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Birgit Meydanci Austritt

Erstellt von DL-Redaktion am Donnerstag 22. März 2012

Austrittserklärung

An die
Partei DIE LINKE
Kleine Alexanderstr. 28
10178 Berlin

03. März 2012

Austrittserklärung

Sehr geehrte Damen und Herren,

hiermit erkläre ich meinen Austritt aus der Partei DIE LINKE. und lege gleichzeitig mein Amt als stellv. OV-Vorsitzende im Ortsverband St. Ingbert nieder.

Als Gründungsmitglied des Ortsverbandes St. Ingbert PDS.Linkspartei fällt mir der Austritt alles andere als leicht. Aber die Erkenntnis, dass die Ideale im jetzigen Zustand der Partei DIE LINKE. Saar und des Kreisverbandes anscheinend verraten werden und nur lukrative Mandate im Landtag zählen, lassen mir keinen anderen Ausweg. Die jüngsten Ereignisse bei den Listenaufstellungen bestärken mich in meinem Entschluss. „Linke Gesinnung“ nur um oder wiederum an den Fleischtopf zu gelangen.

Ich sehe für den Ortsverband keine Perspektive. Auch nicht für mich persönlich. Eine traurige Entwicklung. Für die PDS. Linkspartei konnte ich mich mal sehr begeistern. Da gab es Genossen die in den Hungerstreik gingen. Es gab beeindruckende Persönlichkeiten wie zB Gregor Gysi, Petra Pau, Halina Wawzyniak und Katja Kipping. Bei G. Gysi muss ich ausführen „es war einmal“. Sein unschönes Attackieren gegenüber Dr. Bartsch der sich angeblich illoyal verhalten haben soll, war mehr als befremdlich.

Schaut‘ Euch das Austrittschreiben des ehem. Schatzmeisters  Schillo genau an. Den Ausführungen kann ich mich nur anschließen. Das einzige, was die Kreisvorsitzende im SPK und MdL  gut kann, sind leere Versprechungen, schöne Reden, Aufblähen des eigenen Ortsverbandes. Mitglieder, die fachkundig im SGB sind und satzungsmäßig mehr drauf haben als andere werden mit Unterstellungen, üblen Nachreden in Misskredit gebracht oder ausgegrenzt (eine Beisitzerin soll 10 € unterschlagen haben).

Einladungen zu politischen Veranstaltungen habe ich als amtierende Vorsitzende nicht erhalten, und keine Einladung zu Kreisvorstandssitzungen.

Seit mindestens einem ¾ Jahr  werde ich nicht nur von Kreisvorstandssitzungen, sondern auch bei Fraktionssitzungen ausgegrenzt. Vermutlich deshalb weil ich der Kreisvorsitzenden

Spaniol und der Fraktionsvorsitzenden Riedinger nicht nach dem Mund redete (Ostfrauen sind eben emanzipierter als manche Westfrauen).

Mittlerweile sehe ich auch meinen guten Ruf im Kreistag durch das Verhalten der Fraktionsvorsitzenden R. gefährdet.

Ich erkläre daher auch meinen Austritt aus der Linksfraktion im Kreistag, zumal die Fraktionsvorsitzende Riedinger, immerhin stellv. Kreisvorsitzende im Kreisverband Saarpfalz nichts dazu beigetragen hat eine intensive Zusammenarbeit mit dem OV herbeizuführen.

DIE LINKE Saar spiegelt nicht mehr das wieder, wofür ich 2005 ein- und angetreten bin.

Die Partei der „Sozialen Gerechtigkeit“ (KV SPK) lässt sich von Hartz4-Empfängern Aktionen finanzieren (ich war bis vor wenigen Wochen Hartz4-Empfängerin).

Die Partei der „Sozialen Gerechtigkeit“ (KV SPK) verweigert Hartz4-Empfängern trotz mündl. Zusage der Kreisvorsitzenden Beitragsbefreiung.

Die von der BSK kassierten saarländischen „Maulkorbbeschlüsse“ im Febr. 2011 waren die Fortsetzung der vom Landesvorstand angewendeten MfS-Praktiken (im Osten aufgewachsen sind mir diese Methoden, um Kritiker zu denunzieren und mundtot zu machen bestens bekannt, Androhung von Stellenverlusten etc. etc.).

Auf die Einhaltung von Formalien wird im Saarland keinen Wert gelegt. Mitglieder, welche das einfordern, sind  „Querulanten“, „geisteskrank“ oder „feindliche Elemente“. Laut Oskar Lafontaine auf einer öffentl. Parteiveranstaltung N E U R O T I K E R.

