DEMOKRATISCH – LINKS

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RENTENANGST

Copy. Paste. Knast.

Erstellt von DL-Redaktion am Donnerstag 26. Februar 2015

Urteil zu US-Whistleblower Barrett Brown

File:Portrait of Barrett Brown.jpg

VON JOHANNES GERNERT UND MEIKE LAAFF

LINK Der Journalist Barrett Brown sollte für das Kopieren eines Links Jahrzehnte ins Gefängnis. Er wird dann aus anderen Gründen verurteilt. Nun ist die Frage: Kann Verlinkung eine Straftat sein?

Irgendwann ging es in dem Gerichtssaal im Earle Cabell Federal Building in Dallas, Texas, dann doch wieder um den Link. An diesem Tag Ende Januar sollte das Urteil gegen Barrett Brown fallen, den Satiriker, Investigativjournalisten und Anonymous-Aktivisten.

 105 Jahre für einen Link. So hatte die etwas vereinfachte Schlagzeile zum Fall Brown einige Monate lang geheißen. Ihm wurde vorgeworfen, diesen Link von einer Chat-Gruppe in eine andere kopiert zu haben. Der Link führte zu einer Datei, die Hacker bei einem Angriff erbeutet hatten. Daran war Brown nicht selbst beteiligt. Einiges deutet gar darauf hin, dass er überhaupt nicht wusste, was genau der Link beinhaltete, nämlich Daten von den Servern des privaten Nachrichtendienstes Stratfor. Copy. Paste. Klick. Klick. Wie man das so macht, wenn man mit anderen an einer Recherche arbeitet. Brown interessierte sich vor allem für die E-Mails, die die Hacker erbeutet hatten. Mails, die viel über das Netzwerk privater Geheimdienste in den USA erzählten. Der Link, den er postete, enthielt allerdings Kundendaten. Kreditkarteninformationen. Weshalb die Staatsanwaltschaft Brown unter anderem versuchten Betrug zur Last legte.

Jahrzehntelange Haft für das Teilen eines Links? Konnte das sein?

Auch haftbar für die Herkunft des Links

Jeder, der soziale Netzwerke nutzt, verlinkt doch ständig. Wenn jeder, der einen Link veröffentlicht, nicht nur für die Inhalte dahinter, sondern sogar für ihre Herkunft haftbar gemacht werden könnte, könnten wir digital nicht mehr kommunizieren, wie wir es gerade tun. Investigative Berichterstattung, Arbeit mit Daten aus Hacks und Leaks wie die Snowden-Enthüllungen, wären im Grunde unmöglich.

Quelle: TAZ >>>>> weiterlesen

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Grafikquelle    :     Barrett Brown, freelance writer/journalist and founder of Project PM.

Source Own work
Author Free Barrett Brown

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