DEMOKRATISCH – LINKS

                      KRITISCHE INTERNET-ZEITUNG

RENTENANGST

Archiv für Oktober 22nd, 2021

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Erstellt von DL-Redaktion am 22. Oktober 2021

Identitätspolitik und ihre Webfehler

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Von Jan Feddersen und Phillipp Gessler

Kritik der linken Identitätspolitik und ihrer Konstruktionsfehler: Warum sie auf ihre klassische Weise keinen Erfolg haben kann.

Die so gut gemeinte linke Identitätspolitik hat mehrere Webfehler, in die sie wie in einer selbst gestellten Falle verstrickt ist. Da ist die „Essenzialisierung“ von Merkmalen wie Hautfarbe oder sexuelle Identität. Ein weiterer Webfehler ist die Überhöhung des Opferstatus ganzer Gruppen nach vor allem äußeren Merkmalen mit der seltsamen Unterfütterung, dass sich eigentlich alle (abgesehen von Die alten weißen Männer) am Ende als Opfer selbst bezeichnen können und diese Selbstcharakterisierungen auch nicht infrage gestellt werden dürfen.

Das führt zu einem entgrenzten Opferbegriff, der nur funktionieren kann, wenn zugleich das Konzept der „Mikroaggressionen“ akzeptiert wird, wonach alles Aggression ist, was von den sich selbst so definierten Opfern subjektiv so erlebt wird, und auch dies darf nicht angezweifelt werden.

Eine dritte Fehlkonstruktion ist der verschämte De-facto-Rückgriff auf ähnliche Argumentationsmuster, wie sie rechte Identitätspolitik-Fans pflegen, nämlich eine Einteilung der Welt nach Hautfarben, wenn auch mit umgekehrten Vorzeichen: Da wird der weiße Hartz-IV-Empfänger unentrinnbar zum Vertreter der white supremacy, sein Status als Ausgebeuteter kapitalistischer Strukturen ist in dieser Logik nicht mehr denkbar. Die klassische linke Orientierung an der Klassenfrage, an der Matrix sozialer Gerechtigkeit geht verloren.

Völlig absurd wird dieses Denken, wenn Schwarze untereinander colorism betreiben, also schauen, wer besonders schwarz ist – und der weißen Mehrheitsgesellschaft vorwerfen, man treibe nicht selbst diesen rassistischen Spaltpilz in die Persons-of-Color-Community, sondern die „Weißen“ oktroyierten ihnen dieses Denken, wie etwa bei einer gescheiterten Preisverleihung eines feministischen Onlinemagazins an PoC zu beobachten war.

„Rechts“ ist eine fast beliebige Chiffre geworden

Klassisch in der oft linken Identitätspolitik-Argumentation ist auch die fast hysterische Angst vor einem derzeit in Deutschland keinesfalls zu erkennenden „Rechtsruck“, der immer wieder an die Wand gemalt werden muss, um die angebliche Dringlichkeit linker Identitätspolitik besser legitimieren zu können. Und mit „Rechten“ darf man auf keinen Fall reden – wobei auch hier der Begriff „rechts“ völlig entgrenzt wird …

Dass er das ist, dass „rechts“ eine fast beliebige Chiffre geworden ist, hat mit einem entscheidenden Merkmal der sogenannten Identitätspolitik zu tun: einer aus der in der Tat rechten Staatsphilosophie um Carl Schmitt entliehenen Fähigkeit zum Freund-Feind-Denken. Wer nicht für die woke, die intersektional politisierte Sache ist, ist feindlich. Ist rassistisch, homophob, schlimmer noch: transphob, misogyn oder sonst wie feindlich und, eben, dies vor allem „rechts“.

Bei dieser Markierung als „rechts“, die Assoziationen mit Nazi und Ähnlichem aufzurufen beliebt, gehen alle in der Tat möglichen Fragen zur Sache unter. Es kommt diesen Milieus eben, um es mit einer beliebten Pathosformel von Carolin Emcke zu sagen, auf Sagbarkeit an – der Effekt, der sich aus der geißelnden Vokabel „rechts“ ergibt, ist Stummheit und Unsagbarkeit.

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Dabei geht es um Fragen wie: Ist das Kopftuch bei muslimischen Frauen ein Zeichen von Emanzipation oder religiöser Indoktrination?; Geht es in der „Trans“-Frage um Identitäten – oder verbirgt sich hinter der Mode um „Trans“ nicht ein tief antihomosexuelles Begehren?; Ist es wirklich „rechts“, die Idee von Sternchen und Doppelpunkten in der deutschen Sprache für fragwürdig zu halten?;

Blicke hinter die Haustüren des Multikulturalismus

Ist es schon rechts, einen Begriff wie „antimuslimischer Rassismus“ abzulehnen, weil es Rassismus gegen Menschen geben kann, aber nicht gegen eine Religion?; überhaupt: Ist es statthaft, Menschen, die aus muslimisch geprägten Staaten zu uns flüchten, als religiös und also muslimisch zu verstehen?; ist es „rechts“, den Islam für Bullshit zu halten, wie prinzipiell jede andere Religion auch?

Ist es, anders gesagt, nicht ein Skandal, dass Menschen wie Seyran Ateş, Hamed Abdel-Samad und Necla Kelek zu Rechten oder Rechtspopulisten, insinuierend: AfD-nah und Erika-Steinbach-haft, gemacht werden? In Wahrheit sind sie allesamt Bürgerrechtler*innen, die aus linker bis liberalkonservativer Perspektive Blicke hinter die Haustüren des Multikulturalismus warfen – und auch Unappetitliches fanden.

Quelle        :         TAZ-online           >>>>>         weiterlesen

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Die Kanzlerin der Pkws

Erstellt von DL-Redaktion am 22. Oktober 2021

Angela Merkel  hinterlässt einen automobil-industriellen Komplex außer Kontrolle

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Vielleicht darum nur die Nr. 2 in Schland ?

