DEMOKRATISCH – LINKS

                      KRITISCHE INTERNET-ZEITUNG

RENTENANGST

Afrika ist nicht was wir lesen

Erstellt von DL-Redaktion am Donnerstag 26. September 2013

Das falsche Afrika in den Medien

Panorama Nairobi

Seit einigen Tagen steht die Stadt Nairobi aus Kenia im Blickpunkt der Öffentlichkeit. Angeblich haben Islamisten das Einkaufszentrum Westgate überfallen etlichen Geiseln genommen und ein Blutbad noch ungeahnten Ausmaßes angerichtet. Geschrieben wird von 72 Toten und rund 50 Menschen welche noch vermisst werden.

Laut Regierungsangaben wurden unterdessen sechs Geiselnehmer getötet und zu diesen Kidnappern soll auch eine Britin gehören. Die Britin als sogenannte „weiße Witwe“ bekannt, war mit einen der Selbstmordattentäter in der U-Bahn Londons aus dem Jahr 2005 verheiratet. Frau Samantha Lewthwaite wurde in den letzten Jahren häufiger in Kenia gesehen, einmal sogar festgenommen, aber sofort wieder freigelassen.

Unterstützung erhalten die Ermittlungsbehörden in Kenia nun auch aus Deutschland. So entsendet das Bundeskriminalamt sechs Spezialisten zur Spurensuche und Sicherung nach Nairobi. Kritisiert wird die allgemeine Art der Berichterstattung unterdessen von der Journalistin Bettina Gaus welche sich bekanntermaßen mehrmals im Jahr in Kenia aufhält.

Einkaufszentrum Westgate in Nairobi

Afrikaner? Arm oder korrupt!

Autorin :  BETTINA GAUS

STEREOTYPE Das von Terroristen überfallene Einkaufszentrum in Nairobi ist kein Spielplatz der Reichen, der Anschlag trifft alle Kenianer. Westliche Medien wollen das nicht wissen.

Ein großer Teil der Berichterstattung über die Terrorattacke in Nairobi ist verräterisch – nicht nur in deutschen Medien. Alte Stereotype schleichen sich ein, die wieder einmal ein Bild von Afrika zeichnen, in dem es nur entweder darbende Slumbewohner oder prassende Eliten gibt. Dieses Bild leugnet die Existenz einer breiter werdenden Mittelschicht. Es ist – wenn auch vermutlich ungewollt – rückwärtsgewandt und arrogant.

Wahr ist: Das Westgate war kein Ort der Armenspeisung. Aber die Standardformulierung „Shopping-Paradies für reiche Kenianer“ ist schlicht falsch. Der Ort des Terrorangriffs war genau deshalb so perfide klug gewählt, weil das riesige Einkaufszentrum mitten in Westlands, einem Stadtteil von Nairobi mit besonders hoher Bevölkerungsdichte, auch für viele Leute eine Anlaufstelle war, die nur einen schnellen Kaffee trinken, ein paar Lebensmittel kaufen oder mal eben Geld abheben wollten. Das waren im Regelfall keine Multimillionäre mit Konten in der Schweiz.

Quelle: TAZ >>>>> weiterlesen

——————————————————————————————————————————–

Fotoquellen: Wikipedia

Panorama Nairobi: This work has been released into the public domain by its author, Jesse.S. This applies worldwide.

Einkaufszentrum in Nairobi: Author Rotsee

This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported license.

Kommentar schreiben

XHTML: Sie können diese Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>