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Sachsentour mit Kipping

Erstellt von DL-Redaktion am 25. August 2019

Wenn man Zitronen reibt, darf man auch mal zuspitzen

DIE LINKE auf der Internationalen Grünen Woche 2012 (6764495511).jpg

Der Chefkoch in Aktion

Von Kersten Augustin und Paul Wrusch (Gespräch)

Die Linken-Chefin Katja Kipping kocht für die taz-WG in Dresden – Kippings Heimatort. Sie verrät ihre Lieblingsorte in Sachsen, welche Musik sie wann hört und woher die Wut vieler Sachsen kommt.

Dresden ist die letzte Station unserer Reise. Wir treffen uns in der taz-WG im Stadtteil Plauen. Pünktlich um 17 Uhr kommt Katja Kipping an. Wir haben sie zum Sachsen-Dinner in ihrer Heimatstadt eingeladen. Das Menü hat sie selbst vorgeschlagen: Griechischer Salat, Mohn-Zitronen-Pasta mit viel Parmesan, sächsische Eierkuchen nach dem Rezept ihrer Großmutter. Kipping hat uns eine Einkaufsliste geschickt. Nach einem kurzen Hallo legt sie gleich mit los. Sucht Brettchen und Messer in der ihr fremden Küche zusammen. „Wer will Zwiebeln schneiden?“ Ihr Pressesprecher opfert sich. Weitere Aufgaben werden verteilt. Direkt Weißweinschorle? „Erst mal Wasser bitte. Ich muss noch in den Flow kommen beim Kochen.“

taz am wochenende: Frau Kipping, warum haben Sie dieses Rezept ausgewählt?

Katja Kipping: Ich wollte etwas kochen, das ich gut kann. Die Zitronen-Mohn-Pasta kommt aus meinem Dresdner Freundeskreis. Mittlerweile hat es zwar alle irgendwie nach Berlin verschlagen, wir treffen uns aber regelmäßig zum Mädelsabend. Dass der Salat rot-rot-grün ist, ist eher Zufall. Mir schmeckt er, und er hat etwas heimeliges. Als ich klein war, gab es oft Tomate mit Ziegenkäse.

Und die Eierkuchen kommen von der Großmutter.

Ja, die war sehr sparsam, hat gegorene Milch statt Buttermilch verwendet. Ich nehme Buttermilch oder Kefir. Nach dem Abi war ich im Freiwilligendienst in Gatschina bei Sankt Petersburg. Dort gab es oft Bliny, die russische Variante. Auch sehr lecker.

Wie oft kommen Sie dazu, zu kochen?

Wenn es gut läuft, habe ich jedes zweite Wochenende frei. Dann kochen wir. Und wenn ich schreibe, ein Buch oder eine Flugschrift, dann mache ich Homeoffice und koche in der Mittagspause für mich, während nebenbei Serien laufen:. „Haus des Geldes“, „Good Girls“, „Big Bang Theory“…

Das Essen wirkt auf uns gerade nicht besonders sächsisch. Sie sind Vegetarierin, was isst man da in Sachsen?

Kartoffeln mit Kräuterquark und Leinöl? Ich esse ja Fisch, das ist eigentlich Tierrassismus. Als wir als Jugendliche beim Wahlkampf übers Land gefahren sind, haben die Genossen in den Kleinstädten uns gerne mit Bratwurst empfangen, aber viele von uns waren Vegetarier.

DIE LINKE Bundesparteitag 10. Mai 2014-53.jpg

Kipping hat auch beim Kochen kein Problem damit, Anweisungen zu geben. Manchmal klingt sie wie eine Fernsehköchin: „Bitte in sehr kleine Würfel, dann entfaltet sich das Aroma besser.“ Nach 30 Minuten zieht sie ihr langärmliges Shirt aus, wirft es aufs Sofa und widmet sich den Zitronen, die sie mit einem kleinen Löffel auspresst. Schnell bindet sie sich ein Küchenhandtuch vor die Hose.

Jetzt muss ich auch mal was fragen: Was haben Sie denn so erlebt auf Ihrer Tour durch Sachsen?

Wir waren beeindruckt von den jungen Aktiven und den alten Bürgerrechtlern, die in Plauen zusammen an einem Tisch sitzen.

Wenn du gegen Nazis bist in Plauen, das ist echt kein einfaches Leben. Ich war letztens zu Besuch dort, da kam ein Bürgerrechtler auf mich zu. Der wusste schon, was ihn in der Vergangenheit von uns getrennt hat – aber auch, warum er jetzt mit der Linken zusammenarbeitet.

Was uns auch aufgefallen ist: Wir waren sehr beeindruckt, wie schön saniert die Städte waren …

… die Marktplätze, klar, da hat sich viel getan.

Aber nur weil die Straßen schön sind, gibt es nicht unbedingt einen Bus, der darauf fährt.

Je idyllischer die Landschaft, umso schlechter die Stimmung, hat eine Genossin vor Kurzem gesagt. Man kann mit dem Abgehängtsein unterschiedlich umgehen. Ich war letztens in einem Dorf in Brandenburg, da wohnen keine 100 Einwohner. Einer hat da gerade in einer Trafostation die kleinste Galerie der Welt gebaut und lädt zu Vernissagen ein … Will mal jemand den Salat verkosten, die wirklich wichtigen Dinge hier!

Schmeckt sehr gut.

Und jetzt: Food-Fotografie. Kipping posiert mit dem fertigen Salat. „Machen wir mal Pause für Instagram und Twitter, räumen den Tisch ab und trinken Alkohol, oder?“, sagt sie und lässt sich dann die erste Weißweinschorle einschenken.

Wir haben für das Essen 15 Euro pro Person ausgegeben, inklusive Weißwein. Ist das viel?

Klar, für jemanden, der auf Hartz IV angewiesen ist, ist das knapp. Paprika ist teuer, Parmesan auch, der Mohn geht. Gut, ihr habt euch für Wein entschieden, der teuer ist. Ich habe mit Leuten zusammengewohnt, die waren auf Hartz IV angewiesen und haben trotzdem im Bioladen eingekauft, weil ihnen gesundes Essen wichtig war. Wir kämpfen ja dafür, dass sich jeder gutes Essen leisten kann. Teilen wir uns eigentlich rein in den Einkauf?

Der geht auf uns. Wie war das früher in Ihrer WG?

Da hatte jeder für seinen Alltag seines eingekauft, und wir konnten uns beim Essen der anderen bedienen. Oft gab es nur eine Butterdose im Kühlschrank. Und wenn die Butter alle war, hat irgendjemand neue gekauft. In meiner alten Studi-WG in Dresden waren wir zu fünft. Ich habe immer mit Leuten zusammengewohnt, bei denen ich wusste: Wenn ich Party mache, steht das am nächsten Tag nicht in der Presse.

Sie wohnen jetzt mit Ihrer Familie in Berlin, hatten bis vor Kurzem aber noch ein WG-Zimmer hier.

Ja, aber der Vermieter hat Ärger gemacht bei Untervermietung, so mussten wir die WG kündigen, als Mitbewohnerinnen mit ihrer Familie zusammenzogen. Als ich auszog, stand ich auf der Straße und habe auf meinem Handy „Those were the days, my friend“ abgespielt.

Sie haben mal gesagt: Am liebsten würden Sie Ihren Lebensmittelpunkt in Dresden haben.

Ja. Wenn ich auf den Elbwiesen bin oder mit dem Fahrrad durch Dresden fahre, denke ich: So was hat Berlin nicht. Aber hier gibt es auch Pro­ble­me, zum Beispiel einige Schulleitungen, die Pegida nahestehen.

Es scheint auch noch Menschen zu geben – welche mit einen Rührlöffel arbeiten können und wollen ?

Aber eine Studie hat gerade gezeigt, dass das Bildungssystem in Sachsen das beste in Deutschland ist.

Die kam von der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft, dem Zentralorgan des Kapitals … Wenn man Zitronen reibt, darf man auch mal zuspitzen.

Dann spitzen Sie doch mal zu: Wie sind die Sachsen?

Ganz einfach: So verschieden wie die Bayern.

Aber es gibt auch Vorurteile, die stimmen.

Wenn Dresdner jemanden treffen, der nicht aus ihrer Stadt kommt, dann fragen die nicht offen: „Wie findest du Dresden?“, sondern: „Schön in Dresden, ne?“ In einem Theaterstück von Volker Lösch sagt der Bürgerchor über Dresden: „Selbst die Ruinen sind hier schöner.“ Das trifft den Stolz der Dresdne­r*in­nen auf ihre Stadt.

So schauts aus in Silwingen ?

Der sächsische Dialekt gilt aber als nicht so schön.

Da machen sich ja gerne alle drüber lustig. Letzten Montag wurde ich gleich auf den neuen „Tatort“ aus Dresden angesprochen: „Die Schauspieler machen einen auf sächsisch, können aber nicht mal den Dialekt.“

Haben Sie sich den sächsischen Dia­lekt abtrainiert?

Nein, nur so klassische Aussprache­fehler.

„So, wollen wir jetzt schon Salat essen? Oder zusammen mit dem Hauptgang?“, fragt Kipping. Uneinigkeit in der Küche. „Wir können ein Los ziehen oder gute Argumente austauschen.“ Die Politikerin ist stets um Ausgleich bemüht. Ergebnis, leichte Mehrheit für: jetzt essen. Kipping verteilt Salat in tiefe Teller und Schüsseln.

Wollen wir Musik hören? Roland Kaiser mit „Schachmatt“, dazu haben Sie früher auf Wahlkampftour durch Sachsen auf dem VW-Bulli getanzt.

Wir haben eher Rosenstolz gehört. Aber wollen wir nicht lieber Keimzeit hören?

Warum Keimzeit?

Ich war ein Fan. Als Jugendliche bin ich mal mit einer Freundin getrampt, mit dem Diktiergerät der Schülerzeitung im Gepäck, um mit der Band zu sprechen.