Von Florian Haymann 

Gewiss weinen manche der Kanzlerin schon Tränen nach, obwohl sie noch gar nicht abgetreten ist. Dabei ist die ökonomische Bilanz ihrer Politik der vergangenen 16 Jahre verheerend. Sie besteht zu einem großen Teil aus liegengelassenen Chancen: Nicht nur wurden die falschen Wirtschaftszweige gefördert, sondern zugleich der Sparsamkeitsfetisch gepflegt. Das Ergebnis: Eine marode Infrastruktur, ein entkoppeltes Prekariat, eine bedrohte Mittelschicht und verfilzte Strukturen, die kaum noch auflösbar scheinen.

Dabei addieren sich falsch investierte (beispielsweise in schädliche Sackgassen-Technologien oder direkt an die Kapitaleigner umgeleitete) Summen und die Opportunitätskosten, also die Beträge, die stattdessen in zukunftsträchtige Industriezweige und Infrastruktur hätten investiert werden können um dort Gewinne zu erzeugen, zu einem Berg, der selbst Helmut Kohl als einen Kleingeist in Sachen Umverteilung dastehen lässt.

Der Raubbau an der Biosphäre und die Fixierung auf den Export, verbunden mit einem Austeritätsfetisch, sind die Kernelemente des deutschen Geschäftsmodells, das Merkel von ihren Vorgängern in Gestalt eines schüchternen Kindes übernahm und mit der ihr eigenen Mischung aus Ideenlosigkeit, Konsequenz und Indolenz zu einem präpotenten Volljährigen heranzog.

Ihre Anfänge als Umweltministerin unter Kohl und die Einsicht, die sie gelegentlich durchscheinen ließ („Wir sitzen alle in einem Boot“, 1995, bis hin zu „nicht ausreichend viel passiert“, 2021) geben nun, am Ende ihrer Kanzlerschaft, vielen Analysten Raum für Überlegungen zu Ideal und Wirklichkeit, politischen Handlungsspielräumen und kapitalistischen Zwängen. Zum Verständnis wird jedoch selbst die immer wieder angeführte Tatsache, dass Angela Merkel eine promovierte Naturwissenschaftlerin ist, nichts beitragen. Auch als gelernte Fleischereifachverkäuferin hätte sie nicht anders gehandelt. Ihr Tun erklärt sich allein aus ihrer CDU-Sozialisation und der damit verbundenen Verzahnung von Politik und Wirtschaft, wie ein Blick auf die Automobilwirtschaft leicht zeigt.

Die Automobilindustrie ist die größte Branche des verarbeitenden Gewerbes und damit der bedeutendste Industriezweig in Deutschland. So tragen es der Verband der deutschen Automobilindustrie (VDA) und das Bundeswirtschaftsministerium vor sich her. 2007, im Jahr nach Angela Merkels Amtsantritt, betrug der Gesamtumsatz der Branche 332 Milliarden Euro. Bis 2019 steigerten die deutschen Automobilhersteller diesen Umsatz auf 436 Milliarden, also um 31 Prozent. Diese Zahlen mögen beeindruckend klingen, verlieren aber bereits etwas an Glanz, wenn man beachtet, dass 2019 weniger als ein Drittel der Autos in Deutschland produziert wurden, die Wertschöpfung hierzulande also wesentlich geringer ausfiel. Hinzu kommt, dass nur ein Bruchteil der Gewinne der großen Autofirmen – bei VW und Daimler waren das im ersten Halbjahr 2021 jeweils 11 Milliarden, bei BMW immerhin 8 Milliarden Euro – in Deutschland steuerlich veranlagt werden.

Die andere Seite dieses gewaltigen, aber mit gut 800.000 Beschäftigten gar nicht mal so riesigen Wirtschaftszweigs (allein die Kreativwirtschaft hat 1,1 Millionen, der Gesundheitsbereich über 7 Millionen Beschäftigte) sind seine immensen Kosten, die er nicht nur der bundesrepublikanischen Gesellschaft, sondern dem gesamten Planeten aufbürdet. Mit direkten und indirekten Subventionen erhält der Staat den Absatz und die starke Nutzung von Autos künstlich aufrecht, etwa durch die Pendlerpauschale, die steuerliche Begünstigung von Dienstwagen (Dienstwagenprivileg) und von Dieselkraftstoff (Dieselprivileg). An Letzterem hielt Merkel selbst nach der Aufdeckung der bis heute anhaltenden Stickoxid-Verschmutzung durch Dieselfahrzeuge aus deutscher Herstellung fest.

Milliarden aus dem Fenster werfen? Kita-Plätze statt Betreuungsgeld Aktion mit Sylvia Löhrmann, Cem Özdemir und Stefan Engstfeld.jpg

Auch für die Automobilindustrie !

Keines der vorgenannten Privilegien wurde unter Merkel eingeführt, aber wegen der beständigen Verteuerung der Firmenwagenflotten, dem höherem Realverbrauch und mehr gefahrenen Kilometern erhöhte sich diese Form der Subventionierung des Individualverkehrs kontinuierlich bis auf aktuell gut 30 Milliarden – pro Jahr. Dagegen fallen die direkten Förderungen, die für Forschung und Entwicklung selten mehr als 2 Milliarden im Jahr betragen und die Kosten für die Anschubprogramme 2009 („Umweltprämie“, 1,5 Milliarden) und ab 2020 (10.000 € je E-Auto) kaum ins Gewicht.

Der Schaden liegt im Bereich von Billionen

Horrend sind dagegen die gesellschaftlichen Kosten, die durch Unfälle, Abgase, Lärm und weitere Verschmutzungen verursacht werden. Der Dresdner Lehrstuhl für Verkehrsökologie bezifferte diese Kosten, in denen allein 10.000 jährliche Todesopfer enthalten sind, in einer Studie aus dem Jahr 2012 mit weiteren 56 Milliarden, kam also auf eine gesamtgesellschaftliche Subventionierung des Kraftfahrzeugsektors von mehr als 80 Milliarden jährlich. Teilt man dies durch die 800.000 Arbeitsplätze, dann kommt man zum Schluss, dass jeder einzelne davon die Gesellschaft gut 100.000 Euro kostet: an Subventionen, an Schäden und an Folgekosten. Ohne diese Form der Sozialisierung der Schäden wäre die Autoindustrie in ihrer jetzigen Form nicht gewinnbringend, ja nicht einmal kostendeckend zu betreiben.

