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RENTENANGST

DL – Tagesticker 27.12.2020

Erstellt von DL-Redaktion am Sonntag 27. Dezember 2020

Direkt eingeflogen mit unseren Hubschrappschrap

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In der Politik bekommt jeder die Zeit, seine eigene Aussaat auch später als Ernte einzufahren. Selbst dann, wenn nach vielen Jahren nur leeres Stroh zurück geblieben ist. Das wage ich auch,  in Bezug auf Schland zu Prophezeien.

Goodbye Fox News

1.) Trump findet neue, noch radikalere Freunde

Der Bruch zwischen US-Präsident Trump und seinem einstigen Haussender Fox News stellt den US-Medienmarkt auf den Kopf. Das nutzt vor allem zwei TV-Sendern. Joe Biden ist zum neuen US-Präsidenten gewählt worden – doch Donald Trump sieht das nicht ein. Seit dem 3. November geht er gegen das Wahlergebnis vor und behauptet hartnäckig, selbst gewonnen zu haben. Die Ergebnisse pro Biden seien nur mit massivem Wahlbetrug und Fälschungen der Stimmzettel zu erklären. Neben diesem wohl eher aussichtslosen Kampf gibt es einen weiteren, den Trump ebenfalls massiv befeuert: den Kampf der US-Medien. Jahrelang war der politisch rechts zu verortende TV-Sender Fox News eine Art verlängerter Arm Trumps in die Wohnzimmer der republikanischen Wählerschaft. Eine Win-Win-Situation: Trump konnte seine politischen Ansichten nahezu ungefiltert verbreiten, Fox News wiederum hatte den Präsidenten exklusiv, was enorme Einschaltquoten garantierte. Doch schon vor Monate entstand der Eindruck, dass Fox die Beziehung in der Form nicht mehr aufrechterhalten wollte. Erst Recht nach der verlorenen Wahl wurde Fox kritischer gegenüber Trump, was dem Präsidenten erwartungsgemäß nicht gefiel. Er begann, Fox zu kritisieren – und fand Alternativen.

Tagesspiegel-online

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In  unsere Parteienlandschaft haben wir immer viel zu viele Erwartungen gesetzt. Ist die Zeit für ein Remark des Films „12 Uhr Mittags“ wirklich schon gekommen ? Nach der Eigenzerstörung der SPD geht nun der Rest in der Formation: „Die glorreichen Sieben“ auf die CDU los ?

Behörden gehen von Tätern aus der organisierten Kriminalität aus

2.) Schüsse und Schwerverletzte in Berlin

Anwohner hörten Schüsse, Einsatzkräfte fanden vier Schwerverletzte: Nach der Gewalttat in Berlin-Kreuzberg haben die Sicherheitsbehörden erste Hinweise auf die Hintergründe. Die Sicherheitsbehörden gehen davon aus, dass die Schießerei am frühen Morgen in der Nähe der SPD-Parteizentrale in Berlin-Kreuzberg ein Verbrechen aus dem Milieu der organisierten Kriminalität war. Einen politischen Hintergrund scheint die Tat demnach nicht zu haben. »Wegen der Schießerei im Milieu der organisierten Kriminalität ermitteln wir gemeinsam mit einer Mordkommission der Polizei Berlin gegen mehrere Tatverdächtige wegen versuchten Mordes und prüfen die Beantragung von Haftbefehlen«, teilte die Berliner Staatsanwaltschaft auf Twitter mit. Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft sagte, dabei gehe es um Personen, die zur Gruppe der vier Verletzten gehörten. Um wie viele es sich handelt, sagte er nicht. »Wir gehen davon aus, dass sich die Beteiligten kannten«, zitierte die »Süddeutsche Zeitung« einen Polizeisprecher. Am Abend war in der Pressestelle der Berliner Polizei niemand mehr zu erreichen, um diese Information zu bestätigen.

Spiegel-online

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Ja unsere Regierungslobbyisten als Experten – sie brauchten schon immer viel Markt zum kassieren ihrer Märker

