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Die Gesellschaftsschere

Erstellt von IE am Montag 19. Dezember 2011

Die Kluft zwischen Arm und Reich wird immer größer

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Immer wieder gibt es Ereignisse welche im ersten Augenschein weder für wichtig noch für entscheidend gehalten werden. Da wird einfach übersehen dass alles Gute sowie auch das Schlechte immer ganz klein, als eine Nebensächlichkeit begonnen hat. So gab es auch in der letzten Woche zwei Vorkommnisse welche auf den ersten Blick ohne Zusammenhang erscheinen. Entscheidend hierbei: Beide wurden sowohl von den Medien als auch von den Parteien nur am Rande wahrgenommen.

Es wurde von der Regierungskoalition ein satter Pensionsaufschlag für Spitzenbeamte beschlossen. Dieses wird zwar von der Opposition als „ein schamloses Weihnachtsgeschenk“ gescholten, aber vorsorglich nur hinter der vorgehaltenen Hand. Was war denn passiert, als wir das letzte Mal in der Regierung waren und was wird später wieder passieren wenn…Eine Krähe hackt hier bekanntlich der Anderen kein Auge aus.

Als Ergebnis wurde im Bundestag beschlossen die Pensionen für Staatssekretäre und Ministerialdirektoren – also Beamte, welche im Falle eines Regierungswechsel ausgetauscht und im nächsten Jahr in den einstweiligen Ruhestand versetzt würden, – die Pensionen bis zu 635 Euro pro Monat hinauf zusetzen. Die Vermutung liegt hier nahe das man damit „verdienten“ Personen für jahrelange Parteitreue mit dem so genannten „goldenen Handschlag“ auf Kosten der Steuerzahler vergolden möchte.

Dabei sind die Bezüge und Pensionen der politischen Beamten schon mehr als großzügig. Ein Staatssekretär in einem Bundesministerium verdient runde 11.500 Euro im Monat. Wird er von einem neuen Minister entlassen bekommt er für drei Monate seine vollen Bezüge. Danach folgen für drei Jahre  70 % seines Gehalts, also runde 8000 Euro und es kann anrechnungsfrei hinzu verdient werden. Sie können aber auch gut bezahlt auf die Pension warten, wenn sie nicht mehr arbeiten möchten. Die kommt im Anschluss, nach den drei Jahren. So bekommt ein Mitvierziger nach 20 Dienstjahren knapp 4200 Euro monatlich, bis an sein Lebensende. Nun plus 635 Euro durch den neuen Beschluss. Angst vor Hartz 4 brauchen also die Initiatoren solcher Gesetze nicht zu haben.

635 Euro sind annähernd die Summe, welche sich zwei Hartz 4 Empfänger monatlich zum überleben teilen müssen. Diese Gelder werden stillschweigend gebilligt während einer vielfachen Millionärin, (vielleicht auch aus dem Dunstkreis der Hannoverschen Buddy Verbindung kommend,) schon 5 Euro Mehrzahlungen für das staatliches Armengeld zu viel erscheinen.

Diese besonderen Rechte für Beamte zeigen, dass der Staat zu einem reinen Selbstbedienungsladen für die oberen Tausend verkommen ist. Unten soll in Zukunft länger gearbeitet werden, bei Rente mit 67  wird schon davon gesprochen die Leistungsjahre auf 70 zu erhöhen, und dieses alles damit die Schnorrer am Volkseigentum, die Politiker über alle Parteien hinweg die Gelder für sich selber einstreichen können. Ohne jegliches Lebensrisiko und jegliche Gegenleistung! Denn als Ergebnis ist eins sicher, wenn es um die persönliche Vorteilnahme geht sind sich alle einig, von Links nach Rechts.

So sind dann Gelder für Soziales und für Bildung nicht  mehr vorhanden. Alles Lug und Betrug von Leuten welche sich hinstellen und sich über die Faulheit der Südländer mokieren. Der Bürger wird dumm gemacht und ist es auch, da er sich diese Spielchen stillschweigend gefallen lässt. Da werden die meisten wieder einmal nur zuhören wenn im nächsten Jahr verkündet wird, dass WIR die Gürtel wieder einmal enger schnallen müssen.

Dabei wird immer vergessen dass die Bürger schon in den Parteien ruhig gestellt werden. Über alle Parteien hinweg. Die Basis wird nur noch dazu benötigt den Fettwämsern die Wege zu ebnen, Plakate zu kleben und eine billige Staffage abzugeben. Lakaien, welche die Mitnahmementalität der Führung zu unterstützen haben. Die Zivilcourage, die freie Meinung ist schon dort unerwünscht, wenn sie den Mächtigen nicht gelegen sind.

Die Rentenversicherungen gaben auf der anderen Seite bekannt, dass die Lebenserwartung für Geringverdiener alleine in den letzten zehn Jahren um zwei Jahre gesunken ist. Die Lebenserwartung für Besserverdienende stiegt dagegen im gleichen Zeitraum um ein Jahr.

Laut Rolf Rosenbrock, Gesundheitsforscher am Wissenschaftszentrum Berlin, sind die neuen Zahlen alarmierend und vom Ergebnis ist es das erste Mal nach dem zweiten Weltkrieg das die Lebenserwartung einer Volksgruppe sinkt. So weist die Wissenschaft bereits seit einigen Jahren auf den Zusammenhang zwischen Armut und geringerer Lebenserwartung hin.

Wir sehen also am Ergebnis dass sich die Schere zwischen Reichtum und Armut immer weiter öffnet. Aufgrund der genannten, vorliegenden Zahlen und Untersuchungen stellen wir aber auch die  politische Unfähigkeit der Opposition fest, denn außer den immer wieder im gleichen Stil verbreiteten Presseerklärungen, welche fast nirgendwo veröffentlicht werden, geschieht nichts, da eine jede Partei nicht in der Lage ist über den eigenen Gartenzaun zu blicken. So machen sich Parteien selber unwählbar, da sie sich als sprichwörtliche Sargnägel betätigen.

Nach den ernsten Themen hier nun eine erheiternde Glosse:

Arm früh tot

Ich habe seit Neuestem ein Blutdruckmessgerät. Werte heute: normal. Seitdem ich das Gerät habe, lese ich die Zeitung ganz anders. Tod und Sterben in der Zivilgesellschaft ist auf einmal Thema für mich geworden. Gerade lese ich: Die Lebenserwartung von Armen geht zurück. Die gute Nachricht vor Weihnachten. Arme müssen nicht mehr so lange arm sein wie früher. Das ist ja eigentlich ein Positivtrend. Sie sterben etwa zwei Jahre eher als Besserverdiener. Das wiederum ist die gute Nachricht für die Erben der Besserverdiener. Nur etwas Geduld, und es kommt noch was dazu!

Angeblich hängt die Lebenserwartung nicht ursächlich vom Einkommen ab, laut dem Sozialexperten Raffelhüschen – und ich habe diesen Namen nicht erfunden, sondern das ist ein Zitat aus dem bundesdeutschen Anzeiger Bild.

Quelle: TAZ >>>>> weiterlesen

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Author Andreas Schwarzkopf

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