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Auch linke Bayern, feiern

Erstellt von DL-Redaktion am Donnerstag 15. August 2013

Die Linke – ein seltsames Völkchen

Ach, es ist schon ein seltsames Völkchen, das Linke Sammelsurium. So konnten wir heute Morgen aus dem Saarland berichten und wenden uns nun dem Landesverband in Bayern zu. Letztendlich ist es aber egal, im Westen dieses Landes gehört die ganze Partei eigentlich in eine große Waschmaschine gepackt. Nur das leidliche Problem wird sich auch mit einer Grundreinigung nicht lösen lassen. Es wachsen täglich neue Problem – Grüppchen nach.

Wie hieß es gestern in einen Kommentar zu den Problemen im Saarland: „Lutze will sich seine Partei nicht zerstören lassen“: Gut gebrüllt Löwe könnte hier gesagt werden und man zur Tagesordnung übergehen, aber die Leute welche so reden bemerken nicht einmal mehr dass sie selber Teil der Zerrüttung sind, denn eine Gemeinschaft zerstört sich immer aus dem inneren heraus.

Auch in Bayern wurde ausgeschlossen, säumige Zahler nach Hause geschickt und viel waren frustriert, sie gingen von selbst. Eine Anleitung zur Beruhigung, oder Festigung von Seilschaften unter den schönen Namen „Analyse der Gegenkräfte“ geschrieben. Geholfen, in dem die Partei zur inneren Ruhe fand, hat das alles nicht. Im Gegenteil, niemand in Westdeutschland hat oder will es nicht bemerken, dass Ruhe nur über persönliche Gespräche einkehren kann. Denn egal was auch passiert die Unruhen wachsen immer schneller nach.

So wollen auch die Linken in Bayern zu 100 Prozent sozial sein und beweisen innerhalb ihrer Parteiarbeit auch in Bayern das genaue Gegenteil. Da ist dann die Motivation Plakate zu kleben und auf den Straßen für die Partei zu werben vielerorts nur sehr gering. So lesen wir dann auch beim Bayrischen Fernsehen folgendes:

Die Linke Genossen im Grabenkampf

Mit dem „Roten Blitz“, einem Feuerwehr-Oldtimer, sind die bayerischen Linken derzeit auf Wahlkampftour in Bayern. Ein Feuerwehrauto als Wahlkampfmobil – das passt. Denn die Genossen müssen nicht nur Plakate aufstellen und Flyer verteilen, sondern auch Brandherde löschen. Seit Jahren gibt es Streit in der Partei. Manch engagierter Genosse ist frustriert von den Auseinandersetzungen um Macht und Mandate ausgetreten, andere sind in die innere Emigration gegangen. Mancherorts, wie in Würzburg, ist der Wahlkämpfer Einzelkämpfer.

Dabei haben die Themen der Linkspartei Hochkonjunktur: Mindestlohn statt Lohndumping, bezahlbare Mieten, Renten, die zum Leben reichen – alle Parteien schreiben sich soziale Gerechtigkeit auf die Fahnen, kopieren die Genossen. Die sind stolz Trendsetter zu sein. Aber profitieren sie auch davon? Bei drei Prozent liegen sie im aktuellen Kontrovers-BayernTREND. Wie wollen sie den Einzug in den Landtag schaffen?

Hier noch einmal einen kleinen Einblick als Zustandsbericht der Partei:

Zustände sind nicht feierlich
Solidaritätserklärung für Holger Grünwedel

In Kürze feiert die LINKE ihr 5-jähriges Bestehen. Die Zustände im Landesverband Bayern sind allerdings längst nicht mehr feierlich.

Inhaltliche und politische Diskussionen sind weitestgehend in den Hintergrund gerückt. An ihre Stelle sind persönliche Befindlichkeiten und Loyalitätsbekundungen getreten. Nahezu keine Versammlung beschäftigt sich mit den politischen Standpunkten der einzelnen Mitglieder oder deren politischer Arbeit. Entscheidend ist nur, zu wem sie sich bekennen.

Viele politisch aktive und kritische Mitglieder haben deswegen der Partei bereits enttäuscht den Rücken gekehrt. Statt über die Ursachen hierfür zu diskutieren, erklärt man sie kurzerhand als Störenfriede, die die Partei schädigen und begrüßt ihren Austritt. Die politischen Folgen sind fatal und schlagen sich auch in den Wahlergebnissen nieder.

