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RENTENANGST

Der muslimische Mann

Erstellt von DL-Redaktion am Sonntag 10. Januar 2016

Legende vom triebhaften Orientalen

Khola Maryam Hübsch

In der Debatte über die Silvesternacht in Köln trüben antimuslimische Ressentiments den Blick auf ein globales Problem.

Plötzlich leben wir in einem Land, in dem man sich ständig Sorgen um die Sicherheit und Würde von Frauen macht. Aber nicht etwa, weil eine EU-Studie zu dem Ergebnis kommt, dass jede dritte Frau in Deutschland bereits sexuelle oder körperliche Gewalt erlebt hat. Es geht auch nicht um das häufig sexistische und frauenverachtende Rollenbild, das auf Werbeplakaten, Zeitschriftencovern, in Musikvideos und Hollywoodfilmen verbreitet wird. Daran haben wir uns längst gewöhnt.

Es geht darum, dass die deutsche Frau vom muslimischen Mann bedroht wird. Deswegen diskutieren wir jetzt nicht über sexuelle Gewalt gegen Frauen, wie es dringend geboten wäre. Wir diskutieren über den muslimischen Mann. Eine „Horde“ von 1.000 arabischen und nordafrikanischen Männern, ein „Sex-Mob“, so die Bild-Zeitung, sei in der Silvesternacht in Köln über deutsche Frauen hergefallen. 1.000 Täter, das ist eine Märchenzahl. Zumal noch immer ungeklärt ist, wie viele Männer sich tatsächlich rund um den Hauptbahnhof aufhielten. Und wie viele davon Täter waren.

Doch die Debatte wird ohnehin vor allem von Stereotypen bestimmt, die jetzt aktiviert werden: Von 1001 Nacht, vom Orient, der schon seit jeher als Projektionsfläche für sexuelle Ausschweifungen dient. Der fremde Barbar, der die unschuldige weiße Frau bedrängt, das ist ein klassisches, ein uraltes Stereotyp.

Bislang aber gibt es keine Belege dafür, dass es zu einer Zunahme sexueller Belästigungen durch Migranten oder Flüchtlinge gekommen ist. So gab das BKA im Oktober 2015 bekannt, dass Flüchtlinge nicht häufiger straffällig werden als der Durchschnittsbürger. Der Anteil der Sexualdelikte an den von ihnen begangenen Straftaten liege bei „unter einem Prozent“. Diesen Zahlen stehen nun die Kölner Ausschreitungen gegenüber – sie passen zu gut in das Klischee des muslimischen Mannes, der seine Triebe nicht beherrschen kann.

Natürlich muss man fragen dürfen, ob das Frauenbild in Teilen der sogenannten islamischen Welt ein problematisches Verhalten Frauen gegenüber begünstigt. Doch rechtspopulistischen Stimmungsmachern, die nun meinen, einen Kulturkampf heraufbeschwören zu müssen, kann man entgegnen, dass der Islam Partner statt Problem sein sollte im Kampf gegen eine frauenverachtende Mentalität. Die Täter von Köln, sie dürften sich nicht wirklich um die Gebote des Korans scheren. Das Alkoholverbot des Korans jedenfalls haben sie ignoriert.

Ein krasses Gegenbild

Quelle: TAZ >>>>> weiterlesen

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Fotoquell : Wikipedia – „Photo by CEphoto, Uwe Aranas / CC-BY-SA-3.0“

11 Kommentare zu “Der muslimische Mann”

  1. Thomas A. Bolle sagt:

    „Wir sollten uns stärker an islamischen Werten orientieren. Der Koran bietet die Lösungsansätze die wir brauchen, um sexuelle Übergriffe auf Frauen effektiv zu unterbinden.“
    Claudia Roth – B´90/die Grünen am 08.01.2016 auf Twitter/Facebook

    Kommentare gehen von Hirntod bis zur Biomasse von Frau Roth.

    Diese Aussage ist Wasser auf die Mühlen der AFD/NPD und liefert eine Steilvorlage für jeden Demonstranten.
    Geistige Verwirrung gibt es nicht nur bei Pegida.

  2. Herter sagt:

    Woher nehmen Sie, Herr Bolle die Aussage: „Geistige Verwirrung gibt es nicht nur bei Pegida“ ?
    Waren Sie jemals auf einer Demo mit dabei oder haben sich mit Demonstranten dort unterhalten?
    Sie scheinen auch alles zu glauben, was man berichtet? Es kann ja sein, dass ich mich irre? Zu Frau Roth muss ich Ihnen Recht geben und Ihre Aussage deckt sich mit der von „Pegida“.

