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RENTENANGST

DL – Tagesticker 08.11.20.20

Erstellt von DL-Redaktion am Sonntag 8. November 2020

Direkt eingeflogen mit unseren Hubschrappschrap

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Beginnen nicht alle Lieder in der Politik  gleichermaßen ? Es werden Vorschusslorbeeren verteilt obwohl noch keine Leistungen geliefert wurden ? Auch die Presse scheint wenig Lehren aus den Erfahrungen um Trump zu ziehen. Es werden Vorschusslorbeeren verteilt bevor auch nur die geringste Lieferung erfolgte. Nach dem Krieg wurde auch ein Adenauer, überwiegend von den Alliierten hier im Land installiert! Aber wer keine Lobhudeleien verteilt, könnte den Anschluss einer sinnvollen Kritik verpassen, welche gerade die sich selbst in die Sessel erhobenen Politiker-Innen am meisten benötigen. Ansonsten wären sie doch Überflüssig !

Joe Biden

1.) So klingt ein Präsident

Staatsmännisch und versöhnlich spricht Joe Biden nach seinem Wahlsieg zur Nation. Sein Wunsch, das Land zu einen, ist redlich. Donald Trump wird daran nicht mitwirken.Die US-Amerikanerinnen und Amerikaner bekommen, was viele so schmerzlich vermisst haben: einen Präsidenten für das ganze Land. Joe Biden lässt mit seiner ersten Rede an die Nation als Wahlsieger keinen Zweifel daran. „Ich verspreche, ein Präsident zu sein, der danach strebt, nicht zu spalten, sondern zu einen“, sagte er in seinem Heimatort Wilmington in Delaware, wo er lässig auf die Bühne joggte und von Anhängern gefeiert wurde. Es sei Zeit, die harsche Rhetorik beiseite zu legen: „Geben wir uns gegenseitig eine Chance.“ Die Karte der USA, die nach der Wahl alle so quälend lang in Atem gehalten hat, mag eingefärbt sein in den Farben der Demokraten und Republikaner – doch Biden versuchte, das Trennende zu überwinden: Er sehe „keine roten oder blauen Staaten, nur die Vereinigten Staaten“. Er werde „genauso hart für alle arbeiten, die mich nicht gewählt haben“ wie für die, denen er den Sieg verdanke. Allen, die Donald Trump gewählt haben, sagte Biden: „Ich verstehe eure Enttäuschung, ich habe selbst einige Male verloren“. Doch politische Gegner dürften einander nicht weiter als Feinde betrachten: „Sie sind keine Feinde. Sie sind Amerikaner.“

Zeit-online

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Und Miez und Maunz die Katzen erheben ihre Tatzen, sie winken mit den Pfoten, die Mutti hat es erlaubt ! Überschäumende Eintracht in der Deutschen Belegschaft. Einfache Jahre für erneutes Trittbrettfahren könnte aus ihren Augen erlesen werden.

Reaktionen auf Bidens Wahlsieg

2.) „Ich freue mich“

Als die US-Sender Biden zum Sieger küren, wird schnell klar, wie riesig die Erleichterung ist – auch bei Kanzlerin Merkel. Deren Reaktion erfolgt in enger Absprache mit den EU-Partnern. Der Gewinner ist Friedrich Merz. Um 17.34 twittert er als erster der Bewerber um den CDU-Vorsitz seinen „herzlichen Glückwunsch“ an Joe Biden, den Gewinner der US-Wahl. „Die Welt atmet auf. Mit Ihnen gibt es eine Chance, dass Europa und Amerika wieder besser zusammenarbeiten und gemeinsam für Frieden und Freiheit auf der Welt einstehen“, schreibt der Mann, der gerne nächstes Jahr seinen Antrittsbesuch als Bundeskanzler im Weißen Haus in Washington machen würde. Zwei Minuten danach geht Norbert Röttgen auf den Draht, Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses und auch Anwärter für den CDU-Vorsitz, nicht aber unbedingt für die Kanzlerschaft. Die Wahl habe gezeigt: „Das Land ist tiefer gespalten denn je. Diese Gräben zu überwinden, wird viel Zeit und Kraft kosten.“ Armin Laschet, der Dritte im Bunde, braucht ein bisschen länger. „Es gibt Tage der Hoffnung“, twittert der nordrhein-westfälische Ministerpräsident um 18.06 Uhr. Die Wahl Bidens und seiner künftigen Vizepräsidentin Kamala Harris zeigten, „dass Respekt und Stil stärken sein können als Aggression und Hass“. In den Wochen und Tagen vor der Wahl in den USA ist in der Berliner Politik eine Menge Erwartungsmanagement betrieben worden. Auch wenn Joe Biden Donald Trump besiege, werde nicht plötzlich alles gut werden in den transatlantischen Beziehungen, wurde betont. Unter Biden werde „nicht über Nacht“ alles besser werden, hatte auch der Transatlantikkoordinator der Bundesregierung, Peter Beyer (CDU), gewarnt. In vielen Bereichen, etwa der Energie- und Handelspolitik, würden weiter Differenzen zwischen den USA und Europa bleiben.