Als MandatsträgerInnen haben wir versucht, auch im Hinblick auf den kommenden Wahlkampf, dieser Entwicklung entgegenzuwirken. Da ein solidarisches Miteinander im Landesverband Bayern nicht möglich ist, wurde von uns ein Papier erarbeitet, dass wenigstens eine sachliche Zusammenarbeit aller Strömungen ermöglichen könnte. Da aber nicht der Inhalt, sondern nur die sogenannte Zugehörigkeit zu einer Strömung gewertet wird, wurde der Antrag auf dem Landesparteitag abgelehnt.

Im Gegensatz zu einigen anderen Landesverbänden, in denen MandatsträgerInnen reihenweise aus der Partei austreten oder zerstritten sind, besteht bei uns eine enge Zusammenarbeit. Durch die gegenseitige Unterstützung, Vernetzung und den politischen Austausch konnten wir als MandatsträgerInnen in Bayern einige Erfolge erzielen und uns in den Städten und Gemeinden verankern. Viele engagierte Mitglieder unterstützen uns dabei. Möglich ist dies aufgrund der inhaltlichen Debatten und des gegenseitigen Vertrauens über die Strömungsgrenzen hinweg.

Als auf der Kreismitgliederversammlung im unterfränkischen Kreisverband Würzburg im Dezember 2011 unser Stadtratskollege Holger Grünwedel vom Parteimitglied Pfarrer Salzbrenner als Mitarbeiter des Verfassungsschutzes bezeichnet wurde, haben wir dies zwar zur Sprache gebracht, aber nicht weiter verfolgt.

Diffamierungen, Mobbing und Beleidigungen gegen aktive und kritische Mitglieder sind bereits so zur Normalität geworden, dass man auf vieles nicht mehr reagiert.

Jetzt haben wir erfahren, dass eine Schmutzkampagne gegen unseren Stadtratskollegen und Genossen Holger Grünwedel läuft, die bis auf die Bundesebene vorangetrieben wird. In menschlich verwerflicher und perfider Weise wird das Gerücht verbreitet, er habe sich aus der Stadtratsarbeit zurückgezogen, weil er als V-Mann enttarnt worden sei.

Es ist bekannt, dass unser Genosse Grünwedel an Krebs erkrankt ist und sich einer Chemotherapie unterziehen muss. In so einer Situation erwarten wir vom KV Würzburg und seinen Mitgliedern Unterstützung und Solidarität. Was wir in einer linken Partei nicht erwarten, sind Mitglieder, die eine persönliche Katastrophe dazu benutzen, Lügen und Diffamierungen übelster Art zu verbreiten.
Wer sich so verhält, hat sich menschlich disqualifiziert und hat in dieser Partei nichts zu suchen.

Wir, die MandatsträgerInnen und UnterzeichnerInnen, stehen geschlossen zu unserem Genossen Holger. Wir verurteilen aufs Schärfste jeden Versuch, ihn zu diffamieren oder seine erfolgreiche Stadtratsarbeit schlecht zu reden.

Wir hoffen, dass er sich bald erholt und übermitteln ihm unsere vollste Solidarität.

Wir fordern vom Landes- und Bundesvorstand eine öffentliche Richtigstellung und die Wiederherstellung der Reputation unseres Stadtrats Holger Grünwedel. Wir verlangen ebenfalls, dass der Landes- und Bundesvorstand alles unternimmt, den oder die Urheber dieses Gerüchts ausfindig zu machen und seinen/ihre Namen öffentlich zu nennen. Die MandatsträgerInnen in Bayern haben darüber informiert zu werden, was der Landesvorstand unternimmt.

Auf keinen Fall werden wir dulden, dass politisch aktive Mitglieder dieser Partei mit solchen Methoden kaltgestellt werden.
UnterzeichnerInnen:

 

