DEMOKRATISCH – LINKS

                      KRITISCHE INTERNET-ZEITUNG

RENTENANGST

Archiv für Oktober 13th, 2021

Hinterher granteln alle

Erstellt von DL-Redaktion am 13. Oktober 2021

Beppis Erzählungen, Folge 42. Heute: Der Wahlverdruss

Georg Seeßlen.jpg

Ein Schlagloch von Georg Seeßlen

Bei einer Wahl ist es so, dass vorher alles total langweilig ist und hinterher auch wieder. Aber zwischendrin!

Ich weiß ja nicht, kennen S’ des: dass man einen blöden Traum hat und erinnert sich dann eher an so Kleinigkeiten. Also, neili hat ma so was dramd (es hat mir neulich geträumt, für den Fall, dass Sie nur ein preußisches Deutsch verstehen), da war jemand g’storben und ich hab irgendwas Falsches angehabt oder so, jedenfalls haben s’ alle mit Fingern gezeigt und g’lacht ham s’. Aber statt dass ich jetzt weiß, wieso, erinner ich mich bloß an das Knacks, da wo ich in die Schokoladenseiten von einem Domino-Eis gebissen hab. Klar, auf einer Beerdigung isst man kein Domino-Eis, aber im Traum war mir das halt wurscht. Und genau so ist es auch mit einer Wahl. Also nicht ganz genau so, aber irgendwie schon.

Wie neulich Wahl war, hat es bei uns nur einen Kaiserschmarren am Abend gegeben, weil die Mama hat gesagt, sie macht doch keine Schnitzel und Kartoffelsalat und alles, wenn sowieso alle in den Fernseh hineinstieren. Das war so wie Fußball oder Olympia oder „Wetten dass“. Bloß, dass hinterher nicht einer gewonnen hat, sondern es ist erst richtig losgegangen und es geht immer noch weiter, weil man jetzt eine Sondierung braucht oder eine Koalition oder was.

Wie die Wahl vorbei war, hat die Mama g’sagt, dass sie vielleicht überhaupt nicht mehr zur Wahl gehen täte, wenn immer so ein Scheißdreck dabei herauskommen täte. Wo sie sonst immer sagt, Scheißdreck sagt man nicht. Und der Opa, der hat g’lacht und g’sagt: Wahlen ändern nichts, sonst wären sie verboten. Der Opa ist ein „Alt-68er“, der darf so was sag’n. Aber auch die Vreni, meine ältere Schwester, hat g’sagt, sie dada si a so schama (es täte sie so schämen, für die Preuß’n), weil die Leut in ihrem Alter bloß „geldgeile Schnösel oder Ökospießer“ haben hätten wollen. Wia da Bappa sie g’fragt hat, was sie gewählt hätt, da hat die Vreni g’meint, das ist ein Wahlgeheimnis. Weil sie darf jetzt wählen, und jetzt ist sie erwachsen und da hat sie ein Wahlgeheimnis.

File:Ampel Beschimpfung.svg

Ein Wahlgeheimnis ist wahrscheinlich so was wie ein Beichtgeheimnis. Die Mama schreibt mir immer auf, was ich beichten soll, weil sie kennt den Pfarrer, und sie weiß, was ihm eine rechte Freud macht. Mir sind ja eigentlich nicht religiös. Aber mei, es is’ halt wegen der Oma (also der anderen, nicht dass Sie die jetzt mit den Alt-68ern verwechseln) und wegen den Leut’. Wahrscheinlich ist es also mit der Wahl auch so, dass man es halt macht, und deswegen muss man noch lange nicht an alles glauben.

Bei einer Wahl ist es so, dass vorher alles total langweilig ist und hinterher auch wieder. Aber zwischendrin regen sich alle furchtbar auf. Dann wird gezählt, und man sieht „Wählerwanderungen“, und da wollen ein paar nach Jamaika, was schon komisch ist, weil Jamaika liegt ja im Meer und man macht da den ganzen Tag Musik. Die wer’n sich schön bedanken in Jamaika, wenn da aus Deutschland so Wählerinnen und Wähler dahergewandert kommen und sagen, jetzt brauch’ ma Sondierung und Koalition und alles.