Ökoprojekt Komposttoiletten

3.) Die Scheiße soll aufs Feld

Komposttoiletten gelten schon lange als Alternative zu Spülklos. Eine neue Richtlinie könnte helfen, menschliche Fäkalien als Dünger zu nutzen. Was haben Klärschlamm, tierische Magen-Darm-Inhalte und Löschpulver gemeinsam? Sie alle dürfen neben zahlreichen anderen Stoffen laut Düngemittelverordnung (DüMV) deutsche Felder düngen. Was bislang nicht aufs Feld darf, ist menschlicher Kot und Urin, auch nicht in kompostierter Form. Zugleich gibt es auch in Deutschland aber immer mehr Menschen, die mit Trockentoiletten experimentieren. Meist, weil sie an Orten ohne Wasseranschluss eine Alternative zum Spülklo suchen, manchmal aber auch, weil sie die Fäkalien nutzbar machen wollen. Ökologische Festivals etwa mieten gerne Komposttoiletten von Betreibern wie Goldeimer, Ökolocus, Goldgrube oder Finizio. Die mobilen Klos benötigen nur Sägespäne, kein Wasser, keine Chemie. Trotzdem kann der anfallende Kompost nur sehr eingeschränkt verwertet werden. Ab wann ist „Scheiße“ rein rechtlich betrachtet nicht mehr selbige, sondern Dünger, fragt man sich deshalb etwa bei Goldeimer. Enno Schröder ist bei dem Hamburger Sozialunternehmen für „Forschung und Entwicklung“ zuständig. Er hält es für möglich, dass menschliche Fäkalien bis zu 25 Prozent der derzeitigen Düngemittelmenge ersetzen könnten. Ökolandbauern hätten bereits Interesse angemeldet. Allerdings sind die technische Machbarkeit und damit der Kostenpunkt für ihn noch unklar. Experten wie Joachim Clemens, Geoökologe und Mitglied im Kompetenzzentrum für Düngung und Sekundärrohstoffe, halten Düngemittel menschlichen Ursprungs heute prinzipiell für eine gute Idee – wenn man Kot und Urin sauber trennt. „Urin enthält viele mineralische Nährstoffe, Fäkalien eher organisch gebundene Nährstoffe“, sagt Clemens. Das ökologische Potenzial sei hoch. „Seuchenhygenisch“ nicht unbedenklich.

TAZ-online

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Ist es nicht das Schicksal vieler  Politiker-Innen schon des Öfteren in ihren Leben, im falschen Film aufzuwachen ! Die Werbung auf den Plakaten versprach meistens vielen, viel  zu viel !

Spahn wundert sich über vorzeitigen Impfstart am Samstag

4.) 101-JÄHRIGE ALS ERSTE GEIMPFT

In Deutschland haben die ersten regulären Impfungen gegen Sars-CoV-2 begonnen. Den Anfang machte eine 101-jährige Frau in einem Seniorenzentrum. Gesundheitsminister Spahn zeigte sich irritiert über den frühzeitigen Impfstart. Die bisher größte Impfkampagne in Deutschland hat früher begonnen als geplant. In einem Seniorenzentrum in Halberstadt in Sachsen-Anhalt wurden am Samstag zuerst die 101 Jahre alte Edith Kwoizalla und nach ihr etwa 40 weitere Bewohner gegen das Coronavirus geimpft. Außerdem ließen sich zehn Pflegekräfte immunisieren. Der Start der bundesweiten Impfkampagne war eigentlich erst für Sonntag geplant. Der Betreiber des Seniorenheims, Tobias Krüger, wollte aber offensichtlich keine Zeit verlieren. „Jeder Tag, den wir warten, ist ein Tag zu viel“, sagte er. Das Landratsamt hatte zuvor bei ihm angefragt, ob im Heim alles vorbereitet sei. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn zeigte sich überrascht von den Impfungen in Halberstadt. Der Minister freue sich für die erste Corona-Geimpfte in Deutschland, sagte sein Sprecher der „Bild am Sonntag“. „Allerdings hatten wir mit allen Partnerländern der EU und mit den 16 Bundesländern vereinbart, am Samstag an alle auszuliefern und ab Sonntag gemeinsam mit den Impfungen zu beginnen.“

Welt-online

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Ist die Suche nach der eigenen Profilierung nicht die einzig, einheitlich, gängige  Sprache, welche Weltweit unter den in sich selbst-verliebten Machthaber-Innen  verstanden wird ?

Deutsche Türkei-Politik

5.) Kuscheln mit Erdogan

Während die türkische Regierung von Präsident Recep Tayyip Erdogan ihre Hegemonie im eigenen Land angesichts der wirtschaftlichen Krise zunehmend einbüßt, zielt eine hinter dem Präsidentenpalast gleichgeschaltete Justiz darauf, mit horrenden Urteilen kritische Stimmen zum Schweigen zu bringen. Am Montag wurde die frühere Abgeordnete Leyla Güven als eines der bekanntesten Gesichter der kurdischen Opposition von einem Gericht in Diyarbakir zu 22 Jahren Haft verurteilt. Die Politikerin befindet sich damit ebenso in staatlicher Geiselhaft wie Selahattin Demirtas, der frühere Vorsitzende der vor allem unter Kurden verankerten linken Partei HDP. Dessen seit vier Jahren andauernde Inhaftierung hatte der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte am Dienstag als »gefährliches Signal an die ganze Bevölkerung« gerügt, das die freie, demokratische Debatte signifikant einschränkt. Während Staatspräsident Erdogan das Urteil aus Strasbourg als »nicht bindend« zurückwies, folgte am Mittwoch in Istanbul die Verurteilung des Journalisten Can Dündar zu einer Haftstrafe von mehr als 27 Jahren wegen Spionage. Die Anklage gründete darauf, dass der damalige Chefredakteur der Tageszeitung Cumhuriyet im Jahr 2015 illegale Waffenlieferungen der türkischen Regierung an dschihadistische Kampfgruppen in Syrien aufgedeckt hatte. Zwar schmückt sich die Bundesregierung gern mit dem im deutschen Exil lebenden prominenten Erdogan-Kritiker. Doch mit mehr als Worten der Besorgnis aus Berlin muss Ankara nach dem Urteil kaum rechnen.

jungeWelt-online

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Die größten Enttäuschungen erkennt auch ein Großteil der Schreibenden Zunft erst dann, wenn der Käse gegessen ist. Die Königin lebt noch und schon klopfen Neue an ihre Türen ?