Kornelia Möller, MdB
Alexander Süßmair, MdB
Dagmar Henn, Stadträtin München
Richard Spieß, Stadtrat Regensburg
Benjamin Clamroth, Stadtrat Augsburg
Beate Jenkner, Bezirksrätin Oberbayern
Uwe Schildbach, Bezirksrat Mittelfranken
Fabio Delle Vedove, KV Allgäu-Memmingen-Unterallgäu, Kreisschatzmeister
Karsten Nissen, KV Allgäu-Memmingen-Unterallgäu
Reinhard Simon Vorsitzender KV Kempten – OA
Vida Guggenmos, KV Ostallgäu
Mario Simeunovic, Sprecher LAG queer Bayern
Micha Auch-Schwelk, Mitglied der Landesfinanzrevisionskommission
Dietmar Kuschke, Vorsitzender Kreisverband Straubing
Geoffrey Summers, KSM Landshut
Erkan Dinar, Kreisvorsitzender KV Weißenburg-Gunzenhausen/Ansbach
Angelika Schömig, Vorstandsmitglied KV Nürnberger Land
Richard Schlappa, Vorstandssprecher Kreisverband Nürnberger Land
Kurt-Jürgen Bär, Mitglied im KV Nürnberg/Fürth
David Frühling, Stv. Sprecher OV Würzburg
Reiner Lanowski, KV Würzburg
Jérémy Bédin, KV Würzburg
Helmut Ossadnik, KV Würzburg
Rainer Hirthammer, KV Regensburg
Christian Hofmann, Co-Sprecher LAG-BGE
Eva Bernardi, KV Dachau
Axel Mende, KV Dachau
Heinrich Schwimmbeck, KV Bamberg
Detlef Maar, Mitglied KV Coburg
Dr. Martina Tiedens, KV Coburg
Arno Pfaffenberger, KV Kulmbach
Klaus Schmitsdorf, Weiden
Rainer Nödel, KV Augsburg
Dieter Rahnenführer, KV Augsburg
Lore Blößner, KV Augsburg
Rudolf Blößner, KV Augsburg
Astrid Lamparski-Voß KV Amberg-Sulzbach
Ulrich Voß, ehemaliger Landesschatzmeister Bayern
Joachim Reitz, KV Main-Rhön, Vorsitzender „Linkes Bündnis Haßberge“
Dieter Braeg. ehem. Mitglied der Bezirksvertretung Süd Mönchengladbach
Georg Böhner – Vorsitzender KV Bayreuth
Hannelore Decker – 2.Vorsitzende Bayreuth
Eckhard Sabarth – Schatzmeister Bayreuth
Eberhard Decker – Ersatzdelegierter für LPT, Bayreuth
Matthias Poxleitner (Gründungsmitglied des KV Passau, ehem. Ortsvorsitzender des OV Bad Griesbach/Ortenburg)
Reinhard Poxleitner (Gründungsmitglied des KV Passau)
Franc Zega KV Aschaffenburg und Untermain
Barbara Daum, KV Aschaffenburg und Untermain
Siegfried Oettmeier, KV Aschaffenburg und Untermain

 

Persönliche Erklärung von Holger Grünwedel, 22. Mai 2012

Liebe Genossinnen und Genossen,

ich wende mich vom Krankenbett an Euch, um einem unverschämten und zersetzendem Gerücht zu meiner Person entgegen zu treten.

Eine Krebserkrankung und die notwendige Chemotherapie zwingen mich leider dazu, dies schriftlich, statt persönlich tun zu müssen.

Auf einer Kreismitgliederversammlung im unterfränkischen Kreisverband Würzburg vom 3. Dezember 2011, wurde vom Parteimitglied Pfarrer Salzbrenner,
öffentlich auf der Versammlung behauptet, dass ich Mitarbeiter des Verfassungsschutzes sei. Beweise oder ähnliches wurden auch nach mehrmaliger Aufforderung nicht zur Sprache gebracht, geschweige denn vorgelegt.

Für mich hatte sich die Sache damit eigentlich erledigt und der Vorfall stellte sich für mich zwar als böses, aber doch irrelevantes Foul innerparteilicher Gegnerinnen und Gegner dar. Eines von Vielen in den letzten Jahren und daher auch nicht so außergewöhnlich.

Auch weil in der noch jungen Geschichte unserer Partei, neben meiner Person auch noch andere Genossinnen und Genossen aus Bayern in den Jahren 2007, 2008 und 2009 mit ähnlichen nicht belegten Vorwürfen konfrontiert wurden.

Gemeinsam ist den Betroffenen lediglich, dass sie alle zur sog. „Minderheit“ in Bayern gehörten, jedoch sehr aktiv dazu beigetragen haben, die Politik der LINKEN in ihren Städten und Gemeinden zu verankern. Nun erreichte mich die Nachricht, dass das Gerücht auch auf Bundesebene vorgedrungen ist und dort weiter munter Verbreitung findet. So wird, neben der ursprünglichen Geschichte, nun als Grund für mein derzeitig fehlendes Engagement angeführt, dass ich mich aufgrund meiner Enttarnung aus den Strukturen zurückziehe. Das ist falsch. Ich habe Krebs und die notwendige Chemotherapie ließ mir keine Zeit mehr, mich in dem Maße zu erklären, wie es wohl notwendig gewesen wäre.