Jetzt stell’n Sie sich des amal vor, dass lauter Jamaikanerinnen und Jamaikaner zu uns kämen, weil sie eine Deutschlandkoalition haben wollen, und Sondierungen, dann heißt es wieder die Ausländer. Die nehmen uns die Arbeitsplätze und das Geld weg, dass wir nicht mal mehr eigene Regierung und Minister haben. Wie ich das der Vreni g’sagt hab, hat sie g’lacht und g’sagt, dass sie den Bob Marley schon gern als Kanzler gehabt hätt, bloß dass der leider schon tot ist. Und der Bappa hat g’meint, dass es schon so was gibt wie eine Deutschlandkoalition, aber das wär überhaupt nicht zum Lachen, weil das auch keine Demokratie ist, wenn alle alten Deppen beieinander sind. Dep­p*IN­NEN hat die Vreni g’sagt. Es gibt auch alte Deppinnen. Ich persönlich hätt auch lieber Bob Marley g’habt, den hör ich gern, aber mei, wenn er halt tot ist. Kann ma nix machen.

Quelle         :         TAZ-online           >>>>>           weiterlesen

*********************************************************

Grafikquellen      :

Oben          —     Author Georg Seeßlen at „Kölner Kongress 2017“ at 2017-03-11 in Cologne

Abgelegt unter Bayern, Positionen, Regierung, Überregional | Keine Kommentare »

Sarah-Lee Heinrich

Erstellt von DL-Redaktion am 13. Oktober 2021

Auf unangenehme Art normal

Bild

Eine Kolumne von Margarete Stokowski

Eine Politikerin hat als Teenager problematische Tweets geschrieben. Danach wird tagelang über ein Thema diskutiert, das von Rechten vorgegeben wurde – auch Erwachsenen mangelt es offenbar an Medienkompetenz.

Die Causa Sarah-Lee Heinrich hätte theoretisch sehr schnell abgefrühstückt sein können: Die 20-Jährige, die gerade erst zur Sprecherin der Grünen Jugend gewählt wurde, hat als Teenager problematische Tweets geschrieben, inzwischen aber auch gesagt, dass ihr diese leidtun. Unter anderem hatte sie »behindert« und »schwul« als Beleidigung verwendet, unter ein Hakenkreuz »Heil« geschrieben oder dass sie alle weißen Menschen mit einem Besen aus Afrika rauskehren will.
»Ja, mir wäre auch lieber, wenn ich nicht so viel Zeug mit 14 im Internet geschrieben hätte«, schrieb Heinrich, und dass sie einige Tweets inzwischen gelöscht hätte. Man hätte also sagen können: Okay, soll sie es jetzt besser machen. Aber weil es so einfach nicht läuft, wird Heinrich seit mehreren Tagen angefeindet und bedroht. Die Grüne Jugend teilte mit, Heinrich werde sich aufgrund von Morddrohungen »zu ihrer eigenen Sicherheit für ein paar Tage zurückziehen«.

Abgelegt unter Kultur, Medien, Nordrhein-Westfalen, P.Die Grünen, Positionen | Keine Kommentare »

Menschen in der Arbeit

Erstellt von DL-Redaktion am 13. Oktober 2021

Die Überforderung und Auslaugung der Menschen in der Arbeit

BurnOut.JPG

Quelle:    Scharf  —  Links

Von Meinhard Creydt

Wer stellt den Angriff auf sie ins Zentrum der Politik?

Die Überforderung und Auslaugung von Menschen in der gegenwärtigen deutschen Arbeitswelt beschäftigt die Öffentlichkeit gegenwärtig weit weniger als die Belastung und Inanspruchnahme der nichtmenschlichen Natur. Viele Arbeitende stehen unter ständigem Stress, die Arbeitsanforderungen zu schaffen. Ihre Fähigkeiten, Energien und Aufmerksamkeit werden ausgepresst wie eine Zitrone. An Personal gilt es allenthalben zu sparen, bei den Arbeitsanforderungen gibt es von Seiten der Unternehmens- und Organisationsleitungen tendenziell kein „genug“.

