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Die Zombie – Bank.

Erstellt von DL-Redaktion am Montag 20. September 2010

Zorn über die „Zombie-Bank“

File:Deutsche Bank.jpg

Unter dieser Überschrift berichten heute die „Westfälische Nachrichten“ in dem Wirtschaftsteil ihrer Printmedien über die neuen skandalösen Vorgänge in der HRE Bank.

Erst am Wochenende war bekannt geworden, dass trotz Leistung neuer Staatsgarantien in Höhe von 40 Milliarden Euro in der vergangenen Woche,  25 Millionen Euro an Boni an die Mitarbeiter ausgezahlt werden.

Das jetzt ausgerechnet Mitglieder der Regierungsparteien ihre Empörung über diese Vorgänge äußern, weist auf den maroden Zustand dieser Regierung hin. War doch, wie auch der „Spiegel“ und andere Presseorgane berichten, der Bund über diese Sonderprämie informiert und dieselbe  dort zur Prüfung vorgelegt worden. Einige Banker sind bei den Zahlungen mit Prämien in Höhe von einer  Millionen Euro bedacht worden. Und das, obwohl die Bank alleine im Jahr 2009 einen Verlust in Höhe von 2.2 Milliarden Euro ausgewiesen hatte. Die Höhe der Gehälter waren bei dieser mittlerweile verstaatlichten Bank auf 500.000 Euro festgesetzt worden.

Die HRE Bank war durch die weltweite Finanzkrise in eine massive Schieflage geraten und stand zeitweise kurz vor dem Zusammenbruch. Vor rund einem Jahr wurde sie komplett verstaatlicht und erhielt bislang insgesamt 192.000 Milliarden Euro an Staatsbürgschaften.

Die Raffgier dieses HRE Vorstandes ist nicht zu toppen. Laut Angaben handelt es sich bei diesen Zahlungen faktisch um Bonuszahlungen, für die der Steuerzahler kein Verständnis mehr aufbringen kann. Innerhalb eines Portrait berichtet heute die TAZ über die Chefin des HRE Vorstand Manuela Better.

Unterdessen hat auch der frühere Bundesfinanzminister Peer Steinbrück den Bankmanagern Täuschung und Gleichgültigkeit vorgeworfen. „Ich bin von einigen Bankmanagern in der Krise an der Nase herumgeführt worden“ äußerte er in „der Welt am Sonntag“. Weiter heißt es: „Sie hatten keine Ahnung von den Produkten, mit denen sie gehandelt haben. Die haben sich um die Risiken nicht geschert.“

Dieser neuerliche Vorfall in der Welt der Banken, zeigt an vorderster Stelle auf die hohe Verantwortungslosigkeit, welche die Regierung ihren Bürgern gegenüber an den Tag legt, hin. Ob beim Atom Ausstieg, die Hartz Gesetzgebung, Rente mit 67, oder auch den Bahnhofneubau in Stuttgart, diese Politik zeigt uns jeden Tag erneut ihre Unfähigkeit, durch die Missachtung des Bürgerwillens auf. Leider aber bieten sich reale Alternativen in diesem Land nicht an.

Das sich am 2. Oktober in Berlin eine „Rechte Partei“ mit Namen „Freiheit“ gründet, muß nicht unbedingt allzu viel sagen. Die große Gefahr aber, dass sich die Unzufriedenheit in der Bevölkerung nach Rechts wenden könnte, ist  nicht von der Hand zu weisen. Bei dem erst vor kurzen aus der CDU ausgetretenen Gründer René  Stadtkewitz hat sich bereits der Rechtspopulist aus den Niederlanden Geert Wilders als Gast Redner  angekündigt. Sein Vortrag soll lauten: „über die Gefahr des Islam als totalitäre Ideologie.“  Damit wären wir dann wieder genau bei den politischen Strategen angekommen, welchen es aus Alt-ideologischen Gründen nicht gelingt aus solchen Situationen weit über 20% der Wählerschar für sich zu vereinnahmen.

