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Die Zeit der Ostermärsche

Erstellt von DL-Redaktion am Freitag 29. März 2013

„Ostermarsch ist unmoralisch“

Die Ostermärsche sind unmoralisch provoziert der Aktionskünstler Philipp Ruch. Diese Meinung teilen wir zwar so nicht, können aber auch nicht umhin ihn zum Teil recht zu geben, wobei das Wort unmoralisch mit Sicherheit der falsche Ausdruck ist. Sehen wir uns aber die Demonstrationen an stellen wir fest, dass diese heute auch in der Öffentlichkeit kaum noch Beachtung finden. Ja, gut da marschiert eine Interessengruppe durch die Gegend, lasse sie mal laufen, das gibt sich wieder, die tun niemanden weh. Nach einer Woche ist das Thema vergessen.

Genau hier müsste normal das politische Denken beginnen und da kommt gar nichts! Wenn sich schon eine Linke Partei als einzige wahrnehmbare Opposition sieht, muss zwangsläufig die Frage gestellt werden, warum sich Künstler und Denker, welche zweifellos eine linke Gesinnung in sich tragen, sich mit dieser Partei nicht verorten lassen? Denn das genau ist eines der großen Gesellschaftsprobleme und wäre die wesentliche Aufgabe einer Partei, die verschiedensten Gruppen um sich zu sammeln, um diese politisch zu aktivieren. Genauso  schreibt auch das Grundgesetz die Aufgabe der Parteien fest und nennt dieses kurz und bündig „Politische Bildung“.

Stattdessen hören wir Klagen über eine unfaire Presse, die unmenschliche Brutalität der Wirtschaft sowie des Kapital, die Globalisierung und unberechtigte Kritik von Querulanten und Nörgler. Was heißt, linke Politik kritisiert immer nur den Anderen, niemals aber sich selbst. Diese Partei zeigt sich als blutleer und ideenlos.

Wo bleiben sie, die Gegenpositionen zu einer unmoralisch, brutalen Wirtschaft? Reicht es da aus, wenig intelligente Bücher zu schreiben um privaten Reichtum zu horten? Wo bleiben Boykott Aufrufe wenn die Ministerien einmal mehr durch Personen wie die Frau „voll der Lügen“ zum Beispiel die Amazon Machenschaften als einmalige Entgleisungen hinstellt, welche eine Woche darauf bereits wieder in Vergessenheit geraten sind, um dann bei anderen Konzernen wieder als Einmaligkeit hingestellt zu werden?

Wo wird die Wirtschaft einmal so gestört als dass dieses stören auch so schmerzhaft wirkt, um deren Nachdenken anzuregen? Wo bleiben die kreativen Kräfte nachhaltige Widerstände auszuarbeiten ohne gleich etwas zerstören zu müssen? Ist es nicht armselig Steinchen aufzuheben um dieses dann „Schottern“ zu nennen. Linke Politik beschränkt sich auf das schwenken von Fahnen und den halten von Sonntagsreden. Diese Gesten beschaffen den Parteiführern ein Alibi etwas getan zu haben um sich weiter auf ihren bequemen Liegen wälzen zu können.

Es verschafft ihnen auch die Sicherheit in den Augen der Mitkonkurrenten anderer Parteien, weiterhin zum erlauchten Kreis der Macht gezählt zu werden. Den Fahnenschwenkern wurde Kraft einer Gestik angezeigt zu ihnen zu gehören und für sie dazu sein. Es ändert sich aber nichts und das im Großen und Ganzen seit Generationen nicht. Nur die Namen der Parteien und ihre Macher.

„Just in Time“ ist ein Teil unseres Wirtschaftssystem nach dem Krieg. Das bedeutetet dass seit Jahren Lagerbestände abgebaut und auf die Verkehrswege verlagert werden. Aufgrund fehlender Flexibilität ist es immer weniger möglich Frachten per Bahn zu befördern und immer mehr wurde auf den LKW Verkehr verlagert. Sprich auf die Autobahnen. Alle Versuche nach dem Krieg dagegen zu steuern blieben ohne Ergebnis und mussten sich den wirtschaftlichen  Erwägungen beugen.

Die größte Gefahr für diese Art von Wirtschaftlichkeit ist der Stau auf den Autobahnen und genau dort hat Widerstand einzusetzen. Genau dort gibt es mannigfache Möglichkeiten an den Rädchen der Wirtschaft zu drehen, ohne Gewalt, ohne kriminell zu werden, alleine durch passiven Widerstand. Da brauchen noch nicht einmal Steinchen in die Hände genommen zu werden um sich die Finger schmutzig zu machen.

Dieses ist nur ein einziges Beispiel und deren gibt es sehr viele. Jeder der heute noch glaubt durch das schwenken von Fahnen, Märschen oder Sonntagsreden etwas ändern zu können ist und bleibt ein Phantast. Druck muss Gegendruck erzeugen ansonsten ist alles sinnlos.

„Ostermarsch ist unmoralisch“

taz: Herr Ruch, am Samstag gehen wieder Ostermarschierer in 80 deutschen Städten auf die Straße. Für Sie als Friedensaktivist ein Pflichttermin, oder?

Philipp Ruch: Nein. Ich halte es für unmoralisch, auf Demonstrationen zu gehen, wenn ich gleichzeitig etwas tun kann. Wer auf Demonstrationen geht, hat nicht wirklich vor, etwas zu ändern. Da geht es um alle möglichen Motive, nur nicht um den Frieden in Syrien oder im Kongo.