Das Ausmaß der Zumutungen

Das Resultat ist massiv: „Mehr als ein Drittel der Beschäftigten fühlen sich am Ende eines normalen Arbeitstages zu erschöpft, ‚um noch irgendetwas tun zu können, was mir Freude macht’ (DAK Gesundheitsreport 2012). […] Mit arbeitsbedingter Erschöpfung verbunden ist die Unfähigkeit vieler Menschen, nach der Arbeit abschalten zu können: Hiervon betroffen sind 32 % aller Erwerbstätigen (Vorwerk Familienstudie 2012). Die Zahlen nehmen seit Jahren zu. In der Informationstechnologie (IT-)Branche gaben 2001 noch 40% der Beschäftigten an, nach Dienstschluss nicht abschalten zu können, 2009 waren es 71% (IAQ-Report 2010). […] 68% der Betriebsräte von in Deutschland angesiedelten Unternehmen gaben in einer Umfrage an, Leistungsdruck und allgemeiner Stress habe seit der Wirtschaftskrise 2008/2009 deutlich zugenommen“ (Bauer 2015, 72). Selbst die 30jährige CDU-Bundestagsabgeordnete Diana Kinnert sagt: „Meine Generation kennt nur die Disruption. Wir arbeiten projektbasiert und befristet, was zu einer Art Selbstausbeutung führt. […] Viele junge Menschen fühlen sich ausgeliefert und wissen keinen Weg, sich zur Wehr zu setzen“ (taz, 29.9.2021).

Dass die Erhöhung des Renteneintrittsalters keinen Aufstand auslöst, ist ein Symptom. Alle, die für diese Erhöhung eintreten zeigen praktisch, wie sie es mit der allgemein befürworteten Maxime halten, derzufolge „der Mensch im Mittelpunkt stehen“ soll. Judith Wiese, die Personalchefin von Siemens, sagt mit größter Selbstverständlichkeit: „Meine Kinder haben 50 Jahre Berufsleben vor sich, und es ist sehr wahrscheinlich, dass ihr Beruf sich mehrfach ändert und mehrfach neu erlernt werden muss. Deshalb führen wir bei der Jobsicherheit oft die falsche Diskussion: Wir sollten weniger versuchen, Dinge vor der Veränderung zu beschützen. Wir müssen viel mehr investieren, um die Menschen stark zu machen und für 50 Jahre Berufsleben relevant zu halten“ (Interview, in: Die Zeit, Nr. 14, 31.3.2021, S. 24). Die Menschen sind die abhängige Variable, die es „relevant zu halten“ gilt für die jeweils neuen Anforderungen der Wirtschaft. Nicht die Arbeit soll an die Menschen angepasst werden, sondern umgekehrt. Soweit der Klartext. Die Selbstdarstellung von modernen Unternehmen lautet: „Wir bei Peek & Cloppenburg wissen: Was wirklich zählt, sind die Menschen, die in unserem Unternehmen arbeiten“ (Karrieremagazin von Peek & Cloppenburg 2013, S. 3). Was für das Unternehmen zählt, ist, dass die Arbeitenden sich voll einbringen, mit all dem, was sie zu bieten haben, und nichts der Verwertung vorenthalten. Das gegenwärtige Management redet viel vom Selbständigkeit und Kreativität der Arbeitenden. Zugleich gibt es bei aller Dezentralisierung und Teilautonomie von Arbeitsbereichen harte Vorgaben in Bezug auf die Produktivität und Rentabilität Arbeit.

