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DL – Tagesticker 24.10.2020

Erstellt von DL-Redaktion am Samstag 24. Oktober 2020

Direkt eingeflogen mit unseren Hubschrappschrap

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Zwei von drei wahlberechtigten Latinos leben in fünf Teilstaaten

1.) Die Latinos in den USA finden ihre Stimme

Erstmals sind in den Vereinigten Staaten mehr Hispanischstämmige wahlberechtigt als Afroamerikaner, Asiaten oder andere Minderheiten. In «Swing States» wie Arizona könnten sie den Wahlausgang entscheiden. Eigentlich ist es viel zu heiss für Mitte Oktober, selbst in einem Wüstenstaat wie Arizona. 37 Grad zeigt das Thermometer am frühen Abend an, als Selia Sanchez durch einen Vorort westlich von Phoenix stapft. In Birkenstock-Sandalen und mit iPad in der Hand zieht sie von Tür zu Tür, vorbei an Einfamilienhäusern, die mit Plastik-Kürbissen und -Spinnennetzen für Halloween dekoriert sind. Sanchez wischt sich mit dem Handrücken den Schweiss von der Oberlippe und rückt ihre Maske zurecht, bevor sie an der nächsten Türe klopft, sechs Mal kurz. José Alvarez wohnt hier, 43 Jahre, als Demokrat registriert – so steht es in der Wählerdatenbank auf Sanchez’ iPad. Ein Mann mit Kugelbauch öffnet die Tür. Was ihn derzeit am meisten sorge, fragt Sanchez. «Covid», sagt er und fügt hinzu, dass er plane, für Biden zu stimmen. Es sind zwei Antworten, die Sanchez an diesem Abend oft hören wird. Sie selbst ist 16 Jahre alt und darf nicht wählen, trotzdem macht sie jeden Tag Wahlkampf: fünf Stunden nach der Schule, am Wochenende doppelte Schichten. «Jede Stimme zählt», sagt sie, während sie zum nächsten Haus läuft. Die Corona-Krise habe ihre Familie doppelt gebeutelt: Neun ihrer Verwandten seien am Coronavirus erkrankt, zwei daran gestorben. Ihr Vater habe zudem seinen Job verloren. Mit ihrem Lohn als Wahlkämpferin einer Nichtregierungsorganisation hilft die 16-Jährige nun bei der Zahlung der Miete – und dabei, Arizonas Latinos an die Urne zu bringen.

Neue Zürcher Zeitung-online

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Gerät Europas Wach- und Schießgesellschaft jetzt unter direkten Beschuss ? Wie wird wohl das Deutsche Schneewittchen aus der EU auf diese Vorwürfen antworten : “ Wir haben niemals gesagt, dass ein Pushback praktiziert werden sollte.“

Frontex angeblich in illegale Zurückweisungen verwickelt

2.) Migranten-Abschiebungen

Die Europäische Grenzschutzagentur soll laut einem Bericht beteiligt sein an sogenannten Pushbacks im Mittelmeer. Frontex-Schiffe hätten Flüchtlingsboote abgedrängt. Die Europäische Grenzschutzagentur Frontex ist laut einem Medienbericht in illegale Zurückweisungen von Migranten durch die griechische Küstenwache verwickelt. Das ergab eine gemeinsame Recherche unter anderem der ARD-Sendung Report Mainz und des Spiegels. Frontex-Beamte seien seit April nachweislich bei mindestens sechs der sogenannten Pushbacks in der Ägäis in der Nähe gewesen, hieß es in dem Bericht. Auf Videos sei zu sehen, wie ein Frontex-Schiff ein Flüchtlingsboot blockiert und in einer weiteren Szene mit hohem Tempo an ihm vorbeifährt und Wellen erzeugt, statt die Menschen zu retten. Anschließend habe die griechische Küstenwache das Schlauchboot in Richtung Türkei zurückgedrängt.

Zeit-online

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Würden die vor Waffen erstarrenden Uniformträger einmal unterlegen, wären sie für die gesetzgebenden Lobbyisten unfähiger Politiker überflüssig! Sie würden schlichtweg Unberechenbar !