Da werden die Ostermärschler vehement widersprechen.

Bei den Ostermärschen geht es um abstrakten, nicht um realen Frieden. Ich glaube, diese Einsicht spiegelt sich auch in den marginalen Teilnehmerzahlen. Wo war die Friedensbewegung, als 1992 ganz Sarajevo zusammengeschossen wurde? Wer ist zu den Millionen Menschen gereist, die in den letzten zwanzig Jahren aus Somalia flüchten wollten? Wer hat ihre Pässe gefälscht und Schiffe organisiert, so wie Varian Fry 1941, der die halbe intellektuelle Elite Europas vor den Fängen Hitlers rettete?

Wie soll zeitgemäßer Anti-Kriegs-Protest dann aussehen?

Quelle: TAZ >>>>> weiterleiten

Just in Time

[youtube zK-WKsUlOaw]

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Fotoquelle: Wikipedia / Ostermarsch München 2006 Photograph: Rufus46 Date: 15.04.2006

his file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported license.

12 Kommentare zu “Die Zeit der Ostermärsche”

  1. Dr. Frankenstein sagt:

    Hier zeigt sich wieder einmal dass der Deutsche Michel die Schlafkappe aufhat die ihm auch noch steht.
    Wo ist hier die Linke mit Verbesserungvorschlägen, Fahnenschwenken und sinnlose Reden führen ist hier der vollkomene falsche Weg.
    Wo ist die Linke bei Saargummi in Büschfeld im Saarland.
    Wo ist die Linke bei Kohlpharma in Merzig.
    Wo ist die Linke bei den ehemaligen Karcher Schraubenwerken in Beckingen.
    Die Linke springt immer auf den Zug anderer Parteien auf, und glaubt sich damit ins rechte Licht zu setzen. Eigene Ideen sind bei dieser Partei vergeblich zu suchen.
    Das sind Fragen der Wähler und diese Partei macht Urlaub im Parlament mit 5000 euro monatlich nebst Ausschussgelder. Das sind alles Arbeiten der zukünftigen Landesvorsitzenden. Bei der kann die Wirschaft zusammenbrechen denn die macht Urlaub.

  2. Aurora sagt:

    @ Dr. Frankenstein
    Während des Lesens befielen mich Wutanfälle.
    Über die unmöglichen Zustände am Bostalsee soll der zuständige Kreisverband der Linken informiert gewesen sein…

    All das lässt aufhorchen und ist gleichzeitig ein herausragendes Beispiel dafür, für wen sich die Linke wirklich interessiert.

    Die Linken sitzen auf einem Pulverfass.

  3. elze knörz sagt:

    Nr. 1

    In der Auflistung fehlt die Fa. Sonderbar in Altenwald.
    Dort herrscht scheinbar noch ein feudalistisches Regime nach Gutsherrenart.

    Aber vielleicht fehlt noch mehr.

  4. Ichbins sagt:

    nichts desto trotz wünsche ich allen hier frohe Ostern und viele viele Eier, aber keine faulen, newohr

  5. exlinker sagt:

    ach ja wieder karfreiag in wuppertal bei der passion
    das wetter ändert sich
    aber unser doc phelan trägt die gleiche kluft wieder und wieder und wieder. bei gefühlten 20°C Temperaturunterschied, obwohl ??
    die klamotten gehen in keinem fall . so lief er schon 2011 auf dem friedhof rum
    hier der beweis
    2010 in turnschuhen und jeans + military juppen
    http://picasaweb.google.com/rodenahkv/VolkstrauertagInRoden?feat=directlink#5539358342936031186

    2011 im bekannten phelan style combathose + turnschuh
    https://picasaweb.google.com/113621036437950364639/13November2011Volkstrauertag#5674507125867761938

    2012:
    https://picasaweb.google.com/iksebkkoeln/PassionChristiAndrea#5728659235888072482

    2013:
    https://picasaweb.google.com/iksebkkoeln/MCIWuppertalPassionChristi2013AndreaZimmer#5860954321292527362

    also wenn man schon auf einen Friedhof geht und wenn man schon eine Passion Christi am Karfreitag besucht – kann man sich dann nicht mal wenigstens anders anziehen als beim Besuch im Schweinestall ? muss man als LINKER 2x die Woche den Beweis ins Web stellen dass man nur zwei Hosen und ein paar schuhe hat ??

    https://picasaweb.google.com/114300740516456517697/WildparkDifferten#5731405379115886178

  6. exlinker sagt:

    ach die LINKE Toleranz
    http://www.spiegel.tv/#/filme/unter-linken-jan-fleischhauer/

  7. Ichbins sagt:

    eventuell hat der Mann einen 100er Pack derselben sehr günstig erstanden? Einheitslook kultiviert? Wer weiss das schon?

  8. Lazarus sagt:

    # 6
    Die Linke, die hat so einen miesen Ruf – trotz Großteils richtiger Ansätze – dass sie nur von wenigen gewählt wird.
    Und Toleranz? Ruhe sanft auf dem Papier!!!

  9. Lazarus sagt:

    http://vimeo.com/15351455

  10. exlinker sagt:

    oder einfach nur keine kohle für neue klamotten
    wie muss dem seine karre erst aussehen
    sicher so ne rostlaube sondergleichen
    wie der herr so sein gescherr

  11. Hermine Becker sagt:

    Gute Fotografen verdienen vield Geld!

  12. exlinker sagt:

    @11 das erklärt die armut im hause n
    lol

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