Sie waren früher viel mit dem Bulli in Sachsen unterwegs. Wo ist es am schönsten?

Ich mag besonders Oybin und Jonsdorf, bei Zittau. Da war ich als Kind sehr oft wandern. Und dort, wo früher Kohleabbau war, sind heute tolle Seen.

Als Jugendliche waren Sie im Umweltzentrum „Brennnessel“ aktiv. Hätten Sie auch bei den Grünen landen können?

Nein, wer damals links war, der ist zur PDS gegangen. Die führende Kraft für eine ökologische Verkehrspolitik in Dresden war und ist meine Partei.

Sie stiegen schnell auf, wurden mit 21 jüngste Landtagsabgeordnete in Sachsen und wurden häufig als Jeanne d’Arc der Linken bezeichnet, als „jung und schön und klug“.

Und heute nur noch klug? Die Artikel von damals sagen weniger über mich als über das Bild von Frauen in der Politik. Das würde heute kaum mehr funktionieren, da hat es einen Fortschritt gegeben. Auch wenn der Hass gegen Frauen auch ein Teil des Erfolgs der Rechten ist.

Fast zwei Stunden sitzen wir in der Küche in Dresden-Plauen. Zeit für eine Raucherpause. Kipping raucht nur vor und nach Talkshows, „ein Ritual“, sagt sie, und in Gesellschaft zum Wein. Sie kommt mit runter, lässt sich eine Zigarette drehen. Zurück in der Küche stürmt sie sofort wieder an den Herd, sucht Töpfe für die Nudeln, eine Pfanne für die Soße, kämpft mit dem Herd. Kipping brät die Zwiebeln an und gibt Mohn und Zitronenschale dazu, dann kommt Sojasahne darauf. „Oh, die Sauce ist ganz schön suppig.“ Jetzt muss sie zum ersten Mal improvisieren. „Habt ihr noch Frischkäse im Kühlschrank. Bei euch ist niemand Veganer, oder?“

Was sollen wir jetzt hören? Doch mal Roland Kaiser?

Quelle         :           TAZ       >>>>>        weiterlesen

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Oben       —     Unter dem Motto »Was is(s)t gesund?« präsentiert sich die Bundestagsfraktion vom 20. bis 29. Januar auf der weltgrößten Messe für Ernährung und Landwirtschaft am Berliner Funkturm.

  • CC BY-SA 3.0 deview terms
  • File:DIE LINKE Bundesparteitag 10. Mai 2014-53.jpg
  • Created: 2014-05-10 14:40:39

 

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3.) von Oben    —      Der Rechte Flügel ? Blogsport  / Ein ganzes Leben wie Göttin und Gott in Frankreich  – andere Arbeiten lassen !

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Unten       —      Fischbüfett

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Wir müssen drinnen bleiben

Erstellt von DL-Redaktion am 26. Juli 2019

Ich bin gern ein Drinnie

Bingen, the ice cream parlour "Rialto".JPG

Von Nicola Schwrzmaier

Alle wollen ins Freie, damit sie fühlen, dass sie lebendig sind. Unsere Autorin ist stolz auf ihr Stubenhockerdasein – auch bei gutem Wetter.

Ob es nun an der Klimakrise liegt oder nicht – gefühlt wird das Wetter immer „besser“. Ständig scheint die Sonne, im Frühling warm, im Sommer glühend heiß, im Herbst ganz golden und im Winter glitzerig. Jedenfalls meistens.

Das Wetter ist immer ein Grund rauszugehen. Alle wollen immerzu raus. Kinder ohnehin, Hunde ebenso, aber auch Erwachsene. Die Jungen besonders, die müssen wirklich immerzu raus, sonst fühlen sie quasi gar nicht mehr, dass sie noch leben, aber auch die Mittelalten und die silbernen Senio­r*innen. Sie walken und lachen und halten ihre gebräunten Gesichter in die Sonne. Und abends ist es so gemütlich im Straßencafé, wenn die Stimmung endlich italienesk wird und der Deutsche das Laissez-faire für sich entdeckt. Da wird geschlendert und gebummelt, unter freiem Himmel getanzt, getrunken und gefeiert.

Wer nach einem Wochenende nicht die ganze Zeit draußen gewesen ist, hat definitiv ein Problem. Das hat nichts mit einem strengen, 1950er-Jahre-angehauchten „Das Kind muss an die frische Luft“ zu tun. Nein, es ist State of the Art. Wer mal ein bisschen rumgetindert hat, kann sich davon überzeugen. Alle wollen immer „draußen in der Natur“ sein. Die Fotos – bei Frauen wie bei Männern – zeigen ständig wandernde, surfende, Stand-up-paddelnde Menschen, am Strand, in den Bergen.

Wer sich traut, ein Foto aus einem Innenraum hochzuladen, greift entweder auf das altbekannte Aufzugselfie zurück (bäh!) oder outet sich gleich als das, was es bloß nicht zu sein gilt heutzutage: ein Drinnie. Alle sind sie Draußies.

Ich verbrachte ein Semester auf La Réunion, einer Insel im Indischen Ozean. Dort war das Rausgehen noch viel wichtiger und das Im-Zimmer-Bleiben noch viel verpönter als in Deutschland. Wer mit Mitte 20 nicht ständig am Strand, auf einer Party oder wandern sein möchte, ist komisch.

An einem sonnigen Tag gesund im Bett rumgammeln

Eiscafe Italia, Leer (2018).jpg

Nur ein Kommilitone entzog sich diesem Sog. Er kam aus England und war leichenblass – daran änderten auch sechs Monate Äquatornähe nichts. Er saß einfach in seinem Zimmer und spielte Computer und guckte Fußballspiele der Premier League. Seinen Ruf gänzlich ruinierte er sich, als er Besuch von einem Kumpel bekam. Dieser flog 10.000 Kilometer, um La Réunion kennenzulernen – oder auch nicht. Die beiden machten eine Woche lang keinen Schritt aus dem Wohnheim. Jetzt, viele Jahre später, kann ich sie verstehen. Und verstehe auch immer mehr, warum ich mich oft so entfremdet gefühlt habe in diesen Monaten auf der Insel: Ich hatte mit all den glücklichen, immer draußen sein wollenden Menschen einfach zu wenig gemein. Ich liebe lange Regentage, den grauen Himmel und schmuddelig-feuchtkalte Zeiten.

Quelle      :      TAZ           >>>>>       weiterlesen  

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Oben       —        Bingen, das Eiscafé „Rialto“

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Biomüll für die Armen?

Erstellt von DL-Redaktion am 12. Juni 2019

Den Kapitalismus in die Tonne ! 

File:Recovering wasted food.JPG

Quelle      :     Scharf – Links

Von Siegfried Buttenmüller

Hamburgs Justizsenator Till Steffen (Grüne)  möchte das es straffrei bleibt, wenn jemand Lebensmittel aus Biomülltonnen der Supermärkte nimmt. Da ihm die meisten Kollegen der anderen Länder nicht zustimmen möchte er nun die Hamburger Staatsanwaltschaft anweisen, entsprechende Vergehen wegen Geringfügigkeit einzustellen. Steffen will das weniger Lebensmittel weggeworfen werden und er meint das es dafür sinnvoll wäre, wenn Bedürftige sich aus der Biomülltonne bedienen und das zu kompostierende verzehren.

Zunächst muss man sich natürlich die Frage stellen warum Lebensmittel in der Biotonne landen. Steffen behauptet das diese verdorbenen Lebensmittel „noch gut“ seien. Es gibt jedoch die Gesundheitsämter, Wirtschaftskontrolldienst, Verbraucherschutz usw. sowie Angaben der Hersteller, bis wann und wie Lebensmittel noch solche sind und in den Verkehr gebracht werden dürfen. Die Fachkräfte in den Filialen der Lebensmittelgeschäfte müssen die Waren daher täglich mehrfach prüfen, ob sie noch in Verkehr gebracht werden dürfen oder ob sie in die Biomülltonne müssen. Sollten Sie die entsprechenden Vorgaben nicht einhalten dann müssten diese Mitarbeiter, das Geschäft oder der Hersteller für gesundheitliche Schäden der Verbraucher haften und könnten in schlimmeren Fällen wegen einer Straftat belangt werden. Auch Lebensmittel die äußerlich noch gut aussehen müssen öfter weggeworfen werden weil sie durch bestrahlen, besprühen oder durch Schutzgasverpackungen oberflächlich haltbarer gemacht wurden, aber von innen heraus verfaulen und verderben. Die Fachkräfte in den Supermärkten und Discountern sind ausgebildet und haben die jeweiligen Informationen der Hersteller, bis wann zum Beispiel bestimmte Produkte verkauft werden dürfen. Steffen glaubt es aber besser zu wissen, für ihn sind diese verdorbenen und ehemaligen Lebensmittel „noch gut“ für Bedürftige und er glaubt das es besser für die Umwelt wäre, wenn auf diese Weise weniger Biomüll entstehen würde. Sowohl moralisch als auch fachlich ist die Haltung des Ministers, der mit seiner Partei und deren „Agenda 2010“ zum Beispiel viel zur Verarmung breiter Bevölkerungsschichten beigetragen hat, sehr fragwürdig. Politiker wären verpflichtet dafür zu sorgen das alle menschenwürdig leben können und sich Nahrungsmittel normal kaufen können und sich und die Angehörigen nicht aus der Mülltonne „versorgen“ müssen. Diese zentralen Aufgabe kommt der Minister samt seiner kapitalistischen Partei nur ungenügend nach.

