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RENTENANGST

Das Interview mit Sahra

Erstellt von DL-Redaktion am Freitag 20. April 2012

Die Wünschelrutengängerin in der Linken

File:Sahra Wagenknecht-03.JPG

Im Osten schlägt die Wünscherute schon lange nicht mehr an

In einen ausführlichen Interview machte dieser Tage Sahra Wagenknecht einmal mehr auf die politischen Standpunkte ihrer Partei auf Zeit-online aufmerksam. Sie weist innerhalb dieses Gespräch auch, vielleicht sogar unbewusst darauf hin, warum diese Partei sich selber in die Isolation geführt hat.

In der Politk ist es einfach nicht ausreichend nur zwischen Ex und Hopp zu unterscheiden. „ Als Überschrift steht der Satz: „ Wenn wir uns der SPD anbiedern, machen wir uns überflüssig“. Alleine dieser Satz ist so richtig wie er gerade auch falsch ist. Verbleibe ich als Partei in einer Isolierung werde ich erst recht überflüssig, da letztendlich nur Erfolge beim Wähler zählen.

Sie selber sagt ein wenig später folgendes und wir zitieren:

„Da kriegen wir ja immer viele gute Ratschläge: Wir sollten stärker die SPD umwerben, uns öffnen. Ich glaube, wenn wir uns der SPD anbiedern und unsere Positionen weichspülen, dann machen wir uns überflüssig. Die Linke hatte Erfolg, weil sie klare Positionen vertreten hat. Weg mit Hartz IV! Gegen die Zerschlagung der gesetzlichen Rente! Nein zum Freikaufen von Banken und Spekulanten und zu unsozialen Kürzungsdiktaten in Europa. Das Schlimme in der momentanen politischen Lage ist doch, dass sich in diesen entscheidenden Fragen alle anderen Parteien einig sind. Banken retten SPD und CDU schon seit 2008 gemeinsam, ihre Zustimmung zum katastrophalen Fiskalpakt hat die SPD Merkel längst in die Hand versprochen. Die Linke hat nur eine Chance, wenn sie sich klar gegen diese neoliberale Agenda stellt. Dafür wurde sie gegründet.“

Was von diesen aufgezählten Positionen (Standpunkten) kann denn die Partei als Erfolg für sich aufführen? Alle hier aufgelisteten Punkte sind seit Gründung der LINKEN verschärft worden. Die Situation hat sich in allen aufgezählten Punkten zugespitzt. Das dem so ist und nicht anders ist nicht Schuld der Partei. Schuld der Partei ist es sich in die Isolation begeben zu haben, außerhalb der Bürgerschaft zu stehen. Sie hat bis heute nicht bemerkt alleine hilflos zu sein. Sie konnte als Protestpartei bei Gründung klare Positionen vertreten, hat sich im politischen Alltag aber den anderen Parteien bereits so weit angepasst, so dass die Rolle einer Protestpartei zum Beispiel heute die Piraten übernommen haben. Die Sichtweise der Wähler entscheidet und nicht die eigene.

Das beste Beispiel ist der Atomausstieg. Erst nach Verlängerung der Laufzeiten durch die Regierung kam der Knall in Japan und der beschleunigte Ausstieg wurde beschlossen. Dieser Ausstieg kam nicht aus Einsicht der Regierung zustande, sondern ausschließlich durch den Druck der Bürger. Diese sorgten letztendlich dafür das Merkel aus Wahl taktischen Gründen aussteigen musste. Der LINKEN war es aufgrund ihrer Selbstisolierung nicht möglich bei oben aufgeführten Punkten den für eine Wende notwendigen Druck aufzubauen.

Es ist in der Politik immer üblich und auch möglich gewesen auch ohne eine Aufgabe von Standpunkten tragfähige Kompromisse zu finden. Das aber nur wenn das Wohl der Bevölkerung und nicht dass der Ideologisierung oder der persönlichen Vorteilnahme das Ziel ist.

„Wenn wir uns der SPD anbiedern, machen wir uns überflüssig“

Sahra Wagenknecht, Vize-Chefin der Linken, rät ihrer Partei im Interview zu einem klaren Abgrenzungskurs. Die Linken-Spitze kann sie sich auch ohne Reformer vorstellen.

