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RENTENANGST

Der Brief aus dem Osten

Erstellt von DL-Redaktion am Sonntag 9. September 2012

»Das ist ein Spiel mit dem Feuer!«

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Ja, es hat sehr lange gedauert, aber jetzt scheinen sie zu erwachen. Langsam zwar, wie nach einem langjährigen vertrauensvollen Schlaf üblich, ein jeder wägt sich in der Sicherheit einer Großgemeinschaft gut behütet, aber wenn erst einmal der letzte Rest des Sandes aus den Augenwinkeln verrieben wurde, ist der offene Blick auf die Realitäten des Alltags möglich.

So reift die Erkenntnis etwas gehört zu haben, in den letzten Jahren, ein unseliges Summen der Kritik, der ewig Meckernden, es wurde beiseite geschoben, da blindes Vertrauen grenzenlos war. Nun haben sich die führenden Persönlichkeiten der Ost-Landesverbände zusammengesetzt und einmal  bilanziert, die letzten Jahre.

So wurde denn auch, endlich, eine Manipulation mit den Mitgliederzahlen aus den West-Ländern erkannt und eine größere Ehrlichkeit angefordert. Dieses und auch weitere Klagen wurden in einem gemeinsamen Brief der Berliner Parteispitze mitgeteilt und darin auch einen größeren Respekt für den Osten eingefordert. Das dieser Brief letztendlich auch den Weg in die Öffentlichkeit, sprich Presse fand, ist in in der heutigen Zeit ein normaler Vorgang.

Der Brief befindet sich >>> HIER <<<

So lässt Bodo Ramelow ein Mitunterzeichner des Briefes verlauten dass sie nur die Wichtigkeit des Ostens  unterstreichen möchten. Es wäre das normalste das Landesverbände korrekte Daten über die zahlenden Mitglieder angeben. Im politischen Tagesgeschäft sind die Mitgliederzahlen mit dem Bargeld der Parteien zu vergleichen, denn sie entscheiden letztendlich über Delegiertenzahlen und damit die Zusammensetzung der verantwortlichen Gremien. So wird schon lange gemutmaßt das die Zahlen des Westen getürkt sind und wenigstens ein drittel der Mitglieder nur aus taktischen Gründen in den Listen geführt werden.

Im Internet wird zur Zeit per Mail folgender Artikel aus der „Jungen Welt“ verbreitet:

»Das ist ein Spiel mit dem Feuer!«

Die »Reformer« der Linkspartei keilen aus:

Kreisverband Stralsund ist zu links und soll aufgelöst werden.

Gespräch mit Marianne Linke

Marianne Linke, ehemalige Sozialministerin des Landes Mecklenburg-Vorpommern, ist Vorsitzende des Kreisverbandes der Linkspartei in Stralsund

Der Kreisverband Stralsund versteht sich als »linkssozialistisch« – am 15. September soll er auf dem Landesparteitag in Ludwigslust durch einen formellen Beschluß liquidiert werden. Warum?

Spätestens seitdem sich Delegierte unseres Kreises am 13. August 2011 auf einem Parteitag geweigert hatten, zum Gedenken an den Mauerbau aufzustehen, versucht man uns, politisch abzudrängen. Wortführer sind der frühere Bundesgeschäftsführer Dietmar Bartsch, der Landesvorsitzende Steffen Bockhahn und ihre Mitstreiter.

Da dieser Artikel verkauft wird, also nicht für jedermann öffentlich ist, hier nur einige Auszüge in denen auf den oben offenen Brief eingegangen wird:

Junge Welt: Im Brief ist davon die Rede, die Erfahrungen der Ost-Linken müßten stärker berücksichtigt werden. Ist damit auch die Erfahrung der Landesverbände Berlin und Mecklenburg-Vorpommern gemeint, die es innerhalb weniger Jahre geschafft haben, ihre Wählerzahl mehr als zu halbieren? Welche Schlußfolgerungen wurden aus diesen Desastern gezogen?

Eine Partei kann nur überleben, wenn sie aus solchen Erfahrungen auch die politischen Konsequenzen zieht – was in beiden Fällen so gut wie nicht geschehen ist. Die Verfasser des Briefes gehen mit keinem Wort darauf ein, daß die Wählerschaft rapide geschmolzen ist – die Zahl der Mitglieder auch. Der Landesverband Mecklenburg-Vorpommern steht übrigens kurz vor der Zahlungsunfähigkeit. Auch aus dieser Erkenntnis sollte eine Konsequenz für eine dezentrale und mitgliederorientierte Parteiarbeit gezogen werden.