ROYAL food, NY.jpg

Es kann und muss aber natürlich alles viel besser organisiert werden, ohne das Lebensmittel aus dem Biomüll geholt werden müssen. Frischwaren die tatsächlich noch gut sind aber in absehbarer Zeit nicht mehr in den Verkehr gebracht werden dürfen, können verschenkt, zeitnah zu Konserven verarbeitet oder in Restaurants zu essen gekocht werden. Im kapitalistischen Konkurrenzkampf Jeder gegen Jeden und für Profitlohn ist das aber nicht möglich denn dieses ganze System bricht in sich zusammen, wenn man stattdessen gemeinwirtschaftlich, vernünftig und im Interesse der Menschen organisiert. Es ist dann keine Lohnarbeit mehr da und es gibt keinen Profit mehr zu machen und obendrein sind teure Bürokratenposten wie der von Steffen überflüssig. Der Staat selbst zahlt heute im Kapitalismus sogar große Summen um Lebensmittel zu vernichten und die Preise hochzuhalten.

Lebensmittel gehören wirklich nicht in die Tonne aber das kapitalistische System das großen Überfluss und gleichzeitig großen Mangel produziert und damit zur Verschwendung führt. Dieses System ist für Verbraucher, Beschäftigte im Handel und in der Produktion längst nicht mehr tragbar.

Urheberrecht
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Oben             —           A box full of recovered vegetables and fruits dug out of the waste of a hypermarket

Author Foerster       /       Own work
  • CC0Hinweise zur Weiternutzung
  • File:Recovering wasted food.JPG
  • Erstellt: ‎1‎. ‎Juli‎ ‎2013

 

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Unten       —       People – Foraging one meal at a time East Village, New York, New York, USA

  • CC BY 2.0Hinweise zur Weiternutzung
  • File:ROYAL food, NY.jpg
  • Erstellt: ‎8‎. ‎März‎ ‎2010

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Wir retten die Welt

Erstellt von DL-Redaktion am 8. Februar 2019

Wir wollen unsere Freiheit zurück!

von Bernhard Pötter

Freunde und Familie, die wir letztens zu Gast hatten, aßen brav ihren Teller leer: Grüner Spargel mit Bechamel-Sauce, Paprikagemüse und dazu ein Gratin aus Süßkartoffeln. Die Laune unseres Sohnes hob sich, als er hörte, dass das alles Biozeugs war. Und vollends begeistert waren die jungen Leute, als ich noch einen draufsetzte: „Das sind alles gerettete Lebensmittel.“

Bei uns um die Ecke hat nämlich ein Supermarkt aufgemacht, der Essen mit abgelaufenem Mindesthaltbarkeitsdatum zu Tiefpreisen verkauft. Im „Sirplus“-Markt gibt es alles, was anderswo in die Tonne fliegt: Brot vom Vortag, Joghurt, Käse, Wurst und veganen Aufschnitt mit kurzer Lebenserwartung und sogar Mineralwasser (!) über Ablaufdatum.

Schön sind auch die Fünferpacks von Rittersport oder der 10-Liter-Eimer Majonnaise. Am besten aber gefallen mir Obst und Gemüse. Wenn die Inspiration fehlt, was ich kochen soll, nimmt mir „Sirplus“ die Entscheidung ab: Was gibt’s heute im Angebot? Früher wurde gegessen, was auf den Teller kam. Heutzutage wird gekocht, was nicht in den Müll soll.

Das ist doch die beste aller Welten: Denkfaule werden belohnt, und wir bekommen auch noch relativ billig gute Lebensmittel im Laden. Man könnte auch sagen: „Sirplus“ bedeutet ein Stück mehr Freiheit für uns. Wenn dieser Begriff nicht gerade für Menschen reserviert wäre, die ein Tempolimit auf der Autobahn ablehnen.

Das ist übrigens ein gigantischer Fehler: Wir lassen uns die guten Seiten des Lebens und die positiven Aussichten immer wieder von denen klauen, die allerhöchstens den Stillstand verwalten. Wer seine „Freiheit“ so definiert, dass er mit seinem Stinkediesel überall und immer und am besten mit 200 Sachen fahren darf, besetzt einen Begriff – und obendrein auch noch ein Denkmuster. Wir sind natürlich viel freier, wenn wir uns ohne Angst vor dicker Luft oder noch dickeren Straßenpanzern auf dem Rad oder per Fuß durch die Stadt bewegen könnten. Aber wir gelten als „Verbotsfreunde“, weil die anderen ihre egozentrische Sicht als Freiheit definieren.

Quelle       :         TAZ         >>>>>      weiterlesen

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Grafikquellen       :

Oben        —        Abendmahl‘ von Arno Funke

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Die „Liste RAVE“

Erstellt von DL-Redaktion am 17. November 2018

GUSTO grüßt den Rest der hungernden Welt

File:Bratwurst on the grill.jpg

Nachdenkenswertes von Stefan Weinert Ravensburg

Liste „RAVE“

Zur bevorstehenden Genussmesse GUSTO in Ravensburg – mit zehn kulinarischen Bühnenshows.

„Jeder weiß, wie eine Bratwurst schmeckt.“ – So steht es heute in der Zeitung.
Bitte setzen Sie bei dem Wort „Bratwurst“ doch einmal ein, was wir gut genährten und teilweise übergewichtigen Oberschwaben täglich, wöchentlich, monatlich, übers Jahr an Leckerbissen zu uns nehmen, also wissen, wie diese schmecken.

Das aber darf dann noch nicht alles sein. Deswegen muss ab der 100. Bratwurst … noch einer „draufgesetzt“ werden. Während sich womöglich viele Oberschwaben schon freuen, die gehobene und kulinarische „Vesperhalle“ („Die Leute dürfen ja das komplette Gericht mit allen Komponenten probieren“) aufsuchen zu dürfen, finde ich die Art und Weise dieser Ankündigung (Pressetext des Veranstalters?) schlichtweg zum „Kotzen“, um beim Thema „Essen“ zu bleiben.

Allein schon in Oberschwaben, aber auch in der gesamten BRD, in Europa und und vor allem in der Asien und Afrika, gibt es insgesamt 795.000.000 Menschen, die an Hunger leiden und sich glücklich schätzen dürfen, wenn sie am Tag eine handvoll Reis, Hirse oder eine Kartoffel mit einem Schluck  dreckigen Wasser zu sich nehmen können.  „Bratwurst“, Forelle, Steak, Hühnercurry, Pizza, Döner, Apfel, Apfelsine, Kaffee. Tee, Sekt? Fehlanzeige. Und daran sind wir in Europa und in den USA ganz und gar nicht unschuldig …

In Deutschland selbst leiden vor allem viele Kinder von Hartz-IV Empfängern und viele Kleinrentner unter Hunger. Viel weiter verbreiteter bei uns ist der so genannte „versteckte Hunger“. Denn während für Herrn und Frau GUSTO die 101.te Bratwurst (im Jahr!) nicht aufgepeppt genug sein kann und ein frischer Salat dazu auf sie wartet, müssen sich viele Deutsche aus Kostengründen „ungesund“ ernähren, um zumindest ein gewisses Sättigungsgefühl zu erhalten.

Motto: „Bonduelle statt  Bio-Möhre“.

Mangel an wichtigen Nährstoffen kann zu Konzentrationsschwächen, Wachstumsstörungen und Krankheiten führen. Die körperlichen und geistigen Folgen sind oftmals unumkehrbar. Das wiederum geht durch Postsozialleisunten im wahrsten Sinne des Wortes auf „Kosten“ der Allgemeinheit. Im Armutsbericht der Bundesregierung wird das Problem der ungesunden Ernährung von Kindern zwar erwähnt, aber nicht weiter erörtert. –

Ich täte mich schämen, im Kontext dieser Zeit, wo auch noch zeitgleich Menschen vor der „Tafel“ Schlange stehen, eine solche Veranstaltung zu besuchen. Die „Gustofler“ möchte ich daran erinnern, dass man jetzt in der kommenden Adventzeit etwas für die hungernden 800.000.000 Zeitgenossen, von denen jährlich 3.100.000 Millionen Kinder unter sechs Jahren an Hunger sterben, tun kann: Miserior, Adveniat und Brot für die Welt warten auf Ihre Spenden, damit dann guten Gewissens in die „Bratwurst 100+X“ gebissen werden kann. –

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Oben      —   Hier isst der Arbeiter-  und Mittelstand

Author M & A Markwick from Dordrechtgggg, Netherlands
Reviewer Andre Engels
w:en:Creative Commons
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Unten     —       So lassen sich die Großkotze von den Steuerzahlern  bewirten:  Motto:  „Wer nicht Arbeitet soll wegigsten gut speisen“.

„Abendmahl“ von Arno Funke

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Prima Klima für „Hartz-IV“

Erstellt von DL-Redaktion am 3. August 2018

Eine beißende Glosse im Sommerloch 2018

https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/6/6d/KAS-Rentenpolitik-Bild-12016-1.jpg

Quelle     : Scharf – Links

Von Ludger Spellerberg

Alle reden vom Wetter. Auch in Kreisen der SPD hat der „Klimawandel“, der letzlich auf das Datum des 14.03.2003 zurückzuführen ist, eine muntere Diskussion ausgelöst.

Wir erinnern uns! An diesem Datum trat ein großer Zampano vor die deutsche Öffentlichkeit und verkündete die AGENDA 2010. Damit war der politsche Klimawandel in Deutschland eingeleitet.

Dieser Tage wird über die Folgen des Klimawandels auf verschiedensten Ebenen siniert.

Makroökonomen sehen zum Jahreswechsel 2019 einen massiven Preisanstieg der Grundnahrungsmittel auf uns zukommen. In dieser Situation sitzen dann Landwirte und Hartz-IVBG´s (Bedarfsgemeinschaften) in einem Boot. Den Bauern wird die Kohle fehlen und den „Hartzern“ wird es ähnlich ergehen.