Um auf die Opportunitätskosten zurückzukommen: Es ist das Eine, dass hier 430 Mrd. (weltweiter) Umsatz mit mindestens 88 Mrd. an wirtschaftlichen Einbußen bzw. Schaden (in Deutschland) erkauft werden — Jahr für Jahr. Ein immenser Fortschritt hätte bereits darin gelegen, auf Empfehlung des Umweltbundesamtes die eine oder andere dieser Subventionen zu streichen. Ein Anderes aber ist es, dass dieses Geld auch nicht an Branchen floss, die damit wesentlich produktiver umgegangen wären und zugleich weniger volkswirtschaftlichen Schaden, ja, womöglich sogar Nutzen, hervorgerufen hätten.

Nun könnte man sich überlegen, welche Folgen es hätte, wenn dieses Geld an Branchen flösse, die damit wesentlich produktiver umgingen und zugleich weniger volkswirtschaftlichen Schaden, ja, womöglich sogar Nutzen, hervorriefen Man stelle sich nur einmal eine Kanzlerin vor, die, statt 100.000 Jobs in der Windkraft zugrunde gehen zu lassen, diese mit den überfälligen Abgaben für Kerosin- und Dieselverbrauch (ca. 10 Milliarden jährlich) und die im Jahr ihres Amtsantrittes noch hoffnungsvolle Solarwirtschaft mit dem Geld unterstützt hätte, das Deutschland jährlich seinen Diesel- und Dienstwagenfahrern hinterherwirft (rund 10 Milliarden): Das Land hätte stark reduzierte Emissionen und zwei Anwärter auf exportstarke Produkte vorzuweisen gehabt.

A propos Export: Natürlich ziert es eine Volkswirtschaft, wenn sie viele hochwertige Produkte zu produzieren und exportieren imstande ist. Die vielzitierte Exportmeisterschaft Deutschlands hat jedoch ihre Schattenseite. Maurice Obstfeld, Chefökonom des IWF sieht darin „nicht unbedingt ein Zeichen von Stärke, sondern ein(en) Beleg heimischer Investitionsschwäche und einer Sparquote, die über das hinausgeht, was wirklich notwendig ist.“ Er bezieht sich hierbei auch auf die insgesamt schwache Lohnentwicklung, welche die Binnennachfrage in Deutschland in den letzten 20 Jahren quasi stagnieren ließ. Yannis Varoufakis macht auf ein weiteres Korrelat aufmerksam: „Ein Leistungsbilanzüberschuss von fast zehn Prozent des Volkseinkommens bedeutet, dass die Nation ihre Ersparnisse ins Ausland tragen muss, um dort in Defizitländern investiert zu werden.“ Eine Währungsunion wie die EU ist keine Einbahnstraße. Was des Einen Überschuss, ist des Anderen Defizit. Deshalb hat die EU-Kommission auch eine Obergrenze von 6% festgelegt, die Deutschland aber Apropos Export: Natürlich ziert es eine Volkswirtschaft, wenn sie viele hochwertige Produkte zu produzieren und exportieren imstande ist. Die vielzitierte Exportmeisterschaft Deutschlands hat jedoch auch eine gewaltige Schattenseite, zu der die insgesamt schwache Lohnentwicklung gehört, welche die Binnennachfrage in Deutschland in den letzten 20 Jahren quasi stagnieren ließ. Dazu kommt: Eine Währungsunion wie die EU ist keine Einbahnstraße, des Einen Überschuss ist stets auch des Anderen Defizit. Weshalb die EU-Kommission eine Obergrenze von 6 Prozent des BIP für die Leistungsbilanz festgelegt hat, die Deutschland aber beständig und schulterzuckend reißt.

Für Führerscheinlose  hat Scheuer jetzt den Merkel-Roller im Angebot ! Da kann jeder über die Lenkstange gucken. Alle für die Tier -e in Mann oder Frau

Die Fokussierung auf den Export in Verbindung mit unmäßiger Knauserigkeit hat bislang zwar kaum negative Auswirkungen auf die deutsche Konjunktur, dafür aber einen großen Anteil an der sogenannten Euro-Krise. Ganz konkret hingegen sind die Auswirkungen der unmäßigen Knauserigkeit auf das Leben in Deutschland: Selbst das arbeitgebernahe Institut der Deutschen Wirtschaft beziffert den Schaden, der durch unterlassene Investitionen in Krankenhäuser, Schulen, Brücken und Schienen bis 2019 entstanden ist, auf 450 Milliarden. Und hier war das marode Alarmsystem, das den Ahrbewohnern zum Verhängnis wurde, noch nicht eingepreist!

Hinzu kommt ein unterfinanziertes, desolates Bildungssystem, das nicht nur im internationalen Vergleich schlecht dasteht, sondern zunehmend stark sozial selektiert, immer mehr Bildungsverlierer produziert und somit einen volkswirtschaftlichen Schaden anrichtet, der sich über Generationen erstrecken wird. Wie schnell hier der Billionen-Bereich erreicht ist, zeigt eine Studie des Ifo-Instituts, die bereits den Schaden der coronabedingten Schulschließungen auf 3,3 Billionen beziffert.

Quelle       :       Der Freitag         >>>>>        weiterlesen

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Oben          —      Der Audi A8 W12 der Bundeskanzlerin Frau Dr. Merkel mit dem Kennzeichen 0-2.

