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DIE * WOCHE

Erstellt von DL-Redaktion am Montag 12. August 2019

Wie geht es uns, Herr Werning?

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Kolumne von Heiko Werning

Herr Küppersbusch ist im Urlaub, deswegen beantwortet uns Herr Werning die Fragen der Woche. Als Zoologe reist er nur in höherer Misson um die Welt.

taz: Herr Werning, was war schlecht vergangene Woche?

Heiko Werning: Sibirien brennt, Brasilien wird abgeholzt – so schnell kann Greta gar nicht über den Atlantik segeln, wie der Klimawandel Fahrt aufnimmt.

Und was wird besser in dieser?

Mal eine Woche ohne neue Jahrhundertrekorde beim Wetter?

Friedrich Küppersbusch ist gerade im Urlaub. Wann waren Sie zuletzt?

Ich bin von Haus aus Zoologe, und Zoologen machen natürlich niemals Urlaub, sondern sind „im Feld“. Sie reisen also nicht nutzlos in der Welt herum wie taz-Leser, sondern in höherer Mission und kennen daher auch keine Flugscham. Ich bin gerade aus Kuba zurückgekommen. Schöne Leguane da.

In Rom dürfen Touristen nicht mehr auf der berühmten Spanischen Treppe sitzen. Trifft Sie das?

Mir egal, in Rom gibt es keine Leguane. Aber der Furor gegen Touristen nimmt ja auch bei uns zu. Da können auch Linke endlich mal ihre Heimatschutzfantasien ausleben. Das Fremde stört immer, sei es das Bierbike, das vorm Vegan-Café vorbeirumpelt, seien es diese Moslems, die im Industriegebiet hässliche Minarette neben unsere prächtigen Schornsteine stellen.

Im Sonderbericht zum Klimawandel zeichnet der Weltklimarat ein düsteres Bild. Sehen Sie irgendwo auch Licht am Horizont?

Ja, bald werde ich nicht mehr fliegen müssen, um Wüstenreptilien zu beobachten. Dass Fridays for Future die Sommerferien offenbar gut übersteht und immer noch den medialen Diskurs beherrscht – kein Tag vergeht, ohne dass die Welt das Horrorszenario beschwört, man könne bald nicht mal mehr mit seinem Porsche zum Bäcker fahren –, ist ermutigend. Für viele Tier- und Pflanzenarten wird das zu spät kommen. Sie werden vorerst nur in menschlicher Obhut überleben können. Wir brauchen also nicht nur weniger Autos, sondern auch mehr Zoos!

FDP-Chef Lindner meint, ein wenig genutzter Diesel-SUV sei umweltfreundlicher als ein viel gefahrener Kleinwagen. Sollte er die Sache den Profis überlassen?

Quelle      :         TAZ         >>>>>         weiterlesen

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