Sueddeutsche-Zeitung

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Wie schnelllebig diese Welt doch ist ! Nach 20 Jahren ist alles vergessen und es kann die Wiederholung des erlebten Desaster erfolgen ! Wieder und immer wieder ! In Deutschland brauchen die Bürger – Innen schon 16  lange Jahre für gleiche Erkenntnisse und wählen die gleichen Parteien – „Alle vier Jahre wieder!“  Genau darum stirbt Dummheit nie aus – aber vielleicht liegt es auch daran, das kein Alternatives Gegenangebot vorliegt.
An Wahltagen ?

537 Stimmen gegen die Zukunft

3.) Wir retten die Welt

Abendessen in der Familie. Auf dem Tisch steht die Gemüselasagne, in der Luft hängt die Frage: Was wäre, wenn…? Wie sähe unser Leben aus, wenn wir statt ohne Haustier in der Innenstadt mit zwei Hunden und vier Ponys auf einem Bauernhof lebten? Wenn Mama einen anderen Mann geheiratet und Papa etwas Ordentliches gelernt hätte?Unser Spiel kommt mir in den Sinn, während ich stundenlang auf CNN die US-Wahl verfolge. Die angebliche Demokratie-Supermacht USA ist kurz davor, einen Rassisten, Narzissten, Pleitier, Lügner und Demokratie-Verächter als Präsidenten wiederzuwählen. Die Entscheidung steht auf Messers Schneide. Das war vor 20 Jahren schon einmal so. Und in welcher Welt würden wir leben, wenn 2000 der Demokrat Al Gore US-Präsident geworden wäre? Er bekam eine halbe Million mehr Stimmen als sein Gegner, George „Dabbelju“ Bush. Aber weil der in Florida unter umstrittenen Umständen ganze 537 Stimmen vorn lag, kam er ins Amt: 9/11, Irakkrieg, Ausstieg aus dem Kioto-Protokoll, Neoliberalismus, bis es raucht. Bush II. galt vielen als der dümmste, dreisteste und schlechteste US-Präsident aller Zeiten. Bis Donald Trump kam.Wir stellen uns also vor: Al Gore tritt 2001 sein Amt an, auch im Senat regieren die Demokraten.

TAZ-online

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„Freude schöner Götterfunke“ selten hat es so stark gestunken. Grüße aus Europa kommen vom Sofa in Hannover.  Danke für die Arbeit welche ihr für uns leistet.  „Viele, viele Glückwüsche aus Europa für Joe Biden und Kamala Harris.“ Der Präsident des EU-Parlaments David Sassoli hat dem neuen Präsidenten Joe Biden gratuliert und gesagt die Welt brauche eine starke Beziehung zwischen der EU und den USA, um den kommenden Herausforderungen zu begegnen. Ursula von der Leyen sandte herzliche Glückwünsche per Twitter. Die EU-Kommissionspräsidentin unterstrich, die EU und die USA seien Freunde und Alliierte und es gelte die Zusammenarbeit zu verstärken – im Interesse der Stabilität, der Sicherheit und des Wohlstands auf beiden Seiten des Atlantiks. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron schrieb an Joe Biden und Kamala Harris: „Let’s work together“ Und Boris Johnson meinte, die USA seien der wichtigste Alliierte Großbritanniens und er freue sich auf die enge Zusammenarbeit, was gemeinsame Prioritäten betreffe vom Klimawandel bis zu Handel und Sicherheit.