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Bavaria Nuklearia :

Erstellt von DL-Redaktion am 22. Oktober 2021

Atom – Propaganda in BR – „Beta Stories“

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Quelle:    Scharf  —  Links

Von Hannes Sies

Besonders dümmliche Propaganda liefert mal wieder der Bayrische Rundfunk (BR). In seiner Doku-Reihe „Beta Stories“ erklärt er, (Untertitel) „Wie Kernkraft in Zukunft doch wieder eine Option wird“. Wie? Durch AKW der „Vierten Generation“, bekanntlich das letzte Aufgebot, der „nukleare Volkssturm“ der Atomindustrie. Dabei wird tendenziös verzerrtweggelassen und schöngelogen, schlimmer als bei ARD & ZDF. „Atomkraft Ja bitte?“

Der BR setzt sein Framing: „Wir haben ein Problem: Zuwenig von den Erneuerbaren. Gleichzeitig steigen wir aus Kohle und Atomkraft aus.“ Dazu dreht sich traurig ein Windrad und schöne AKW-Kühltürme werden gesprengt -sublime Botschaft: Welch eine Verschwendung!

Der Ausstieg aus der Atomenergie sei seit Fukuchima eine beschlossene Sache… Der Freistaatsender BR kommt zu seiner Kernbotschaft: „Oder doch nicht? Eine Demo in Landshut. FÜR Atomkraft! Für eine neue Generation von Kernkraftwerken, der sogenannten Generation Vier!“

Unsere ATOM-JA-BITTE-Fahne flattert uns voran

Dazu Bilder von einer friedlich-fröhlichen Demonstration, falls man die maximal ein bis zwei Dutzend Leute so nennen möchte, auf einem Dorfplatz unter flatternden Fahnen. Die zeigen ein Logo in Bajuwarisch-Blau mit grinsendem Atomkern (Schriftzug: „NUCLEAR POWER? YES PLEASE“), statt der lachenden roten Sonne der Atomgegner, die man hier nicht sieht. Überhaupt sieht man weder Gegendemonstranten noch Polizei auf dieser seltsamen „Demo“.

Was machen die BR-Journalisten? Recherchieren sie knallhart nach, ob sich da eine PR-Truppe der Atomindustrie präsentiert? Ob das klägliche Spektakel mit schmierigem Geld aus der Porto-Kasse der Atommafia finanziert wurde? Nicht ganz. Die BR-Filmer benehmen sich vielmehr als wären sie das bezahlte Kamerateam der Atomfreunde. Der BR adelt den offenbar einzigen Redner dieser „Demo“ zum Hauptexperten seiner „Beta Story“ über Atomkraft. Einer „Beta Story“ die weder Alpha-, noch Gamma- noch Beta-Strahlung erwähnen wird, geschweige denn die Krebserkrankungen, Erbschäden und Missbildungen, die Radioaktivität verursacht. Atommüll in Uranmunition? Störfälle bei der Wiederaufarbeitung? Für Generationen verseuchte Landstriche, Kinder-Leukämie, Schilddrüsenkrebs durch radioaktives Jod? So was müssen „mir in Bayern“ doch nicht wissen, der BR ist Hort der Atom-Euphorie. Verpflichtung zu vollständiger, unabhängiger Information? Ah, geh!

Der aufhaltsame Auftstieg des Atommafioso Ui?

Wer finanziert die Pro-Atom-Demo? Die CSU? Die Atommafia? Eine professionelle Astroturf-Agentur in deren Auftrag? Das erfahren wir nicht, denn die BR-Doku will nicht hinterfragen, sie will glauben -dem Redner der Atomfans. Der seriöse Mittfünfziger trägt ein Shirt mit Atomkern-Logo und Aufschrift „Nuklearia“ und textet wie ein Werbe-Fuzzi in die BR-Kamera:

„Kernenergie der Generation Vier, das ist eine ganz neue Art von Kernreaktoren! Und ich denke, das wird viele Menschen davon überzeugen, der Kernenergie eine neue Chance zu geben!“

Schnitt. Ein Labor, klein und beschaulich wie ein Handwerksbetrieb, drei grauhaarige Männer arbeiten emsig an geheimnisvollen Apparaturen, der BR dazu:

„Auf der ganzen Welt tüfteln Forscher an neuen Konzepten der Generation Vier. Wie gut sind die Ideen?“ Schnitt. Imposante Reaktorkuppeln rauschen auf uns zu, in unscharfen Schwarzweiß-Retro-Bildern wie bei einer NS-Wochenschau, der BR:

„In den 50er- und 60er-Jahren war Kernenergie DER STAR. Der erste Reaktor überhaupt: In Garching bei München! Bei Kahl in Unterfranken geht das erste Kernkraftwerk ans Netz!“

-Sublime Propaganda-Botschaft: Atom! Was für eine tolle Sache! Und mir in Bayern ganz vorne mit dabei!-

Schnitt. Verrauschter O-Ton Otto Hahn, gekennzeichnet als „Entdecker der Atomspaltung und Nobelpreisträger“, steht mit prächtiger Medaille an goldener Kette, Rednerpult vor großem Auditorium und schwadroniert:

„Dann müssen wir uns fragen, bei der Verknappung der Energieträger Öl und Kohle,

ist es nicht doch ein Segen, dass es gelang, den Atomen ihr Geheimnis zu entreißen und sie nutzbar zu machen?“

Atom-Probleme? So gut wie gelöst!

Soweit die ersten anderthalb Minuten Pro-Atom-Jubel dieser beta-stories-Doku. Doch nun, mault die BR-Sprechrin, sitze die Atomenergie irgendwie „auf der Anklagebank“. Punkt 1. Auch Uran-Brennstoffe seien irgendwann erschöpft, 2. Das Endlagerproblem, 3. der Betrieb der AKWs sei gefährlich, wie man in Tschernobyl und Fukuchima leider zugeben musste. Ein paar verschwommene Bilder von Fukuchima, dann ist der Ausgewogenheit nach BR-Manier genüge getan.

