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DIE * WOCHE

Erstellt von DL-Redaktion am Montag 29. Juni 2020

Wie geht es uns, Herr Küppersbusch?

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Kolumne von Friedrich Küppersbusch

Klöckner, Gipfel und Corona-Sorgen: Die Ministerin flüstert: Ein Fleischwunder wird es wohl nicht geben. Aber Gütersloh wird dafür vielleicht Urlaubsziel. Diese und weitere Themen – hier frisch auf den Tisch.

taz: Herr Küppersbusch, was war schlecht vergangene Woche?

Friedrich Küppersbusch: Die Stones untersagen der Trump-Kampagne den Song „You can’t allways get what you want“.

Und was wird besser in dieser?

Ausgerechnet den hätte man ihm lassen können.

Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) erntet Kritik für ihren „Fleischgipfel“, ein Treffen mit Branchenvertretern aus der Fleischindustrie. Alles nur Show, sagen die Grünen. Konnten Sie dem Ganzen etwas Gutes abgewinnen?

Sonntagsbraten, freitags Fischtag, dazwischen fliegen gebratene Täubchen in den Mund: Mahlzeit! Unsere Sprache weht noch herüber aus einer Welt voller Hirsepampe. Fleisch war rar und besonders. Jetzt also Schlachtfest: Tiere, Arbeiter, Verbraucher, Erzeuger – die Fleischproduktion erweist sich als fein austariertes System, wirklich allen Beteiligten zu schaden. Das blamiert die Politik. Vorneweg eine Ministerin, die bisher das Wörtchen „freiwillig“ im ASMR-Style flüsterte, damit alle wieder gut einschlafen können. Nun ist die Schweinerei zerlegt, und die Innereien werden sortiert nach Werkvertrag, Dumpingpreis, Qualzucht und Konzernwillkür. Alles praktische Hebel und die Niederungen der Politik; ein Fleischwunder ist nicht zu erwarten. Doch das Thema liegt jetzt dampfend auf dem festlich gedeckten Tisch, und wir schließen die Augen zum Gebet: „Herr, die Zukunft des Koteletts liegt in seiner Vergangenheit.“

Nach einem Corona-Ausbruch im Kreis Gütersloh haben Bayern, Niedersachsen, Meck-Pomm und Ba-Wü Beherbergungsverbote für Urlauber aus dem Risikogebiet verhängt. Und nu ’, wohin?

GT – Gran Tourismo! Gott Tönnies! Oder eben Kreis GüTersloh – heillos unterschätzt. Miele, Miele, sagt die Tante, die alle Waschmaschinen kannte! Also ab ins Firmenmuseum, dann – ordentlich den örtlichen „Steinhäger“ verkostet. Schließlich Gruselspaß bei einer „virtuellen Führung durch den Traditionsraum der Firma Bertelsmann“. Da dürften die Mumien der untoten Hartz-Gesetze herumkompostieren. 1.000 Kilometer Radweg und -loh, also Wald, reichlich. Wieso wollte da überhaupt jemand weg?

Laut Deutschlandtrend macht sich trotz jüngster Corona-Ausbrüche nur ein Viertel der Bürger wirklich Sorgen über eine Ansteckung. Ist das dieser sommerliche Leichtsinn?

Quelle       :          TAZ        >>>>>        weiterlesen

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