Die ostdeutschen Landesverbände spielen mit dem Feuer, wie dieser Brief beweist. 1998 wurden wir in Mecklenburg-Vorpommern – damals noch als PDS – mit 264299 Stimmen gewählt. Bei der Landtagswahl im vergangenen Jahr waren es nur noch 125528. Mehr als die Hälfte unserer Wähler hat uns also den Rücken gekehrt! Das ist katastrophal, selbst wenn man berücksichtigt, daß die Bevölkerung in diesem Zeitraum um 13 Prozent zurückgegangen ist.Ähnlich ist die Bilanz im Landesverband Berlin. Keiner der Unterzeichner dieses Briefes hat es für nötig gehalten, diese Entwicklung politisch oder gar selbstkritisch zu hinterfragen.

Viel Bewegung ist also in die Partei hineingekommen. Wie sagte man vor Jahren so schön: „Jetzt wächst zusammen, was zusammen gehört“. Dieser Satz mag sich auf ein Land bezogen, richtig sein. Aber auf eine Partei mit solch unterschiedlichen Weltanschauungen kann er nicht zutreffen. Die Partei wird sich über den zu gehenden Weg entscheiden müssen welcher nur heißen kann: Kommunismus oder Demokratie! Beides zusammen ist wie Feuer und Wasser. Im Westen werden von Gründung der Partei an Demokraten mit tatkräftiger Unterstützung der Schiedskommissionen, von den Kommunisten und Sektierern aus der Partei entfernt. Das solche Reinigungsaktionen überwiegend im Westen durchgeführt werden spricht für sich. Denn hier leben die Spinner welche hier von der ihnen hier gebotenen Freiheit profitieren und ausleben dürfen, was in den von ihnen verherrlichten Ländern nie möglich wäre. Da säßen sie lange auf Nummer sicher.

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Grafikquelle   :   Camina por el fuego

9 Kommentare zu “Der Brief aus dem Osten”

  1. Dengmerter sagt:

    Ein Austrittschreiben, nur der Bundesgeschäftsstelle zugeleitet, hat den Weg in eine St. Ingberter Anwaltskanzlei gefunden. Einfach so?

  2. Dengmerter sagt:

    Die Ausführungen von Sandmännchen kann ich bestätigen.

    Sandmännchen sagt:
    Sonntag 9. September 2012 um 09:10

    Im Kreisverband Saarpfalz soll z.B. bei Kreismitgliederversammlungen- wenn Neuwahlen anstehen- die Kreisvorsitzende mit zwei Mitgliederlisten „arbeiten“. Ein Schelm wer da Böses denkt.
    Die Kreisvorsitzende bringt in dieses “Spielchen” ihre ganze Erfahrung ein, welche sie bei den Grünen mit ihrem Mann gemeinsam gemacht hat.
    im Juni 2010 hat der damalige Kreisschatzmeister (Ex-Grüner) die Mitgliederzahlen nennen wollen. Die Kreisvorsitzende Spaniol hat dem KSM das Wort abgeschnitten und Versammlungsleiter Prof. Dr. Bierbaum sah tatenlos zu und wischte Anträge betreffend Finanzen vom Tisch.
    All‘ das und vieles mehr ist Berlin bekannt. Offensichtlich wollte man der Realität nicht ins Auge sehen. Vermutlich ließ man sich im Hinterzimmer von dem stellv. Bundesvorsitzenden Bierbaum Märchen auftischen.
    Die Märchenstunden sind hoffentlich bald vorbei.

  3. Charly sagt:

    Mit Unterstützung der Bundesschiedskommission lassen sich die Mitgliederzahlen gut „manipulieren“.

    http://www.demokratisch-links.de/handlanger-furs-kungeln

  4. Der Zeitzeuge sagt:

    Anfang 2008 habe ich die Partei schon auf diesen Missstand hingewiesen. Damals wurde ich von Mitgliedern ausgebuht und wie der Bericht heute beweist habe ich Recht behalten.
    Oskar Lafontaine begrüsste öffentlich schon das 2500 ste Mitglied mit einem Blumenstrauss. Zu der Zeit waren noch keine 1900 Mitglieder vorhanden. Linsler kann mit so hohen Zahlen wie immer nichts anfangen. Die Masche von Olaf war hinlänglich bekannt. Nur mit hohen Mitgliederzahlen konnte er den Delegiertenschlüssel beeinflussen, da seine Wunschdelegierten leicht zu beeinflussen waren. Seine Wunschkandidatin Barbara Spaniol machte es ihm nach, da sie Oskars Erbe antreten wollte, was gründlich misslang.
    Thomas Lutze machte zu seiner Zeit eine Mitgliederbereinigung von über 1000, die Spaniol anschliessend wieder Beitragsfrei aufnahm, so konnten wir das in der Presse damals nachlesen.
    Diese Masche machte Schule und erstreckte sich auf den gesamten Westen der Linken. Alle Lantagsabgeordneten folgten diesem Beispiel und sitzen heute zu Unrecht im Saarländischen Landtag, sowie im Bundestag.
    Dies alles ist ein vorsätzlicher Betrug an den Mitgliedern und dem Wähler sowie der Partei.