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Schnitt. Blaue Fahne flattert im Wind, Lettern um fröhlich grinsenden Atomkern: „ATOMKRAFT? JA BITTE“, die BR-Sprecherin jauchzt, nach sagenhaften 45 Sekunden genölter Kritik, nun wieder optimistisch:

„Die Demonstranten sehen das anders! Eine neue Generation von Reaktoren entschärft für sie alle Anklagepunkte!“ Wieder der auf seriös gestylte Nuklearia-Atomfan vom Anfang (diesmal vor AKW-Kulisse, der Mann kommt rum mit seinem BR-Filmteam) im Werbefuzzi-Tonfall in die Kamera:

„Generation Vier ist nachhaltig weil sie die Uran-Brennstoffe praktisch ins Unendliche hinaus verlängert. Sie löst das Atommüll-Problem, weil der Atommüll dann kein Müll mehr ist, sondern Brennstoff. Und sie sollen noch sicherer sein als es die Reaktoren der Generation 2 und 3, die wir heute in Betrieb haben, schon sind.“ Schnitt. Flatternde Fahne, grinsender Atomkern: „NUCLEAR POWER? YES PLEASE“. Na bitte, alle Probleme der Atomnutzung gelöst in unter drei Minuten! So leicht kann man es sich machen. Selbst die ARTE-ZDF-Doku „Uran und Mensch“, die als Quasi-Werbefilm der australischen Uran-Industrie daher kam, hatte mehr zu bieten.

Brennstäbe liegen wie in einer heißen Badewanne

Der erbärmlich Rest der 20-Min-Doku vertieft die vollmundigen Werbe-Versprechungen der Atomindustrie, meist im „Sendung-mit-der-Maus“-Stil. Die Brennstäbe liegen „wie in einer heißen Badewanne“, da fehlt nur noch ein kühles Bier. Und eine Partie Billard im Dorfkrug, an denen zeigt der BR die Kernspaltung.

Das Kühlmittel Wasser werde künftig durch flüssiges Natrium, geschmolzenes Blei, Helium oder ein Gemisch von Uransalzen ersetzt. Eines harmloser als das andere. Natrium sei zwar hochexplosiv und im Wasser hochätzend (BR: Seht nur, wie es zischt!), aber die Russen haben das auch in den Griff gekriegt, so später der BR-Nuklearia-Experte, da gabs nur „geringe Sachschäden“.

Im Hochtemperaturreaktor kann es angeblich keine Kernschmelze mehr geben, weil die Brennelemente Kugeln sind. Da muss man nichts abschalten zum Wechseln der Brennstäbe, man tut die Kugeln oben rein „und unten rollen sie wieder raus“. Einzige „böse Überraschung“: Teile des Testreaktors Jülich waren radioaktiv belastet, der Rückbau war teuer. Da muss man doch mal einen Kritiker zu Wort kommen lassen, Hr.Pistner vom Öko-Institut warnt vor Störfällen und Graphitbrand. Wird aber immer schnell widerlegt, der hat ja keine Ahnung, wie er da unseriös vor Fotos von der Fußballmanschaft seines Sprösslings in seiner Wohnstube hockt.

Plutonium ist in Bayern völlig ungefährlich

In Reaktoren, so erfahren wir, gibt’s schnelle Neutronen, die erzeugen sogar Plutonium! BR: „Das ist, wie auch Uran, spaltbar. Zusätzlicher Brennstoff wird hergestellt, erbrütet.“ (Die Billardkugeln kullern lustig herum) Unser Nuklearia-Atomfan ist begeistert: Da entsteht immer neuer Brennstoff! Plutonium? Ist das nicht ein irgendwie gefährlicher Stoff? Hochgiftig? Hochradioaktiv für Jahrtausende? Tödlich schon bei winzigen Stäubchen in der Lunge? Und ein Bierkrugvoll reicht für eine Atombombe? Ach was! Alles irrelevant für BR-Journalisten.

Der Schnelle Brüter in Kalkar war ein Natrium-gekühlter Reaktor, aber „in Deutschland gab es keine Zukunft für ihn -in anderen Ländern schon, etwa in Russland. Stop hier -freie Fahrt dort.“

Außerdem gibt’s neben Natrium ja noch Blei („Wir kennen das vom Bleigießen“) oder Helium -das ist toll, das brennt nämlich nicht! Wir sehen das am Luftballon (bei Wasserstoff macht es Peng, bei Helium nicht). Und Atommüll bleibt ja auch nicht übrig, hurra! Der miesepetrige Kritiker vom Ök-Institut hat zwar was zu meckern: Da blieben noch Reststoffe, ein Endlager bleibe nötig. Doch Herr Nuklearia weiß es besser: Alles Unsinn, „Experten“ sagen das Gegenteil. Kernschmelze? Ach was, da nehmen wir einfach verflüssigte Uransalze als Brennstoff, das ist ja schon geschmolzen, Kernschmelze also nicht möglich. Der Fußballfan-Öko-Institut-Kritiker zweifelt zwar, ob Materialien existieren, die solchen Schmelzen standhalten, aber was weiß der schon! Die Pro-Atom-Gegenexperten sehen viele Chancen und „Die Generation Vier wird kommen!“.

Atom-Minister Franz-Josef Strauss, Starfighter und Bilderberger

Tiefverwurzelt in bajuwarischer Scholle und katholischem Glauben, so kennen wir den kryptototalitären Freistaats-Sender BR. So hinterließ ihn der CSU-Heilige Franz-Josef Strauss, der skandalerprobte Landesfürst, Bundesminister und Möchtegern-Kanzler, der mit seiner Starfighter-Affäre 1976 sogar die jährliche Bilderberg-Geheimkonferenz unserer transatlantischen Plutokraten-Elite auseinander scheuchte. In den angeblichen Spitzentechnologie-Kampfjets starben mehr Piloten bei Absturz in Friedenszeiten als die Bundeswehr in 20 Jahren Afghanistan-Krieg an Soldaten verlor. Atom-Minister Strauss hatte sich einst die nukleare Bewaffnung Westdeutschlands abschminken müssen, aber durch sogenannte „friedliche Nutzung“ lässt sich die Option auf die deutsche Atombombe immerhin aufrecht erhalten. Der BR ist dieser Linie treu ergeben, in seinen „Beta Stories“ von Reaktoren der „Vierten Generation“, dem nuklearen Volkssturm der Atomindustrie. Unsere Öffentlich-Rechtlichen erweisen sich trotz aller Kritik, sogar von Rechts, als erneut als Anstalten für die Bedürfnisse von MilitärIndustrie und Machteliten.

