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Auch Hessen wählte !

Erstellt von DL-Redaktion am Dienstag 29. März 2011

Die verklemmte Partei

Thorsten Schäfer-Gümbel in Frankfurt.20130921.jpg

Bei aller Freude über das Erreichen von Siegen oder die Enttäuschung  über erlittene Niederlagen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz wurden die ebenfalls stattgefundenen Kommunalwahlen in Hessen nur als Randerscheinung wahrgenommen. Feststellen möchten wir hier aber trotzdem das der in den zuvor erwähnten Ländern stattgefundene Wahl-Trend sich auch in Hessen widerspiegelt.

Auch dort konnten die Grünen ihr Ergebnis auf 20% verdoppeln, sowie die CDU 5,1% (jetzt 33,4% und die SPD 3,8% (jetzt 30, 9%) an Wählerstimmen verloren. Gleich der FDP mit erreichten 3,5% wurde auch die LINKE mit 2,9% für ihr diffuses Auftreten in der Öffentlichkeit gnadenlos ab gestraft.

Bei dem Großteil der Parteien weisen auch jetzt, nach den Wahlen die Politiker durch ihr verhalten darauf hin wie sehr sich diese von ihrem Wahlvolk entfernt haben. Verlierer dieser Wahlen sind sie alle, bis auf die Grünen. Gemessen an den absoluten Zahlen zählt im besonderen die SPD zu dem großen Verlierer dieses Wahltages was auch in dem folgenden Kommentar zu Ausdruck gebracht wird:

Die verklemmte Partei
Offiziell ist die Welt der SPD in Ordnung. Ist doch wunderbar gelaufen in Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg, lautet die Lesart von Parteichef Gabriel: Ein sicheres Ministerpräsidentenamt hier, eine historische Wende dort, wer kann mehr wollen? Sicher: Ein bisschen Schönfärben gehört zum Geschäft. Und Spitzenleute einer Partei neigen nach wichtigen Wahlen dazu, Negatives auszublenden. Doch die Realitätsumdeutung, die führende SPDler derzeit vornehmen, ist bemerkenswert. Und sie sagt viel über die Sozialdemokratie im Jahr 2011.

Quelle: TAZ >>>>> weiterlesen

Für die Linke wäre es aber fatal die nicht erreichten Erfolge jetzt an die Personen einiger ihrer „Spitzenleute“ festzumachen. Dieses käme einer totalen Verleugnung der Situation im Westen gleich.

Die eigentlichen Probleme beginnen in den Orts- und Kreis-Verbänden. Dort hat die Zersetzung der Partei begonnen und dort findet sie auch heute noch statt, indem aus den Landesverbänden heraus einigen Spinnern und Sektierern aus den Gewerkschaften, Alt-SPD-lern und Kommunisten ein roter Teppich ausgerollt wurde. Der weitere Ausbau der Partei wurde abrupt zugunsten einiger „Auserwählter“ gestoppt wodurch auch die Bindung zur Bevölkerung verloren ging. Die Schönfärbung der Mitgliederzahlen hat unten begonnen.

Auch wurden ehemalige SED Leute welche im Osten den Menschen nicht mehr zu verkaufen waren in den Westen transferiert um hier als die großen Unbekannten am Neuaufbau mitzuwirken. Dieses war der sprichwörtliche Schuss in den berühmten Ofen und konnte auf Dauer nicht gut gehen, da  die Übernahme alter SED Praktiken hier genau so wenig Anklang findet wie im Osten auch. Viele der sich ehrlich bemühten Aktiven zogen sich zurück oder wurden hinaus gemobbt. Damit ging auch gleichzeitig der größte Teil der Kreativität und Individualität verloren, eine Bewegung verlor ihr Gesicht.

Viele dieser Menschen haben sich in die Gruppen der APO zurückgezogen und weisen durch ihre Mitwirkung an den dortigen Erfolgen auf die damit verpassten Möglichkeiten einer Linken Partei hin.

Dem Bericht des Spiegel folgend hieße aber die wahren Hintergründe der Misere zu vertuschen und wäre wenig hilfreich in der Beseitigung der Probleme. „Hier der Bericht des Spiegel

Wenn denn über eine Schuldverteilung gesprochen wird, sollte aber die gewisse Blauäugigkeit der Berliner Führung nicht außer Acht gelassen werden. Es wurde versäumt, oder es war nicht erwünscht, sich einmal realistisch mit den Problemen der Basis auseinander zu setzen. Den Nachweis der für die Politik so wichtigen diplomatischen Befähigung bleibt man damit bislang schuldig.

IE

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Grafikquelle  : Thorsten Schäfer-Gümbel auf einer Wahlkampfveranstaltung zur Hessen-

Ein Kommentar zu “Auch Hessen wählte !”

  1. Dieter Carstensen sagt:

    Und wenn Die West – Linke jetzt Purzelbäume schlagen und Freibier verteilen würde:

    Sie hat keine Chance mehr, sie hat ihren Karren voll vor die Wand gefahren.

    Die Kommunalwahlen in Hessen, bei denen ich mit einem solchen Ergebnis für Die Linke gerechnet hatte, zeigen einmal mehr, dass diese Partei nirgends im Westen wirklich verwurzelt ist.

    Sollten Linke eigentlich wissen, frei nach Marx, ohne Unterbau wird das auch mit dem Überbau nix …

    Die Linke West, wird man in vier Jahren sagen, war da nicht mal was, wenn man etwas älter ist und die Jungwähler werden im Ruhrpott fragen: „Die Linke, watt iss datt denn?“

    Jede Wette, so wird es kommen.

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