Rassismus bei der Polizei

3.) Seehofers Sieg

Aus einer Studie zu Rassismus in Sicherheitsbehörden soll nun eine zu Alltagsrassimus und Polizeialltag werden. Das ist noch nicht mal lustig. Angefangen hat diese Geschichte damit, dass Deutschland einige Einblicke in die rassistischen Strukturen mehrerer Polizeibehörden serviert bekommen hat: Hier ein menschenfeindlicher WhatsApp-Chat, dort eine antisemitische Parole unter Polizist*innen, unverhältnismäßige Gewaltanwendung durch Beamt*innen und immer wieder Fälle von anlasslosem Racial Profiling. Man kommt gar nicht mehr mit: jeden Tag ein neuer Einzelfall. Die Begleitmusik zu diesen depressiv machenden Meldungen: Einige forderten eine Studie zu rassistischen Einstellungen innerhalb deutscher Polizeien. Also eine Studie, die belegen soll, was unabhängige Recherchen, Migrationsverbände, Wissenschaftler*innen und Betroffene schon seit Jahrzehnten berichten, die aber gleichzeitig als DIE LÖSUNG verkauft wird. Good old trick: einige Jahre mit Untersuchungen verplempern, um bloß keine strukturellen Veränderungen – wie zum Beispiel eine wahrlich unabhängige Aufsicht für Polizeibehörden – einzuleiten.

TAZ-online

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Immer das gleichen Lied über die Herstellung und die Ersteller von Statistiken. Wären diese nicht von allen Seiten Les- und Auslege- bar, würden sie nicht gebraucht. Niemand hat doch je behauptet:  „Alle Statistiken wären gefälscht.“

Was sagen die Corona-Daten wirklich aus?

4.) INFEKTIONSZAHLEN UND STERBERATE

Sind die derzeitigen Infektionsraten mit den Daten aus der ersten Welle und mit denen der Nachbarländer vergleichbar? Und was bedeutet das für die Wirtschaft? Gabriel Felbermayr, Präsident des Kieler Instituts für Weltwirtschaft, hat sich die Zahlen genauer angesehen. In der Corona-Pandemie beherrschen Zahlen über das Infektionsgeschehen die Diskussion. Sie prägen die politischen Maßnahmen und das Verhalten von Menschen. Damit sind sie auch für das wirtschaftliche Geschehen von großer Relevanz. Wenn man erahnen will, was die nun rollende zweite Welle wirtschaftlich bedeutet, muss sich selbst der epidemiologisch unberufene Wirtschaftswissenschaftler über die empirische Evidenz beugen. Die Dynamik ist unbestreitbar. In ganz Deutschland steigen die Infektionszahlen. Die über die letzten sieben Tage gemeldeten Fälle pro 100.000 Einwohner liegen im Bundesgebiet seit einigen Tagen deutlich über 60. Das ist mehr, als zum Höhepunkt der ersten Welle Anfang April gemeldet wurde. Die Zahlen stimmen sorgenvoll; was aber taugt der Vergleich der Zahlen über die Zeit und im Ländervergleich?  Anzahl der Tests verdreifacht. Es ist klar, dass sich seit April sehr viel verändert hat. Unter anderem hat sich die Anzahl der Tests pro Woche verdreifacht. Kollegen vom ifo Institut schätzen, dass man mit der aktuellen Testpolitik im Frühjahr dreimal höhere Werte gefunden hätte, als sie tatsächlich gemessen werden. Auch diverse Hochrechnungen mit epidemiologischen Modellen zeigen im Frühjahr sehr viel höhere Dunkelziffern als derzeit.

Cicero-online

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Wer bitte – sollte sich hier angesprochen fühlen? Wer in diesem Land läuft denn noch mit einer entsprechenden Klarsichtbrille durch die Gegend ? Einheits-Parteien,  als Clan-Familien verbunden, sind doch zu einer objektiven Beurteilung nicht befähigt. Diese sind doch nicht einmal in der Lage das Grundgesetz glaubwürdig zu vertreten. Aus Werte- wurde ein Drecks- land in dem doch vollkommen offen  zur Gängelei der Gesellschaft aufgerufen wird. Trägst du die richtige Mütze – darfst du ein guter Schütze !

Menschenverachtende Chats von Berliner Polizisten verdeutlichen Handlungsbedarf.

