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DIE – WOCHE

Erstellt von DL-Redaktion am Montag 22. Oktober 2018

Wie geht es uns, Herr Küppersbusch?

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Kolumne von Friedrich Küppersbusch

In der Botschaft des FC Bayern, in den Umfragen zur Hessenwahl und im Kopf der Stiftung Bauhaus geht es rund. Bei der SPD nicht so sehr.

taz: Herr Küppersbusch, was war schlecht in der vergangenen Woche?

Friedrich Küppersbusch: „Geht ein Journalist in die Botschaft des FC Bayern München.“

Und was wird besser in dieser?

Über Bayern macht man keine Witze, da lacht man direkt.

Die Bayern-Bosse Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge schießen gegen Journalisten und fordern, dass auch für ihre Spieler Artikel 1 Grundgesetz, der mit der Würde des Menschen, gelte. Gilt Artikel 1 auch für Mesut Özil?

Krise und Niederlage bieten die Chance, sich als schlechter Charakter zu zeigen. Die Chancenverwertung der Bayern liegt bei 100 Prozent. Richtig, auf den taumelnden Özil hatte Hoeneß noch mal draufgetreten, der habe „einen Dreck gespielt“, seine Follower existieren „in der wirklichen Welt nicht“ und er verberge „seine Mistleistung hinter diesem Foto“ mit Erdoğan. Das Motiv, mit einer Publikation vom eigenen Elend ablenken zu wollen, muss Hoeneß erkennen. Horst Seehofer: „Jeder, der es sehen will, sieht, dass hier eine Kampagne gefahren wird, gegen mich …“ VW-Chef Müller: „Die gegen den Dieselmotor laufende Kampagne ist heftig.“ Die Öffentlichkeitsarbeit der AfD besteht wesentlich aus der Behauptung, die Öffentlichkeitsarbeit der AfD werde behindert. Kurz: aggressive Wehleidigkeit ist der aktuelle Tumormarker für Versagen. Das ist doch ganz nützlich.

Rot-Rot-Grün hat Chancen auf eine Mehrheit in Hessen, sagen Umfragen. Würden Sie ein solches Bündnis begrüßen?

Nu aber fix! Die SPD deliriert dem Endstadium entgegen, in dem Eheveteranen ätzen, „was hätte ich damals für gute Partien haben können“. ’05 bis ’09 und ’13 bis ’17 hatte R2G im Bund eine Mehrheit. Die Wähler wurden dafür mit mehr Merkel abgestraft und rächten sich mit AfD. Damals hätte Rot-Rot-Grün eine Machtperspektive geboten, derzeit nur eine Wutadresse, immerhin eine demokratische. Insgeheim hofft die Union darauf, sich an einer satisfaktionsfähigen Linken wieder hochziehen zu können. Also, Sozis, tut, was ihr immer tut: Macht wenigstens der Union eine Freude. Und R2G. Außerdem könnte man aus Jürgen Trittin und Bodo Ramelow eine ziemlich coole SPD machen. Wagenknecht müsste sich dann in der AfD um einen Linksruck kümmern.

In Bayern soll bald eine schwarz-orange „Spezi-Koalition“ regieren. Hat die Wahl sonst noch was verändert?

65 Prozent zu 30 Prozent – also rechts CSU, FW, AfD und FDP, links Grüne, SPD und Linke. Es ist, wie es in Bayern immer war. Wenn sich alle um die „Mitte“ balgen, erfindet der Wähler die Ränder neu.

Chinas Wirtschaft wächst langsamer. Dürfen die Chinesen das, wo doch an ihrer Kauflaune unser Exporterfolg hängt?

Quelle  :         TAZ           >>>>>           weiterlesen

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