Frau Wagenknecht, die Aussichten der Linken bei den beiden kommenden Landtagswahlen sind katastrophal. Wenn die Partei tatsächlich in keines der beiden Landesparlamente kommt, ist sie doch tot. Wie konnte es so weit kommen?

Sahra Wagenknecht: Tot sind wir noch lange nicht. Der Wahlkampf fängt doch gerade erst so richtig an. Wir werden darum kämpfen, in die Landtage einzuziehen. Sollte das nicht gelingen, wäre das natürlich ein schwerer politischer Rückschlag. Das Ende der Linken wäre es aber auch nicht. Denken Sie daran, wie lange die Grünen in keinem einzigen Ost-Parlament vertreten waren. Selbst in NRW sind sie einst herausgeflogen. Die Linke ist doch heute die einzige Partei mit einer sozialen, anti-neoliberalen Agenda. Die einzige, die sich nicht im Kapitalismus einrichten will. Deshalb wird sie gebraucht, auch wenn wir gerade nicht in Hochform sind.

Ausgerechnet NRW! Das Bundesland mit den meisten Industriearbeitern, den ärmsten Kommunen, den drängendsten sozialen Problemen – es müsste eigentlich ein Paradies für die Linke sein. Und jetzt wird es ihr Untergang?

Es ist unser Dilemma, dass gerade die, denen es am dreckigsten geht, die für Hungerlöhne malochen oder von Hartz IV leben müssen, vom ganzen Politikbetrieb oft so angewidert sind, dass sie gar nicht mehr wählen gehen. Sie glauben nicht mehr daran, mit ihrer Stimme noch etwas zu ändern, sie empfinden die Demokratie als Farce, weil sie seit Jahren eine Politik hervorgebracht hat, die sich gegen ihre Interessen richtet. Objektiv ist es natürlich so, dass die herrschende Politik noch viel hemmungsloser würde, wenn die Linke nicht mehr in einem Landtag vertreten wäre. Aber das liegt für viele nicht auf der Hand, sie haben den Glauben an jede Art von Politik verloren. Wir verlieren deshalb die meisten unserer Wähler an das wachsende Lager der Nichtwähler.

Sie verlieren aber auch Tausende von Stimmen an die Piraten, die jetzt in beiden Bundesländern in den Umfragen an Ihnen vorbeigezogen sind. Was haben die, was Sie nicht haben?

Quelle: Zeit-online >>>>> weiterlesen

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Author Gorinin

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7 Kommentare zu “Das Interview mit Sahra”

  1. Pinky sagt:

    Piraten an Linke vorbei gezogen. Was haben die, was sie nicht haben?
    Keine Demagogen und Machtmenschen.

  2. Willi sagt:

    Solange die Kommunisten nicht
    in der Lage sind eine neue KPD
    aufzubauen, haben wir gar keine
    andere Möglichkeit als die Linke
    zu wählen.Denn „Die Linke“ ist die einzige Partei
    die sich gegen Sozialabbau und für eine konsequente
    Friedenspolitik einsetzt.
    Die Grünen sind in der neo liberalen
    Mitte angekommen, sie stehlen mittlerweile der FDP die Show.
    Die Piaten wissen nicht was sie tun.
    Bestes Beispiel die Piraten fordern
    die Abschaffung der Studiengebühren,
    in einem Bundesland in dem es diese
    gar nicht mehr gibt.
    In Griechenland zeigt es sich,
    dass eine kommunistische Partei
    die KKE mit klaren kommunistischen
    Positionen auch sehr wohl Erfolg
    in den Parlamenten haben kann.
    Beachtet die Wahlergebnisse der KKE
    im Mai, in Griechenland.

  3. bertablocker sagt:

    # 2

    Solange die Kommunisten nicht
    in der Lage sind eine neue KPD
    aufzubauen,…

    Soso – die Kommunisten sollen das tun…; da wäre sie doch prädestiniert, die SL, hat sie doch den Kommunismus auf ihre Fahnen geschrieben!

    …haben wir gar keine
    andere Möglichkeit als die Linke
    zu wählen.

