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Die Revolution im Iran

Erstellt von DL-Redaktion am Freitag 25. Februar 2011

Die Revolution im Iran

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Wenn denn Westerwelle dieser Tage im Iran unterwegs war um dort die Inhaftierten BamS Reporter frei zu bekommen, erfüllte er mit dieser Geste laut verschiedener Agenturmeldungen eine Auflage der Iranischen Regierung. Da er in den vergangenen Wochen die Freiheitsbestrebungen im Norden Afrikas gepriesen hatte, wird es nicht leicht gewesen sein, nun dem Staatspräsidenten Mahmud Ahmadinedschad und Außenminister Ali Akbar Salehi die Hände zu drücken. Wurden nicht gerade vor wenigen Tagen im Iran die Proteste der Opposition niedergeschlagen und dabei auch zwei Menschen getötet.  Das Westerwelle hier seine Zustimmung gab, ist vielleicht auch mit den Wahlen in Hamburg in Verbindung zu bringen.

Natürlich wurde der Besuch im Iran dort als politischer Erfolg verkauft. „Westerwelle hat mit seinen Besuch den Beschluss der EU Außenminister unterlaufen“ heißt es im Iran.

Als weitere Auflage für die Freilassung der Gefangenen wurden der iranischen Justiz 36.500 Euro je Häftling bezahlt.  Auch musste sich der Verlag „Axel Springer“ entschuldigen.

Hier ein Bericht von Bahman Nirumand:

Die schlagende Revolution

Der Machtapparat im Iran ist viel cleverer aufgebaut als der in Ägypten. Demonstrationen allein treiben in Teheran niemanden in die Flucht.

Die Wellen, die 2009 von den Unruhen im Iran ausgingen und in den vergangenen Wochen in den arabischen Ländern einen Tsunami auslösten, kehren nun wieder in den Iran zurück. „Erst Bin Ali, jetzt Said Ali (Chamenei)“, lautete die Parole, die am 14. Februar von zehntausenden Demonstranten unter anderem in Teheran gerufen wurde. Das Regime schlug brutal zu. Am Sonntag gedachten einige tausend Oppositionelle der beiden Toten. Es gab ein weiteres Todesopfer.

Heißt es, dass nun auch im Iran so wie in Tunesien, Ägypten und vermutlich auch Libyen die Stunde für die Machthaber geschlagen hat? Wohl kaum.

Zwar ist die wirtschaftliche Lage im Iran um keinen Deut besser als etwa die in Ägypten. Die von der UNO und zusätzlich von den USA, der EU und einigen anderen Staaten verhängten Sanktionen wegen des umstrittenen Atomprogramms und die Streichung staatlicher Subventionen für Energie und Grundnahrungsmittel haben die Preise rapide in die Höhe getrieben. Die Arbeitslosigkeit ist enorm gestiegen. Heute lebt jeder vierte Iraner unter der Armutsgrenze. Die Korruption ist nahezu grenzenlos. Im Vergleich zu den islamischen Gottesmännern waren die Anhänger des Schahs kleine Taschendiebe.

Was den gravierenden Unterschied zwischen Iran und Ägypten ausmacht, ist die Staatsmacht. Während in Ägypten die Macht auf einen Mann konzentriert war, der sich als Diktator nur wegen der Unterstützung der USA und des Westens behaupten konnte, regiert im Iran kein Alleinherrscher. Revolutionsführer Chamenei verfügt nur nominell über die absolute Macht.

Quelle: TAZ >>>>> weiterlesen

IE

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Grafikquelle  :A montage of the Bahraini Uprising created from images available on the Wikimedia Commons.

Ein Kommentar zu “Die Revolution im Iran”

  1. snoopy sagt:

    „WER SICH IN GEFAHR BEGIBT, KOMMT DARIN UM“

    So lautet ein altes deutsches Sprichwort. Definitiv beschreibt das Sprichwort nicht ein urplötzlich eintretendes gefährliches Ereignis, welches einen Menschen ohne Warnung trifft, sondern das Sprichwort befasst sich mit dem vorsätzlichen Herausfordern des Schicksals durch den Einzelnen, der von aussen ohne Not in diese Gefahr eintritt.

    Gewiss – man könnte behaupten, dass ohne diese Bereitschaft des Reporters Gefahr auf sich zu nehmen, ein Peter Scholl-Latour nie hautnah über den Vietcong hätte berichten können. Aber das ist eine andere Geschichte, die in keiner Weise mit der Story der Reportern der BILD in einen Topf geworfen werden darf.

    Gesetzt den Fall, das Interview hätte geklappt. Es wäre etwas gelaufen, was bisher das Umfeld der in Mitleidenschaft nicht geschafft hat.
    BILD hätte einen Triumph eingefahren, der überwältigend gewesen wäre. Sensationsgeil, wie wir dieses Blatt kennen, wäre das Stoff für eine Story über Wochen gewesen.

    Die Reporter wären längst wieder in der Sicherheit in Deutschland gewesen und die Story veröffentlicht – was wäre mit dem Informanten geschehen, weil er sich für ein paar Dollar auf dieses Unterfangen eingelassen hat. Was wäre seiner Mutter weiter angetan worden, weil der Sohn mutmasslich das schnelle Geld machen wollte.

    Aber man hat die beiden Reporter geschnappt. Darauf wird Friede ihre Busenfreundin mit dem Hosenanzug angerufen haben: „Mach mal was, schick mal den WW, dass er meine Leute dort rausholt“! Ist zu vermuten.
    Und die Dritte vom Kaffeekränzchen, die verehrte Liz Mohn, hat sicher auch noch ihren Senf dazugetan. (Übrigens sind das die drei, die Deutschland regieren. Und wenn man dann den Menschen noch mitteilt, dass RTL der Liz Mohn (Bertelsmann AG) gehört, ist es dann ein Wunder, dass dort die Freifrau zu Guttenberg böse Männer jagt?)

    Westerwelle als Aussenminister hat bei der Aktion sozusagen die Arschkarte gezogen. Darauf möchte ich allerdings nicht weiter eingehen.

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