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Aus für Haasenburg gefordert

Erstellt von IE am Donnerstag 11. Juli 2013

Belegungsstop für umstrittene Kinderheime in Brandenburg

Jetzt wurden wohl die ersten Konsequenzen aus der Haasenburg Affäre gezogen und drei Angestellte entlassen. Außerdem verhängte die brandenburgische Bildungsministerin einen Belegungsstopp für diese umstrittenen Einrichtungen. Die noch in den Heimen sitzenden Kindern haben sich aber weiter den Launen ihren wahrscheinlich unqualifizierten Pflegern aussetzen müssen.

Überhaupt scheint sich das Ganze zu einem massiven Skandal für die SPD zu entwickeln. Wie die TAZ heute berichtet wird in der Hamburger SPD über die Folgen gestritten. So erteilte der SPD Fraktionschef Dressel einem Antrag seines SPD Bürgerschaftsabgeordneten Wolfgang Rose alle Hamburger Kinder aus den Heimen zu holen eine Absage. Erst sollen die Untersuchungen des Brandenburger Ministeriums abgewartet werden.

Rose soll in einer internen Mail an Dressel und Sozialsenator Detlef Scheele (SPD), geschrieben haben: „den Aufenthalt von Hamburger Jugendlichen dort zu rechtfertigen, diskreditiert unsere Partei in diesem Politikbereich“. Es sei „eher eine Dressuranstalt mit fragwürdigen Geschäftsinteressen“. Nicht nur ihm falle es schwer, „jede öffentliche Äußerung oder Beteiligung an Veranstaltungen aus Fraktionsdisziplin zu verweigern“, so Rose.
Grüne und Linke in Hamburg werfen der Sozialbehörde unterdessen vor, „zynisch und unverantwortlich zu handeln“. Ihrer Ansicht nach müssten alle Hamburger Jugendlichen die Haasenburg-Heime umgehend verlassen und in der Hansestadt selbst betreut werden.

Die CDU verweist eine Rolle, die der Jurist Christian Bernzen in dieser Angelegenheit spielt: Bernzen vertritt als Anwalt die Haasenburg GmbH – und ist zugleich Landesschatzmeister der Hamburger SPD. Somit gehört er zum engsten Machtzirkel um Parteichef und Bürgermeister Olaf Scholz. Kommentieren wollte das am Mittwoch kein Sozialdemokrat.

KOMMENTAR VON INES POHL ÜBER DIE SKANDALE IN HEIMEN DER HAASENBURG GMBH

Schließt die Heime endlich

Über fünfzig Kinder und Jugendliche leben derzeit in den drei Haasenburg-Heimen in Brandenburg. Über fünfzig Kinder und Jugendliche sind auch heute Morgen wieder in den geschlossenen Anstalten aufgewacht, obwohl durch die taz bekannt wurde, was sich hinter diesen Mauern abspielt: Kinder werden misshandelt, sie werden isoliert und stundenlang auf Liegen als Bestrafung fixiert. Insassen berichten, dass ihnen Arme ausgekugelt und Knochen gebrochen wurden. Ein Mädchen erhängte sich 2005, weil sie dieses Leben offenbar nicht mehr aushalten konnte. Spätestens seit 2006 berichten Mitarbeiter beim zuständigen Landesjugendamt immer wieder über den brutalen Umgang. Regelmäßige unangemeldete Kontrollbesuche fanden trotzdem nicht statt.

Alle Mahnungen, alle Beschwerden und Hilferufe reichen also nicht aus, damit die verantwortliche Landesregierung wirksame Konsequenzen zieht. Entsprechend können die Inhaber weiter ihre Geschäfte mit traumatisierten und „schwer erziehbaren“ Kindern betreiben.