Ein SPD-Think-Tank hat nun endlich nach 15 Jahren erkannt, dass zum Jahreswechsel die Regelsätze um mindestens 120 Euronen angehoben werden müssen.
Die Hartz-IV-Gemeinde frohlockt: „Das Klima ist prima!“

Zwischen Baum und Borke befinden sich die deutschen Discounterketten. Bisher bestand ein großer Teil ihrer Kunden aus Transfairleistunsempfängern. Es besteht die Gefahr, dass dieser Kundenanteil mit erhöhten Geldleistungen zu den Feinkostläden abwandert. In einem weiteren Nebeneffekt dieses „Klimawandels“ könnte auch ein Großteil der etwa 1000 Tafeln in Deutschland die Pforten schließen.

In wissenschaftlichen Diskussionszirkeln herrscht noch Uneinigkeit über die genaueren Auswirkungen von Wetter, Klima und anthropogenen Einflussfaktoren. Eines scheint aber klar zu sein: Der „Sozialwetterbericht“ wird den täglichen Börsenbericht vor der Tageschau verdrängen.

Man wird dazu übergehen wieder über menschliche Bedürfnisse und Lebenslagen zu informieren.
Aktionärsinteressen fallen hinten runter. Gute Aussichten!

Urheberrecht
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Grafikquellen   :

Oben   —  Lügen HABEN KURZE BEINE. >>Ich stehe dafür, daß die Renten steigen wie die Nettoeinkommen.<< Gerhard Schröder, 17. Februar 1999 Abbildung: Porträtfoto Plakatart: Kandidaten-/Personenplakat mit Porträt Auftraggeber: CDU-Bundesgeschäftsstelle, Hauptabteilung Öffentlichkeitsarbeit, Bonn Objekt-Signatur: 10-025 : 311 Bestand: Wandzeitungen (10-025) GliederungBestand10-18: CDU-Bundesgeschäftsstelle Lizenz: KAS/ACDP 10-025 : 311 CC-BY-SA 3.0 DE

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Erziehung beim Einkauf

Erstellt von DL-Redaktion am 17. Februar 2018

Generali: Erziehung beim Supermarkt-Einkauf

Quelle  :   Untergrundblättle

Autor ab

Der Versicherer Generali kooperiert für sein Vitality-Programm mit dem Online-Supermarkt Allyouneedfresh. Er gehört der Post, ausgeliefert wird über DHL. Wer dort Gesundes einkauft, erhält Rabatt und Punkte.

Das Bund Lauchzwiebeln kostete beim Online-Supermarkt Allyouneed Fresh am Freitag 49 Cent, sechs Cent weniger als sonst. Die Webseite der Post-Tochter wirbt auch mit Wildpfirsichen, 500 Gramm für 1,16 Euro. Alles lieferbar am nächsten Morgen per DHL.

Wer sich in das Vitality-Programm des Versicherers Generali eingeschrieben hat, darf seit Oktober auf weitere Preisnachlässe bis zu 40 Prozent hoffen – wenn er bestellt, was Vitality und der Online-Supermarkt für „gesunde Lebensmittel“ halten. Dann gibt es auch „Vitality-Punkte“. Wer dagegen Wein oder Süssigkeiten bestellt, geht leer aus.

Vitality, das aus Südafrika stammende Erziehungsprogramm für ein gesünderes Leben in Gestalt einer Versicherung, hat nun auch in Deutschland den lange ersehnten Partner aus dem Lebensmittelhandel gefunden: Allyouneed Fresh ist hierzulande mit 20.000 Artikeln einer der grössten Online-Supermärkte. Vor einem Jahr kam der Versicherer Generali mit Vitality auf den deutschen Markt – begleitet von einer heftigen öffentlichen Debatte über Kundenüberwachung und die Ausgrenzung von weniger Gesunden.

Aber für den Versicherer funktioniert das System. Er verkauft Vitality zusammen mit Risikolebens- und Berufsunfähigkeitspolicen. „Wir haben durch Vitality einen Verkaufsanstieg von 70 Prozent bei den beiden Angeboten erreicht“, sagt Astrid Koida, die das Programm leitet. Wie viele Kunden sie genau damit gewonnen hat, will die Generali aber nicht sagen. Bisher arbeitet sie mit Adidas, Fitness First, den Linda-Apotheken und anderen zusammen.

Neukunden müssen im Fitnessstudio oder in der Apotheke ihren Gesundheits- und Fitnesszustand ermitteln lassen. Danach zählt der Punktestand, den ein Mitglied durch Sportstudio-Aufenthalte, gelaufene Kilometer oder eben den Kauf von Wildpfirsichen nachweisen muss. Wer den Bronzestatus erreicht, bekommt zehn Prozent Rabatt bei Vertragsfirmen, wer Platin-Mitglied ist, 40 Prozent. Auch die Versicherungsprämien sinken – um bis zu 16 Prozent.

Damit ist Generali einen weiteren Schritt auf dem Weg zur geplanten Einführung dynamischer Versicherungsta-rife gegangen. Das Ziel: Jeder bekommt seinen eigenen, variablen (!) Versicherungstarif – abhängig von den aktuellen Selbstoptimierungsbemühungen. Das ist nicht weniger als die vollständige Individualisierung und damit Entsolidarisierung im Gesundheitswesen.

Soweit nicht anders angegeben und keine genauere Quellenangabe vorhanden ist, gilt für die Texte auf dieser Website eine Creative Commons Lizenz (CC).

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Grafikquelle    :   Bild der Generali Konzernzentrale in München

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Tafeln droht die Überlastung

Erstellt von DL-Redaktion am 29. September 2016

Die Zahl der Bedürftigen wächst derzeit schneller
als die Lebensmittelspenden. Der Tafelchef
fordert deshalb größere Anstrengungen
von der Bundesregierung

Datei:Matthias Gruenewald-Coburger Tafel-Abendmahl.jpg

Die Tafeln fangen einen Teil jener auf, die durch das weitmaschiger werdende soziale Netz fallen. Oder wie es das Kritische Aktionsbündnis »Armgespeist« ausdrückt: »Tafeln sind ein Symptom dafür, dass die sozialstaatlichen Leistungen den Bürgerinnen und Bürgern kein soziokulturelles Existenzminimum mehr sichern.« Deutlichstes Indiz dafür ist der wachsende Andrang von Menschen, die auf die Lebensmittelspenden angewiesen sind. Derzeit wächst die Zahl der Tafelnutzer schneller als die Menge der gespendeten Lebensmittel. »Trotz angestiegener Spendenmenge bekommt jeder Einzelne im Durchschnitt etwas weniger Lebensmittel«, sagte der Vorsitzende des Bundesverbands Deutsche Tafel, Jochen Brühl, am Dienstag in Berlin und stellte klar: Tafeln könnten keine Vollversorgung garantieren, »sondern nur Armutslinderung«.

Fast 1,8 Millionen Menschen besuchen regelmäßig einen der bundesweit 2100 Tafelläden und Ausgabestellen. Im Vergleich zu 2014 sei die Zahl der Tafelkunden um 18 Prozent gestiegen, so Brühl. Wie stark die Zahl der Bedürftigen zugenommen hat, zeigt auch der Langzeitvergleich: Im Jahre 2005 zählten die Tafeln noch 500 000 regelmäßige Besucher. Die in jenem Jahr lancierten Hartz-IV-Reformen haben zu einem Run auf die Tafeln geführt.

Die Menschen, die die Ausgabestellen aufsuchen, sind vor allem eines: arm. Hartz-IV-Bezieher, Niedriglöhner, Migranten, Rentner, kinderreiche Familien und neuerdings auch Geflüchtete. Rund 280 000 Flüchtlinge werden derzeit von den Tafeln mitversorgt.

Nicht immer lief das in der Vergangenheit problemlos. Wegen kultureller Unterschiede und Sprachproblemen habe es manchmal Anlaufschwierigkeiten gegeben, so Brühl. Syrische Männer etwa hätten Probleme damit gehabt, Hilfe von Frauen anzunehmen. Zudem seien bestimmte Lebensmittel für einige Gruppen ungeeignet. So verbieten die islamischen Speisevorschriften den Konsum von Schweinefleisch.

Auch hätten viele Tafeln ihren neuen Kunden deutlich machen müssen, dass Tafeln keine staatlichen Einrichtungen seien und sie deshalb auch keinen Anspruch auf Lebensmittel hätten. Tatsächlich finanzieren sich die Tafeln von »privaten und privatwirtschaftlichen Spenden«, wie es beim Bundesverband heißt. Das Prinzip dahinter ist einfach: Die größtenteils ehrenamtlichen Helfer holen Lebensmittel, die in den Supermärkten oder Restaurants nicht mehr verkauft werden können, mit ebenfalls gespendeten Fahrzeugen ab und bringen diese zu den Ausgabestellen. Dort werden sie kostenlos oder gegen einen symbolischen Betrag verteilt. Etwa 40 Prozent der Tafeln werden von eingetragenen Vereinen betrieben, der Rest sind Projekte in Trägerschaft gemeinnütziger Organisationen wie Caritas, Arbeiterwohlfahrt oder Volkssolidarität.

Quelle: ND >>>>> weiterlesen

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Fotoquelle : Dieses Werk ist gemeinfrei, weil seine urheberrechtliche Schutzfrist abgelaufen ist.

Titel Coburger Tafel

Künstler :

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Der DL Küchenchef empfiehlt

Erstellt von Stapel am 12. Dezember 2015

Einfach lecker – schnell und günstig

Einfach, ganz einfach !

Letztens ist leider eine Nachbarin von uns verstorben, der Witwer der nicht kochen kann, hat die Küchenschränke ausgeräumt und die Kochzutaten verschenkt. Dabei war es erschreckend auffällig, das jede Menge „Fix-Produkte“ dabei waren. Suppen, Saucen, Aufläufe, alles aus der Tüte. Dabei sollte man sich einmal die Zeit nehmen und sich vor dem Kauf einmal die Zutatenliste auf der Rückseite eines jeden Beutels durchlesen.

