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Blockupy bleibt richtig

Erstellt von DL-Redaktion am Samstag 23. Februar 2013

Hatten wir noch am Dienstag ein Plädoyer von Prof. Peter Grottian für mehr zivilen Widerstand gelesen, so gab es gestern gleich eine Antwort, ebenfalls aus Attac, in welcher die Kontrahenten Grottian energisch Widersprechen. Uns geht es hier nicht um eine Wertung, sondern einzig darum die verschiedenen Ansichten zu verbreiten. Vielleicht aber spiegelt sich in den zu lesenden  politischen Widersprüchlichkeiten auch die äußerliche Ruhe wieder, welche zur Zeit in der linken Szene herrscht?

Blockupy bleibt richtig

Ziviler Ungehorsam ist eine freiwillige Angelegenheit. Daher fördert es ihn nicht, wenn Attac dazu aufruft. Eine Erwiderung auf Peter Grottian

Ziviler Ungehorsam hat in der Geschichte der sozialen Bewegungen eine wichtige Rolle gespielt. Mit bewussten Regelbrüchen gelang es immer wieder, Diskussionen zuzuspitzen oder in den öffentlichen Fokus zu rücken. Besonders bekannt wurden Aktionen der Friedensbewegung, der Anti-Atom-Bewegung oder gegen Gentechnik in der Landwirtschaft. Auch GlobalisierungskritikerInnen haben gewaltfrei Polizeiketten überwunden und beeindruckende Zeichen gesetzt – besonders sichtbar beim G-8-Gipfel in Heiligendamm 2007 und zuletzt bei den Blockupy-Aktionstagen 2012 in Frankfurt.

Grottian glaubt

Irritierend ist allerdings Peter Grottians unbedingter Glaube an Zivilen Ungehorsam als Rezept für jede politisch unbefriedigende Situation (siehe sein Beitrag „Attac hat Angst“, taz vom 16. 2. 2012). In keiner seiner Veranstaltungen und in keinem seiner Artikel fehlt der Appell, mittels Zivilem Ungehorsam „denen endlich weh zu tun“. Aber trifft er damit den Punkt?

Uns scheint, dass Peter Grottian unabdingbare Voraussetzungen für erfolgreichen Zivilen Ungehorsam nicht wahrhaben will. Das A und O dieser offensiven Protestform sind die Menschen, die ihn betreiben. Sie müssen individuell davon überzeugt sein, dass die Zeit für einen solchen Schritt reif ist. Es zeugt von einem seltsamen Geschichtsverständnis, so zu tun, als wären nahezu alle gesellschaftlichen Konflikte für eine solche Auseinandersetzung geeignet. Noch schwerer wiegt, dass es Ausdruck eines autoritären Politikverständnisses wäre, Zivilen Ungehorsam quasi von oben anordnen zu wollen – und nichts anders wäre es, riefen ein paar vermeintliche Attac-„Obere“ zu Zivilem Ungehorsam auf in der Erwartung, die Massen würden dann schon folgen.

Quelle: Taz >>>>> weiterlesen

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