durch und durch erkennen, /
so wie ich auch durch und durch erkannt worden bin.
Für jetzt bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; /
doch am größten unter ihnen ist die Liebe.

Konkret sei die Vorherrschaft der kapitalistischen Wirtschaft eine Bedrohung für die Liebe. „Wo Brutalität herrscht, Ausbeutung zunimmt und Hass gepredigt wird, schwindet das Terrain, auf dem Liebe gedeihen kann“, schreibt die stellvertretende Fraktionsvorsitzende in dem Beitrag. Wer Liebe als das Wertvollste im menschlichen Leben verstehe, müsse deshalb Gesellschaftsverhältnisse mit Unbehagen sehen, „in denen das menschliche Zusammenleben mehr und mehr kommerzialisiert und ökonomisiert wird“.

Wenn ich von Politkern oder Politikerinnen so etwas schwülstiges lese könnte mir immer speiübel werden. Sicher, die Ausbeutung, der Hass, das Denunzieren, das Lügen und Betrügen habe viele der hier lesenden und schreibenden in der Partei von Wagenknecht am eigenen Leibe erfahren dürfen. Sicher kann sie jetzt einen alten Mann liebevoll versorgen. Und sicher ist dieses alles heute, so wie sie sagt, tradiertes linkes Gedankengut.

Da werden im Laufe der nächsten Jahre noch viele weitere, immer schon tradierte linke Bräuche eingeführt werden. Denken wir doch nur an die Jugendweihe, der morgentliche Appell vor der Nationalflagge und das Singen der Nationalhymne. Haben die „Goldene Zeiten“ für  Scharlatane schon begonnen ?

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Fotoquelle: Wikipedia / Paulus von Tarsus – Urheber user:AngMoKio /

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13 Kommentare zu “Ein neues Sommermärchen”

  1. Schichtwechsler sagt:

    Kein Wunder, wenn die Linke draußen bleiben soll.

    Verhandlungen zum Bundeswahlrecht möglicherweise ohne die Linkspartei

    Unions-Fraktionsvize Krings erklärte gestern: »Eine Notwendigkeit, hier zwingend auch die Linkspartei mit ins Boot zu holen, sehe ich derzeit nicht.

  2. Homer sagt:

    Dieser ganze Beitrag geht mir durcheinander.

    Zunächst Sahr Wagenknecht. Es ist offenbar eine neue Masche von ihr, sich anderen Gesellschaftskreisen – hier der evgl. Wochenzeitung „Christ und Welt“, positiv zuzuwenden. Inhaltlich greift sie die Gemeinsamkeit zwischen ihrem jetzigen Lebenszustand und der – nur vermeintlich – christlichen Botschaft auf. Interessant ist das Fehlen aller Berührungsängste vor vermeintlich LINKE-feindlichen Gruppierungen. Das unterscheidet sie übrigens wohltuend von ihrem Ehegespons Oskar Lafontaine. Ihre Beweglichkeit liegt den meisten anderen Linken im Grunde fern, GregorGysi vielleicht ausgenommen.

    Zum Christntum. Ist dessen Generalbotschaft tatsächlich die „Liebe“, wie stereotyp immer wieder behauptet? Ich denke nein. Vielleicht war es einmal der Wunsch, wie im Brief an die Korinther geschrieben. Die christliche Realität war jedoch von Beginn an eine andere. Dazu gehört die psychische Vergewaltigung der Menschen, beginnend bei der „Sünde“ und der Verteufelung der Sexualität. Der eigentliche Beweis aber ist die zweitausenjährige Geschichte „christlichen“ Unvermögen, irgendwo auf der Erde Friede und (Nächsten-)Liebe zu realisieren!!! Im Übrigen ist philosophisch-psychologisch zu fragen, welche Formen der Liebe denn gemeint seien und wie se sich darstellen.

    Zu Ingo Engbert: Wer Kritik an Sahra und C+W üben will, sollte nicht ganze Kapitel des Korintherbriefes abschreiben. Was soll diese Botschaft im Kontext mit der Sahra? Richtig scheint der Versuch, das – so genannte – Christentum an seinen eigenen Ansprüchen zu messen und aufzufordern, sich sozial konsequent „links“ zu outen, revolutionär, fortschrittlich, freiheitlich, armenfreundlich, konservativenfeindlich, etc. Dass dies gelungen sein könnte, ist angesichts der 2000-jährigen Gestrigkeit des gesamten Christentums – auch der sog. Protestanten inkl. ihrer zahlreichen Anverwandten – nicht vorstellbar.

    Was ich mir auf DL noch wünsche, wäre eine Gegenüberstellung von Anspruch und Wirklichkeit der drei abrahamitischen Religionen, Judentum, Christentum und Islam.