ARD-Mediathek Beta-Stories: Atomkraft Ja bitte? „Wie Kernkraft in Zukunft doch wieder eine Option wird“ 6.10.2021, im Infotext immerhin wird die ideologische Position der Atomkonzerne vom BR ins Konjunktiv gesetzt. „BR Fernsehen: Diese Doku zeigt, wie eine neue Art von Atomreaktoren die Kernkraft wieder zu einer Option für unsere Stromversorgung machen könnte. Video verfügbar bis 5.10.2026“

Siehe auch:

Hinter einer Nebelwand aus Propaganda: Frieder Wagner – Uranmunition

http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=27716

Uranmunition: Die Grünen gehen in Deckung, die Linke kämpft

http://www.scharf-links.de/48.0.html?&tx_ttnews[tt_news]=78466&cHash=d03b938747

Atom-PR-Doku „Uran und Mensch“

http://www.scharf-links.de/42.0.html?&tx_ttnews[tt_news]=78447&cHash=f168d5c482

Frieder Wagner: Todesstaub made in USA -Uranmunition verseucht die Welt

http://www.scharf-links.de/45.0.html?&tx_ttnews[tt_news]=78389&cHash=a990574f56

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Grafikquellen      :

Oben          —     The BADGER explosion on April 18, 1953, as part of Operation Upshot-Knothole, at the Nevada Test Site.

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KOLUMNE – AUFRÄUMEN

Erstellt von DL-Redaktion am 22. Oktober 2021

War Hitler etwa kein Rassist?

Hallo  —-    HIER bin ich !

Von Viktoria Morasch

Rassismus gegen Weiße gibt es nicht, heißt es immer wieder. Das ist geschichtsvergessen – und eine Beleidigung für Millionen Mi­gran­t*in­nen.

Kurz nachdem Frank-Walter Steinmeier in der Ukraine der Opfer des Massakers von Babyn Jar gedacht hat, diskutiert man hierzulande wieder darüber, ob es Rassismus gegen Weiße gibt. 80 Jahre nach dem Überfall der Nazis auf die Sowjetunion – wir erinnern uns: ein rassenideologischer Vernichtungskrieg mit dem Ziel, „Lebensraum“ zu schaffen –, nach mindestens 24 Millionen sowjetischen Opfern, sagen Deutsche, die stolz darauf sind, ein paar Fetzen des sogenannten rassismuskritischen Diskurses mitgekriegt zu haben: Rassismus gegen Weiße? Hat es nie gegeben! Gratuliere zu dieser sagenhaft dummen Einsicht.

Rassismus gegen Weiße mag sich von dem gegen Schwarze unterscheiden, sehr sogar, aber es gab und gibt ihn. So kompliziert ist es leider. Und alle, die sich jetzt freuen, „Rassismus!“ rufen zu dürfen, wenn jemand sie Kartoffel nennt – einfach psssssssst.

Das Problem ist: Man ist zu faul, passende Begriffe zu finden und übernimmt welche aus den USA. Aber Menschen in Kategorien zu stecken, geht eh meistens schief, und wenn die dann noch aus einem anderen Kontext stammen, bringt das nichts als Verwirrung. Bestes Beispiel: Die Kategorie „weiß“. Mal ist eine Hautfarbe gemeint, mal eine Position im gesellschaftlichen Machtgefüge. Am Ende kommt etwas raus wie: Europäische Juden sind weiß, aber wenn sie eine Kippa tragen, sind sie es nicht. Wer soll damit was anfangen? Warum benutzen wir nicht Worte, die nicht auf Farben verweisen, um Klarheit zu schaffen? Weil es am Ende doch oft um Farben geht. Und um Augenformen und Haare.

Eine Studie mit Rassenkategorien

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Die Uni Rostock brachte zusammen mit der MaLisa-Stiftung Anfang des Monats eine Studie heraus. Es ging unter anderem darum, wie gut „Menschen mit Migrationshintergrund und Schwarze Menschen/People of Colour“ in den Medien repräsentiert sind. Um das auszuwerten, legten die Wis­sen­schaft­le­r*in­nen eine Schautafel an, mit, man kann es nicht anders nennen, Rassenkategorien. „Südostasiatisch/Ostasiatisch (erkennbar an der Form der Augen)“ steht da zum Beispiel, Bilder entsprechender Asia­t*in­nen sind auch dabei. Dann machten die Wis­sen­schaft­le­r*in­nen den Fernseher an und schrieben denen, die sie sahen, munter ethnische Zugehörigkeiten zu. Die Kategorie „weiß“ vernachlässigten sie, weil: Eine Schwedin, nur so als Beispiel, erfahre in Deutschland keinen Rassismus. Eine Schwedin?

Quelle        :     TAZ         >>>>>        weiterlesen

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Oben     —     Bundespräsident Steinmeier am 31. August 2017 bei einem Besuch in Münster.

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DL – Tagesticker 22.10.2021

Erstellt von DL-Redaktion am 22. Oktober 2021

Direkt eingeflogen mit unseren Hubschrappschrap

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Und eine bunte Elefantin startet den Versuch die Probleme klein zu grinsen anstatt selber  zum Löscheimer zu greifen. Nun wird die Polnische Regierung mit Sicherheit ihre Hymne singen – in der es heißt: „Noch ist Polen nicht verloren“. Dabei hatte doch bislang noch niemand gerufen das „von  5 : 45 Uhr an zurückgeschossen werden soll!“.