5.) Rechte Strukturen aufbrechen

Muslime werden mit Affen verglichen und als »fanatische Primatenkultur« bezeichnet, Flüchtlinge mit Vergewaltigern oder Ratten gleichgesetzt. Über den antisemitischen Attentäter von Halle heißt es hingegen: »Mit ›rechts‹ hat das nix zu tun.« Mit einer normalen Chatgruppe, wo harmlose lustige Bildchen verschickt und Verabredungen getroffen werden, hat der kürzlich vom ARD-Magazin »Monitor« aufgedeckte Austausch von Polizist*innen eines Berliner Reviers nichts zu tun. Bundesweit werden inzwischen regelmäßig solche Äußerungen in Chatgruppen von Beschäftigten der Sicherheitsbehörden bekannt. Was sagt es über diese Berufsgruppe aus, wenn ihre Angehörigen rassistische Sprüche, Memes mit Hakenkreuzen oder Holocaust-Verharmlosungen verbreiten? In Berlin ist war es nicht der einzige Fall. Sechs Studierende flogen von der Polizeihochschule, weil sie an so einer Chatgruppe partizipiert und dort »menschenverachtende Inhalte«, wie es die Polizei selbst ausdrückt, versandt haben sollen. Die Staatsanwaltschaft ermittelt nun wegen Volksverhetzung. »Aktuell werden bei der Polizei Berlin zwei Ermittlungsverfahren geführt, deren Ermittlungsgegenstand Chatgruppen von Mitarbeitenden der Polizei Berlin sind«, erklärt ein Sprecher der Innenverwaltung »nd«. Man sehe das Problem und habe schon seit einiger Zeit Maßnahmen zur Bekämpfung extremistischer Tendenzen veranlasst. Doch man dürfe auch nicht verallgemeinern: »Es liegen keine Anhaltspunkte für rechtsextreme Strukturen innerhalb der Polizei Berlin vor«, so der Sprecher. Also alles nur Einzelfälle?

ND-online

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Wenn sich die Aussagen des Firmenchef bestätigen und warum sollte man diese bezweifeln, hätte einmal mehr die Polizei eine A.-Karte gezogen. Wie so oft in letzter Zeit. Der Chef darf sich freuen nicht auf der Stelle von einen Uniformträger erschossen geworden zu sein. Wie es an verschiedenen anderen Plätzen aufgezeigt wurde.

Schwere Vorwürfe Kölner Firmenchef:

6.)  „Ich wurde ohne Grund von der Polizei verprügelt“

Der Kölner Firmeninhaber Yüksel Aker (29) erhebt schwere Vorwürfe gegen die Polizei. Bei einem Polizeieinsatz am Mittwoch (21. Oktober) auf seinem Firmengelände in Stammheim soll er von mehreren Beamten geschlagen worden sein. Der Kölner sagt: „Ich wurde ohne Grund von der Polizei verprügelt.“ Vorangegangen war ein Streit zwischen Yüksel Aker und einem Lastwagenfahrer der Firma seines Bruders, mit dem er sich das Betriebsgelände an der Buchholzstraße teilt. „Ich habe dem Mitarbeiter nach dem Streit ein Hausverbot erteilt. Als er dann draußen war, muss er die Polizei gerufen haben. Nach etwa 20 Minuten kamen mehrere Streifenwagen zu meiner Firma. Die Beamten brachten mir sofort Handschellen an und durchsuchten das Gelände“, schildert Yüksel Aker. Der Mitarbeiter soll behauptet haben, dass Yüksel Aker ihn mit einem Hammer geschlagen haben soll. Das bestreitet er und beruft sich auf mehrere Zeugen, etwa Mitarbeiter der Firma, die die Rangelei beenden wollten. „Während des Streits wollte mich der Mitarbeiter mit der Faust schlagen und ist dabei ausgerutscht und hat sich wohl an einem der Lkw gestoßen und so selbst verletzt“, sagt Yüksel Aker.

Express-online

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heute-show vom 23. Oktober 2020

7.) Nachrichtensatire mit Oliver Welke

Oliver Welke berichtet über den Umgang mit neuen Corona-Rekorden, die Forschung an einem Impfstoff, Weihnachten, Lobbyismus in Pandemiezeiten, Trumps Zukunft und Merkels Erben. Heute in Welkes Team: Valerie Niehaus, Christian Ehring, Lutz van der Horst, Serdar Somuncu und Friedemann Weise.

ZDF-online

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Den Morgengruß an gleicher Stelle – schreibt jeden Tag
„Der freche Bengel“

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Anregungen nehmen wir gerne entgegen

Treu unserem Motto: Es gibt keine schlechte Presse, sondern nur unkritische Leser

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Grafikquellen          :

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