Den Urhebern dieses Gerüchtes möchte ich erklären, dass der Krebs es nicht geschafft hat mich zu „neutralisieren“ und sie werden es auch nicht schaffen.

Allen Anderen danke ich für die Aufmerksamkeit.

Mit solidarischen Grüßen

Holger Grünwedel

Mitglied des Stadtrates Würzburg

Quelle: AKL Bavern

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Grafikquelle    :

Fotoquelle:  Die Linke Bayern / Creative Commons Lizens CC BY 2.0.

eigene Fotomontage DL

10 Kommentare zu “Auch linke Bayern, feiern”

  1. Alptentrudel sagt:

    Was bildet sich Klaus Ernst eigentlich ein wer er ist… Gott?

  2. Ludger sagt:

    Auf der Grundlage der „Analyse der Gegenkräfte“ könnte es heißen: „100% asozial und garantiert: Vetterliwirtschaft“.

  3. Opa Fielmann sagt:

    Schaut Mensch nach RLP, wo ebenfalls ein Gewerkschafter Spitzenkandidat ist, weiß Mensch wohin die Reise geht 😀
    So sympathisch wie die beiden rüberkommen, braucht Mensch sich nicht zu wundern, dass die Medien nichts Positives zu berichten haben.

  4. Xaver sagt:

    Die in der Sendung von dort auftretenden Protagonisten/innen gemachte Aussagen und Angaben, haben nämlich mit der Wirklichkeit in dem Landesverband wenig zu tun.
    Die „Bayern AG“ (Bezeichnung für die Freunde/innen von K. Ernst in LV) hatte lange Zeit die Chance mit den „Gegenkräften“ einen Ausgleich zu suchen.
    Die Arroganz der Gewerkschaftseliten machte jedoch Kontakte unmöglich. Das Ergebnis werden sie dann bei der Wahl präsentiert bekommen.
    Es ist durchaus richtig dass ein Teil der Mitglieder den aktiven Wahlkampf ignoriert, aber auch die eigenen Leute sind kaum mehr motiviert, weil ihnen klar geworden ist, dass alle Anstrengungen umsonst sind.
    Auch in der Wählerschaft kann man kaum mehr Interesse für die „Gewerkschafts“Partei feststellen. Die Begeisterung des Jahres 2009 ist nun Geschichte.
    Am Ende beherrschen sie eine Partei, die keiner mehr „Ernst“ nimmt!

  5. Bergholzer sagt:

    Bayern ist überall

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  6. Wastl sagt:

    Wahlkampf machen für die „Bayern AG“?

    Die Zeit wird genutzt zum Studium des Sexualverhaltens mitteleuropäischer Nacktschnecken

  7. Wilma sagt:

    Alexander Ulrich bricht Satzungen, mobbt unbequeme Mitglieder aus der Partei. Schürt Streitigkeiten wie in Ludwigshafen http://ludwigshafen-blog.de/04.03.2009/die-linke/

    Ferner, Theisinger-Hinkel, Vollmann und die ganze Herde um sie herum ist verlogen und fällt Urteile beim Schiedsgericht, wie vor ein paar Jahren, RA Ferner. Er log das sich die Balken biegen. So eine Partei ist nicht links.

    http://www.scharf-links.de/57.0.html?&tx_ttnews%5Btt_news%5D=1997&tx_ttnews%5BbackPid%5D=62&cHash=85c092434f

    http://www.scharf-links.de/48.0.html?&tx_ttnews%5Btt_news%5D=2119&tx_ttnews%5Bcat%5D=43&cHash=773d0ef47b
    Die drei Genossen die hier unterschrieben haben, waren gute und sehr aktiv für die Partei. Sie wurden im Stich gelassen. Die Bundesfraktion hat weggeschaut!

    http://suboptimales.wordpress.com/2008/03/04/die-linke/

    http://ludwigshafen.wordpress.com/2008/10/11/hungerstreik-wolfram-sondermann/

    So ist das Gewerkschaftslager damals vorgegangen, so geht es heute auch vor.

  8. frans wagenseil sagt:

    @7

    Da alles kennt man irgendwie auch hier im Saarland.

  9. Giftzwerg sagt:

    Die Rolle des Genossen Ferner ist mehr als undurchsichtig.

  10. Giftzwerg sagt:

    Immer noch aktuell:
    http://www.demokratisch-links.de/von-blinden-in-rlp

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