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DER ROTE FADEN

Erstellt von DL-Redaktion am Mittwoch 12. Dezember 2018

Schwäne auf Spitze,
Allianz – Chef unter Arschlochverdacht

Roter Faden Hannover rote Zusatzmarkierung.jpg

Durch die Woche mit Nina Apin

Angestrebter Gemütszustand: Adventsbesinnlichkeit. Ist-Zustand: Geht so. Zumindest gebe ich mir Mühe: Der mit dem Sohn in der Grundschule gebastelte Adventskranz steht auf dem Tisch, die selbst gebackenen Plätzchen sind auch gelungen – aber irgendwas ist ja immer.

Zum Beispiel die Kuvertüre: Enthält PALMÖL! Also das Zeug, das Regenwälder zerstört, Kleinbauern die Existenz raubt und Orang-Utan-Babys zu Waisen macht. Stand neulich im Greenpeace-Magazin – weswegen die Tochter, die bereits Crunchy-Müsli aus dem Haushalt verbannt hat, fast den Glasierpinsel weggeschmissen hätte. Aber dann siegte doch die Lust am Dekorieren.

Gemütlich war auch die Abendrunde in der Kneipe mit Freunden. Dann berichtete einer, dass die Wohnungen, die gerade in unserer Straße hochgezogen werden, für 8.500 Euro den Quadratmeter verkauft werden. Und das in einer Gegend, in der Versandhäuser Sofortzahlung bevorzugen. Betretene Gesichter bei den Anwesenden. Denn so eine Nachricht heißt ja nichts anderes als: Die Einschläge kommen näher.

Zum Beispiel muss die Musikschule meiner Tochter wegen Mieterhöhung demnächst raus. Doch es gibt auch Good News: Bekannte sind in eine Wohnung gezogen, deren Eigentümerinnen ihnen freiwillig sensationelle Mietkonditionen gewähren – sie wollen, erklärten sie den perplexen Neumietern, das allgegenwärtige Spiel der Gier nicht mitspielen. Wir trinken auf die guten Immobilieneigentümer und wünschen ihnen ein langes Leben.

Allianz CEO Oliver-Baete meets PM Modi.jpg

Doch schon bei der Lektüre der aktuellen Zeit ist das kurzzeitige Wohlgefühl wieder im Eimer: Da erzählt Allianz-Chef Oliver Bäte frisch von der Leber weg, „Gerechtigkeit sei für ihn ein marxistischer Begriff. Er wisse gar nicht recht, was das sein solle – wenn, dann könne er überhaupt nur mit dem Begriff „Interessenausgleich“ etwas anfangen. Von der Analyse her ist das natürlich korrekt, schließlich hat nie jemand behauptet, im Kapitalismus gehe es gerecht zu. Und da Bäte ja fürs Risikenabschätzen zuständig ist und nicht Abgeordneter der Linkspartei, ist das Herstellen von, nennen wir es Chancengleichheit auch nicht sein Kerngeschäft. Aber als hochbezahlter Manager so was rauszuhauen bringt ihn trotzdem unter Arschlochverdacht. Wie soll man solche Äußerungen anders verstehen als: Herr Bäte von der Al­lianz findet dann wohl auch, dass es kein Recht auf bezahlbares Wohnen in der Innenstadt gibt – oder auf einen intakten Regenwald.

Quelle       :          TAZ         >>>>>         weiterlesen

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Grafikquellen      :

Oben     —    Roter Faden in Hannover mit beschriftetem Aufkleber als Test für einen möglichen Ersatz des auf das Pflaster gemalten roten Strichs

Unten     —        The CEO-Designate Allianz Group of Germany, Mr. Oliver Baete calls on the Prime Minister, Shri Narendra Modi, in New Delhi on January 16, 2015.

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