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DL – Tagesticker 26.02.2021

Erstellt von DL-Redaktion am Freitag 26. Februar 2021

Direkt eingeflogen mit unseren Hubschrappschrap

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Warum sollten die Deutschen Uniformierten nach den Krieg mehr Erfolge einfahren als vor dem Desaster? Das eigentliche Problem ist doch nur, das auch Zivilisten den Gangstern zum Opfer fallen! Als ich Mitte der 60ger Jahre zum Dienst Zwangsverpflichtete wurde, waren die meisten Ausbilder und Pickelträger noch von Adolf in den Krieg gerufen worden. Aber im Volksmund heißt es ja auch nicht umsonst : „Jeder ist seines Glückes eigener Schmid. Er hat heute die Wahl der Freiwilligkeit – sich für den Staat erschießen zu lassen. Übrigens ist der Diener auch ein Sklave –  ganz besonders wenn es für einen Staat arbeiten sollte.

Ein »Desaster« in Libyen, »erfolglos« in Mali

1.) Militäreinsätze in der Sahelzone

Das Engagement von Deutschland und Frankreich in Mali und Libyen verschlimmert die Situation vor Ort. Das ist der Befund einer Studie des Berliner Thinktanks Stiftung Wissenschaft und Politik. In Mali werden 20 Blauhelme verletzt, als Milizen sie unter Beschuss nehmen, in Niger sterben sieben Wahlhelfer durch eine Landmine, im Tripolis feuern Attentäter auf den Konvoi des Innenministers, der mit knapper Not entkommt – es waren ganz normale zwei Wochen in der Sahara und in Libyen. Seit zehn Jahren schon rutschen Libyen, Mali, Niger und Burkina Faso scheinbar unaufhaltsam immer tiefer ins Chaos. »Sahelistan« wird der südliche Teil der Region genannt, eine Brutstätte des Terrors, ein Paradies für Schmuggler, ein Schlachtfeld rivalisierender Milizen und Volksgruppen. Das Mittelmeer trennt die Europäische Union von Anarchie und Gewalt. Frankreich und Deutschland sind in der Region diplomatisch aktiv, ihre Soldaten stehen in Westafrika. Doch stellt eine Studie des Berliner Thinktanks Stiftung Wissenschaft und Politik diesem Engagement jetzt ein schlechtes Zeugnis aus: Es sei ein »Desaster« in Libyen und »erfolglos« in Mali. Während sich Bundeswehrsoldaten vor allem hinter die Sandsäcke im Camp Castor in Mali duckten, setzen französische Militärs auf die falschen Verbündeten, stellt Autor Wolfram Lacher fest. Deutsches Engagement in Libyen ideen- und initiativlos.

Spiegel-online

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Wer gibt den Kirchen die Beachtung ? Die Bürger und die Staatsmachten! Denn ohne die Menschheit von Kindheit an nicht zur absoluten Hörigkeit zu trainieren, wäre auch die Unterjochung seit Menschengedenken nicht möglich gewesen. Heißt es nicht so schön: „Wer glaubt wird selig?“

Erzbistum Köln

2.) Ist die Kirche noch zu retten?

