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DER ROTE FADEN

Erstellt von DL-Redaktion am Dienstag 3. November 2020

Corona und ein furchtbarer Anschlag

Roter Faden Hannover rote Zusatzmarkierung.jpg

Durch die Woche mit Ebro Tasdemir

Topfpflanzen statt Luftfilter. Lüften ist das neue große Ding, allerdings produziert es auch viele Schnupfnasen. Solidarität ist angesagt – auch angesichts des neuen Terrors.

Ich schwöre, ich werde nur ganz kurz zu Beginn dieser Kolumne über Corona und seine Auswirkungen schreiben, den Teil können Sie und kannst Du gern überspringen, falls es doch grad etwas zu viel ist mit der Coronaberichterstattung.

Es ist nur so eine verrückte Idee, aber es ist ja auch meine Kolumne, und deshalb können Sie gern an den Verrücktheiten teilhaben: Was macht das Virus eigentlich, wenn es nicht in Bars und Sportsalons und sonst wo rumspringt? Wo bleibt es dann hängen? Wo bleiben vor allem die Schü­le­r*innen, wenn Schulen wie gewohnt offen bleiben, aber das Freizeitverhalten sich kaum ändert, sprich, Treffen mit Freunden und Verwandten fröhlich weitergehen, zahlenmäßig reduziert natürlich?

Ich weiß ja nicht, aber mir kommt das reichlich unausgegoren vor, alles zu schließen, ohne den Schulen ein Konzept mit A- und B-Gruppen und wöchentlich wechselndem Unterricht zu gönnen. Alleinige Hygienekonzepte wie das Lüften in den Schulen sind en vogue, weil kostengünstig, aber doch nicht durchdacht … Zudem sind uns in den kommenden Monaten eine Menge kranker Kinder mit Schnupfnasen und Husten erst einmal sicher (einschließlich der Angst, dass das jetzt Corona sein könnte).

Nun gibt es ja viele Stimmen, die für Luftfilter in den Klassen plädieren. Zu teuer wäre das wohl. Statt Luftfiltern, die wohl schon einige Eltern den Klassen ihrer Kinder spenden wollten, könnten wir es eigentlich auch billiger und einfacher haben: Wir schenken den Klassen unserer Kinder Topfpflanzen. Ja, wirklich. Denn was hat die tolle Wissenschaftssendung des WDR, „Quarks“, in dieser Woche auf Twitter verbreitet?

Ständiges Lüften breitet den Viren, folgt man „Quarks“, sozusagen den roten Teppich aus, und das kommt so: Die trockene, kalte Luft, die durch das offenen Fenster in den Raum strömt, macht wohl, dass sich die Viren noch viel wohler fühlen, denn dann schweben die Aerosole wohl besonders lange in der Raumluft umher. Und: Bei Kälte ist der Mensch für Viren empfänglicher (also immer schön auf warme Füße achten), weil die Schleimhäute austrocknen und die Viren so leichter über die Nase, den Mund und die Augen eindringen; alle Viren, nicht nur Coronaviren.

Feuchte Luft ist besser

Aber das Beste an der ganzen Sache ist: Man kann das Konzept Lüften, dieses große neue Ding, einfach upgraden, indem man Topfpflanzen oder Tontöpfe mit Wasser zum Befeuchten der Luft in den Raum stellt, so einfach. Gut, nicht? Und wenn die Kinder ab 13 ­Jahren dann auch noch Mundschutz tragen könnten, wäre mir nicht mehr so mulmig, wenn ich das Kind in die Schule schicke, auch wenn Angst ein schlechter Berater ist. Aber als Risikopatientin wäre mir – wie wohl vielen anderen Müttern und Vätern mit Risikopatienten im Haushalt – wohler, wenn sich alle an ziemlich einfache Regeln halten würden.

Hurricane Georges effects in Key West MM00021101 (2593340720).jpg

Die Ratschläge der Politik sind Hinweise auf ihre Kenntnisse. Die Fenster stehen heute noch offen !

Und eigentlich wollte ich ja wirklich lustig-fluffig hier in der taz in die Tasten hauen, so nach dem Motto „Höhö, am Wochenende jetzt aber noch mal schnell Vorräte bunkern, dann ab ins Fitnessstudio und anschließend in die Bar und am besten noch ’ ne Mani und drinnen essen gehen, bis der Lockdown …“, aber als ich dann Donnerstag spät aufs Handy schaute nach einem langen Tag der Abstinenz (ich gewöhne mir gerade ab, ständig am Telefon zu hängen) und sah, dass fanatische Menschen, also Männer in Frankreich töten, da war der Reflex, Witzchen zu reißen, schnell verschwunden.

Quelle     :          TAZ        >>>>>       weiterlesen

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Grafikquellen      :

Oben      —          Roter Faden in Hannover mit beschriftetem Aufkleber als Test für einen möglichen Ersatz des auf das Pflaster gemalten roten Strichs

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Unten     —  Houseboat Row on South Roosevelt Boulevard after Hurricane Georges September 1998. From the Dale McDonald Collection. Hurricane Georges in Key West, Florida, September 1998.

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