  3. Hugo Breitenbaum sagt:

    Sahra und die Liebe, „Sahra on love“, eine Liebesgeschichte und ihre Wirkung.
    Sie war ist bekennende Kommunistin? Wie schrieb Marx: „Religion ist Opium für das Volk.“ Scheint so, dass sie durch die Liebe vernebelt ist? Wenn ich die kommunistischen Ideale vertrete, dann bin ich getrennt von Religion. Ich befasse mich zwar mit der Theorie, um zu wissen, was sie aussagt, aber lehne sie als Kommunist vollkommen ab. Trennung Staat von der Kirche, das ist ja auch das Ziel kommunistischer und sozialistischer Moralvorstellung.
    Wenn nun Sahra, die Liebe mit Glaubensfragen in Verbindung bringt, dann passt irgend etwas nicht. Das Ganze ist etwas suspekt. Welche Liebe ist denn gemeint? Die Liebe zum Partner, zu anderen Menschen, zur Gesellschaft… oder zu sich selbst? Liebe ist ein absoluter dehnbarer Begriff und Liebe und Hass sind untrennbar miteinander verbunden.
    Erich Mielke brüllte einmal: „Ich liebe Euch doch alle.“ Er brachte aber in der DDR viele Bürgerrechtler in den Knast. Ein Witz über ihn, den einer hörte, der einen anschiß – hinter Gittern war man.
    Oder will Sahra zur christlichen Nächstenliebe überwechseln, sie gar predigen. Holla, die Waldfeh!
    Dann die Partei Die Linke und Liebe, das ist Komödie vom Feinsten. Oder Tragödie in Form des „Othello“ von Wagner, wo man nach drei Stunden Gesang eine Leiche im Keller hat.
    Warum können diese Linken nicht eine klare Linie fahren? Das kapiere ich nicht. Entweder bin ich z.B christlich, dann kann ich die Bibel zitieren oder ich „liebe“ Marx, dann handle ich nach diesen Idealen. Etwas von dem und etwas von dem und dann noch von dem, das versaut auch beim Kochen die Suppe, wenn man nicht nach dem Rezept geht.
    Tut mir leid, aber ich kann diese Frau nicht mehr für ernst nehmen.

  4. Masada sagt:

    So bedauerlich es auch ist: aber fast niemand mehr nimmt diese Linke ernst.
    Wer sich zur Saar-Linken bekennt, ist dank des KK-Traumpaares nur noch Häme und Spott ausgesetzt

  5. Gilbert Kallenborn sagt:

    Die gesamte Lüge vom „Traumpaar“ Lafontaine-Wagenknecht platzt eines Tages auch noch.
    1.Lafontaine und Wagenknecht sind beide immer noch verheiratet
    2.Die angeblichen „Lebenspartner“spielen hier m.E: nur ein Machtspiel für Blinde und Blöde, aber recht geschickt aufgebaut, vor allem MACHTSTRATEGISCH!
    3.Wagenknecht hätte ja in Göttingen anstelle -jetzt angebliche Westfrau- Katja Kipping kandidieren können, tat sie nicht da sie wusste, sie wird dort nicht gewählt sondern ABGEWÄHLT!!!
    4.Der smili-Status Wagenknecht in TV-Talkshows entspricht nicht ihrer echten politischen Hausmacht, diese ist minimal und basiert auf der kommunistischen Plattform und Abnickern wie Sevim Dagdelem, Migrantensprecherin.
    5.Zu recht bemerkt Hugo Breitenbaum, daß das Abfischen im christlichen Milieu durch eine Gesundbeterin der Mauer-in-den Rücken schiessenden DDR-Mauermördern nicht funktionieren wird. Die Rechtfertigung des DDR-Terrorganes und seiner Minenfelder wie Schussapparate gegen Zivilisten, der geplante und mit Sonderurlaub belohnte Mord, lässt sich nicht Talkhow mäßig hinwegschwätzen.
    6. Lafontaine und Wagenknecht spielen der Welt die „Linke Love Story“ als Schmierenkomödie vor, dies hier ist ein machtgieriger Politkerpakt. Ein -ratzelinkes-Traumpaar war Herbert Wehner, ex-Kommunist, SPD und seine Greta. Fürs Leben. Oder Helmut Schmitt, SPD-Kanzler mit seiner Loki.
    Aber Oskar und Sarah spielen ein Machtspiel, auch um den Verbleib der SED-Millionen und der abgetauchten Stasi-Agenten.

  6. david sagt:

    Toll Gilbert, jetzt bist du auch noch Psychoanalytiker bzw Paartherapeut?

    Machs doch wie ich: Was die miteinander haben oder nicht geht mir am A… vorbei. Ach nee, das ist ja alles nur Machtpolitik, die wohnen quasi als Macht-WG zusammen.