Das Erzbistum Köln ringt um die Aufarbeitung des Missbrauchsskandals. Tausende Mitglieder treten gerade aus. Wie vier Katholikinnen die Zukunft ihrer Kirche sehen. „Der Schutzmantel um uns Würdenträger muss abgelegt werden“ Es brennt. Inmitten der lodernden Flammen des Skandals um sexualisierte Gewalt, ein sich selbst entlarvendes tönernes Kirchenrecht und um sakralisierte Führung steht die Kölner Domspitze, scheinbar unangetastet: Es ist unklar, ob das noch Realitätsverweigerung und Überforderung oder schon perfides Aussitzen ist. Ist diese Kirche noch zu retten? Welche Art von Kirche denn, frage ich? Wenn mit Kirche ein exklusiv klerikaler Boys’ Club gemeint ist, der sich selbst verabsolutiert, sich jeglicher Infragestellungsmechanismen enthoben hat, sich vollständig gegen mögliche Sanktionen immunisiert hat und letztlich menschenfeindlich ist, dann lautet die Antwort 2021: Nein, diese Kirche darf nicht gerettet werden. Wenn mit Kirche eine Bürger*inneninitiative des Heiligen Geistes (Hans-Joachim Höhn) gemeint ist, die in einer trotzigen, widerständigen Lästigkeit einer Frohen Botschaft anhängt, in welcher Mächtige vom Thron gestürzt werden und die in sich herrschafts-, macht- und ideologiekritisch ausgelegt ist, dann lautet die Antwort 2021: Ja, diese Kirche muss gerettet werden. Die ganz immanent-weltlich gedachte Frage ist aber, welche Personen wollen das kirchliche Geklüngel à la Kölner Klerikalismus retten und weiterhin stützen? Was steht für diese Personen dabei auf dem Spiel? Was ist es wert und wer muss den Preis für eine mögliche Rettung zahlen? Machtverhältnisse sind weder geschichtslos noch geschlechtsneutral, sagte die österreichische Ministerin Johanna Dohnal in den Neunzigerjahren. Kurz: Wer oder was profitiert von dieser Art von Kirche? Ein mögliches Analyseinstrument und Erklärungsmuster für diese Kölner Mischung mit ihrer selbstherrlichen Kultur findet sich in der Führungsforschung. Der noch relativ neue Forschungszweig des „Dark Leadership“ untersucht die dunkle Seite von Führung. Erste Arbeiten hierzu verwenden Begriffe wie unethische, destruktive, toxische oder missbräuchliche Führung. Es werden Persönlichkeitsmerkmale untersucht, die innerhalb der Psychologie der dunklen Triade zugeordnet werden: Narzissmus, Machiavellismus und Psychopathie. Deutlich wird, dass ein hohes (selbstsüchtiges) Machtmotiv, soziales Dominanzverhalten, Gefühls-/Herzlosigkeit, Unehrlichkeit und Selbstgefälligkeit der gemeinsame Kern sein könnten. Konkretisiert in Bezug auf die römisch-katholische Kirche ist zu fragen, inwieweit spezifische amtstheologische Denkmuster, strukturelle Machtbefugnisse und kirchenrechtlich-systemische Ausgestaltungen Persönlichkeiten mit diesen Motiven anziehen und deren Karriere begünstigen. Zugleich scheint sich eine wirksame Kultur entwickelt zu haben, die diese Züge bestärkt und trainiert. Der sakrosankte Schutzmantel um Würdenträger muss abgelegt werden, denn die Kölner Domspitze ist leider Gottes ja nur die Spitze der diözesanen Eisberge. Aber: Demagogie, Toxizität und Agitation haben in der Menschheitsgeschichte noch nie zur Rettung beigetragen. Wieso sollte dann solch eine Kirche, die augenscheinlich nur so tut, als wäre sie ein Sakrament, in dieser Welt gerettet werden? Mit welcher Legitimation und mit welchem Recht? Was kanonistisch legal sein kann, ist nicht unbedingt legitim.

Zeit-online

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Ach wenn Politiker doch auch einmal so schön singen würden wie „Die Prinzen“ vor Jahren! Dann könnten sie auch Frohgemut einstimmen in den Song: „Das ist alles nur geklaut“

Jens Spahn und Journalisten

3.) Das Private ist politisch

Jens Spahn möchte nicht, dass der Kaufpreis seiner Villa in einer Zeitung steht. Der “Tagesspiegel“ hat ihn veröffentlicht, Spahn geht dagegen vor. Jens Spahn kann einem leidtun. Muss er aber nicht. Eigentlich machte der Bundesgesundheitsminister auch nach knapp einem Jahr Corona­pandemie ja immer noch eine ganz gesunde Figur. Dann ging die Sache mit dem schnellen Versprechen der kostenlosen Coronaschnelltests voll in die Hose. Aber es geht immer noch schlimmer. Der Gesundheitsminister und Nebenhoffnungsträger der CDU steht seit dieser Woche als Journalistenspitzel da. Das ist so ziemlich das Unterste, was einem Politiker im medialen Rechtsstaat passieren kann. Und diesmal ist Spahn komplett selbst schuld. Denn Spahn möchte nicht, dass der genaue, millionenschwere Kaufpreis einer Villa in der Zeitung steht. Genauer gesagt der Villa, die er 2020 mit seinem Mann im noblen Berliner Stadtteil Dahlem kaufte. Der Tagesspiegel hat’s aber mit einer ganz normalen Presseanfrage beim zuständigen Grundbuchamt rausbekommen und veröffentlicht. Deshalb geht Spahn presserechtlich gegen das Blatt vor. Doch nicht nur das. Wie der Tages­spiegel jetzt schreibt, haben Spahns Anwälte wiederum vom Grundbuchamt Angaben verlangt, wer denn da von den Medien was genau wissen wollte. Macht sich ganz schlecht bei einem Mitglied der Bundesregierung, dessen Immobiliengeschäfte zum Teil Fragen aufwerfen und daher klar von öffentlichem Interesse sind. Denn das riecht nach Einschüchterungsversuch. Und wer hier recherchiert, wäre auch ganz einfach in den entsprechenden Titeln nachzulesen. Das Grundbuchamt jedenfalls rückte die verlangten Informationen heraus.

