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Die Linke Saar ändert ihr Programm

Erstellt von IE am Freitag 1. November 2013

Die Windräder müssen sich nun alle Links herum drehen

Jetzt ist es also doch geschehen. In der saarländischen Linken erhalten nun auch die alten Werte wieder Einzug. Oskar kehrt offensichtlich zu seiner ihn in Jugendjahren anerzogenen Religion zurück. „Oh heiliger Sankt Florian verschone unser Haus, stecke andere an!“ scheint als Leitspruch der Partei die Linke wieder ausgegraben worden zu sein. Halleluja. Halleluja.

Der pastorale Einfluss in der Partei, wenn auch aus einer anderen der vielen spirituellen Glücksschmieden, scheint seine beruhigende Wirkung nicht verfehlt zu haben. So werden nun alte Werte wie „ein ästhetisches Empfinden“ oder auch die „kulturelle Barbarei“ neu in den Vordergrund gerückt und den erhobenen Ansprüchen von Gregor Gysi endlich genüge getan. Dieser machte bislang immer vergeblich auf die fehlende Kultur innerhalb der westdeutschen Linken aufmerksam.

Die Windräder, die modernen Steinschredder ermöglichen es scheinbar einer Partei den Weg zurück zu den alten Kulturen zu ebnen. Dann brauchten wir doch an und für sich mehr Windkrafträder, auch im Saarland, um den Forderungen von Gysi gerecht zu werden. Aber so begibt sich nun der moderne Don Quichotte auf seiner Rosinante, mit seinen paar verbliebenen Getreuen auf den Kreuzzug gen, nein nicht Jerusalem da zögen Protestanten nicht mit, die Windräder im Saarland, um diesen Zeichen des Satans den Garaus zu machen. Halleluja, Halleluja.

Eine Aussage für ein kontinuierlich, strategisch, politisches Denken ist ein solches hin und her innerhalb einer Partei nicht. Es macht nur darauf aufmerksam wie konfus und wenig Zukunftsorientiert Politik innerhalb dieser Partei vorgetragen wird. Meinungen scheinen sich dem Wind, welcher die Räder antreiben sollte, anzupassen.

Es ist nur normal dass immer neue Argumente auftauchen. Das ist bei Merkel mit ihrem „Neuland“ genauso und belegt nur eindringlich dass in diesen Land keiner mehr richtig weiß in welche Richtung er denn zukünftig gehen möchte. Es fehlt einfach an Planung, eine Strategie welche nachweist dass ein Politiker noch in der Lage ist über einen Zyklus von vier Jahren hinaus zu denken, geschweige denn dementsprechend auch zu planen und zu handeln.

„Mangel an ästhetischem Empfinden“
Linken-Fraktionschef Lafontaine fordert Stopp des Windkraft-Ausbaus
und spricht von „kultureller Barbarei“

In Merzig hat der Stadtrat dem Bau eines Windparks zugestimmt, nun wollen die Franzosen direkt bei Biringen (Rehlingen-Siersburg) noch neun Windräder dazu setzen. Diese Massierung ruft nicht nur Anwohner, sondern auch die Initiatoren von „Steine an der Grenze“ auf den Plan. Die Linke im Landtag stellt sich an die Seite der Windkraftgegner. SZ-Redakteurin Cathrin Elss-Seringhaus sprach mit Fraktionschef Oskar Lafontaine.

Können die Vorhaben überhaupt noch gestoppt werden?

Lafontaine: Das ist unklar. Vielleicht ist ein Arrangement mit den Franzosen möglich. Die wollen ja auch nicht, dass die Sicht auf das Schloss Malbrouck durch Windräder auf deutscher Seite beeinträchtigt wird. Das Problem ist, dass die Genehmigungsverfahren oft schon viel zu weit fortgeschritten sind, bevor die Bürger etwas erfahren. Bekanntlich sind Landräte, Bürgermeister oder Ortsräte sehr zugänglich, wenn von den Investoren Vergünstigungen in Aussicht gestellt werden, etwa wenn Investoren dem Kindergarten oder den Sportvereinen was spenden. Deshalb bin ich der Meinung, dass es bei der Genehmigung solcher Anlagen zwingend einen Bürgerentscheid geben muss. Aktuell wäre es wünschenswert, wenn die Landespolitik sich besinnen und sich einschalten würde.

Wie soll das gehen? Die Kommunen haben bei der Windkraft die Entscheidungshoheit, seit die Jamaika-Koalition das so eingeführt hat. Rechtlich sind dem Land die Hände gebunden.

Lafontaine: Es gilt der Satz: Wer kämpft, kann verlieren, wer nicht kämpft, hat schon verloren. Das Land hat sehr wohl Einflussmöglichkeiten. Es kann zum Beispiel viel besser mit den französischen Behörden verhandeln als jede einzelne Gemeinde.

Bei der Landtagsdebatte hatte ich nicht den Eindruck, dass die Landesregierung Ihrem Aufruf folgen möchte.

Quelle: Saarbrücker-Zeitung >>>>> weiterlesen

Fotoquelle: Wikipedia – Author Luis García (Zaqarbal)

This work has been released into the public domain by its author, Zaqarbal. This applies worldwide.

6 Kommentare zu “Die Linke Saar ändert ihr Programm”

  1. Dr.Schiwago sagt:

    Oskar Lafontaine besinnt sich, aber zu spät auf seine pastorale Ausbildung. Nun versucht er mit der Bibel in der Hand das Rad der Geschichte zurück zu drehen. Er hat die Zeit leider verschlafen, nun sperrt er sich gegen den Fortschritt.Ach wäre er doch Pfarrer geworden und nicht Physiker denn davon hat er in der heutigen Zeit nun wirklich keine Ahnung mehr.Als Physicker hat er in seinem Leben nicht eine Stunde gearbeitet.
    Kein wunder dass er den Anschluss verpasst hat und mit seinem Wissen vor fünfzig jahren jetzt wieder aus zu kramen,was längst überholt ist,die Bürger für dumm zu verkaufen, was er in seinem Leben meisterhaft verstanden hat.
    HERR LAFONTAINE SCHLAFEN SIE RUHIG WEITER DENN IHRE ZEIT IST VORBEI

  2. [bremer] sagt:

    Die „Problemlösungskompetenz“ der Linken ist immer wieder bemerkenswert:

    Finanzmarktkrise > Zockerbuden dichtmachen
    NSU-Skandal > Verfassungsschutz auflösen
    Energiewende > Windparks verbieten (?)

  3. aldibe sagt:

    Lafo und Dagmar „Chinagirl“ Enschi im Kampf gegen die Windmühlen :-)

  4. Bernhard Diener sagt:

    Lafontaine „macht“ den Seehofer…

  5. Max Schröder sagt:

    Auf seine alten Tage kupfert Lafo jetzt bei Seehofer ab, der ja auch den Ausbau der Windkraft verhindern will.
    Wie viel Kalkablagerungen müssen sich da schon abgesetzt haben, wenn man auf der einen Seite gegen Cattenom zu Felde zieht und auf der anderen Seite die Gewinnung aus Windkraft und Sonne und Biomasse zu verhindern versucht?
    Wenn Lafo nicht so alt wäre, könnte man ihm ja empfehlen, mit einem Home-Trainer die Turbinen anzutreiben, die dann den Strom liefern sollen…

  6. Ichbins sagt:

    denn sie wissen nicht was sie tun. Oder gerade doch?

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