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Aufforstung auf Borneo

Erstellt von IE am Samstag 3. Dezember 2011

Borneo – Eines der letzten Paradiese – ohne Tourismus

Dieser Bericht von dem indonesischen Teil der Insel Borneo macht wieder einmal deutlich mit welch einer Sinnlosigkeit Spenden- oder Steuer- gelder von beliebigen Organisationen verschleudert werden. So lehnt unter anderen auch das Indigenous Environmental Network (IEN) den Emissionshandel ab. Gründe dafür sind die zu befürchtende Missachtung ihrer Rechte (was sie heute schon erleben) sowie das zu erwartende Versagen des Modells beim Klimaschutz. Die Ureinwohnervertreter machen sich dagegen stark für wahre Emissionsverminderung und zwar da, wo es am nötigsten wäre: in den Ländern, die viel CO2 ausstoßen – also in den Industrieländern.

Selbst gemachte Erfahrungen zeigen immer wieder das Gelder aus der Entwicklungshilfe oder aus Spenden in die Taschen von Unternehmern aus den Spenderländer zurück wandern. Das beste Beispiel zeigte sich bei dem Zunami welcher vor einigen Jahren die asiatischen Westküsten heimsuchte. Dort ermöglichte die Flutwelle den internationalen Hotelketten einen Ankauf preisgünstiger Ländereien in Strandlage da den Einheimischen das Geld fehlte, ihre kleinen Herbergen wieder aufzubauen. Da „angeblich“ die Versorgung der Bevölkerung mit Reis nicht gesichert war, stieg der Preis von zuvor 0,30 Cent auf 3 Euro per Kg an.

Hier ein Bericht über das REDD Programm der UN wo scheinbar wieder mit viel Geld sehr wenig erreicht wird. Trotz alledem eine gute Lage- und Orts- Beschreibung.

Der Hintern der Welt

Abdul Hamid geht ins knietiefe Wasser. Bis zur Unterhose zieht sich der 31-Jährige aus und verrichtet seine Morgenwäsche. Stundenlang hat der Regen in der Nacht gepeitscht, haben Gewitter die hölzernen Pfahlbauten am Kapuas-Fluss in Zentralkalimantan erzittern lassen. Am Morgen strahlt der Himmel wieder. Doch der Fluss hat die Stege verschluckt, die zu schwimmenden kleinen „Badezimmern“ aus Holz führen, mit einem Loch als Abfluss in der Mitte.
Brunnen gibt es nicht im Dorf Katunjung, wo 275 Familien über mehrere Kilometer verstreut leben. Das schmutzigbraune Flusswasser führt die Abwasser der Goldminen weiter nordwärts. „Hautausschläge und Durchfall sind unser ständiger Begleiter“, klagt Abduls Frau Elyana.

Elyana und Abdul gehören zum Volk der Dayak, den Indigenen in Kalimantan, dem indonesischen Teil der Insel Borneo. Holzfirmen, Minen und Palmölplantagen haben ihren Lebensraum über Jahrzehnte verkleinert. Hinter den Hütten beginnt eine Landschaft, in die die Welt in Zeiten des Klimawandels ihre Hoffnung setzt: Torfböden, mehrere Meter dick.

Torfböden sind Kohlenstoffspeicher. Werden sie entwaldet, setzen sie riesige Mengen an Treibhausgasen frei. Indonesiens Regierung hat Zentralkalimantan nun zur Pilotprovinz für Projekte bestimmt, bei der Erhaltung oder Wiederaufforstung von Wald finanziell belohnt wird, indem Staaten oder Unternehmen, die große Klimaschädiger sind, Zertifikate kaufen. REDD+ heißt das in der Fachsprache. Auf einer Fläche von 120.000 Hektar setzt jetzt die australisch-indonesische Kalimantan Forest and Climate Partnership (KFCP) REDD+-Pilotprojekte um.

Die Bewohner von Katunjung hatten zunächst Hoffnung in REDD+. Hinter ihren Häusern sieht man kleine Holzverschläge, die mit Setzlingen in schwarzen Plastiktüten gefüllt sind. „Wir haben sie gehegt wie unsere Kinder“, sagt die 38-jährige Neneng. „Aber wenn sie uns nicht bald Geld dafür geben, werden wir sie wohl wegwerfen.“

Quelle: TAZ >>>>> weiterlesen

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Grafikquelle    :    Die Gliedmaßen der Orang-Utans sind an eine baumbewohnende Lebensweise angepasst.

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