TAZ-online

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So läuft es in den Parteien, wenn man den Ränkeschmiden freien Lauf lässt und anschließend den gedruckten Tatsachen noch nicht einmal in die Augen sehen mag.

Worte, die etwas bedeuten

4.) Marketing

Die Linke kommt sogar in der Krise kaum vom Fleck, obwohl sie die Interessen der Mehrheit vertritt. Warum? Es liegt wohl auch an ihrer Sprache. Auch die Armen leben nicht vom Brot allein, das wusste schon der Dichter. Also erzählte er von einem Betteljungen, der in der Stadt die Pracht gerochen hat. Der Duft einer Hyazinthe hatte ihn derart berauscht, dass er ohne Geld nach Hause kam. Zur Entschuldigung wollte er später dem Vater sein Entzücken verkaufen. Ohne Erfolg: Es setzte Prügel, und der Knabe blieb hungrig. Traurig lag er im Gras, da fiel ihm auf, dass der Gedanke an die Hyazinthe ihn rettete. Die Nachtigall pfiff ihm ein Lied, „zum Schlaf mit süßem Schall.“ Gottfried Keller, Der Taugenichts, 1851. Nun galt die Hyazinthe unter Freunden der bildungsbürgerlich angehauchten Botanik schon damals als minderwertig. Die Wohlhabenden rümpfen ob des penetranten Geruchs die Nase, doch einen Bettler vermag er in seinem Elend zu trösten. Angewiderte Mimik. Kassel, Strategiekonferenz der Linkspartei, 2020. Auf der Bühne steht Christian Leye, Landessprecher der Linken in NRW. Es geht, mal wieder, um Identitätspolitik. Er sagt: „Meine Frage lautet: Wo ist in unserer Politik die Identität des Facharbeiters? Wo ist die Identität der alleinerziehenden Mutter?“ Neben ihm lauert Daniela Trochowski von der Rosa-Luxemburg-Stiftung, die eigentlich die Rolle der Moderatorin einnehmen sollte und stattdessen Leyes Statement durch Kopfschütteln und angewiderte Mimik kommentiert. Leye spricht weiter: „Es geht mir nicht darum, dass wir jetzt alle nach Malle fahren und Sangria trinken. Wenn wir aber anfangen zu schmunzeln, nur weil jemand gern nach Malle fährt …“ Da fällt sie ihm ins Wort: „Das heißt Mallorca! Es ist eine spanische Insel!“ Zustimmendes, gehässiges Gelächter im Publikum. Nie zuvor lieferte das eine Lager der gespaltenen Linkspartei dem gegnerischen Lager so schnell einen Beweis für die Stichhaltigkeit der formulierten Kritik.

Der Freitag-online

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Niemand hatte doch behauptet das Merkel innerhalb der SED je Sport getrieben hätte ! Aber auch heute sind Versuche mit Spahn, Seehofer oder Scheuer wieder .in aller Munde

DDR missbrauchte Amateursportler als „Versuchskaninchen“

5.) ARD-Doku über geheime Doping-Experimente

Die Dokumentation „Menschenversuche – Die heimlichen Experimente im DDR-Sport“ enthüllt, dass an Freizeitsportlern unerforschte Dopingmittel getestet wurden. Streng geheime Experimente an Freizeitsportlern in der DDR für mehr Medaillen der Topathleten: Die ARD-Dokumentation „Menschenversuche – Die heimlichen Experimente im DDR-Sport“, die am Freitag (19.05 Uhr) in der ARD gezeigt wird, enthüllt, wie DDR-Amateursportler als „Versuchskaninchen“ missbraucht wurden, wie der Sender schreibt. Zahlreiche Freizeitsportler erhielten laut einer ARD-Mitteilung unerforschte Substanzen, deren Wirkungen und Nebenwirkungen oft nicht bekannt waren. Sie sollten den Stars nicht ohne vorherigen Test zugemutet werden.

Tagesspiegel-online

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Den Morgengruß an gleicher Stelle – schreibt jeden Tag
„Der freche Bengel“

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