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DIE – WOCHE

Erstellt von DL-Redaktion am Montag 16. Juli 2018

Wie geht es uns, Herr Küppersbusch?

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Kolumne von Friedrich Küppersbusch

Markus Söder will das Wort „Asyltourismus“ nicht mehr nutzen, Ursula von der Leyen ist zufrieden und Donald Trump hat vielleicht Recht.

taz: Herr Küppersbusch, was war schlecht in der vergangenen Woche?

Friedrich Küppersbusch: Eine Deutsche gewinnt Wimbledon, Flegel Trump schaut vorbei, England verliert das Trostspiel.

Und was wird besser in dieser?

Tut den Briten was Gutes!

Vor genau zwanzig Jahren wurde Fereshta Ludin, einer in Afghanistan geborenen, kopftuchtragenden Deutschen, die Einstellung in den Schuldienst in Baden-Württemberg verweigert. Sie klagte dagegen und stieß eine Debatte an, die bis heute – ja, was denn eigentlich? Unsere Gesellschaft vorangebracht hat?

Zurück in die Zukunft, und in keine rosige: Frau Ludin sieht in ihrem Kopftuch „heute mehr denn je eine spirituelle Dimension“, was im Sinne des Kruzifix-Urteils der sichere Weg aus dem Klassenzimmer ist. Ich mag keine uniformierten Offiziere oder Schwestern im Habit in staatlichen Schulen. Das Lehrpersonal repräsentiert den Staat. Und das Kopftuch, von dem Frau Ludin sagt, „ich nehme dadurch meine Äußerlichkeit bewusst zurück“, ist so lange eine sexuell neurotische Unverschämtheit, wie sie es – nur unter Frauen – nicht tragen müsste. Es ist Eltern nicht zuzumuten, ihren sechs- bis zehnjährigen Jungs zu erklären, dass die Lehrerin ein Befinden mit der Geschlechtlichkeit ausagiert, die Jungs in dem Alter noch gar nicht haben. Ja, es hat was vorangebracht – die Demontage des säkularen Staates und den CSU-Reflex, nun aber auch auf jedes Finanzamtsklo ein Kreuz zu dübeln.

„Die Zeit“ stellt in ihrer aktuellen Ausgabe unter dem Titel „Soll man es lassen?“ zur Diskussion, ob es „legitim“ sei, dass private Retter „Flüchtlinge und Migranten“ vor dem Ertrinken retten. Haben Sie sich das auch schon mal gefragt?

Beim Streit um diskriminierende Tafeln, ja. Soll man überhaupt Moderobst ausreichen an Arme? Obdachlosen etwas spenden, „das sie gleich wieder versaufen“? Bei Wohltätigkeitsgalas sich mit Spendenschecks adeln, die deutlich unter dem Wert der Colliers der Charity-Ladys rumpeinlichen? Sollte man, kurz, das Versagen des Sozialstaats kosmetisch wegschminken oder alles verelenden lassen und so Druck aufbauen, damit der Staat endlich handelt? Das ist eine politische Frage. Die Zeit hingegen überlässt es ihrem Publikum, die Frage als moralische zu lesen, und dafür muss man dumm sein oder ein Henker. Oder ein Oberstudienrat in Strapsen. Oder die Bild um ihre schwindende Auflage beneiden. Viel Erfolg!

„Ich habe Theresa May gesagt, wie sie es machen soll, aber sie hat nicht auf mich gehört“, lautete die Begrüßung von US-Präsident Donald Trump anlässlich seines Besuchs in Großbritannien. Jenseits des rüden Tons: Hat Trump, was den May ’schen Brexit angeht, vielleicht einfach recht?

Quelle   :      TAZ        >>>>>          weiterlesen

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