Wieder einmal steht das europäische Haus in Flammen

1.) EU-GIPFEL

Bei ihrem letzten EU-Gipfel versucht Angela Merkel, die Wogen im Bündnis zu glätten. Polen hat sich isoliert und wird hart attackiert. Ein weiteres Thema erhitzt die Gemüter: die hohen Energiepreise, besonders die für Gas. In den 16 Jahren ihrer Kanzlerschaft hatte Angela Merkel nie viel Zeit zum Durchatmen. Erst die Eurokrise, dann die Flüchtlingskrise und nun die Corona-Pandemie. Deshalb war es bezeichnend, dass auch ihr voraussichtlich letzter EU-Gipfel nicht die erhoffte ruhige Veranstaltung war mit netten Abschiedstoasts beim Dinner mit Pistou-Suppe, Seebarschfillet mit sautiertem Fenchel und zum Dessert Erdbeertorte. Vielmehr stand das europäische Haus wieder einmal in Flammen. Die polnische Gerichtsentscheidung im Streit über Richterbesetzungen, die nebenbei zentrale Artikel des EU-Vertrages aushebelte, sowie rekordhohe Energiepreise hatten die Gemüter in den vergangenen Wochen erhitzt. Führende EU-Politiker forderten, Geldzahlungen aus dem Corona-Hilfspaket für Warschau zurückzuhalten. Am Tag zuvor waren Kommissionschefin Ursula von der Leyen und Polens Premier Mateusz Morawiecki mit ihren Reden vor dem Europaparlament aufeinandergeprallt. „Die Union wurde niemals so radikal infrage gestellt“, schrieb der durch Krankheit verhinderte europäische Parlamentspräsident David Sassoli in einem Brandbrief an die Regierungschefs. Angela Merkel machte dann jedoch das, was sie in jenen 16 Jahren stets getan hat: Sie versuchte die Lage abzukühlen und den Laden Europa irgendwie zusammenzuhalten. Ja, Rechtsstaatlichkeit sei ein Kern des Bestands der Europäischen Union sagte die deutsche Kanzlerin zum Beginn des Gipfels. „Auf der anderen Seite müssen wir Wege und Möglichkeiten finden, hier wieder zusammenzukommen, denn eine Kaskade von Rechtsstreitigkeiten vor dem Europäischen Gerichtshof ist noch keine Lösung des Problems, wie Rechtsstaatlichkeit auch gelebt werden kann“, meinte Merkel.

msn-online

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Könnte ein blind seinen Befehlen folgender Uniformierter, denn überhaupt anders handeln. Ist die 94 jährige Angeklagte aus Hamburg nicht Beispiel genug . wie Befehle auszuführen sind ? Es fehlt an der politischen Unterstützung sich den Schwachsinnigen Befehlen vor „Uferlosen“ Almödis zu widersetzen !

Polizist kniete minutenlang auf seinem Hals – vor Gericht wird Francois B. angebrüllt

2.) „Hören Sie auf, Mist zu erzählen“

Im Juli veröffentlichte FOCUS Online ein internes Polizeivideo. Es zeigt den Einsatz von Bundespolizisten gegen einen 54-jährigen Franzosen in München. Dabei kniete ein Beamter minutenlang auf der Halsregion des um Hilfe schreienden Mannes. Im Prozess wollen sich Polizisten an wichtige Szenen nicht erinnern. Das Video schockte Deutschland. Der Film, knapp neun Minuten lang und eigentlich nicht für die Öffentlichkeit bestimmt, zeigt einen massiven, völlig aus dem Ruder gelaufenen Einsatz der Bundespolizei in München. Dabei setzt ein Beamter sein Knie minutenlang auf die Halsregion eines Mannes und fixiert ihn so am Boden. Der Überwältigte – ein 54-jähriger Franzose namens Francois B. – schreit mehr als 30 Mal verzweifelt um Hilfe und klagt über Atemnot. Ein Polizeirechts-Experte stufte die Aktion des Beamten später zumindest teilweise als „unverhältnismäßig“ ein. Video zeigt: Polizist kniet auf Halsbereich eines 54-Jährigen. Das mit einer Bodycam der Polizei aufgezeichnete Video wurde FOCUS Online zugespielt und Anfang Juli 2021 zusammen mit einem Artikel über den Vorgang von der Redaktion publiziert – zum Ärger der Justiz.

Focus-online

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Animiert eine Politik ihre Parteien nicht maßgeblich zum Steuerbetrug in dem sie erlaubt Stiftungen  zur Umgehung von Steuern zu gründen? Sollte in einer neuen Welt der Spruch : „Geld regiert die Welt, keine Geltung mehr haben?“ Ist es mehr als ein reiner Zufall, wenn der Gesellschaft nach den Wahlen immer wieder Clan-Gestalten auf Ministerposten sieht, welche niemals im Leben mit der Kontrolle ihres nun zuständigen Ressort etwas gemein hatten ? Ist es Zufall oder Kalkül einen Bock zum Gärtner zu machen ?

Steuerbetrug über Cum-Ex und Cum-Cum :

3.) Grün ist die Hoffnung

Viele Milliarden Euro sollen den Finanzämtern durch illegale Tricks entgangen sein. SPD, Grüne und FDP sollten wirksame Maßnahmen dagegen vereinbaren. Mit solchen Summen könnte die neue Regierung einige ihrer Pläne bezahlen. Bis zu 36 Milliarden Euro sollen den hiesigen Finanzämtern durch spe­zielle Modelle von Steuerhinterziehung zwischen 2000 und 2020 verloren gegangen sein. Das belegen Jour­na­lis­t:in­nen unter anderem von NDR und Correctiv in einer neuen Recherche. Weltweit beträgt der Schaden zulasten des Gemeinwohls mindestens 150 Milliarden. SPD, Grüne und FDP sollten das als Aufforderung verstehen, in ihrem Koalitionsvertrag wirksame Maßnahmen gegen die Ausplünderung des Staates zu vereinbaren. Es geht vor allem um zwei Varianten des Steuerbetrugs durch Banken und Investoren. Mit dem sogenannten Cum-Ex-Trick ließen sich Ak­tio­nä­r:in­nen die Kapitalertragsteuer auf Dividenden­gewinne mehrfach zurückerstatten, obwohl sie nur einmal gezahlt worden war. Beim Cum-Cum-Betrug erhalten ausländische Investoren eine Steuerrückerstattung, die nur Inländern zusteht. Viele Details hat ein Untersuchungsausschuss des Bundestages in der zurückliegenden Wahlperiode aufgeklärt. Wir wissen, dass das CDU-, später SPD-geführte Bundesfinanzministerium lange einfach zu- oder auch wegschaute, schließlich aber einige Gesetzeslücken schloss. Trotzdem scheinen bestimmte anrüchige Transaktionen weiterzulaufen – wobei das Ministerium dies bezweifelt. Was zur Eindämmung des Schadens helfen könnte.