Aufläufe!

Zunächst einmal gebe ich Euch das Rezept für die Eiermilch, die für jeden Auflauf verwendet werden kann, danach ein Rezept für einen unserer Lieblingsaufläufe.

¼ l Milch
3-4 Eier

Das war es, (ganz ohne unerwünschte Zutaten) diese Eiermilch können Sie nun ganz persönlich abschmecken, Creme fraiche, Schmand, Sahne oder Schmelzkäse. Salz, Pfeffer, Kräuter, Knoblauch, und, und, und, oder, oder, oder. Der Phantasie oder dem Geschmack sind keine Grenzen gesetzt.

Das was Sie überbacken wollen klein machen und kurz blanchieren ( max.1min im kochendem Wasser) Fehlt nur noch der Käse, Zwischen 50 und 70 Gramm.

Nudel-Schinken-Porree Auflauf!

125g Nudeln
500g Porree
125g gek. Schinken
(eine dicke Scheibe)
125g Käse, (Gouda, Gruyere,
Emmentaler)

Die Nudeln bissfest kochen, 1min. vor Ende der Kochzeit, den in feine Ringe geschnittenen Porree beigeben. Alles zusammen in einen Durchschlag schütten und unter Rühren gut abtropfen lassen.

Eine Auflaufform mit Butter oder Margarine ausstreichen und mit Semmelbrösel ausstreuen. Die Nudel-Porree hineingeben, den Schinken in Würfel geschnitten darauf das ganze mit der Eiermilch (siehe oben) übergießen und den Käse, grob geraspelt, darüber streuen.

Den Auflauf bei 225Grad ( Gas 4. Umluft 200) auf der 2.Einschubleiste von unten 30-45min. backen. Salat dazu und fertig iss.

Guten Hunger!

Detlef Stapel

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Fotoquelle:

Wikipedia – Oben: Urheber Suvi Korhonen –/– CC BY 2.5

Unten: RezepteWiki-Import –/– CC BY-SA 3.0

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Der DL Küchenchef empfiehlt

Erstellt von Stapel am 28. November 2015

Back to the Roots

Einfach lecker – schnell und günstig

Was war zuerst da? Das Huhn oder das Ei? Während uns diese Frage auch noch die nächsten Jahrhunderte beschäftigen wird, bleibt uns die Möglichkeit, sowohl vom Ei als auch vom Huhn schmackhafte Gerichte zuzubereiten.

Deshalb heute mal 2 Vorschläge für ein schmackhaftes Gericht das gut zum Abendbrot passt.

Rühreier mit Bückling

4 Eier
Salz, Pfeffer,
2 El. Milch
20g Butter
1 Bückling
Schnittlauch

Die Eier mit Salz, Pfeffer und Milch verquirlen. Die Butter in einer Pfanne zerlassen, die Eimasse hineingießen und mit dem in kleine Stücke halbem zerteiltem Bückling ( enthäutet und entgrätet) unter vorsichtigem Rühren stocken lassen. Das Rührei sofort auf einer gewärmten Platte auftragen und mit Schnittlauch bestreuen.

Die Zutaten gelten für zwei Portionen.

Rührei mit Käse

4 Eier
Salz, Pfeffer
2 El Milch
20g Butter
50g geriebener Hartkäse

Die Eier salzen und pfeffern, mit der Milch verquirlen und in die zerlassene Butter geben. Nach 2min. den geriebenen Hartkäse locker darunter mischen und sofort auf einer warmen Platte auftragen.

Dieses Gericht lebt von der Auswahl des „Käses“ da für 2 Portionen nur 50g gebraucht werden, geht doch auch mal neue Wege, es muss nicht immer Parmesan sein, lasst Euch doch mal an der Frischkäsetheke beraten. Die Auswahl im Bereich Käse ist enorm.

Nun wünsche ich Euch allen einen guten Appetit

Detlef Stapel

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Fotoquellen  Wikipedia –

Oben: Eier – Autor: Tagaru –7–CC BY-SA 3.0

Mitte: Rührei – Autor: Viola Niksa –/– CC. BY  3.0

Mitte: Ecolution – Uploaded by Faebot –/– CC BY 2.0

Unten:Rührei mit Käse – Andreas Kaiser, Neu-Ulm Pfuhl, Germany (Quelle) — / — CC BY 3.0

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Der DL Küchenchef empfiehlt

Erstellt von Stapel am 20. November 2015

Einfach lecker – schnell und günstig

Eins hab ich noch!

‚Wer hat das „echte“ Stew ausprobiert? Ich weiß dass „Hammelfleisch“ nicht jedermanns Sache ist, aber ehrlich mal, wenn man es nicht wenigstens einmal ausprobiert hat, weiß man gar nicht was einem für ein tolles Geschmackserlebnis entgeht.

Ich habe noch ein Gericht für Euch bei dem „Hammelfleisch“ verwendet werden kann, alternativ aber auch durchaus  „Schweinefleisch“ (Nacken).

Doch eins könnt Ihr mir glauben, mit „Hammel“ gibt es den wesentlich besseren Geschmack.

Der Vorteil bei dem folgenden Gericht, als auch bei dem „Stew“ der letzten Woche, vorbereiten, in den Ofen schieben und gut iss.

Hammelfleisch mit grünen Bohnen!

600g Hammelfleisch
(vom Nacken, oder Schwein)
100g Speck
50g Schmalz oder Öl
Salz, Pfeffer, 1-2 Knoblauchzehen
600g grüne Bohnen
600g Kartoffeln
1Tl Bohnenkraut

Das Fleisch in 2-3cm große Stücke schneiden. Den Speck in kleine Würfel schneiden und in einem gut schließenden Topf im erhitzten Fett, leicht anrösten. Die Fleischwürfel darin kräftig anbraten. Mit Salz, Pfeffer, und dem Knoblauch würzen.
Die geputzten, entfädelten, oder tiefgekühlten (natürlich aufgetaut) Bohnen in kleine Stücke geschnitten, die in Scheiben geschnittenen Kartoffeln, lagenweise über das angebratene Fleisch schichten, dabei jede Schicht salzen und die Bohnen zusätzlich mit Bohnenkraut bestreuen.

Mit einem ½ l kochendem Wasser aufgießen, den Topf gut verschließen und in dem vorgeheizten Backofen bei 160°, 75-90 min dünsten.

Direkt aus dem Topf, auf den Teller, einmal bewusst genossen, werdet Ihr dieses schmackhafte Gericht, nicht nur einmal auf Eurem Speiseplan haben.

Guten Hunger!

Detlef Stapel.

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Fotoquelle.

Oben: Kochwiki: Aufnahme von Andreas Wolter (Benutzer:Woltera),  Münster –/– — CC BY-SA 3.0

Unten: RezepteWiki-Import –/– CC BY-SA 3.0

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Der DL Küchenchef empfiehlt

Erstellt von Stapel am 14. November 2015

Einfach lecker – schnell und günstig

‚„Verdammt lang her“ das ich einst einmal in Irland gewesen bin, ein Freund von mir lud mich ein, mit einem Hausboot den „Shannon“ ( längster Fluss Irlands) rauf zu fahren, los ging es in „Killaloe“ bis rauf zum „Lough Key“

Atemberaubende Landschaften, mystische Bauwerke und „Natur pur“ die man sogar auf der Zunge schmecken kann, dazu noch sehr, sehr freundliche Menschen denen man überall begegnet ist, wenn wir vom Boot aus mit Rädern die verschiedensten kleinen Ortschaften erkundet haben.

Unvergessen auch die traditionelle irische Küche die sehr robust, aber überaus lecker schmeckt. Für mich sehr auffällig war, das „Stew“ welches ich öfter gegessen habe schmeckte überall, bis auf wenige Nuancen immer gleich. Einfach toll!

Dieses echte „Irish Stew“ welches ich selber immer wieder auf meinem Speiseplan habe, möchte ich Euch näher bringen.

„Irish Stew“

1kg Hammelfleisch (Schulter)
beim Metzger vorbestellen

1kg Kartoffeln

6 große Zwiebeln

1l Fleischbrühe

Salz, Pfeffer, 2 El Petersilie

Das gewaschene Hammelfleisch vom Fett befreien und in 2-3cm große Stücke schneiden. Die Kartoffeln schälen und in Scheiben, die Zwiebeln in Ringe schneiden.

In einem großen, gut verschließbaren Topf zunächst je eine Lage Kartoffelscheiben, Fleischwürfel und Zwiebel schichten bis alle Zutaten aufgebraucht sind, die oberste Lage sollte allerdings aus Kartoffeln bestehen. Die Fleischbrühe kräftig mit Salz und Pfeffer und die Zutaten damit gerade bedecken. Den Topf gut verschließen und das Stew in dem auf 120° erhitzten Backofen 2-3 Stunden gar schmoren. Kurz vor dem Auftragen die gehackte Petersilie darüber streuen.

Guten Hunger!

D.S.

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Fotoquelle: Wikipedia-

:Irish stew: Author Asmoo — / — Gemeinfrei

Paprika : Author Koshy Koshy from Faridabad, Haryana, India — / —CC BY 2.0

Petersilie: Author No machine-readable author provided. Ranveig assumed (based on copyright claims).

Gemeinfrei

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Der DL Küchenchef empfiehlt

Erstellt von Stapel am 6. November 2015

Einfach lecker – schnell und günstig

Wenn wir dieser Tage über den „Markt“ gehen, fällt es auf, dass es ein sehr reichhaltiges Angebot an Gemüsen gibt.

Selbst die Discounter bieten günstig die mannigfachsten Sorten an, eines meiner liebsten Gemüsesorten ist eine Eierfrucht, nämlich die „ Aubergine „ am liebsten gefüllt, und an diesem leckeren Rezept möchte ich Euch teilhaben lassen.