Im Falle von Bidens Sieg kommt erst Erleichterung – dann Enttäuschung

4.) Die USA vor einem möglichen Machtwechsel

Was Deutschland tun muss, um nach Trump nicht in die gleiche Falle zu laufen wie 2009 beim Wechsel von Bush zu Obama. Die US-Wahl ist noch nicht gelaufen, natürlich nicht. Aber angesichts der Wahrscheinlichkeit, mit der amerikanische Experten einen Sieg Joe Bidens erwarten, können Deutschland und Europa überlegen, was sich dann ändert in den transatlantischen Beziehungen und was nicht. Mehr noch: Sie sollten nicht abwarten, welche Angebote Biden ihnen macht, sondern die neue Dynamik aktiv mitgestalten. Die erste Reaktion ist leicht vorherzusehen: Erleichterung. Irritationen und Zorn über Donald Trump haben ein Ende. Die USA gehen auf ihre Verbündeten zu, kehren ins Klimaabkommen von Paris zurück, vielleicht später auch in den Atomdeal mit dem Iran und in TPP, das transpazifische Freihandelsabkommen zur Eingrenzung Chinas. Sie stoppen den Truppenabzug aus Deutschland, drohen weder mit Strafzöllen auf deutsche Autos, noch verhängen sie Sanktionen gegen Nord Stream 2  Und dann folgt eine Phase gegenseitiger Enttäuschung, ähnlich wie 2009 nach der Wahl Barack Obamas. Jede Seite erwartet von der anderen, dass die sich bewegt und man selbst die gewohnte Politik fortsetzen kann. Die Amerikaner werden sagen: Wir verstehen, dass ihr nicht Trump (damals: George W. Bush) zuliebe das Verteidigungsbudget erhöht und mehr Eigenverantwortung übernehmt. Aber jetzt, wo Biden (damals Obama) regiert, könnt ihr uns entgegenkommen. Wir verstehen, dass ihr Trumps Decoupling gegen China nicht mitmacht. Aber wir möchten, dass ihr mit uns Druck auf Peking ausübt, um zu einem „Level playing field“, fairen Handels- und Investitionsregeln, zu kommen. Dazu gehört, dass China sich als größter Verschmutzer am Klimaschutz beteiligt, nicht erst 2060, sondern jetzt.

Tagesspiegel

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Wo Politik verschwört, schiebt die Kultur einen Riegel vor ! Auf dass das politische Versagen nicht mehr als Normalität verkauft werden kann.

Corona und Kultur

5.) Ruinen, die wir schaffen

Die Politik würgt das künstlerische Leben ab – die Folgen für Theater, Kinos und Museen sind verheerend und zeugen von kulturpolitischer Kurzsichtigkeit. Licht aus, alles dicht. Mögen viele die Schließung der Kultureinrichtungen im Frühjahr noch zähneknirschend, aber aus einem Verantwortungsgefühl heraus akzeptiert haben, so empfinden nicht wenige die erneuten Schließungen als einen Schlag ins Gesicht. Zumal kaum andere Institutionen derart ausgefeilte und sichere Hygienekonzepte vorweisen konnten wie die Museen, Kinos und Bühnenhäuser. Einbahnstraßensysteme, strenge Kontrolle der Besucherzahlen sowie Saalauslastungen von ungefähr 20 Prozent minimierten empfindlich das Ansteckungsrisiko. Dass die Bundes- und Landesregierungen dessen ungeachtet die Türen nun verriegeln, ist weitaus mehr als nur eine Missachtung jener Bemühungen um Gesundheitsschutz. Vielmehr stehen die Beschlüsse für ein kulturpolitisches Desaster. Indem Bundeskanzlerin Angela Merkel in ihrer Erklärung der Maßnahmen künstlerische Ausdrucksformen primär mit Unterhaltung und Freizeitvertreib verband, war eigentlich schon alles gesagt: ob Kinematografie oder Schauspiel – auf diese Luxussparte wird man doch wohl verzichten können! Zu Recht melden sich angesichts dieser Geringschätzung nun die Betroffenen zu Wort. »Wir sind mit vielen anderen Kultureinrichtungen in allererster Linie Bildungs- und Diskursorte, die in einer gesellschaftlichen Krise, wie wir sie momentan erleben, mehr denn je gebraucht werden«, hält Lene Grösch, leitende Dramaturgin am Theater Heidelberg, fest. Denn wo, so lässt sich legitim fragen, werden derzeit noch auf einer grundlegenden Ebene die sozialen Transformationen unserer Zeit, auch und gerade im Schatten der Pandemie, reflektiert? Was die Repräsentanten der Exekutive nicht sehen, ist eine Bühnenkunst, die die Gemütsverfassung und Sehnsüchte einer Gesellschaft, ja, die kleinen und großen Veränderungen des Miteinanders widerspiegelt, eine Bühnenkunst, die Raum für Kritik und Utopien ermöglicht, eine Bühnenkunst, die Fremdverstehen und Empathievermögen fördert. Insbesondere in Zeiten der diskursiven Polarisierungen und einer zunehmenden Kommunikationsunfähigkeit auf den Straßen und in sozialen Netzwerken stellt das Theater eine der letzten Bastionen für den Dialog dar.