An Reichtum fehlt es nicht

Die Logik des kapitalistischen Betriebs – möglichst viel Profit bei möglichst geringen Arbeitskosten – greift auch auf andere Bereiche (z. B. das Gesundheitswesen) über. Und wenn dies nicht direkt geschieht (z. B. in privaten Krankenhäusern), dann stehen die unprofitablen Bereiche der Gesellschaft („öffentlicher Dienst“) im Kapitalismus unter Druck, möglichst wenig kosten zu sollen. Die Ideologie „es ist nicht genug Geld da“ hat viele Anhänger. Das wird so lange andauern, wie nicht von relevanten Teilen der Bevölkerung begriffen wird, dass die kapitalistische Ökonomie eine große Quelle von Verschwendung bildet. Sie findet statt z. B. infolge des geplanten Verschleißes bzw. der künstlichen Verkürzung der Lebensdauer von Produkten. „Müssten die Verbraucher nicht ständig neue Produkte kaufen, weil die alten zu früh kaputtgehen, blieben ihnen im Jahr 100 Milliarden € übrig“ (Süddeutsche.de, 20.3.2013). So das Ergebnis der 2013 erschienenen Studie „Geplante Obsoleszenz. Entstehungsursachen – Konkrete Beispiele – Schadensfolgen – Handlungsprogramm“ von Stefan Schridde und Christian Kreiß, die im Auftrag der Bundestagsfraktion der Grünen erstellt wurde. Praxisnah über die verschiedenen Dimensionen des geplanten Verschleißes informiert der Ingenieur Stefan Schridde (2014). Diese Verschwendung kann in einer nachkapitalistischen Gesellschaft entfallen. Die kapitalistische Ökonomie orientiert sich zudem an der Produktion von Gütern, deren Kauf infolge herrschender gesellschaftlicher Rahmenbedingungen nahe liegt, obwohl gesamtgesellschaftlich andere, kostengünstigere Mittel existieren. Ein Beispiel: Mobilität erfordert keine Dominanz des Autoverkehrs. Ein Verkehrswesen, in dem der öffentliche Personenverkehr, Sammeltaxis, Car-Sharing u. ä. das Primat haben, ist kostensparender als der motorisierte Individualverkehr. Autos, in denen eine Person fährt und die 23 Stunden am Tag still stehen, stellen eine gigantische Verschwendung von Arbeit, Ressourcen und Geld dar. Es ist in unserer Gesellschaft genug Reichtum da, um das Arbeiten menschlicher zu gestalten. Am mangelnden Reichtum liegt es nicht, dass Altenpfleger in Altenheimen so gehetzt arbeiten müssen, dass ihnen nur zwei Minuten Zeit bleibt, um sich von einer von ihnen betreuten Person zu verabschieden, wenn sie gestorben ist. Es gibt viele Beispiele, an denen die Perversion der Überbeanspruchung von Arbeitenden in einer reichen Gesellschaft deutlich wird. Umso mehr bedrückt es, dass daraus keine Bewegung entsteht, die massiv gegen die Überforderung und Auslaugung der Menschen in der Arbeit eintritt und dies ins Zentrum der politischen Auseinandersetzung stellt.

Abhärtung und Abstumpfung

Anxiety.gif

Die Arbeitenden sorgen sich davor, „ihre“ Arbeit als Einkommensquelle zu verlieren. Schon das begrenzt ihre Macht, bessere Arbeitsbedingungen zu erkämpfen. Viele haben sich zudem wohl oder übel an die Härten in der Arbeit angepasst, soweit das überhaupt geht. Die Zumutungen von außen werden mit einem harten Verhalten gegen sich selbst begleitet. Sich Rechenschaft abzulegen von dem, was viele Arbeiten den Arbeitenden antun, fällt solange schwer, wie letztere mangels kollektiver Handlungsmöglichkeiten nichts an der Misere ändern können. „Je mehr es sind, die leiden, desto natürlicher erscheinen ihre Leiden also. Wer will verhindern, dass die Fische im Meer nass werden? Und die Leidenden selber teilen diese Härten gegen sich und lassen es an Güte fehlen sich selber gegenüber“ (Brecht 1993, 738f.). Die Abhärtung missrät von der Not zur Tugend. Stolz ist man nun auf die eigene Belastbarkeit. Wer das anders sieht, erscheint als „Warmduscher“. Er mache es sich mit seiner „Empfindlichkeit“ nur selbst schwer. Das Abdrängen bzw. Nichtzulassen belastender Emotionen geht einher mit einer „Verminderung der Klarheit im Denken und Wahrnehmen, da das nach Ausdruck drängende und gleichzeitig daran gehinderte Gefühl ständig virulent bleibt und auf Kognitionen und Wahrnehmungsprozesse Einfluss nimmt, mit denen es primär nicht in Beziehung steht“ (Rost 2001, 84). Sich eine Fühllosigkeit gegenüber der eigenen Überlastung anzugewöhnen, das fällt nicht leicht. „Diese Anpassungsleistung kostet Kraft; viele sind sich dessen bewusst und […] ein bisschen stolz darauf. Nicht so bewusst sind zumeist die emotionalen Kosten, die vielfach in einer Senkung des Anspruchsniveaus und der allgemeinen Aktivitätsbereitschaft bestehen. Man regt sich nicht mehr auf, aber der Schwung von früher fehlt“ (Girschner-Woldt u. a. 1986, 149).