Gefüllte Auberginen

2 mittelgroße Auberginen

250g Lammfleisch oder Schweinefleisch

2 Zwiebeln, Salz, Pfeffer, Thymian, Knoblauchgranulat,

4 El Olivenöl, 2El Semmelbrösel, 2El Parmesan

Die gewaschenen Auberginen der Länge nach halbieren, mit Salz bestreuen und eine halbe Stunde stehen lassen. Danach den Saft abgießen und die Auberginen vorsichtig, ohne die Schale zu verletzen, aushöhlen. Das Auberginenfleisch fein hacken, mit dem gehacktem Fleisch, und den  gehackten Zwiebeln vermischen, mit Salz, Pfeffer, 1Tl Thymian, und einem 1/2Tl Knoblauchgranulat würzen. Die Masse in die Auberginenhälften füllen.

Das Olivenöl in eine flache feuerfeste Form gießen, die Auberginenhälften darauflegen, mit den Bröseln und dem geriebenen Parmesan bestreuen und bei 180 Grad im vorgeheizten Backofen dünsten, ca. 20 min.

Lasst es Euch schmecken,

am besten passt ein Salat dazu.

Detlef Stapel

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Fotoquelle: Wikipedia – Urheber – CTHOE — / — CC BY-SA 3.0 beide Fotos

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Der DL Küchenchef empfiehlt

Erstellt von Stapel am 30. Oktober 2015

Einfach lecker – schnell und günstig

Ja ist denn schon wieder Weihnachten? Für die Industrie beginnt das Fest der Liebe anscheinend jedes Jahr früher, überall sind Spekulatius, Zimtsterne und, und, und, schon seit Wochen zu finden.

Auch wenn es mir nicht passt, so kann ich dem doch etwas positives abgewinnen, es gibt nämlich auch „Glühwein“ und dazu habe ich ein tolles Rezept, das ich Euch ans Herz legen möchte.

„Ein ganz besonderer Braten“

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2Kg Nackenbraten ( Schwein ) ohne Knochen

1 Flasche Glühwein

Sauerbratengewürz

Wurzelgemüse, Zwiebeln

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Die Hälfte des Sauerbratengewürzes leicht anmörsern und mit einem halben Liter Wasser aufkochen, noch heiß über das Fleisch gießen und mit Glühwein auffüllen. 3 bis 4 Tage abgedeckt im Kühlschrank ziehen lassen.

Trocken machen, salzen und pfeffern und am besten in Butterschmalz von allen Seiten scharf anbraten, rausnehmen und im Fett eine Zwiebel und 100 g Wurzelgemüse anschwitzen, etwas Tomatenmark und etwas Mehl zugeben, dann mit der Glühweinbeize aufgießen, das Fleisch zugeben und im Ofen 90 Minuten bei 200 Grad schmoren lassen. Zwischendurch kontrollieren ob Flüssigkeit zugegeben werden muss.

Die Soße durch ein Sieb geben, eventuell noch etwas andicken, fertig!

Was Ihr dabei essen wollt, solltet Ihr selber wissen, am besten was Euch persönlich schmeckt, oder was man gemeinhin zu einem Sauerbraten essen würde.

Guten Hunger!

Detlef Stapel

P.S. Glühwein gibt es auch für Kinder !!

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Fotoquelle: Wikipedie .

Nackenbraten : – Author Rainer Zenz — / —  CC BY-SA 3.0

 

Zwiebeln :  — / — CC Attribution NonCommercial Unported 3.0

Glühwein : Urheber Loyna — / — CC BY-SA 2.5

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Der DL Küchenchef empfiehlt

Erstellt von Stapel am 16. Oktober 2015

Einfach lecker – schnell und günstig

Vor geraumer Zeit, habe ich mal einen Trip durch Italien gemacht und bin unter anderem auch in „Triest“ gelandet, eine äußerst faszinierende Stadt mit dem typischen südländischen Flair, und sehr gastfreundlichen Menschen.

Einkehr hielt ich unter anderem im „San Marco“ das seit 1914 besteht und wie ein Wiener „Kaffeehaus“ anmutet. Zu finden übrigens in der „Via Cesare Battisti“ falls Ihr mal dort hinkommt, auf jeden Fall sehr zu empfehlen.

Als erstes aufgefallen ist mir ein sehr guter und aromatischer „Kaffee“ der selbst in ganz Italien seinesgleichen sucht.

Auf Empfehlung habe ich dann einen“ Fleischtopf“ gegessen, der mir so gut gemundet hat, daß ich dieses Gericht bis heute immer wieder in meinem Speiseplan habe.

Fleischtopf Triest!

1kg Schweinefleisch(Nacken)

400g Zwiebeln

150g Fett (Öl, Schmalz)

1,5kg Tomaten

Salz, Pfeffer, 1Tl. Oregano,

1halber Tl.Kreuzkümmel

500g. Kartoffeln

Das gewaschene Fleisch in 2-3 cm. Große Würfel schneiden die Zwiebelstreifen und im erhitzten Fett hellgelb rösten. Das Fleisch darin rundherum anbraten- Die geschälten (kurz überbrühten) geviertelten Tomaten dazugeben und mit Salz, Pfeffer, den zerdrückten Knoblauchzehen dem Oregano und Kreuzkümmel würzen. Den Topf gut verschließen und vorgeheizten Backofen bei 140 Grad, 90Min. schmoren lassen.

Die geschälten in gröbere Würfel geschnittenen Kartoffeln zugeben und noch einmal 40-50 Min. kochen lassen, Fertig!

Über eine entsprechende Resonanz würde ich mich natürlich freuen.

Guten Hunger!

Detlef Stapel

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Fotoquellen : Wikipedia

Triester Fleischtopf: Urheber gran –  CC BY 3.0

Zwiebeln : Urheber L.Miguel Bugallo Sánchez (http://commons.wikimedia.org/wiki/User:Lmbuga)

CC BY-SA 3.0

Tomaten : Author: Giancarlo Dessì CC BY-SA 3.0

Kartoffeln : Author FreudCC-BY-SA 4.0

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Der DL Küchenchef empfiehlt

Erstellt von Stapel am 9. Oktober 2015

Einfach lecker – schnell und günstig

Wer kennt das nicht, es wird sich etwas in der Küche zubereitet, und anschließend sieht es aus wie Sau, das spülen hinterher dauert länger als die Zubereitung.

Hier gebe ich Euch, verbunden mit einem leckeren Rezept, ein paar Tipps wie es auch anders geht.

„Ein sauberes Omelett !“

2 Eier                         1 Scheibe gek. Schinken         1 Scheibe Schmelzkäse (Cheddar)

Die Eier aufschlagen und würzen, die Scheibe Schinken in kleine dünne Streifen schneiden und parat stellen, eine beschichtete Pfanne* aufheizen je nach Ofen 3-4 in der Zwischenzeit Spülwasser einlassen, wenn die Pfanne gut heiß ist, erst dann mit einem Pinsel etwas Öl in der Pfanne verstreichen, die Eimasse in die Pfanne geben, es soll leicht  zischen doch nicht zu sehr, sofort die Schinkenstreifen zugeben und auch die Scheibe Schmelzkäse zerkleinert darauf verteilen.

Bis das Omelett fertig ist, ca. 4-5 min. kann man in aller Ruhe die Kochutensilien abspülen und abtrocknen so wie die Küchenzeile abwischen.

Wenn auf dem Omelett nichts mehr flüssig ist, lässt man es aus der Pfanne auf einen Teller gleiten, nach der Hälfte klappt man es ein.

Die Pfanne braucht man nur mit einem Papiertuch auswischen, fertig.

Das Spülwasser reicht noch allemal für Teller, Besteck, Tasse oder was auch immer.

*Die meisten Menschen machen bei beschichteten Pfannen immer noch einen ganz gravierenden Fehler, sie spülen die Pfanne mit Spülmittel, eine beschichtete Pfanne wird nur ein einziges mal gespült, nach dem Kauf, sonst nie!

Entweder wischt man (wie oben) sie mit einem Papiertuch aus, oder aber wenn Rückstände bleiben, gibt man sofort nach dem entleeren der Pfanne wasser hinzu und nutzt die Restwärme der Platte um Rückstände zu lösen, anschließend nur mit heißem Wasser und Spülbürste auswaschen, das in der Pfanne selbst nur mit Holz oder Kunststoff hantiert werden darf, versteht sich hoffentlich von selbst.

Wenn Ihr immer so mit Eurer Pfanne verfahrt, werdet Ihr lange Freude an dem Teil haben, ich habe zum Beispiel 2 Pfannen die schon 15 Jahre alt sind, und da backt absolut nichts an.

Guten Hunger!

Über eine entsprechende Resonanz würde ich mich natürlich freuen.

Detlef Stapel

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Fotoquellen : Wikipedia

Omlett – Urheber Renee Comet (photographer) – Gemeinfrei

Eier –  Urheber HannahdownesCC-BY-SA 4.0

Scheibe gek. Schinken – Author Jocian –  CC BY-SA 3.0

Scheibe Cheddar Käse  – Gemeinfrei

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Der DL Küchenchef empfiehlt

Erstellt von Stapel am 2. Oktober 2015

Einfach lecker – schnell und günstig

Ich freue mich. Euch heute unseren neuen Mitarbeiter vorstellen zu dürfen, er heißt Detlef Stapel ist 59 Jahre alt und gelernter Koch, der sowohl in ganz Deutschland als auch im Ausland gekocht hat, viele Saisonstellen in den verschiedensten Urlaubsregionen,  er wird uns jede Woche am  Freitag mit einem neuen Rezept, und Tipps und Tricks rund um die Küche, bereichern.

In jedem Lebensmittelgeschäft, bei jedem Discounter, überall sind Sie zu finden, von „Ja“ bis „Dr. Oetker“ in den verschiedensten Preisklassen.