nd-online

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Der Esel als Symbol würde auch zu Deutschen Wählern passen ! Ist doch sein „IA“ immer sehr laut hörbar – „Ich Auch“, wenn es um die Befolgung der Obrigkeiten geht. Den Tritt in den Arsch, welcher ein Esel auch braucht um sich von der Stelle zu bewegen, wäre auch für viele Politiker sicher  ein Anlass  – auf den Boden der Tatsachen zurück zu kehren .

Elefant und Esel sind die Symbole der Parteien in den USA. Bei uns ist es schwierig, geeignete Wappentieren zu finden.

6.) Schaf, Hering oder Dackel

Sie zieren Fähnchen, Girlanden und Plakate, als Symboltiere der beiden großen Parteien in den USA. Es ist um die 150 Jahre her, dass der Illustrator Thomas Nast mit seinen Karikaturen in US-amerikanischen Zeitungen den Elefanten für die Republikaner und den Esel für die Demokraten etablierte. Er stammte aus Deutschland, dennoch sind diese Wappentiere auf unsere Vorstellungswelt kaum übertragbar. Der republikanische Elefant legt die negative Vorstellung von einem solchen Tier im Porzellanladen allzu nahe. Ganz zu schweigen von den Vorurteilen und ungerechten Primitiv-Assoziationen bezüglich des Esels der Demokraten. Keine unserer politischen Parteien hat ein Wappentier oder führt ein solches im Namen. Das ist ein markanter Unterschied zu unseren Eishockey-Clubs. Halt, die Grauen Panther haben sich namentlich zwar eindeutig festgelegt, aber ohne dies bildlich korrekt umzusetzen, denn ihr Panther ist ziemlich schwarz. US-amerikanischer Esel und Elefant stammen nicht nur aus derselben Feder, sondern tragen auch beide die Farben des Sternenbanners. Analog könnten sich unsere politischen Parteien Wappentiere in Schwarz-Rot-Gold zulegen.

Fr-online

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Präsidentschaftswahl in den USA:

7.) Es gibt einen Gewinner!

Ein Kommentar von TITANIC-Amerikakorrespondent Valentin Witt

Liebe Leserinnen und Leser, my dear englisch speaking readers!
Viele Menschen rund um den Globus haben lange auf diese Nachricht gewartet, nun gibt es endlich Gewissheit: Die US-Amerikaner haben einen neuen Präsidenten gewählt! Nur welchen – darüber herrscht bislang Unklarheit. Wenn es nach Adam Riese geht, wird Amtsinhaber Donald Trump diesmal den Kürzeren ziehen, aber die Gesetze der Mathematik gelten im Land der unbegrenzten Möglichkeiten nicht überall gleichermaßen. Präsidentenwahl in den USA ist – anders als hierzulande – Sache der Bundesstaaten. Am Ende entscheidet der Supreme Court, zunächst jedoch darf überall gewählt und gezählt werden, wie es die lokale Gesetzgebung eben vorsieht. Der Föderalismus ist in den Vereinigten Staaten ein hohes Gut, das nicht ohne Not aufgegeben wird. Ginge es nach absoluten Zahlen, hätte Herausforderer Joe Biden das Präsidentenamt längst in trockenen Taschentüchern. Doch die Mehrheit der Wählerstimmen garantiert im „homeland of the free“ noch lange nicht den Wahlsieg. Entscheidend ist vielmehr die Anzahl der Wahlmänner, die dem erfolgreichsten Kandidaten eines Bundesstaat nach dem Winner-takes-it-all-Prinzip samt und sonders zugeschlagen werden.

Titanic

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Den Morgengruß an gleicher Stelle – schreibt jeden Tag
„Der freche Bengel“

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Anregungen nehmen wir gerne entgegen

Treu unserem Motto: Es gibt keine schlechte Presse, sondern nur unkritische Leser

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