  5. Ochsenloch sagt:

    Im Kreisverband Saarpfalz gab es Mitglieder mit Rückständen von über 300 € … und „Mitglieder“, die von einer Eintrittserklärung in die PDL keine Kenntnis hatten.
    Erst auf massive Intervention St. Ingberter Verantwortlicher sollen diese Scheinmitglieder gelöscht worden sein. Wers glaubt wird selig.

  6. Gilbert Kallenborn sagt:

    Komischer Zeitzeuge…
    Thomas Lutze machte gar nichts, schon gar keine „Bereinigung“, denn sein eigener MdB-Platz beruht auf falschen Mitgliederzahlen. Lutze wurde gezwungen zu „bereinigen“, er packte es ja nicht mal, den Shop des Erik Lenahrdt aus dem Netz zu holen!
    Der bereinigte sein Konto durch Verkauf bundesweit geächteter Bangla-Desh T-Shirst „Die Linke “ m. Kinderarbeit aus der 3.Welt produziert, ohne jedes Weitervekraufsrecht, da war Lutze gefodert und da buckelte er feig, wissen, von den 25 SLS-Delegierten hängt sein eigenes Amt ab -das wurde auch gezeigt am 12.11.2011. nämlich durch Lutze-Abschuss, sponsored by Schumacher/Lenhard.
    „Bereinigt“ wurde die -echte-Mitgliederliste der Saarlinken durch den vorgetäuschten Einbruch 2009 in die Parteizentrale. Rolf Linsler vor Ort zu Genossen “ Mit Hammer eingeschlagen…“-woher will er das wissen?? Wieso kein Backstein, Brecheisen etc? War er etwa dabei? Ich danke Ihnen für meine Ausführungen, äh-Glasscherben?
    Und-wie selbige auch= Zeitzeugen (nur :keine Lutze- Wasserträger ! )berichten, flogen die Scherben von innen nach aussen!!!
    Weswegen sich die Versicherung bis heute weigert, den Schaden als Einbruchsschaden zu bezahlen…Und was wurde geklaut??? Die Mitgliederdaten! Und klar floss da auch Wasser aus Blumenvasen über Tastaturen -gelle Pia, gelle Tatjana?
    A little Hammer-Hit, a little Wasser bit und schon sind die Daten fit…
    Das dachten die Amateuergangster. Schwerer Irrtum.

  7. Didi sagt:

    Es gab eine Zeit vor der Pappschachtelwahl!!!

  8. Andrea S. sagt:

    Zum Thema oben –
    „Das ist ein Spiel mit dem Feuer!“

    Geschönte Mitgliederzahlen, ein Ding, was erst keiner so ernst nahm, denn die Partei sollte sich entwickeln.
    Es ist aber ernster, als man glaubt. Durch diese Manipulationen entstanden in dieser Partei vollkommene Fehlentscheidungen.
    Wenn ein Kind des Lügens überführt wird, dann wird es bestraft. Hier wurde massiv gelogen, um sich Vorteile zu beschaffen und was für Vorteile. Ist das nicht Betrug? Denke schon.
    Vor allem ist das Betrug am Wähler. Viele, die heute in den Ämtern in der Linken sitzen, wären somit nicht rechtmäßig gewählt? Das kleine Parteimitglied hatte auch keine Ahnung davon oder irre ich mich da?
    Man muss es so sehen, es wird Einer als Mitglied geführt, der gar kein Mitglied ist.
    Darum hat man von Beginn an ein riesen Geheimnis um die Mitgliederdaten gemacht. Wehe wer sich wagte, nach einer aktuellen Mitgliederliste zu fragen oder Daten über ein Mitglied wollte, dann drohte man mit „Datenschutz“. Datenschutz muss eingehalten werden, kein Thema, aber wenn die Listen der OV`s nie stimmten und Post zurückkam und so weiter…, was dann?
    Alles stinkt von Beginn an, egal, welche Position man innerhalb dieser Partei anspricht.
    Für den Osten wird es schwer, dieses gesamte „Spiel mit dem Feuer“ zu korrigieren. Hoffentlich verbrennen sie sich nicht die Finger.

  9. RoterPanda sagt:

    Im Tricksen mit den Mitgliederzahlen ist der saarländische Landesverband vermutlich Spitzenreiter.

    Entrichten die Verantwortlichen im Landesverband Saar wenigstens ordnungsgemäß ihren Mitgliedsbeitrag?
    Oder orientieren sie sich am „ordnungsgemäßen“ Mitgliedsbeitrag des stellv. Vorsitzenden der Landesschiedskommission Bierth, der angeblich in der Gerberstraße wohnt, dort aber nie anzutreffen ist.

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