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„Den schnappen wir uns“

Erstellt von DL-Redaktion am Samstag 8. September 2018

Faktenlage nach Maaßens Behauptung

Datei:Hans-Georg Maaßen 02.jpg

und der Adler s-itzt auf unseren Kopf

Von Christina Schmidt, Malene Gürgen, Tobias Schulze, Sabine am Orde und Ulrich Schulten

Hat es in Chemnitz eine Hetzjagd gegeben? Die Recherchen sind eindeutig.

Am Freitagvormittag sitzt Regierungssprecher Steffen Seibert vor der blauen Wand der Bundespressekonferenz und schaut stoisch geradeaus. In der Pressekonferenz der Bundesregierung interessiert die Hauptstadtpresse heute nur ein Thema: die Äußerungen von Verfassungsschutzchef Hans-Georg Maaßen in der Bild-Zeitung. Doch egal wie findig die Journalisten fragen, Seibert antwortet fast immer mit demselben Satz: „Dazu ist von dieser Stelle bereits alles gesagt worden.“

Der Auftritt des Geheimdienstchefs in der Bild hat das Kanzleramt kalt erwischt. „Es hat kein Gespräch der Bundeskanzlerin mit Herrn Maaßen in den letzten Tagen dazu gegeben“, sagt Seibert. Merkel und ihrem Sprecher hatte der Präsident des Verfassungsschutzes offenbar nicht angekündigt, dass er vorhat, sich mit voller Wucht in die Chemnitz-Debatte einzuschalten.

Drei Aussagen hat Maaßen der Bild für ihre Freitagausgabe diktiert. Statement 1: „Die Skepsis gegenüber den Medienberichten zu ­rechtsextremistischen Hetzjagden in Chemnitz werden von mir geteilt. Es liegen dem Verfassungsschutz keine belastbaren Informationen darüber vor, dass solche Hetzjagden stattgefunden haben.“ Ein indirekter Angriff auf Merkel und Seibert, die im Zusammenhang mit den Chemnitzer Ausschreitungen früh von Hetzjagden gesprochen hatten.

Statement 2: „Es liegen keine Belege dafür vor, dass das im Internet kursierende Video zu diesem angeblichen Vorfall authentisch ist.“ Welches Video und welchen Vorfall er damit meint, sagt Maaßen nicht.

Maximale Verunsicherung

Und Statement 3: „Nach meiner vorsichtigen Bewertung sprechen gute Gründe dafür, dass es sich um eine gezielte Falschinformation handelt, um möglicherweise die Öffentlichkeit von dem Mord in Chemnitz abzulenken.“ Welche Falschinformation er meint, wer verantwortlich ist und welche Belege er hat, sagt Maaßen ebenfalls nicht. Warum er von Mord spricht, obwohl die Staatsanwaltschaft wegen Totschlag ermittelt, auch nicht. Nachfragen beantwortet die Pressestelle seines Amtes am Freitag nicht.

Eine Kommunikationsstrategie, mit der Maaßen eines gelungen ist: maximale Verunsicherung zu verbreiten. Wurden in Chemnitz Menschen gehetzt? Oder doch nur gejagt? Oder ist am Ende gar nichts passiert?

File:Angela Merkel 10.jpg

Ich sehe das, was ihr nicht seht ! Gelernt ist schließlich gelernt!

Die Ermittler vor Ort in Sachsen machen im Moment noch das, was ihre Aufgabe ist: ermitteln. Alle Fälle rund um das Tötungsdelikt und die darauf folgenden „Ausschreitungen“, so nennt sie der Sprecher des LKA, untersuchen LKA und Polizeidirektion in einer eigens eingerichteten Ermittlergruppe. Stand Freitagmittag: 128 Delikte. Darunter: Verstöße gegen das Versammlungsgesetz, Sachbeschädigung, Beleidigung, Volksverhetzung.

In 27 Fällen ermittelt das LKA wegen des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen – darunter fällt auch der Hitlergruß. Auf Platz zwei der Delikte: Körperverletzung oder schwere Körperverletzung. Mit 24 Fällen befassen sich die Ermittler in diesem Zusammenhang. Haben sich Opfer gemeldet, die von Jagd, Verfolgung berichten? „Hetzjagden sind strafrechtlich nicht definiert“, sagt ein LKA-Sprecher, „deshalb halten wir uns da raus.“ Er sagt auch: „Wir brauchen jetzt Zeit, die Beweise zu sichern.“

„Hase, du bleibst hier!“

Quelle    :     TAZ          >>>>>         weiterlesen

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Grafikquelle       :

Oben     —      Hans-Georg Maaßen, Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz.

Quelle Bundesministerium des Innern/Sandy Thieme
Urheber Bundesministerium des Innern/Sandy Thieme

Diese Datei ist unter der Creative-Commons-Lizenz „Namensnennung – Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Deutschland“ lizenziert.

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Unten       —       Angela Merkel anlässlich der Eröffnung des Materials Research Center der Merck KGaA in Darmstadt.

Author / Autor: Kuebi = Armin Kübelbeck

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