Selbstverantwortungsideologie

Die Betroffenen bewegen sich oft im Rahmen einer – durch die herrschende Medizin kräftig verstärkten – Selbstverantwortungsideologie (vgl. Creydt 2006). Das behindert sie dabei, den konstitutiven Zusammenhang zwischen den gesellschaftlich verursachten Überforderungen und dem Krankheitsgeschehen wahrzunehmen. Gewiss können z. B. Psychotherapeuten und psychologische Berater nicht die Arbeitsverhältnisse verändern. Aber es macht einen Unterschied ums Ganze, ob die Klienten die objektive Überlastung wahrnehmen oder sich einreden (lassen), es hänge alles vom individuellen subjektiven Umgang mit ihr ab. Viel zu leicht heißt es dann: „Ich überfordere mich“ statt „Ich werde überfordert“. Beliebt ist der Ratschlag „‚Man muss sich einfach nur besser abgrenzen?. Dadurch werden andere, externe Stressoren übersehen und vor allem, dass man sich eben nicht einfach ohne Konsequenzen abgrenzen kann, wenn permanent Grenzen überschritten werden“ (Flick 2021, 74). Flick beschreibt und analysiert prägnant und instruktiv, wie viele Psychotherapeuten und Psychologen die Berichte von Klienten über Arbeitserfahrungen psychologisierend uminterpretieren (Flick 2020,10-20).

Angesichts der Überforderung ihrer Nerven durch Belastungen greifen viele zu Nikotin. Es erhöht die Denk- und Konzentrationsfähigkeit, wirkt beruhigend sowie angstlösend und gleicht Stimmungsschwankungen aus. Das entsprechende Bedürfnis ist augenscheinlich groß. Gegen den überhandnehmenden Disstress greift das Individuum zu Mitteln, die seinem Körper alles andere als gut tun. „Der Kaffee wirkt positiv, als Anregungsmittel und Nährstoff des Gehirns. Der Tabak wirkt negativ, indem er den Restkörper beruhigt, d.h. eine Motorik auf das Minimum reduziert, das bei geistiger, d. h. sitzender Tätigkeit gefragt und erforderlich ist“ (Schivelbusch 1980, 122). „Definiert man das Rauchen als Ersatzhandlung, welche die zunehmende […] Nervosität der Menschen pharmakologisch und motorisch bindet, dann zeigt die Durchdringung unserer Kultur durch das Rauchen, wie tief sie von dieser Nervosität durchsetzt ist“ (Ebd., 141). Eine Zwickmühle ergibt sich in der Lebensweise der Individuen. Sie begegnen als vereinzelte Einzelne individuell nicht kontrollierbaren Problemen mit Mitteln (Rauchen, Alkohol usw.), deren längere Anwendung den Anwendern schadet. Risikoverhalten ist „weder uninformiertes, noch irrationales, noch verantwortungsloses Verhalten, es ist die individuelle Entscheidung in einer ‚no-win’-Situation“ (Kickbusch, Wenzel 1981, 38).

In der Öffentlichkeit haben andere Themen Priorität

Im Unterschied zum Ende des 19. Jahrhunderts ist die Gewöhnung an die Überforderung anscheinend weiter fortgeschritten. Damals konnte August Bebel in seinem in der deutschen Sozialdemokratie sehr populären Werk „Die Frau und der Sozialismus“ neben allerhand Lob der großen Industrie zugleich auch manche Kritik an ihr und an der mit ihr verbundenen Lebensweise äußern. Bspw. heißt es: „Der Sozialismus wird erst wieder eine größere Stabilität in die Lebensgewohnheiten der Gesellschaft bringen; er wird Ruhe und Genuss ermöglichen und ein Befreier von der gegenwärtig herrschenden Hast und Aufregung sein. Alsdann wird die Nervosität, diese Geißel unseres Zeitalters, verschwinden“ (Bebel 1910, 351). So etwas liest frau/man heute kaum.