  3. Waldschrat sagt:

    Pegida bekommt prominente Unterstützung: Alice Schwarzer teilt das „berechtigte Unbehagen“ der Anti-Islam-Bewegung. SPD und Grüne sind empört. Für sie hat Schwarzer damit als streitbare Feministin ausgedient.

    http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/pegida-und-die-folgen-alice-schwarzer-zeigt-verstaendnis-fuer-anti-islam-demos/11195572.html?share=fb

  4. Waldschrat sagt:

    Köln
    Pegida Demo 9.1.2016 : Polizistin bestätigt – Presse hatte mit Böllern geworfen

    https://www.youtube.com/watch?v=-hB5cJf9c2U

    https://www.youtube.com/watch?v=SzsDzW1Js0Y

    Jede/r sollte sich selbst ein Bild machen.

  5. exespenhainer sagt:

    Frau Roth hat völlig zu Recht darauf hingewiesen, dass der Koran gute Möglichkeiten bietet, die Frau vor sexuellen Übergriffen zu schützen. Schließlich bleibt die Frau weitgehend im Haus, darf nur in Begleitung meist männlicher Familienmitglieder und in züchtiger Kleidung selbiges verlassen. Das erschwert und verhindert sexuelle Übergriffe ganz wesentlich. Sicher kommen in den muslimischen Familien sexuelle Übergriffe und Gewalt kaum bis gar nicht vor!!!!!!!!!

  6. Benno sagt:

    @ 5
    Wer sagt das, dass sexuelle Übergriffe und Gewalt kaum bis gar nicht vorkommen?

  7. Herter sagt:

    Es gibt nur eine einzige Antwort: Die Grabscher haben ihre Pfoten von unseren Frauen zu lassen!!!!