    Wer ist WIR? Ihr, die Kommunisten? Oder die linken Normalos, die nicht die Linken, sondern die Kommunisten als einzige Möglichkeit der Wahl sehen? Dann könntet ihr DIE LINKE gleich in die Tonne kloppen.
    Arme Tröpfe, die ihr so denkt! Pilgert zu Margot, um euch Beistand zu holen. Nicht realisiert, dass der Kommunismus weltweit auf die Schnauze gefallen ist? Solltest du das noch nicht gemerkt habe? Sogar die Kommunistische Plattform ist weg von Fenster; denn sogar „Saara“ weiss mittlerweile, wo es warm herkommt.

    Das wäre es noch: Neostalinistischer Kommunismus… – was schwirrt denn in diesen dummen Köpfen rum? Möglich wäre vielleicht der Kommunismus von „Don Camillo & Peppone“!?
    Lauft nur mit euren Betonköpfen weiter gegen Betonwände. Dann erledigen sich die Reste eurer Ideologie von allein! Und wer griechischen Kommunistmus nach Deutschland exportieren will, der hat „den vollen Durchblick“.

  4. Knirk sagt:

    Sagt mal, bin ich hier im falschen Film?
    Ich kann das Wort „Kommunismus“ in Zusammenhang mit der Partei DIE LINKE. nicht mehr hören oder lesen. Ist diese Partei in Verbindung mit diesem Dummschißgequassel nicht zerstört worden?? Wir leben in einer DEMOKRATIE! Kommunismus ist eine theoretische Lehre, die nie realisierbar sein wird. Alles was sich „Kommunistisch nennt, ist KEIN Kommunismus. Das waren und sind Diktaturen, wo die Menschenrechte ausgehebelt werden. Die DDR war das jüngste Beispiel. Und Margottchen Honecker ist so out, wie des Kaisers grauer Bart.
    Redet mal mit ostdeutschen Bürgern über Kommunismus. Dann werdet Ihr etwas hören, was Euch nicht gefällt.
    Für Friedenspolitik und soziale Gerechtigkeit kann man sich auch einsetzen, wenn man nicht von Kommunismus oder Sozialismus quakt und dieses nie in seiner Dreckigkeit erlebt hat und die Theorie aus alter Zeit mit der heutigen verwechselt. Pfuideibel!

  5. Thomas A. Bolle sagt:

    @ 2
    Die Linke soll also als Alternative zur verbotenen KPD gewählt werden.
    Ich will weder Kommunismus noch Sozialismus.
    Und wenn die Linke das will steht sie nicht mehr auf dem Boden unserer demokratische Grundordnung. Die hat zwar die ein oder andere Macke aber ich will sie nicht abschaffen. Mit dieser Aussage zur KPD hat sich eine Wahl der Linken endgültig für die Mehrheit erledigt.

  6. bertablocker sagt:

    Sorry, aber wie redest du? Und vor allen Dingen: Mit wem??? Denn wer ist „IHR“???

    „Redet mal mit ostdeutschen Bürgern über Kommunismus. Dann werdet Ihr etwas hören, was Euch nicht gefällt.“ *)

    Und nochmal SORRY! Da laufen noch genug Idioten rum, die die Nase von 40 Jahren SED nicht voll haben.

    Wenn du dein Wort an die gleichgeschalteten Margot-Fans hier zu richten beabsichtigst, dann kannst du das tun, aber nicht so, dass du hier dein „IHR“ nicht näher definierst!!!
    Noch etwas: Dein zweiter Satz „Ich kann das Wort “Kommunismus” in (im) Zusammenhang mit der Partei DIE LINKE. nicht mehr hören oder lesen.“ könnte ganz anders gedeutet werden, wie du ihn ursächlich meinst.
    In diesem Sinne erst nachdenken und dann den Willi nennen, wenn du diese Art Zeitgenossen mit „IHR“ meinst!!!

    *) – Scheinbar kommst du aus dem Osten; denn im Dialekt wird gern der Dativ durch den Akkusativ ersetzt.

  7. Knirk sagt:

    @ 6
    Jawoll, Frau Bertablocker, IHR habt vollkommen Recht, dass es genug . . . gibt, die kausale Zusammenhänge einer Gesellschaftsordnung nicht verstehen und vom Osten keine Ahnung haben 🙂

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