Viele feiern Angel Merkel jetzt für ihre Corona-Politik. Tatsächlich werden wir sie bald vermissen – leider

6.) Mit der Kanzlerin am Kaffeetisch

Wir kennen sie. Das hat sie selbst gesagt. Es hat auf großen Wahlplakaten gestanden und wurde in Fernseh-Rededuellen als Einstiegsfloskel benutzt: „Sie kennen mich.“ Diejenigen, die eine gewisse Vorliebe für Slapstick haben, erinnern sich bei einem solchen Einstieg vielleicht an die erste Szene in dem Film Fluch der Karibik. Der Piratenkapitän Jack Sparrow wird mit dem Satz begrüßt: „Ihr seid ohne Zweifel der schlechteste Pirat, von dem ich je gehört habe.“ – „Aber“, antwortet der, „Sie haben von mir gehört!“ Angela Merkel hat dem inhaltsleeren Satz auf einem Wahlplakat gewiss nicht zugestimmt, weil sie ernsthaft glaubt und will, dass alle sie kennen. Es war einfach ein gutes Framing, weniger heikel jedenfalls, als sich auf Inhalte festzulegen. Wir kennen sie also. Denken wir so. Vielleicht lässt sich damit die Überraschung erklären, mit der viele Medien (wir wissen nichts darüber, ob es den Bürgern und Bürgerinnen auch so ergangen ist) auf die Rede der Kanzlerin im Deutschen Bundestag reagierten, die sie im Rahmen der Haushaltsdebatte in der vergangenen Woche gehalten hat. Und in der sie dafür warb, schnell, möglichst schnell, das zu tun, was wahrscheinlich bereits Anfang November hätte getan und im Sommer hätte vorbereitet werden müssen. Um der Pandemie Herr und Frau zu werden, die Kurve abzuflachen, die Inzidenz in beherrschbare Bereiche zu drücken, wieder zum „normalen“ Leben zurückkehren zu können. „Wenn wir jetzt zu viele Kontakte vor Weihnachten haben und anschließend es das letzte Weihnachten mit den Großeltern war, dann werden wir etwas versäumt haben, das sollten wir nicht tun.“ Zum Framing gehört auch diese „Bummelletzter“-Rhetorik (mit dem Wort hat sie den kürzlich stattgefundenen Digital-Gipfel auf unglaublich nette Art ins Kinderzimmer geholt). Die Kanzlerin sprach im Plenum von Oma und Opa, als säße sie mit uns am Kaffeetisch, als erklärte sie Enkelkindern in einfacher Sprache, was jetzt zu tun sei. Und es war schon oft so, dass genau diese Schlichtheit auch angerührt hat – Oma und Opa, wir rücken als Familie zusammen und beratschlagen mal ein bisschen.  Wieder zu spät entschieden.

Der Freitag-online

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Europäischer Gerichtshof:

7.) Kirchen müssen für unerfüllte Gebete haften

Schluss mit leeren Versprechungen! Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hat in einer Grundsatzentscheidung verfügt, dass Glaubensgemeinschaften wie die evangelische und die katholische Kirche für die unerfüllten Gebete ihrer Anhänger aufkommen müssen. Andernfalls drohen ihnen Sanktionen bis hin zur sofortigen Schließung wegen „unlauteren Wettbewerbs“. In dem wegweisenden Urteil des EuGH heißt es: „Glaubensgemeinschaften und Kirchen werben ihre Mitglieder mit dem Versprechen, dass ein höheres Wesen – in diesem Falle Gott – die Gebete der Gläubigen erhört. Bei Nichterfüllung dieses mündlichen Vertrages haftet daher die jeweilige Institution als Ganze.“ Zuvor hatte sich der gläubige Katholik Axel Stepnik aus Berchtesgaden durch alle Instanzen geklagt, nachdem er erfolglos darum gebetet hatte, dass an seinem 30. Geburtstag ein Porsche in seiner Garage stehen möge. Nun muss die katholische Kirche, deren Oberhaupt sich selbst als Stellvertreter Gottes auf Erden bezeichnet, dem inzwischen 34-Jährigen das gewünschte Fahrzeug (Modell 987 Boxster Spyder) innerhalb einer Woche zukommen lassen.

Postillon-online

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Den Morgengruß an gleicher Stelle – schreibt jeden Tag
„Der freche Bengel“

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Anregungen nehmen wir gerne entgegen

Treu unserem Motto: Es gibt keine schlechte Presse, sondern nur unkritische Leser

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