TAZ-online

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Wurden einer Opposition jemals mehr Möglichkeiten geboten Stimmenzuwachs zu erreichen als in heutiger Zeit – in der die Demokratie vollkommen absurdem geführt wird in dem Herdenimmunität gefordert wird? Haben wir die Zeit nicht gerade runde 80 Jahre hinter uns gelassen ? Der Mensch soll als selbständiges Individuum handeln und auch behandelt werden, um nicht unverantwortlichen Politiker-innen zu folgen.

Es fehlen die, die mitten im Leben stehen

4.) Die Linke

Warum stürzte die Partei so ab? Wegen ihres doppelten Demografieproblems. Aber das ist nur ein Grund von vielen. Eine Analyse. Die Linke hatte sich für die Bundestagswahl das Ziel der Zweistelligkeit vorgenommen und dieses nun existenzbedrohend mit 4,9 Prozent der Zweitstimmen verfehlt. Es waren lediglich die drei Direktmandate (und die sehr weise Entscheidung, sehr viel in den Erststimmenwahlkampf im Leipziger Süden zu investieren), welche die parlamentarische Existenz der Linkspartei retteten. Das Ergebnis bedeutet jedoch, dass die Partei fast die Hälfte ihrer Wählerinnen und Wähler verloren hat und jetzt die kleinste Fraktion im Bundestag ist – statt wie in der Legislatur 2013 – 2017 Oppositionsführerin. Es war ein Absturz mit Ansage, denn schon bei der Europawahl lag das Zweitstimmenergebnis lediglich bei 5,5 Prozent. In den vergangenen Jahren wurde relativ klar, welche Wählergruppen und Milieus diese Partei verlieren würde, aber eben nicht, welche sie gewinnt. Hierbei gibt es Umstände, welche die Partei nicht beeinflussen konnte, sehr wohl aber einige, die sie beeinflussen könnte. Fakt ist: Die Zeiten, in denen die Linke in den ostdeutschen Bundesländern eine Volkspartei waren, sind lange vorbei. Dies hat insbesondere mit ihrem doppelten Demografieproblem zu tun. Denn einerseits hat sie in den Ost-Landesverbänden ein Durchschnittsalter um die 70 Jahre (!), was dann natürlich die Wahlkampf- und Kampagnenfähigkeit, aber auch schlicht die normale Parteiarbeit zunehmend erschwert, weil sie für immer mehr Mitglieder körperlich kaum leistbar ist. Andererseits versterben aber auch zunehmend diejenigen, die eine starke Bindung an die Idee des Sozialismus beibehielten und deshalb treu die Linke wählten, selbst wenn sie mit der Partei und ihrer konkreten Politik unzufrieden waren.

Der Freitag-online

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Sprechen nicht alleine die Vergaben der diesjährigen Nobel-Preise für Physik eine klare Sprache ? Es ist doch keine Überraschung, wenn solche Erkenntnisse so spät auf den Tischen der Politik erscheinen! Niemand hatte doch gesagt, das sich die wahren Verbrechen den Strick selber um den Hals legen sollen ?

Investigativ Team von Greenpeace UK deckt Lobbyismus auf

5.) KLIMAWANDEL

Im Vorfeld der Klimakonferenz werden durch Greenpeace UK Dokumente enthüllt, die zeigen, wie die Lobby der fossilen Energien Einfluss zu nehmen versucht. Journalist:innen des Investigativteams Unearthed von Greenpeace in Großbritannien liegen Dokumente vor, aus denen klar hervorgeht, wie die Lobby der fossilen Energie die Klimakonferenz beeinflussen wollen. Dies berichten Greenpeace selbst und BBC News, denen die Dokumente ebenfalls vorgelegt wurden. Die Daten sprechen eine klare Sprache: Staaten, die von der Verwendung fossiler Energie profitieren, also unter anderem Saudi Arabien, Japan und Australien, versuchen die UN bei der Bewertung der Lage zu beeinflussen. Die Dringlichkeit, von fossilen Energien Abstand zu nehmen, solle heruntergespielt werden, so BBC News. Auch zeigten die Dokumente, dass einige reiche Nationen infrage stellten, ob ärmere Staaten ihre finanzielle Unterstützung erhalten sollten, um auf grüne Technologie umzustellen. Besonders fragwürdig sind diese Äußerungen im zeitlichen Kontext: In wenigen Wochen sollen die Vereinten Nationen bei der 26. UN-Klimakonferenz zu einer Einigung über gemeinsame Klimaziele kommen. Die im aktuellen Report anvisierten Ziele werden laut der vorliegenden Dokumente in der aktuellen Empfehlung des Weltklimarates also angezweifelt, so BBC. Greenpeace UK: So klima-unfreundlich zeigt sich die Lobby. Ein Berater des Saudi Arabischen Ölministeriums fordere demnach, dass „Sätze wie ‚die Notwendigkeit zur einer dringlichen und beschleunigten Abmilderung der Klimaschäden in jeder Größenordnung‘ aus dem Report zu streichen“. Ein politischer Vertreter Australiens weist die Notwendigkeit zurück, dass alle kohlebetriebenen Kraftwerke vom Betrieb genommen werden sollen – obwohl die Abkehr von Kohleenergie eines der festgelegten Klimaziele der Konferenz ist. Vor dem Hintergrund, dass Saudi-Arabien der weltgrößte Öl-Lieferant ist und Australien einen großen Export an Kohle verzeichnet, mag das nicht verwunderlich sein, eine klimafreundliche Zukunftsplanung ist es jedoch nicht.

FR-online

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Den Morgengruß an gleicher Stelle – schreibt jeden Tag
„Der freche Bengel“

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Wir erhalten in letzter Zeit viele Mails mit Texten zwecks Veröffentlichung – Um diese zu Verbreiten  sollten Sie sich aber erst einmal vorstellen und zeigen mit wem wir es zu tuen haben.  Danke !

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