Was fehlt, ist die Infragestellung der Art des Wirtschaftens und der Arbeitsorganisation, die zur Überforderung der Menschen, zur Auslaugung ihrer Energien und zur Vereinseitigung sowie Verkümmerung ihrer Fähigkeiten führt. Meinungsumfragen erheben die für die Wähler entscheidenden Themen. Die wirtschaftliche Lage der Nation, die Einkommensentwicklung, die Klimakatastrophe, die Mieten und die Kriminalität stehen an vorderster Stelle. Aber keine politische Kraft fragt, ob der gepriesene Nutzen der gegenwärtigen Weise des Wirtschaftens und Arbeitens den Preis wert ist. Kaum jemand stellt einen „Erfolg“ der Wirtschaft infrage, der erkauft ist mit Raubbau an der Gesundheit und mit der Erschöpfung der Menschen. „Verwüstung ist mehr als Zerstörung. Verwüstung ist unheimlicher als Vernichtung. Die Zerstörung beseitigt nur das bisher Gewachsene und Gebaute; die Verwüstung aber unterbindet künftiges Wachstum“ (Heidegger 1984, 11). Das Arbeits„leben“ senkt bei vielen Arbeitenden die Chancen für eine schöne Freizeit und ein gutes Zusammensein mit ihren Kindern. Mit Geld ist das nicht aufzuwiegen. Das übersehen notorisch diejenigen, die sich auf das Arbeitseinkommen fokussieren.

Die „Effizienz“ und „Leistungsfähigkeit“ der Wirtschaft stehen an erster Stelle. Dass deren Erfolg sich nicht unwesentlich einer Beanspruchung der Arbeitenden verdankt, die ihre Lebensqualität massiv beeinträchtigt, wird beflissen ausgeblendet. Das trägt dazu bei, den „ökonomistischen Zirkel“ ohne Rücksicht auf Verluste fortzusetzen. In ihm kommt der „Zweck des Wirtschaftens nur in rein ökonomischen Kategorien wie ‚Nutzenmaximierung’ oder ‚Wettbewerbsvorteilen’“ in den Blick (Schaaff 1999, S. 28).

Grenzen der DGB-Aktivitäten für ‚gute Arbeit?

