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DIE WOCHE

Erstellt von DL-Redaktion am Montag 19. November 2018

Wie geht es uns, Herr Küppersbusch?

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Kolumne von Friedrich Küppersbusch

Über Linksextremismus als Scripted Reality, die NPD als pfiffige Idee von Hans-Georg Maaßen und die Manufactum-Koalition in Hessen.

taz: Herr Küppersbusch, was war schlecht in der vergangenen Woche?

Friedrich Küppersbusch: „Lindenstraße“. Wo ist der Denkmalschutz, wenn man ihn braucht?

Und was wird besser in dieser?

Wer liest, wie Bild für „Mutter Beimer“ kämpft, erahnt das Vakuum an der Stelle „Angela Merkel“.

Am 19. Januar will Horst Seehofer den Platz an der CSU-Parteispitze freimachen. Glauben Sie dran?

Aus dem Horstischen ins Deutsche übersetzt heißt „Rücktritt“: „Jetzt jedenfalls gehe ich nicht.“ Zum dritten Mal raunt Seehofer knöcheltief im Konjunktiv, in welchem Fall oder wann er loslassen mag. Diesmal: wenn ein neues CDU-Vorsitzendes die hauchdünne Chance hatte, ihn wenigstens als Innenminister unverzichtbar zu finden. Wer sich tote Abgeschobene zum Geburtstag gönnt, kann wohl auch genießen, „Merkel überlebt zu haben“. Und so weiter: Man findet eine Menge therapiefähiger Anlässe, bevor die Schüppe auf den ersten politischen Grund für sein Benehmen trifft.

Finanzlobbyist Friedrich Merz zählt sich zur „oberen Mittelschicht“, auf keinen Fall aber zur Oberschicht. Das sagte er vergangene Woche im Talk mit der Bild. Er ist quasi einer von uns, oder?

Verzagt verzockt. „Ich hab Geld wie Dreck und ich hab’s auch verdient“ wäre viel ehrlicher gelogen.

In Hessen bleibt alles beim Alten. Knapp drei Wochen nach der Wahl wurde das Ergebnis im Grundsatz bestätigt. Alle behalten ihre Sitzplätze und die FDP hat wohl doch keine Lust aufs Mitregieren. Kann das nach so einem holprigen Start gutgehen mit Schwarz-Grün?

Die Manufactum-Koalition – „es gibt sie noch, die guten Mehrheiten“ – stürzt von 12 auf eine Stimme überm Durst. Das gibt den Grünen die Chance, vorzuführen, wie sie „äußerste Disziplin“ bewahren. Birgt jedoch auch das Risiko, dass die Grünen als äußerst diszipliniert vorgeführt werden. Sie werden mehr als die bisher zwei von zehn MinisterInnen durchsetzen, das Innenministerium wäre mit Blick auf den Bund die Reifeprüfung. Staatstrojaner, Polizisten mit Bodycam und die Überwachung von Messengerdiensten haben sie bereits abgenickt, in rigideren Grenzen als Bayern. Grünes Schülerticket, schwarze Autobahn 44, am Ende vom ersten Durchlauf mussten die Grünen damit klarkommen, dass die FAZ lobte: „Eine harmonische Verbindung beider Welten.“

Der Brexit scheint real zu werden. Zumindest in Brüssel gingen die Verhandlungen erstaunlich schnell. Auf der Insel legten derweil mehrere Minister*innen ihre Posten nieder. Was halten Sie für das Wahrscheinlichste: Brexit und May, Brexit ohne May oder kein Brexit, keine May?

Quelle     :          TAZ         >>>>>         weiterlesen

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