„Baguette“

Mit Champignons, Schinken, Salami usw. Viel Brot, wenig Belag, und geschmacklich, „Na ja“. Dabei kann man sich für kleines Geld seinen eigenen Belag, mit wenig Aufwand und individuell geschmackvoll, selber herstellen.

Hier nun mein Vorschlag für Euch.

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1 Bund Frühlingszwiebeln 0,45 €                                                        ½ Becher Creme fraiche 0,45 €

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200 g. geriebener Käse 1,25€ Basis                                     1/2 Glas getrocknete Tomaten in Öl 1,09 €

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Die Frühlingszwiebeln in feine Ringe schneiden,, Tomaten in kleine Würfel, mit dem Käse und dem Creme fraiche so wie einem guten Schuss Olivenöl vermischen.

Frei nach Schnauze würzen, Salz, Pfeffer, pürierter Knoblauch, Chilli, oder was auch immer.

Diese Basismasse könnt Ihr nun mannigfaltig weiterverarbeiten, z.B. 200g Salami in kleinen Würfeln beigeben, oder Schinken, oder mit Cucuk (türkische Knoblauchwurst) mit Sardellen, oder mit Thunfisch, oder, oder, oder.

Ihr könnt die Basismasse auch aufteilen, und 2 oder 3 verschiedene Sorten vorbereiten, bei der gesamten Masse sollten 200g“ Extra „ zugegeben werden, bei Aufteilung entsprechend weniger.

Die Masse hält sich gut und gerne 1. Woche im Kühlschrank, wenn Ihr sauber gearbeitet habt, soll heißen, alles an Schnippelei sollte nur mit einmal – (Handschuhen) ausgeübt werden.

Der Schweiß der Hände ist nie gut bei Lebensmitteln, da Sie leicht umkippen können.

Das gebackene Baguette ( Discounter 0,35€ je 2 Stück ) einmal quer und einmal längs halbieren, gut mit der jeweiligen Masse belegen, und im vorgeheizten Backofen auf einem Gitter bei 175Grad zwischen 8 und 12 Minuten backen.

Am besten eignet sich dazu ein Mini – Backofen aus Energieersparnisgründen.

Guten Hunger!

Über eine entsprechende Resonanz würde ich mich natürlich freuen.

Detlef Stapel

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Fotoquellen : Wikipedia

Baguette:

Urheber Anwar2 / Diese Datei ist unter der Creative-Commons-Lizenz „Namensnennung – Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 nicht portiert“ lizenziert.

Frühlingszwiebeln: Author Donovan Govan. / This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported license.

Crème fraîche : Urheber cyclone bill Diese Datei ist unter der Creative-Commons-Lizenz „Namensnennung – Weitergabe unter gleichen Bedingungen 2.0 generisch“ (US-amerikanisch) lizenziert.

Parmesan gerieben: Urheber Schwäbin / Diese Datei wird unter der Creative-Commons-Lizenz „CC0 1.0 Verzicht auf das Copyright“ zur Verfügung gestellt.

Tomate: Urheber Jalogo / Diese Datei ist unter der Creative-Commons-Lizenz „Namensnennung – Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 nicht portiert“ lizenziert.

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Gegen die Gentechnik

Erstellt von UP. am 6. Februar 2014

Der Kampf gegen die Gentechnik hat lange begonnen

foodwatch - die essensretterabgespeist - denn Etiketten lügen wie gedruckt
04.02.2014

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Grafikquelle   :   „Wir haben es satt!“-Demonstration in Berlin 2013. Ein Mensch im Hühnerkostüm

Demonstration 2013

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Die Currywurst

Erstellt von UP. am 30. Juni 2013

Berliner Mutter der Currywurst

Datei:Currywurst-1.jpg

Herta Charlotte Heuwer, geborene Pöppel (* 30. Juni 1913 in Königsberg; † 3. Juli 1999 in Berlin), war die Besitzerin einer Imbiss-Stube im Nachkriegsberlin.

Man nannte sie auch die ‚Berliner Mutter der Currywurst‘. Das allerdings ist nicht ganz korrekt. Es muss höchstens heissen: ‚Mutter der „Berliner“ Currywurst‘; denn die Currywurst, die es heute in tausendfacher Variation hinsichtlich der ursprünglich patentierten Sosse (Patentnummer 721319) gibt, wurde wohl fast nahezu zeitgleich an mehreren Orten erfunden. Keinesfalls jedoch auf dem Territorium der damaligen Ostzone, weil es dort an Curry mangelte; denn dort nahm man anstelle Curry den guten Senf aus Bautzen. Die Wurst dort war daher bestenfalls eine Senfwurst und in der Regel sehr fettig, weil sie zu 95 % aus Fett bestand. Schweinehälften wurden nämlich eher in das westliche Deutschland exportiert, nachdem man überflüssiges Fett abgeschnitten hatte.

Manche schreiben die Endeckung der Currywurst auch einer Lena Brückner zu, einer Hamburgerin, die eine Art Currywurst bereits 1947 am Hamburger Fischmarkt oder Grossneumarkt (als Filialbetrieb ?) angeboten haben soll. Die Hamburger Sosse allerdings ist heute noch bräunlich angesengt und man kann davon ausgehen, dass McDonald’s diese Sosse für den firmeneigenen McRib abgekupfert hat.

Nun zum Kern der Sache: Die Currywurst wurde allen Unkenrufen zum Trotz bereits 1946 erfunden – und zwar am 24. September. Nicht in Bochum oder gar Gelsenkirchen-Schalke, sondern in Hörde bei Dortmund.
Der Erfinder der Currywurst im westlichen Teil Deutschlands – eigentlich die Wiederentdeckung – war Anton Lewandoswki, der Urgrossvater des Verfassers, Sohn von Michael Lewandoswki, der das Rezept an seinem Sohn Anton weitergegeben hatte. Anton wurde in Christburg (in der Nähe von Marienburg) geboren. Und es ist davon auszugehen, dass sich das Rezept seit Jahrhunderten im Familienbesitz befand. Anlass für die Wiedererweckung des Rezeptes war die Geburt des Verfassers. Die Tomaten der Sosse stammten aus überlebenden Einmachgläser und das C-Pulver wurde selber gemischt. Die Sau, aus der Wurst gemacht wurde, stammte aus einer anteiligen Schwarzschlachtung.

Leider lässt sich das heute nicht mehr exakt recherchieren, aber es ist davon auszugehen, dass Herta Charlotte Heuwer und der UrurGrossvater Michael L. mutmasslich gemeinsame Vorfahren hatten. Damit wäre schlüssig nachvollzogen, dass die Currywurst auf jeden Fall in Ostpreussen erfunden wurde. Und zwar höchstwahrscheinlich bereits vor Jahrhunderten, also schon vor der Zeit, bevor der Deutsche Orden das Land okkupierte.

In der Gegend von Augsburg wird auch eine Art von Currywurst angeboten, die allerdings den Namen nicht verdient. Denn nicht nur die Sosse dient der Identifikation dieses Gerichtes, sonder auch die Wurst. Verwendet wird hier eine haut- und geschmacklose Wurst, die von Eingeborenen auch „Geschwollene“ genannt wird. Gleichermassen wird diese „Wurst“ in Bayern auch zur einfallslosen Füllung von Rouladen verwendet.

Die original und einzig wahre echte Hörder Currywurst Nummer 1 wurde nach dem 24.9.1946 von Lina Eva Krokoschinski, einer Kriegerwitwe, weiter verbraten, also als Lizenznehmerin von Anton Lewandoswki weiter unter das Volk gebracht.

Wie kam nun die Currywurst nach Bochum? Das ist einfach erklärt. Der Grossonkel des Verfassers, Gustav Labuhn, wohnte in der Nähe des Langendreer Bahnhofs. Und weil er Mitglied der Familie war, erwarb er kostenlos eine Lizenz von seinem Onkel Anton.

Gustav war an sich glücklich verheiratet, aber wie es der Teufel wollte, besuchte ihn an seiner Curry-Wurst-Bude eines Tages eine hübsche Frau, die es nach Wurst verlangte. Sie bekam sie in zwei Sorten und in einer der schwachen Stunden verriet Gustav das Rezept an diese Dame. So gelangte das Rezept nach Schalke; denn diese Dame war die Freundin des damaligen Trainers. Und die hatten ihren Fans nicht anzubieten in der Halbzeitpause – jedoch von dieser Wurst gehört, die am Stadion „Rote Erde“ von Lina Krokoschinski an Spieltagen damals bereits an einem innovativen mobilen Stand verkauft wurde.
Und wie kann es anders sein? Das und nur dieses ist der Grund für die Rivalität zwischen diesem Klickerverein in der Nähe von Bottrop und dem sagenhaften BVB 09: Die geklaute Currywurst.
Gustav verkaufte an seinem Stand in Langedreer übrigens auch gekochte harte Eier mit – wie kann es anders sein – einem ordentlichen Tropfen MAGGI als Würze; denn harte Eier, MERKE: … werden immer mit MAGGI gegessen!

Immer muss die Wurst eine leicht gekrümmte sein, woraus man ableiten kann, dass die Wurst selbstverständlich eingepellt ist. Und immer muss diese Wurst von Hand mit einem wohlgeschliffenem Messer geschnitten werden – nicht durch einen dieser modernen Wurst-Häcksler zerrissen werden.

Hütet euch, dort eine sogenannte Currywurst zu kaufen, wo der Verkäufer oder die Verkäuferin fragt, ob es auch ein wenig Currypulver drauf sein darf. Die haben NULL Checkung von Currywurst, und man würde ein Plagiat essen. Und dort wird in der Regel die Wurst auch gehäckselt – ist oft auch die Wurst eine nach der Art der „Geschwollenen“. Vergiss’es!

Auf der original und einzig wahren echten „Hörder Currywurst Nummer 1 nach ostpreussischem Ursprung“ ist immer Currypulver auf der roten Sosse, die eine mässige Schärfe aufweisen muss.

