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DIE * WOCHE

Erstellt von DL-Redaktion am Montag 1. Juli 2019

Wie geht es uns, Herr Küppersbusch?

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Kolumne von Friedrich Küppersbusch

Konstruierte Konfrontation mit Kapitänin, Horst Seepferdchens Badehose und viel zu billige Drogen. Außerdem: Putins PR für Europa.

taz: Herr Küppersbusch, was war schlecht vergangene Woche?

Friedrich Küppersbusch: Timmermanns ist Holländer.

Was wird besser in dieser?

Warum nicht mal ein Holländer als SPD-Chef?

Für Italiens Innenminister Matteo Salvini ist „Sea-Watch“-Kapitänin Carola Rackete eine Verbrecherin. Ist sie das und was wäre das Recht wert, gegen das sie verstieße?

Die Klabauterfrau ist im Recht – im Völkerrecht: Art. 98 des „Seerechtsübereinkommens der Vereinten Nationen“ zwingt sie zur Hilfe für Personen in Seenot. Ein Recht zur Ausschiffung hingegen wird bestritten: Küstenländer müssen an der Anlandung „mitwirken“. Also mal so rumnebelhornen, ob noch wer Gestrandete gebrauchen kann. Nicht immer greift ein „Nothafenrecht“. Dagegen also bringt Salvini eine Verletzung italienischer Gewässer vor, den Verstoß gegen die Hafensperrung Lampedusas. Und „Gewaltanwendung gegen ein Kriegsschiff“ – weil Racketes Schiff und ein Boot der „Guardia de Finanza“ einander knirschend begrüßten. Da Frankreich, Luxemburg, Portugal und Deutschland sich unterdes bereit erklärt hatten, die gut 40 Vertriebenen aufzunehmen, ist die rechtliche Konfrontation konstruiert. Vor Gericht und auf hoher See ist man in Gottes Hand, also braucht er diesmal beide.

Der größte deutsche Drogen-Onlinehandel, „Chemical Revolution“, wurde zerschlagen, in Rotterdam wurden 2,5 Tonnen Crystal Meth sichergestellt, und laut UN-Bericht für 2017 ist nicht nur die Kokainproduktion auf einem Allzeithoch, es gab weltweit auch 585.000 Drogentote. Kommt nun der „Krieg gegen die Drogen“ zurück? Und was ist eigentlich mit der Nachfrageseite?

Springt an, wenn der Preis sinkt. Man kann das Zeug online schießen und eine Agro- bis Aggroindustrie drückt neue Rekordernten in die Märkte. Drogen sind zu billig und Staaten, die sich die Augen zuhalten, haben keinen Einfluss auf die Preise, etwa durch staatliche Ausgabe und Steuern darauf. Die andere Methode, die Nachfrage zu erhöhen, ist Verknappung. Das tun Staaten, die dagegen Krieg führen.

Mailand und Cortina d’Ampezzo haben den Zuschlag für die Olympischen Winterspiele 2026 erhalten. Wintersport. Italien. Klimawandel. Passt das zusammen?

Quelle          :         TAZ           >>>>>           weiterlesen

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