  7. Gilbert Kallenborn sagt:

    David:
    Nein, ich habe in Sachen Psychoanalyse den Internetbeauftragten Biefeld und Andere. Inklusive Oberstaatsanwalt Weyand.
    Der hat ein bischen nachgelassen, die Einweisung in die Gaga hat nicht geklappt, DDR lässt grüßen.
    Aber wem willst du hier was erzählen: „…die wohnen quasi als Macht-WG zusammen“
    Warst du schon mal in Silwingen -warst du nie
    Kennst du Leute aus Silwingen -kennst du nicht
    Hast du Bekannte bei der MZG-Verwaltung, alte SPDler?
    Warst du je auf dem Einwohnermeldeamt Merzig wer „Zusammen wohnt“ -und wer nicht?
    Wer gemeldet ist – und wer einen Sperrvermerk hat ? Hm?
    Du willst hier weismachen -die wohnen zusammen.
    Die wohnen überhaupt nicht zusammen, immer noch nicht kapiert ?
    Die Story vom Traumpaar der Linken ist eine blanke strategische Lüge.

  8. david sagt:

    Na dann Gilbert ist ja alles gut: Du weisst Bescheid, das ist die Hauptsache… Und behauptet hab ich nix, ich wollte mich nur nahtlos in deine Analyse der Macht einreihen.

    Spekulation allez!

    Und zuletzt: Ich kenn Silwingen und kenn auch Leute von dort. Nur: Was hat as damit zu tun?

  9. Lillybeth sagt:

    Hauptsache Gilbert kennt Silwingen und die Leute dort; grins

  10. Gilbert Kallenborn sagt:

    Eben.Ich kenne meine Umgebung. Silwingen heisst seit neuestem „Das Kaff der 1000 Augen“ oder – DSDSLP „Deutschland sucht das Super Linken Traumpaar“ Ei wo sinn se dann? Ei wo sinn se dann nua hinn? Überall „sinn se“. Nur nicht in Silwingen, die Villa steht da und steigert langsam aber sicher den Immobilienwert. Und täuscht ein Saar-Heim vor mit SLS/ MZG-Wahlrecht, das war ja der Sinn der Übung. Wenn alle Berlin-Stricke reissen, muss eben die Kugler oder Ensch-Engel für Sarah aus dem Landtag rausfliegen.
    Und die bislang medienverschontgebliebenen Hillybillies von Silwingen leiden langsam unter W-Vorstellungen. Es sei Sarah Wagenknecht mit Cabrio und offenem Haar durchs Dorf gerauscht -und neben ihr saß aber nicht Oskar sondern“…so ein Langer…“
    Wie ich sagte, Wahnvorstellungen. Ein Dorf wird zum Linkenschlachtfeld der sozialen Gerechtigkeit und Sozialistenmillionäre.
    Dazugehöriger Park nicht vergessen: Über 1 Million, das ist der gelebte Sozialismus.

  11. Fips der Affe sagt:

    ????? Wieso Sahra durch Silwingen im Caprio, ohne Führerschein????

  12. REWE sagt:

    #10

    Wieso müssen sich Kugler und Ensch-Bengel fürchten wegen Saarah Wagenseil?
    Beide sitzen doch für die nächsten 4 ½ Jahre weich gepolstert und sicher, insbesondere aber gut alimentiert.
    Vielleicht dachte Olaf gerade in sehr weiter Voraussicht und Fürsorge an diese beiden, als ihm der Satz mit den Sesselfurzern rausrutschte.
    Hinzu kommt noch, dass Kugler ja ein anderer Wahlkreis ist.

    Eines ist so sicher wie das Amen in der Katholischen Kirche zu Silwingen, nämlich das Saarah Wagenseil nicht in den nächsten 4 ½ Jahren im Plenum des Saarländischen Landtages Platz nimmt, auch nicht ganz hinten neben Pia Döring.

    Es sei denn, man besticht aus der üppig gefüllten Fraktionskasse den Saar-Heiko und es kommt zu vorzeitigen Neuwahlen.

    War der Lange im Cabrio vielleicht der ehemalige Tobas-Betreuer, der sich nun seine Belohnung in Naturalien abholt oder war es Schwindel?
    Vielleicht war der Olaf auch dabei, aber man sah ihn möglicherweise neben solch großen Begleitern nicht.

  13. Gilbert Kallenborn sagt:

    Wer sagte, daß Sarah am Steuer saß? Richtig, die Landtagsfrage dürfte normalerweise erst in 4 Jahren auftauchen eingedenk, daß hier an der Saar, kürzlich bewiesen, kein Ding unmöglich ist, siehe Jamaika und dann SPD/CDU Elefantenhochzeit, aber die BUNDESTAGSFRAGE DIE IST SCHON 2013 oder glaubt hier irgendjemand, Lutze packt es erneut 2013 in den Bundestag???

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