So iss’es!

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Grafikquelle    :

Diese Datei ist unter den Creative-Commons-Lizenzen „Namensnennung – Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 nicht portiert“, „2.5 generisch“, „2.0 generisch“ und „1.0 generisch“ lizenziert.

Quelle Eigenes Werk
Urheber Rainer Z

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Leyen I – Krötensuppe

Erstellt von UP. am 13. März 2011

RUNDBRIEF der DIAKONIE STUTTGART

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zu den aktuellen Kochkünsten aus der Hartz-IV-Küche (Krötensuppe Leyen I) hier zwei wichtige Informationen:

1. SGB II neu 2011
Dazu die prägnante Kürzübersicht der Bochumer Arbeitsgemeinschaft prekäre Lebenslagen als PDF

2. Drohende Kürzung der Unterkunftskosten
Im Falle einer kommunalen Satzungsermächtigung durch ein Landesgesetz können die Stadt- und Landkreise Leistungen für die Kosten der Unterkunft (KdU) künftig niedriger als bisher und unterhalb der Vorgaben der Rechtsprechung des Bundessozialgerichts festlegen. Dabei kann insbesondere bei der Wohnfläche nach unten abgewichen werden, Heizkosten können einzelfallunabhängig begrenzt werden, eine Gesamtobergrenze für die Bruttowarmmiete kann gebildet werden, die Angemessenheitsgrenzen können auch nach der Wohngeldtabelle ohne Aufschlag bestimmt werden und schlussendlich können die gesamten Unterkunfts- und Heizkosten ohne Berücksichtigung der tatsächlichen Kosten pauschaliert werden

Es gilt jetzt zunächst, ein Landesgesetz zu verhindern, dann bleibt die bisherige Rechtslage mit allen BSG-Vorgaben bestehen – Ansprechpartner sind hier insbesondere die Landtagsabgeordneten. Für den Fall einer Satzungsermächtigung muss dann die Auseinandersetzung örtlich geführt werden mit Kriterien zur bedarfsgerechten Ausgestaltung der örtlichen Satzung. Hierbei ist insbesondere ein Bündnis mit den örtlichen Mieter- und Vermietervereinigungen sowie der Wohnungswirtschaft empfehlenswert, die ebenfalls ein Interesse an gesicherten Mieten haben. Falls ein Landesgesetz kommt, erhalten Sie Vorschläge zum inhaltlichen und formalen Vorgehen.

Eine gute Darstellung der KdU-Probleme und politischer Aktion gibt es von der Koordinierungsstelle gewerkschaftlicher Arbeitsloseninitiativen unter http://www.erwerbslos.de/images/stories/dokumente/positionen/kritik_kdu.pdf.

Mit freundlichen Grüßen
Frieder Claus

Diakonisches Werk Württemberg
70191 Stuttgart

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Grafikquelle  : Ursula von der Leyen, Bundesministerin für Arbeit und Soziales der Verteidigung.

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TV-Kochen und Hartz IV

Erstellt von Dieter Carstensen am 1. März 2011

Das Fernsehen kocht uns satt

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ARD-Buffet-Team

In den Fernsehkanälen werden wir mit TV Kochshows, z.B. „Lanz kocht“ und wie sie alle heißen, derzeit regelrecht überschwemmt, genau so wie mit endlosen Börsendatenshows. Für mich sind diese Vorgänge ein Zeichen der Pervertierung unserer Medienlandschaft. Gestern hatte ich ein Gespräch mit mehreren alleinerziehenden Frauen, die ich seit Jahren ehrenamtlich betreue, welche von Hartz IV leben, aber alles für ihre Kinder tun, damit sie eine gute Ausbildung bekommen und sich das regelrecht vom Munde absparen. Thema unseres monatlichen „Kaffeekränzchens“ war gestern „TV – Kochshows.“

Beruflich hatte ich schon immer mit sozial Benachteiligten zu tun, ich bin nicht ohne Grund Sozialarbeiter geworden und ich habe es gelernt, diesen Menschen gut zu zu hören und ihre Sorgen und Nöte ernst zu nehmen. Unser Gespräch gestern hat mich zutiefst erschüttert. Es zeigte die wahre Realität der Hartz IV Staates „Absurdistan“, vormalige Bundesrepublik Deutschland, in seiner ganzen, brutalen, menschenverachtenden Realität auf.

Elf junge alleinerziehende Mütter hatte ich bei mir zu Kaffee und Kuchen eingeladen, meine Partnerin hatte den Kuchen gebacken, diesmal war ich dran, geht immer reihum. Dann kamen die Frauen auf TV Kochshows und Börsensendungen zu sprechen.

*Lisa* (alle Namen und Daten geändert), 39 Jahre, die Tochter, 17 J., macht gerade Abitur, spart sich die für die Kleine, die ich seit 11 Jahren kenne, jeden Cent vom Mund ab, damit es ihrer Tochter einmal besser geht und sie in der Schule nicht völlig ausgegrenzt wird. *Petra*, sie ist hochgradige Allergikerin, der Sohn 11 J., jetzt auf dem Gymnasium, was seine Mutter finanziell alle nur möglichen Opfer fordert, wurde von der örtlichen ARGE vor 3 Jahren im Hochsommer gezwungen, Fenster unserer Sporthalle zu säubern, obwohl sie von ihrer Allergie über ärztliche Atteste wussten und brach dann mit Allergieschock beim Reinigen zusammen, war ja alles voller Blütenpollen, Notarzt, Krankenhaus. Sie hat knapp überlebt.

Von wegen, Hartz IV Bedürftige saufen und rauchen alle! Wie soll das denn gehen, bei 364 Euro im Monat? Die Frauen, die gestern bei mir waren, gönnen sich zugunsten ihrer Kinder selber gar nichts. Die paar Idioten, die sich anders verhalten, sind die absolute Ausnahme, dass sind die, welche der Zeitung mit den vier großen Buchstaben zur Hetze gegen die Ärmsten dienen.

Die Frauen kamen dann auf das Thema „TV Kochshows, Börsendaten und Hartz IV“ zu sprechen.

Mittlerweile gelten in diesem Staat Absurdistan ca. 30 % der Bevölkerung als verarmt.

Ich habe gestern viel gelernt, als diese Frauen über ihre Gefühle sprachen, was so „TV Kochshows“ mit ihnen machen. Sie meinten, sie würden ihren Kindern ja auch gerne mal so etwas kochen wollen, aber woher nehmen, wenn nicht stehlen? Die Zutaten für die Gerichte kann sich ein Drittel der Bevölkerung gar nicht leisten!

Dann sprachen die Frauen über ihre Gefühle des Ausgegrenztseins, des sich hilflos durch diese Gesellschaft im Stich gelassen sein Fühlens.

Besonders fühlten sie sich von den Börsensendungen genervt, da sie meinten, die Wenigsten hätten doch überhaupt Aktien. Aber über ihre Sorgen und Nöte würde nur selten in den Medien berichtet.

Stattdessen würde auch noch über einen „zu Guttenberg“, der sich seine Doktorarbeit ermogelt habe, teils als „nicht schlimm“ berichtet. während sie ihre Kinder zu Ehrlichkeit und Anstand zu erziehen versuchen und ihren Kindern von der Lehrerschaft jede Schummelei auf den Elternsprechtagen böse angekreidet würde.

Diese mutigen, kämpferischen Frauen, die für ihre Kinder alles tun würden, haben mich gestern sehr tief beeindruckt und sie haben mir einmal mehr vor Augen geführt, mit welch unterschiedlichem Maaß mittlerweile in dieser Gesellschaft gemessen wird.

Sie hatten z.T. auch ihre Kinder dabei, ist bei uns so, und die hörten z.T. auch mit. Die kleine *Janine*, 9 Jahre, die ich kenne seitdem sie 3 Jahre ist, sagte dann wörtlich zu mir: „Dieter, ich guck auch manchmal was die da im Fernsehen kochen. Hätt ich auch gerne mal, aber ich weiß ja, Mami hat das Geld nicht. Der neue Schulranzen war so teuer und alles geht nicht, aber ich würde das auch gerne mal haben, so ein tolles Essen.“

Da hat mich zutiefst in meinem Herzen angerührt, ich war kurz vor den Tränen, aber das ist die Realität in Hartz IV Deutschland. Und sie ist bitter!

Meine Partnerin und ich haben Mutter und Kind dann noch beim Chinesen zum Essen eingeladen, EINMAL sollte die kleine *Janine* auch mal ein besonderes Essenserlebnis haben. War wunderschön, die Kleine war so bescheiden, traute sich gar nicht, was teureres auf der Karte auszusuchen, „Dieter, dass ist aber teuer“ und dann habe ich für uns vier alle bestellt, als Viererportion, dann war jede Peinlichkeit weg, das Essen kam auf die Mitte des Tisches und jeder konnte zulangen.

Was wir nicht essen konnten, ist ja das Tolle beim Chinesen, wurde zur Mitnahme eingepackt, für Mutter und Kind und das Leuchten in den Augen der Kleinen werde ich nie vergessen. Sie kennt sonst nur das Anstehen mit ihrer Mami bei unserer örtlichen Tafel.

Dieser Staat sollte sich schämen, so mit Menschen umzugehen, es mangelt ja nicht an Geld, es wird nur falsch verteilt, dieser Staat ist mittlerweile verkommen, korrupt und das Volk interessiert die Politiknomenklatura doch nur noch am Rande. Hauptsache, der Politikerebene geht es gut, Selbstbedienungsladen BRD, aber nur für, die, welche „Das Sagen haben“.

Wen von denen interessiert denn z.B. noch eine kleine *Janine*?

DIE interessieren doch nur die Börsenberichte, damit sie ihre fetten Diäten, die im Gegensatz zu Hartz IV und der Sozialhilfe regelmäßig der Inflation angepasst werden, gewinnbringend anlegen können.

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