  8. Waldschrat sagt:

    Mein Wort zum Sonntag. Heute mache ich mir wahrscheinlich ein paar Feinde.
    Ich war 11 Jahre Polizist der Bundespolizei.
    Die letzten drei Jahre meiner Dienstzeit durfte ich mit den Polizistinnen und Polizisten der Bundespolizeiinspektion Köln Hauptbahnhof leisten. Diese Kollegen haben mich so geprägt, dass ich auch heute noch der “Sergeant” sein möchte.
    Das sind die Kollegen die jetzt im Kreuzfeuer der Öffentlichkeit stehen.
    Ich muss sagen, dass Köln die mit Abstand aufregendsten Dienstjahre zu bieten hatte. Junge Junge, der Hauptbahnhof ist schon ein besonderer Ort, mit besonderen Menschen, der besondere Polizisten braucht.
    Schichtdienst, bei Wind und Wetter draußen und ständig unterbesetzt. Auch Dank mir und meines Sports. Sie haben mich das nie spüren lassen.
    Am Hauptbahnhof bekommt man es mit besonderen Abgründen zu tun. Drogenschicksale, organisierter Diebstahl, Asyl und Suizid, besonders zur Weihnachtszeit ein trauriges Phänomen.
    Bahnhofspolizisten müssen das wegstecken.
    Der Umgangston ist auch ein anderer als am Flughafen und der ist auch nötig, sonst wird man schonmal “nicht verstanden”.
    Nicht verstanden habe aber auch ich nach diesen 3 Jahren auch eine Handvoll Dinge nicht.
    Das mit Abstand größte Kriminalitätsphänomen am Kölner Hauptbahnhof ist der Taschendiebstahl. Fakt. Wir haben an “belebten” Tagen zwischen 20 – 30 Diebstähle dienstgruppenübergreifend aufgenommen.
    Verwunderlich war dabei, das es bei Intensivtätern fast immer die gleiche Tätergruppe war. Nordafrikaner im Asylverfahren.
    Ich kann mich an eine Geschichte im Besonderen erinnern.
    Wir hatten einen älteren Mann am Bahnhof, der in Fachkreisen der “Spanier” hieß, weil er sich bei den Opfern als spanischer Tourist ausgab, diese mit Fragen beschäftigte, während sein Komplize die Opfer bestahl. Aber eigentlich war der Spanier Algerier im Asylverfahren.
    Als ich auf der Dienststelle den Spanier zum ersten mal antraf, hatte er gerade gegen sein bestehendes Hausverbot im HBF verstoßen und war bei der “Arbeit” erwischt worden. Meine Kollegin war fassungslos wütend, da sie ihn wohl in dieser Woche mehrfach angetroffen hatte. Mir tat das kleine Männlein im viel zu großen Sakko eigentlich nur Leid.
    Am nächsten Tag war ich privat am Hauptbahnhof und setzte mich in den gut besuchten Starbucks. Ich war gerade im Gespräch und da der Platz im Starbucks begrenzt ist hab ich meine Tasche neben meinen Tisch gelegt.
    Und jetzt ratet mal wer kurz danach hinter mir stand und auf meine Tasche starrte. Das kleine Männlein mit dem viel zu großen Sakko und sein Komplize. Er hatte mich ohne die Uniform nicht erkannt. Als ich ihn fragte ob er noch bei Sinnen sei (Hausverbot) sprach er nur noch spanisch.
    Sein Kollege war noch einen Zacken dreister.
    Nach meinen Anschuldigungen wollte er die Polizei rufen, ahahahaha.
    Als ich ihm zustimmte hat er doch lieber den Starbucks verlassen. Vielleicht wollte er ja lieber zur Polizei in Düsseldorf. „wink“-Emoticon
    Meine Frage also, wie kann ein Asylbewerber, während sein Antrag geprüft wird, Straftaten begehen ohne Angst zu haben, ausgewiesen zu werden.
    Die Antwort ist einfach. Der Artikel 53 des Aufenthaltsgesetzes sieht eine Ausweisung von Ausländern nur in schwerwiegenden Fällen vor. Das heißt, dass Straftaten die mit weniger als 3 Jahren Freiheitsstrafe belegt sind, das Asylverfahren nicht beeinflussen.
    Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) klärt unabhängig davon ob Anspruch auf Asyl besteht oder nicht.
    Das ist für mich bis heute unfassbar.
    Während diese Nische für Straftäter seit Jahren unberührt bleibt, gehen meine Kollegen pflichtbewusst Tag für Tag zur Arbeit und leisten nach bestem Wissen und Gewissen ihren Dienst ab.
    Ein Fakt den ich auch nicht verstanden habe, ist die permanente Sparpolitik des Bundes, wenn es um die Kapazität der Bundespolizei geht.
    Am Bahnhof Köln haben wir nur eine begrenzte Zahl an Planstellen. Das sind die ausgewiesenen(eingeplanten) Stellen für Polizisten.
    Wenn die Dienststelle komplett besetzt war, hatten wir in der Regel 3 Fußstreifen (à 2 Mann) und 2 Autostreifen. Das sind 10 einsatzfähige Polizisten für den gesamten Bahnhof und Umgebung.
    Ich kann mich erinnern, dass zur Silvesterzeit meist noch Kräfte der Hundertschaft hinzukamen.
    Da in Köln zu dieser Zeit aber überall Polizeipräsenz gefragt ist (Ringe, Deutzer Bahnhof, Innenstadt, Rheinufer), war diese Unterstützung immer begrenzt.
    Im Hauptbahnhof haben wir übrigens 2 Gewahrsamszellen. Bei 3 Tätern muss also schon eine Autostreife (à 2 Polizisten) in die Gewahrsamsanlage des Polizeipräsidiums fahren. Mit der Verbringung, ordnungsgemäßen Übergabe und Rückweg bei Silvesterbetrieb mindestens 1 Std.
    Ich habe gelesen dass man in der Silvesternacht von einer Anzahl der Täter in Höhe von Tausend bis Zweitausend ausgeht. Nun wirft man der Polizei vor, dass sie diesen Mob nicht unter Kontrolle bekommen hat und die Täter dingfest gemacht hat.
    Es scheint ein bewährtes Mittel der Politik zu sein, beim eigenverschuldeten Komplettversagen einen Dummen ausfindig zu machen, damit die Medien und der Mob mit dem Finger auf ihn zeigen können.
    Es scheint so, als sei der Dumme im Polizisten gefunden.
    Ich widerspreche dem wehement.
    Ich widerspreche auch Menschen, die grundsätzlich gegen Asyl sind, da unsere Regierung durch exorbitante Waffenexporte nicht unschuldig an dieser Situation ist. Ich habe einem guten Freund und Syrer aus dem TigerMuayThai versprochen, seine beiden Cousins die als Asylbewerber in Köln sind, aufzusuchen.
    Ich bin Polizist geworden um Menschen zu helfen, die Hilfe benötigen.
    Aber wenn wir unsere Demokratie, unsere Aufklärung und Zivilgesellschaft und am wichtigsten, die freiheitlich demokratische Grundordnung erhalten wollen,
    dann sollten Verstöße gegen diese Prinzipen unmittelbar und konsequent geahndet werden und ein Aufnahmeverfahren entscheidend beeinflussen. Ansonsten macht sich unser Rechtssystem lächerlich.
    Genauso lächerlich wie die Beschuldigungen der pflichtbewussten Polizisten und den Tipps mit der Armlänge.
    Und genauso lächerlich wie die verallgemeinerte Hetze gegen Asylbewerber.
    Danke
    Euer Sergeant
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  9. Thomas A. Bolle sagt:

    Frau Roth hat nicht Recht. Das Frauen nur in die Öffentlichkeit in Begleitung und verschleiert dürfen ist auch Gewalt, es ist psychische Gewalt weil der eigene Wille vergewaltigt wird. Und weil nichts nach Außen dringt gibt es auch keine gesicherten Auskünfte über Gewalt in muslimischen Familien.

    Und die Antwort heißt auch nicht – „von unseren Frauen“ – sondern von allen!! Frauen.

  10. exespenhainer sagt:

    @8 Mein Beitrag war ironisch gemeint. Die Lage der Frauen in den meisten islamischen Ländern ist noch Jahrzehnte von der Lage der Frauen in der Bundesrepublik der 60er Jahre entfernt.

  11. Herter sagt:

    # 10

    Das habe ich auch so verstanden. Ich habe es nur direkt abgekürzt. Schlimm.

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