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RENTENANGST

Biskys Spaltpilze ?

Erstellt von DL-Redaktion am Montag 7. Dezember 2009

Bisky, Die Linke. SPD und die Spaltpilze

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von Angela Whyte

Auf   Spiegel online werden nun die neuen Pläne der Linken für „die nächste Generation“ offenbart: Die Linke. SPD

Von gemeinsamen Wurzeln zu reden ist mit Sicherheit kein Fehler, aber muss sich von daher gleich DIE LINKE an die SPD annähern? Wenn die SPD den Kurs der Sozialdemokratie verlassen hat, dann soll sich die PDL an die SPD annähern, um die Sozialdemokratie wieder glaubwürdig zu machen?  Die Logik hinkt.

Die PDL bietet sich für eine Regierungsbeteiligung an wie Sauerbier, verscherbelt ihre Inhalte und verrät die Ziele vieler ihrer Mitglieder, ganz in der Tradition der SPD.  Ob das der richtige Weg ist zu einer effektiven linken Politik? Oder ist das eher der Weg einer Aushöhlung linker politischer Ziele, die der PDL bald in aller Gänze ihre Existenzberechtigung zu nehmen droht? Kritik an dieser Idee aber scheint nicht erwünscht zu sein.

In der der PDL typischen Art einer Top-down-Politik versucht Bisky,  den zukünftigen Weg der PDL festzuschreiben, ohne die Mitglieder „seiner“ Partei darüber auch nur befragt zu haben.
Nach alter Art à la SED wird auch gleich jeglicher Kritik intensiv vorgebeugt: Das Wort Sozialdemokratie dürfe nie wieder als „Verratsvorwurf“ daher kommen. Heißt es doch „Wer hat uns verraten? – Die Sozialdemokraten!“ Bisky aber scheint von dem Wort zu reden, nicht von den PolitikerInnen, die sich selbst noch so zu nennen trauen. Aber was meint er denn, wenn er nicht sagt, dass SozialdemokratInnen nie wieder ihre Sache verraten sollten, sondern eben, dass das Wort Sozialdemokratie nie wieder mit dem Verratsvorwurf belegt werden sollte. So haben uns laut Bisky die Sozialdemokraten am Ende gar nicht verraten?

Bisky verwechselt anscheinend Unterdrückungskultur mit der Kultur einer kritischen Auseinandersetzung. Folgt doch nach seinem Rehabilitationsversuch für den Verrat der Sozialdemokraten der Versuch einer vorbeugenden Diskriminierung gegen alle, die eine andere Meinung vertreten: Soll die linksparteiliche „Verdächtigungskultur“, vor der Bisky warnt, eine Argumentationshilfe sein für alle, die sich einer Kritik entziehen wollen?  Sollen alle, die eine andere Meinung vertreten als die parteilich diktierte, besser schweigen und sich nicht zu viele Gedanken machen, damit sie nicht in Gefahr geraten, dem Vorwurf einer „Verdächtigungskultur“ ausgesetzt zu sein?
Wer eine kritische Auseinandersetzung will, ist also „Spaltpilz“ und macht nur Krieg, um  GenossInnen zu besiegen… und wird von Bisky als Hauptfeind erklärt.

Lieber Lothar Bisky, das ist genau das, was Du hier tust: Du spielst GenossInnen gegeneinander aus, Du setzt Dich auf diese Art und Weise nicht anderen Meinungen auseinander, sondern Du erwartest, dass Deiner Meinung gefolgt wird. Wer das nicht so sieht, der wird dann eben zum Hauptfeind Spaltpilz erklärt!
Das ist Unterdrückungskultur in Reinform und hat mit einer Kultur der kritischen Auseinandersetzung aber auch gar nichts zu tun. Es entspricht dem Verhalten in einer Einheitspartei, nicht aber dem in einer pluralistischen Partei. Das ist genau das, woran die SED gescheitert ist.

Quelle :  scharf-links >>>>> weiterlesen      Leserbrief des Genossen Chris

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Ingo Engbert

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Grafikquelle : UnbekanntGoogle Books – George Van Schaick (1914-08). „That Jim!„. Sunset August 1914: 328. Southern Pacific Company, Passenger Dept..

 

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  • File:Man chopping wood – greyscale.svg
  • Erstellt: 1. Januar 1914

 

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