IE

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Fotoquelle:

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Author Björn Laczay from Moosburg, Germany

3 Kommentare zu “Die Zombie – Bank.”

  1. Jens-Uwe Habedank sagt:

    Die HRE ist nicht durch die weltweite Finanzkrise in eine Schieflage geraten – Die HRE war Gegenstand von Zockern, Profiteuren und Brutal-Kapitalisten!

    Dass der Staat, dem die HRE ja nun gehört, hier nicht einschreitet, ist mehr als ein Zeichen wessen Interessen vertreten werden! Ein bißchen Heuchelei von Typen wie Steinbrück und man lullt das unzufriedene Volk ein… Wie lange das noch gut geht?!

  2. Lord Stonebridge sagt:

    „Die Welt stand am Abgrund“, so der Spiegeltitel vom 13.9., in dem der sog. Dipl.-Volkswirt Peer Steinbrück „sein“ Krisentagebuch über den Bankencrash zelebrierte.
    Aus diesem Highlight muss der Leser doch schließen, da wir nicht in den Abgrund fielen, dass eben selbiger Herr seinen erfolgreichen Beitrag dazu geleistet hat. Natürlich mit der Dame aus Mecklenburg-Vorpommern, der Bundeskanzlerin.
    Und die Elogen auf den ehemaligen NRW-Ministerpräsidenten gebieten nicht einmal bei seinen Genossen Einhalt, die es auch heute noch nicht überwinden können, die neoliberalistischen Gewänder der SPD-Protagonisten in die chem. Reinigung zu bringen. Denn sie laden ein zur Buchvorstellung ihres Peer. In Berlin und München. Natürlich feiert auch die einschlägige Presse, pardon, der Mainstream, den Retter der Deutschen.
    Es kommt auch gut, wenn Steinbrück den Bankmanagern Täuschung und Gleichgültigkeit vorgeworfen hat. Das erinnert an das „Haltet den Dieb“.
    Denn sowohl Merkel als auch er hatten von 2007 bis zum September 2008 die Finanzmarktkrise krass unterschätzt. Hier wurde die IKB mit 10 Mrd. aufgehübscht, und dann für 150 Mio € an die Lonestar verkauft. Im europäischen Ausland hat man einige Banken in die Insolvenz entlassen, warum nicht auch in Deutschland. Die HRE, die Zombiebank, warum nicht auch die. Gerade jetzt werden auch wieder sog. Bürgschaften für diese jetzt staatliche Bank vorgehalten. Nur, es sind keine Bürgschaften, es sind Zahlungsströme.
    Wenn die Forderung gestellt wurde nach anderen, besseren sozialen Ausstattungen der Bürger, dann kam prompt die Antwort, dass man dafür kein Geld habe. Aber 108 Mrd. bisher an die HRE, dafür hatte man das Geld. Und jetzt kommen noch einmal 40 Mrd. € hinzu.
    In diesen Zeiten ist nur beim STERN nachzulesen, welche Fähigkeiten dieser Finanzminister hatte. Er kommt hier nicht gut weg. Die Unterschiedlichkeit von pro- und antizyklischer Fiskalpolitik lag ihm wohl nicht. Wenn es machbar wäre, würde ich die Bonuszahlungen bei der HRE mit 100% besteuern.
    Machbar ist wohl nur, Mitarbeitern wegen Pfandbons, Buletten oder einiger Pommes-Stäbchen zu kündigen……..

  3. Jens-Uwe Habedank sagt:

    @ Lord Stonebridge:
    Bezüglich der IKB noch ein interessanter Hinweis: In Verantwortung hier: Barbara Hendricks, Bundesschatzmeisterin der SPD und drei Legislaturperioden lang Finanzstaatssekrätärin, also ganz oben im Finanzministerium!

    Ergo, in Anwendung der Namen älterer Protagonisten:
    „links verbrandt – rechts verkohlt“
    (klingt besser als „links gesteinbrückt – rechts vermerkelt“..)

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