Wer Anhimmelung im Boulevard-Stil nicht zelebriert muss weg.

Auffällig und bemerkenswert, dass seit Juni 2011 anhängige Schiedsverfahren vor der Bundesschiedskommission (Antragsgegner u.a. der Kreisvorstand Saarpfalz) absichtlich-unabsichtlich verschleppt werden -trotz Erinnerungen vom 14.11.2011 und 05.01.2012.

Unvorstellbar, aber wahr: ein Berufungsverfahren auf der Grundlage eines LSK-Beschlusses vom 08.01.09 ruht seit Anfang 2009 (Antragsgegner Kreisvorstand Saarpfalz!!!).

Ich werde mein Mandat im Kreistag und Stadtrat nicht zurückgeben. Mit tatkräftiger Unterstützung von Gilla S. (keine Kandidatin) habe ich 2005 und 2009  die Menschen für DIE LINKE begeistern können. Wir beide sind 2009 von Tür zu Tür, haben die Wahlkampfzeitung mit Flyer nebst Kugelschreiber (gesponsert von Gilla)  nicht nur einfach in den Briefkasten gesteckt. Wir haben das persönliche  Gespräch mit den Wählerinnen und Wähler zuhause gesucht. Andere waren sich zur Verteilung d. Wahlkampfzeitung „zu schade“.

Wahlkampfunterstützung durch Herrn Lafontaine oder Herrn Linsler in der Mittelstadt St. Ingbert?  GLEICH NULL!!!!!! Herr Lafontaine macht lieber dort Wahlkampf, wo seine abnickenden „Schäfchen“ ihr zuhause haben.

Die LINKE ist nicht mehr meine Partei.

Mit kritischen Augen und hellwachem Geist

Birgit Meydanci

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Grafikquelle  :  DL – Privat

Diese Datei ist unter der Creative-Commons-Lizenz „Namensnennung – Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 nicht portiert“ lizenziert.

16 Kommentare zu “Birgit Meydanci Austritt”

  1. ichbins sagt:

    recht so

  2. H.Becker sagt:

    eine klare Aussage.
    Sie hat völlig recht.

  3. pontius pilatus sagt:

    Hallo Frau Meydanci,
    Sie haben ganz Recht, dass sie öffentlich sagen, dass in der Partei nicht alles Gold ist, was glänzt.
    Wer schweigt, trägt mit dazu bei, dass weiterhin es so läuft, wie es bisher belaufen ist.
    Hoffentlich ärgern sich die lieben Ex-Genossen wenigstens über Ihren Austritt, schließlich sind jetzt 2 Mandate futsch und der Zeitpunkt des Austrittes dürfte Linsler und CO auch nicht schmecken. Aber Mitglieder, die der Partei den Rücken kehren, sind die einzige Sprache, die die Landesspitze versteht.

  4. Ex-Saarlouiser sagt:

    Politik ist ein schlimmer Haufen, man tritt immer in die Sch…
    Wer den Fischgestank (der Fisch stinkt vom Kopf her) nicht ertragen kann, tut gut daran die Partei zu verlassen.

  5. Pimpf sagt:

    Liebe Birgit,

    kann dies nur unterstützen, was du schreibst. Dann nennt sich hier einer „INTEGRATIONSBEAUFTRAGTER“. Ich könnte ko…(Bitte um Entschuldigung), aber ohne diese Partei kann man mehr bewegen, als mancher glaubt.
    In ihr wird man nur behindert, verhindert in der eigenen Entfaltungsmöglichkeit, und das tun sie bewußt, weil sie in ihrer Arroganz und Überheblichkeit vergessen, wofür die linke Partei einst angetreten ist, mämlich für eine bessere Gesellschaft und nicht für Postengeilheit, Machenschaften, Lügen und alles, was in den letzten Jahren geschah.

    Liebe solidarische Grüsse

  6. DerböseWolf sagt:

    einige Speichellecker werden über den Austritt frohlocken.
    Das sind vermutlich genau die, welche sich an der Basis nie haben blicken lassen.

  7. Jessica sagt:

    Birgit ist eine der Wenigen deren Mäntelchen nicht flattert, wenn sie den Namen Spaniol und Lafontaine hört.
    Sie hat wie die Ausgeschlossene -wie man so schön sagt-, einen Ar… in der Hose.