Quelle: TAZ >>>>> weiterlesen

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Die Heime der Haasenburg

Heime der Haasenburg 3

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Grafikquelle     :     Wohnplatz Wutscherogge  –  An diesen Platz unterhiehlt die Fa. Hasenburg ein Heim

4 Kommentare zu “Aus für Haasenburg gefordert”

  1. gunnar trend sagt:

    Meiner Meinung nach brauchen wir geschlossenene Heime.
    Das ihr hier die Abschaffung fordert zeigt einmal nur das sich unbedeutende Parteien mal wieder profilieren wollen. Könntet ihr evtl.euch die Heime und die unprofessionell arbeitenden Mitarbeiter anschauen und euch dann evtl.mal eine reelle Meinung bilden. Ich wünsche euch die dort einsitzenden Jugendlichen in eurer Nähe dann fordert ihr in den nächsten Legislaturperioden das wir schleunigst geschlossene Heime brauchen. Mal vorab denken. .Danke

  2. Ingo Engbert sagt:

    Hier wird auch nicht vorrangig die Abschaffung von geschlossenen Heimen gefordert sondern die Schließung privater Erziehungsfirmen. Das Schicksal von Kindern darf nicht den privaten Händlern überlassen werden. Kinder werden nicht schlecht geboren sondern von der Gesellschaft so geformt. Für den Zerfall dieser Gesellschaft ist einzig die Politik verantwortlich. Wenn dort schon Worte wie Ehrlich- und Redlichkeit keinerlei Bedeutung mehr haben, werden die Kinder so wie sind. Wir sollten erst unsere Politiker erziehen und dann die Kinder.

  3. L. Kerbel sagt:

    In dem Bericht wird nicht die Abschaffung geschlossener Heime gefordert aber solche, die ihren Ruf verloren haben. Kritiken kommen nicht von ungefähr und man sollte tunlichst dies strengstens kontrollieren.
    Ein Kind kommt unbescholden auf die Welt. Es kann sich niemals aussuchen, in welches Elternhaus es kommt.
    Wenn Elternhaus, Schule und die Gesellschaft mit seinen Einrichtungen versagen, dann steckt man sie in Heime mit der Maßgabe, dass sie sich verändern, der Gesellschaft dienlich werden, sich anpassen und unterordnen, keinen kriminellen Weg gehen etc.
    Man vertraut darauf, dass das angeblich gut ausgebildete Personal alles Mögliche und Erdenkliche leistet.
    Die Schuld den Kindern zu geben, wäre fatal, selbst wenn sie im höchsten Maße schwierig sind, und jeder Fall ist einzeln zu betrachten.
    Da dies ein absolut sensibles Thema ist, kann es nicht angehen, dass sich Einige am Schiksal von Kindern bereichern. Geld machen mit Allem und jeder Situation.
    Ich war entsetzt, als ich davon las, denn in der DDR wurden schwer erziehbare Kinder in die sogenannten „Jugendwerkhöfe“ gesperrt, die ein, laut Berichten von Betroffenen, angeblich ähnliches System der Erziehung gehabt haben sollen.
    Ich hoffe, dass es zur Aufklärung kommt und wenn notwendig zu einer positiven Veränderung für die Kinder und auch für das Personal, was eventuell einen guten und ehrlichen Job leistet.

  4. aldibe sagt:

    z 2
    Wahre Worte. Wie soll man von Kindern noch Werte verlangen? Politiker und Promis lügen, ohne rot zu werden, greifen ab, was sie kriegen können und Karriere macht derjenige, der Vitamin B hat und/oder gar nichts kann. Was einem da an Möchtegernpolitikern und talentfreien Möchtegernkünstlern vorgesetzt wird,ist verhöhnend.
    Kein Wunder, dass Jugendliche sagen: Schule und Leistung lohnt sich nicht, hinterher bekommen wir eh keinen Job oder einen Billigjob, der noch nicht fürs Benzin reicht. Jugendarbeitslosigkeit gibt es zuhauf, auch bei Gutausgebildeten, und dann diese Perspektivlosigkeit in Richtung Altersarmut. Bereits heute hört der Enkel doch von Oma: es reicht hinten und vorne nicht, habe kein Geld fürs Heizöl, eine warme Mahlzeit gibts nur sonntags. und wie viele Senioren schämen sich, finanzielle Hilfe in Anspruch zu nehmen, Würde jeder dieser Senioren (die meisten haben 40 Jahre und länger geschuftet) aufs Amt gehen und verlangen, was ihnen zusteht, hätten wir den kompletten wirtschaftlichen Zusammenbruch. Aber immer nur schon die Augen verschließen. Gell, Frau Merkel und Frau Uschi-ich-leb-vom-Leihen

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