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RENTENANGST

Biermann und die Linke

Erstellt von IE am Sonntag 9. November 2014

Wolf Biermann – der hat was

.Die Provokation am Freitag im Parlament hatte gepasst. Ein Volltreffer. Natürlich ein gewollter, vorsätzlicher Schachzug von Lammert, ausgerechnet Wolf Biermann zu diesen Aufmarsch der Eitelkeiten  einzuladen. Genau die richtige Person an solch einen Tag, einen politischen Mitbewerber der Bloßstellung preiszugeben. Die passende Person zu diesen Kreis selbstverliebter VersagerInnen. Perfekt, denn dass was uns dort vorgeführt wurde war die Bankrotterklärung der Linken,  welche zeigte warum sie nicht Teil dieser Gesellschaft ist.

Es lässt sich nun trefflich über die Aussagen von Biermann streiten. Waren diese denn nun falsch oder überzogen und ich glaube, dass dieses auch nicht der entscheidende Punkt seiner Kritik ist, da diese, je nach persönlichen erleben, auch noch krasser ausgedrückt werden kann. Hier sprach und sang ein ehemaliger Kommunist zu seinen Ideologischen Nachfolgern, -zu den Unbelehrbaren! Betrachten wir die Videos dieses Auftritt doch einmal von der anderen Seiten, von Biermann aus.

Ein Mensch welcher in  seiner Zeit als DDR Bürger mit Sicherheit viele Demütigungen über sich ergehen lassen musste. Und sein? -Staat?  Nachdem es diesem zu viel wurde sagte er schlicht und einfach: Wir wollen dich nicht mehr, – du kannst in Köln bleiben. Ihm wurde die Staatsbürgerschaft quasi entzogen, kalt ohne jegliche Emotionen seitens der geltenden Macht, vertreten durch, wie immer, hörige Funktionäre. Obwohl die Familie einst aus dem Westen herüber machte, da sie die DDR für das bessere Deutsche Land hielt. Genau wie die Familie von Merkel, ein Jahr später!

Als Widerständler in der DDR war er ein Linker und er steht hier in einem „Freien“ Land seinen ehemaligen Linken Genossen aus dem Osten gegenüber, auch SED und Stasi Jäger welche dort mit der Strömung schwammen und auch heute wieder in der Partei entsprechend hofiert werden. Das sehen auch viele der zu den Protesten angetretenen Widerständlern so und distanzieren sich ebenfalls heute von dieser Partei.

So trafen schon früher viele Ost- und West-ler aus der heutigen Linken aufeinander. Heute haben viele der älteren BürgerInnen der Ostländer aus den gemachten Erfahrungen heraus ihre Sichtweise verändert und viele aus dem Westen sind in ihrer Denkweise gefangen geblieben, da es ihnen an den Erfahrungen fehlt. Ein typischer Unterschied zwischen Theorie und Praxis, zwischen Praktikern und Sektierern.

Wäre es möglich das Biermann heute der gleiche Hass entgegenschlägt, den viele Parteikritiker auch erlebt haben, obwohl diese die Partei lange freiwillig verließen oder im nahezu gleichen Stiel entsorgt wurden wie der Sänger früher einmal ? Die Rufmorde, das Denunzieren und Mobbing unterschied sich sicherlich kaum von den heutigen Methoden der Partei. Durchgeführt von ähnlich eiskalt handelnden Obrigkeitshörigen Funktionären. Nur dieses Mal in einer Partei und nicht durch den Staat.

Ja, Biermann hat recht wenn er sagt dass in dieser LINKEN überwiegend keine linken sondern Reaktionäre am Steuer sitzen. In einer Linken gibt es keine Obrigkeitshörigkeit was schon durch die persönliche Ansprache in Form von der Genossin zu den Genossen zum Ausdruck gebracht wird. Ich persönlich mag diese Ausdrücke überhaupt nicht, da sie vor Falschheit nur so sprühen.

Auch müssten wir in einer Partei welche für den Pluralismus und die Freiheit Andersdenkender einzutreten vorgibt, zumindest einen Hauch von  Empathie, Anstand und gelebter Toleranz verspüren. In der heutigen Linken gibt es keinen Respekt vor das Individuum. Die Partei zeigt einen fanatischen  Hass gegenüber Allen welche nicht bereit sind Ihren Vorstellungen zu folgen.