  8. Helmut Kokoschka sagt:

    Das ist eine Klasse Vorlage. Ich bin gerade dabei meine Austrittserklärung zu formulieren. Jetzt brauche ich wenigstens die Adresse nicht zu suchen. Diese ständigen Querelen hängen mir zum Hals raus. Außerdem trete ich aus der Fraktion DIE LINKE im Stadtrat von Saarlouis aus. Der Genosse Jürgen Frenzle hat ebenfalls seinen Austritt aus der Partei DIE LINKE erklärt. Somit gibt es im Stadtrat von Saarlouis von den ehemals fünf Mitgliedern der Partei DIE LINKE noch ein Mitglied und keine Fraktion mehr.

  9. Michael sagt:

    Willkommen im Club der Ausgetretenen.
    Die Parteiobrigkeit an der Saar ist unfähig zu lernen.
    Sie können manche Menschen immer täuschen bzw. beeinflussen aber nicht alle Menschen.

  10. Gilbert Kallenborn sagt:

    zu 8:
    Es zeugt, aber das wusste ich schon immer bei Kokoschka, von Charakter; jetzt und hier und VOR der Wahl Farbe zu bekennen und sich nicht in die Feiglingsbande einzureihen, die nach der Wahl aus ihren
    Löchern hervorkommen wird, zum tuten „Ich habs gewusst, ich habs immer schon gewusst“ also die Geier, die überm Schlachtfeld kreisen und Aas fressen.
    Nach dem Zusammenbruch der Saarlouiser Stadtratsfraktion wurde die Kreistagsmehrheit rot-rot kaputt gemacht. Die Ernte für 2 Jahre Amtszeit von Josef Rodack.
    Das kommt davon,wenn alte sture Böcke der Jugend jede Möglichkeit nehmen, selber aktiv zu werden, diese Linke hat Jugend nur auf Fotos, Blondmädchen zum grinsen -aber Saarlouis vor Ort : nix.
    Dort, wo Mitgliedergelder in Höhe von 9974,18 Euro unter dem Kreisschatzmeister verschwinden und keiner der anderen Amtsträger-ausser Kokoschka -dazu Beschwerde erhebt, da ist was faul bis in die Knochen.
    Dort, wo die gesamten Wahlunterlagen verschwinden, ebenfalls Saarlouis, wie bei der Mafia in Italien oder bei Lukaschenko in Weissrussland und nur 2 Leute greifen das an, von über 120 Wahlberechtigten, das beweist eines:
    Demokratische Grundwerte sind in dieser Linken Saar einen Dreck wert, Posten und Kohle machen allein das zählt.
    Der Oberguru täuscht hier noch ein bischen die Wähler, dann wird er nach Berlin verschwinden.

  11. Michael Schillo sagt:

    Nur eine starke BASIS hätte d. Kungelei d. Bonaparten von d. Saar verhindern können.

  12. pontius pilatus sagt:

    Es gibt einfach zu viele, die ihr eigenes Interesse im Auge haben. Solidarität und Zusammenarbeit innerhalb einer starken Basis? Fehlanzeige.
    Lafontaine und Co waren die ungelösten Streitigkeiten in der Partei sehr recht. Wer dann irgendwann nicht mehr dabei ist, der ist auch keine Konkurrenz mehr für seine Zöglinge, einer weniger im Kampf um die Fleischtöpfe.

  13. ichbins sagt:

    irgendwann sind sie dann so dezimiert, dass sie sich selber zerfleischen im Kampf um den Trog, nur wer wählt sie dann untereinander?

  14. Maxi sagt:

    Austritte: Linksfraktion im Stadtrat Saarlouis hat sich aufgelöst

    Saarlouis. Die Linksfraktion im Stadtrat Saarlouis hat sich vorerst aufgelöst. Zwei ihrer drei Mitglieder, Helmut Kokoschka und Jürgen Frenzle, haben die Fraktion verlassen. Das habe ihr die Stadtverwaltung mitgeteilt, bestätigte gestern das verbliebene Mitglied, Karola van der Graaf, auf Anfrage. Wie sich Kokoschka und Frenzle im Rat neu orientieren werden, war gestern noch nicht zu erfahren. we

    http://www.pfaelzischer-merkur.de/sz-berichte/dillingen/Dillingen-Austritte-Linksfraktion-im-Stadtrat-Saarlouis-hat-sich-aufgeloest;art2809,4237993

  15. BaronRouge sagt:

    Chapeau Madame

  16. helmut leih sagt:

    Austreten kann nur Richtig sein,und gleich eine neue Partei gründen.
    Die müssen merken das es auch anders geht!

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