DEMOKRATISCH – LINKS

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RENTENANGST

Der letzte Linke Vorhang ?

Erstellt von DL-Redaktion am Montag 17. Juni 2013

Es darf wieder getanzt werden

Sicher, auch ich habe die letzten Tage zwischendurch immer einmal nach Dresden, in den Parteitag hineingeschaut, via Fernsehen oder Internet. Aber für mich gleichen diese gestellten Inszenierungen immer mehr einem Theater auf großer Bühne auf welcher dem Bürger das gezeigt wird, was er nie erleben wird. Die Traumwelt eines Theaters eben. Ein Schauspiel teils mit der Theatralik einer Wagner Oper oder der Leichtigkeit eines Schlagers.

Sicher so eine Aufführung weist an verschiedenen Stellen auf einen realen Hintergrund hin, welchen der Beobachter aber auch erkennen muss. Gestern habe ich bereits versucht an einigen  Punkten auf verschiedene Auffälligkeiten  hinzuweisen. In diesen Zusammenhang fiel mir dazu ein altes Kinderlied wieder ein, welches mir seitdem nicht mehr aus den Kopf will. Und das geht so:

Ein Männlein steht im Walde ganz still und stumm,
Es hat von lauter Purpur ein Mäntlein um.
Sagt, wer mag das Männlein sein,
Das da steht im Wald allein
Mit dem purpurroten Mäntelein.

In meiner Frühstückslektüre lese ich dann heute Morgen folgenden Passus:

„Die zaghaften Versuche des linken Flügels, mehr von Lafontaines Euroskepsis im Wahlprogramm zu fixieren, scheiterte an einer Zweidrittelmehrheit der Delegierten – und an einer scharfen Intervention von Bernd Riexinger gegen DM-Nostalgie. Auch Parteichefin Katja Kipping sagt: „Die Linke ist nicht für den Austritt aus dem Euro. Wir wollen nicht zurück zur D-Mark.“ Lafontaine war da schon abgereist. Der Versuch, die Partei von außen auf Antieurokurs zu bringen, war gescheitert. Er hat nur noch die ganz Treuen um sich – und nicht mehr die gesamte Westlinke.“

Diese Aussage im Zusammenhang gesehen mit dem Antrag: S.25.1.1. , welcher hier als Inhalt des  Kommentar mit Nr. 65961 aufgeführt ist

>>>>> HIER <<<<<

mag der Hinweis auf den großen Verlierer sein, dem neben der Meinungshoheit jetzt auch die Neigung zur ungehemmten Aufnahme von Krediten, für welche dann Andere bezahlen sollen, ausgetrieben werden soll.

Da schlich er dann davon. Wie aus der SPD, zuvor? Damals fand er noch Nachfolger, welchen zu einem großen Teil ebenfalls der Mumm fehlte vor Ort, heißt, in der eigenen Partei gegen die entwürdigende Politik anzugehen. Stelle sich einer vor Ottmar Schreiner hätte eine größere Unterstützung bekommen? Aber wo anders war das Geld scheinbar leichter zu verdienen? In der Politik ist es leichter Utopien als Realitäten zu Geld machen zu können.

Heute, wer macht den ersten Judas? Werden sie weiter mit ihren Besen die Eisfläche hinter ihm vom Staub befreien, damit ein jeder ausrutschen möge, welcher ihm zu nahe kommt?  Singen wir wieder das alte Lied wie schon zu Adenauers Zeiten: „Ihm rieselt der Kalk aus der Hose, dem alten Mann aus Bonn“, heute Saarbrücken ? Oder stimmen die meisten wieder das alte SPD Lied an, in welchen Steinbrück gestern nahe den Tränen einen Aufbruch in die neue Zeit nicht umsetzen kann? Mitleid mit diesen Menschen? Nein! Niemand rief sie! Sie kamen angelaufen, konnten gar nicht so schnell rennen da sie glaubten unfehlbar zu sein.

Ja, aber sie sind die wirklichen Verlierer, die blindergebene Vor- und Nachhut. Zuerst gehen Gott 1 und Gott 2, mit ihnen die Millionen und dann erst die enttäuschten Büttel, und dass zumeist dann in verschiedene Richtungen. So werden den Halleluja Rufen bald wieder die „Kreuzige ihn“ Forderungen folgen. Gleichend dem was wir heute so schön in der Türkei beobachten können. Die Macht verliert dass rechte Maß, verläuft sich in der eigenen Maßlosigkeit.

In welchen Parteien werden wir die Wechselbälge wiederfinden? Die bei denen die Hirne vom vielen kreiseln ehe schon keine klaren Gedanken mehr fassen können? Folgt auf Schwarz, Grün dann Rot und jetzt der politische Tod? Oder bringt man sich selber auf der ganz rechten Seite wieder zu neuen Blüten? So in Springerstiefel unter schwarzen Masken, wobei nur die Farbe der Fahnen wechseln? Für bestimmte Synapsen nur ein kleiner Sprung. Ich bin mir ziemlich sicher, wir werden sie Erleben, die Sprünge.

Hier ein Artikel über diesen Parteitag mit anschließenden Gysi Interview:

Es darf wieder getanzt werden

Am Freitag passierte auf dem Parteitag der Linkspartei in Dresden etwas Überraschendes: Der Tanzabend fand statt. Eine kubanische Salsaband spielte, die GenossInnen tranken Bier und schauten in lauer Sommernacht auf die Elbe. Der Tanzabend steht bei jedem Parteitag auf dem Programm. Doch oft verhakten sich die verfeindeten Flügel in langwierigen Debatten – eine zeitraubende Sache, deren erstes Opfer dann stets der Tanzabend wurde.
In Dresden gab es dagegen kaum Kontroversen. Inhaltlich zieht die Partei mit dem bekannten linkssozialdemokratischen Forderungskatalog in den Wahlkampf. „100 % sozial“ steht in riesigen Lettern an der Wand.

Quelle: TAZ >>>>> weiterlesen

Die Debatte über Rot – Rot – Grün wird kommen

taz: Herr Gysi, ist Ihnen langweilig?

Gregor Gysi: Nein, wieso? Wahlkampf ist immer spannend.

Dieser Parteitag nicht.

Selbst wenn das so wäre, ist mir das lieber als so etwas wie der Parteitag in Göttingen. Das war nicht langweilig, aber anstrengend. Zu anstrengend.

In Göttingen haben Sie 2012 den Westlinken „Arroganz“ vorgeworfen und in der Fraktion „Hass“ entdeckt. Und jetzt ist wieder alles gut? Wie das?

In Göttingen hat die Partei sich erschreckt. Auch die, die sich über meine Rede geärgert haben, wussten: So geht es nicht weiter. Ich wusste damals nicht, ob meine Rede mobilisiert oder deprimiert. Ich wurde danach auch bei Parteitagen im Westen eingeladen und dachte: Au Backe! Sie haben mich aber gut aufgenommen. Göttingen hatte etwas Befreiendes. Das war ein Gewitter. Wir brauchten das und haben uns danach politisiert, also gut entwickelt.

Sind Sie froh, dass Oskar Lafontaine bundespolitisch keine Rolle mehr spielt?

Quelle: TAZ >>>>> weiterlesen

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Fotoquelle: Wikipedia

Author Andreas Praefcke
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