Biermann wurde in der DDR seiner Freiheit beraubt das zu sagen, zu singen oder auch zu schreiben was immer er für richtig hielt. Das gleiche passiert den Kritikern in der Linken heute auch. Vorgänge welche auf eine Gleichheit der Systeme deuten.  Biermann blickte in Gesichter welche zwar in dieser Umgebung nicht Pfui, Rausschmeißen oder andere Kraftausdrücke nutzen durften, dafür aber ein bräsig, arrogant und überhebliches Grinsen an den Tag legten, genau im Gleichklang vieler heutiger Partei Versammlungen welche dem Motto folgen: „Was willst Du kleiner Spießer denn, wir sind hier die Damen und Herren“.

So sitzen sie denn da und amüsieren sich über die Hilflosigkeit eines Einzelnen. Eine Gegenleistung für die Gesellschaft welche sie so Großzügig aushält, haben die Meisten dieser Großkotze nie in ihrem Leben erbracht. Mit kruden Ideen und Vorstellungen versuchen sie ihr eigentlich sinnentleertes Leben zu ihrem ganz persönlichen Vorteil zu leben. Nur diese ausgestrahlte Kälte und Gleichgültigkeit wird von unserer Gesellschaft schon lange so registriert. Oppositionsparteien welche in einer solchen Politikarmen Zeit keine enormen Zuwächse verzeichnen können, sprechen für sich selbst. Den Linken laufen die Mitglieder davon.

Sicher hatte er lange auf diesen Tag gewartet um endlich die Möglichkeit zu erhalten sich bei diesen neuen Machern eines ursprünglich ehrlichen Vorhabens revanchieren zu können. Und das vor einer grösstmöglichen Öffentlichkeit. Auch waren seine Worte  genau so vorsätzlich gewählt worden und viele ehemalige Mitglieder dieser Partei haben in die gleichen kalten Augen gesehen wie Biermann und vergeblich, zumindest auf Neutralität gehofft. Das größte Mitleid sollte aber denen entgegengebracht werden, welche immer noch hoffen und glauben dass aus dieser Partei noch etwas entstehen kann, denn auch diese werden nach und nach resignierend aufgeben.

Der Respekt gehört Wolf  Biermann. Die Partei braucht mehr Kritiker um aus ihren alten Ideologischen Mief herauszukommen.

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Fotoquelle: Wikipedia – Urheber Marco Maas/fotografirma.de

Diese Datei ist unter der Creative-Commons-Lizenz „Namensnennung – Weitergabe unter gleichen Bedingungen 2.0 generisch“ (US-amerikanisch) lizenziert.

6 Kommentare zu “Biermann und die Linke”

  1. Nachdenker sagt:

    Die ganze Verlogenheit zeigt sich in der Erklärung von Kippi, Riexi und Georgi

    Die PDS hat im Frühjahr 1990 die Abkehr vom Stalinismus als System zu ihrem Gründungskonsens gemacht, die Verantwortung für begangenes Unrecht übernommen und sich bei den Bürgerinnen und Bürgern der DDR entschuldigt.

    Unfassbar!!!

  2. [bremer] sagt:

    In der DDR-Verfassung Artikel 33 Satz 2 hieß es:
    „Kein Bürger der Deutschen Demokratischen Republik darf einer auswärtigen Macht ausgeliefert werden.“
    http://www.documentarchiv.de/ddr/verfddr.html#KAPITEL%201-2

    Aber politische Gefangene wurden verkauft! Wo soll da das „progressive“ Moment des „Sozialismusversuchs“ gewesen sein ?

  3. Liesel Boggasch sagt:

    Wer sich nicht der Diktatur des Proletariats unterwarf wurde eingesperrt oder bei der Flucht von Hinten erschossen.

    Und dann machen die so ein Aufhebens wegen einer Demo.

    http://www.die-linke.de/partei/organe/parteivorstand/parteivorstand-2014-2016/beschluesse/gemeinsam-gegen-rechts-naziaufmarsch-in-hannover-stoppen/

  4. Liesel Boggasch sagt:

    Das ist offensichtlich auch ein Linker, der vermutlich an einer Nazi-Phobie leidet:

    Harald W. Jürgensonn
    5 Std. ·

    Die Justiz einmal mehr als willige Helferin des braunen Mobs.

  5. Liesel Boggasch sagt:

    Mauermörder – NEIN DANKE !

  6. [bremer] sagt:

    Was haben die denn sonst außer „Antifaschismus“ ?

    Zum „Antifaschismus“ der DDR:
    http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/ns-verbrecher-und-stasi-wer-nazi-war-bestimmen-wir-a-397473.html

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