Oft bewegt sich der Protest gegen schlechte Arbeitsbedingungen in der Logik von „zufriedene Kühe geben mehr Milch“. Beanstandet wird dann, dass keine artgerechte Nutztierhaltung stattfindet. Komplette Fehlanzeige herrscht in Bezug darauf, Arbeit als ein zentrales Moment oder eine wesentliche Dimension wahrzunehmen – theoretisch und praktisch – , in der sich menschliche Sinne und Fähigkeiten, kooperative Sozialbeziehungen und Reflexionsvermögen bilden oder eben verbilden. Kampagnen wie das DGB-Projekt „Gute Arbeit“ weisen auf die schlimmsten Arbeitsbedingungen hin. Auch das Wahlprogramm der Linkspartei (2021, 16f.) zur Bundestagswahl unterstützt solches Engagement. Zugleich heißt es „Niemals am Leben sparen – keine Kürzungen zulasten von Frauen und Familien“ (Linkspartei 2021, 103). „Leben“ fällt den Verfassern bei „Frauen und Familien“ ein, nicht bei den Arbeitenden. Das gewerkschaftliche Engagement für „gute Arbeit“ macht einen gebremsten und widersprüchlichen Eindruck. Denn mit ihm ist meistens die Vorstellung verbunden, es ließen sich ohne eine grundlegende gesellschaftliche Transformation des Wirtschaftens und Arbeitens deren negative Wirkungen auf die Arbeitenden zurückdrängen. Wer das meint, hat keinen Begriff vom Zusammenhang zwischen beiden Momenten. Entweder herrscht die Vorstellung, Kapitalismus könne auch funktionieren ohne das möglichst maximale Ausquetschen der Arbeitskraft. Man meint, den Tiger Kapitalismus zum Vegetarier zähmen zu können. Oder man teilt die weit verbreitete Verleugnung in Bezug auf die heute als „normal“ angesehenen Zumutungen in der Arbeit und will nur die skandalösesten Exzesse unterbinden. Komplett fehlt ein Begriff davon, dass Betriebe und Organisationen dann eine Fehlentwicklung darstellen, wenn sie massiv auf Kosten der Gesundheits- und Lebensqualität der Arbeitenden gehen. Was diese Wirtschaft durch Produkte und Dienstleistungen der zahlungsfähigen Nachfrage anbietet, nimmt sie durch die Weise, wie sie das Arbeiten und die Dienstleistungen formt. Der Satz „Während der tote Stoff veredelt die Stätten der Arbeit verlässt, werden die Menschen dort an Leib und Seele verdorben“ (Encyclika ‚Quadragesimo anno’) zeigt Gespür für die Brisanz der Problematik. Anders die gewerkschaftliche Kritik an der Arbeitsorganisation im modernen kapitalistischen Wirtschaftsleben. Diese Kritik passt sich den pragmatischen Wirkungsmöglichkeiten an und stellt deren sie begrenzende Voraussetzungen nicht infrage. Die Produktionstechnologie und Arbeitsorganisation im Kapitalismus erscheinen auch den Vertretern der Arbeitsschutzkampagnen weitgehend als neutraler, technischer oder sachlich gegebener Imperativ modernen Wirtschaftens und Produzierens. Dass eine Gesellschaftstransformation hin zu einer Gesellschaft des guten Lebens eine grundlegende Veränderung des Arbeitens und der Produktionstechnologie (vgl. dazu Creydt 2021) erfordert, bleibt außerhalb des Blickfeldes. Die technisch-wirtschaftliche Entwicklung befindet sich auf einem Niveau der wirtschaftlichen Effizienz, wo wir auch auf mögliche Prozentpunkte der Produktivitätssteigerung verzichten können zugunsten von menschenfreundlicheren Arbeitsplätzen. Bisher hatte immer die Humanisierung die Beweislast, wieweit sie ohne Einschränkung der wirtschaftlichen Effizienz möglich sei. Für eine Wirtschaftsordnung, welche der Freiheit den hervorragenden Platz einräumt, ist diese Beweislastzuteilung nicht selbstverständlich. In Zukunft soll, wer die Effizienz steigern will, beweisen, dass dies ohne Beschädigung der Menschlichkeit des Arbeiters möglich ist. Die Beweislastverteilung muss korrigiert werden“ – so der frühere Arbeitsminister Norbert Blüm (1979, 144). Selbst ein solches Statement wird heute im Kontext der DGB-Aktivitäten für ‚gute Arbeit? kaum anzutreffen sein.

Maison de Gerard Depardieu avec Thierry Benenati et crane STRESS.jpg

Auch den Verfechtern von Produktivismus und den Propagandisten von Effizienzextremismus in der früheren DDR war das Engagement gegen eine Arbeit fremd, die es den Arbeitenden abverlangt, „in einer vom Ganzen abgespaltenen Teilverrichtung von beschämender Geringfügigkeit ihren Lebensinhalt zu finden“ (Litt 1958, 44). Im SED/DKP-Denken fand sich keine Kritik an den problematischen Momenten der modernen Produktion und Technologie. Effizienz bildete vielmehr den begrüßten Maßstab, an dem die verschiedenen Produktionsverhältnisse (kapitalistische, „realsozialistische“) offiziell gemessen werden. In der DDR-Zeitschrift „Die Wirtschaft“ (Nr. 16, 1975, S. 19) hieß es: ,,Etwa ein Drittel der sowjetischen Industriearbeiter sind an Fließbändern beschäftigt.“ Kein Problem – denn „das Fließband ist auch der Gesundheit zuträglich: Fließband heißt Rhythmus, und Rhythmus ist dem gesamten Organismus eigen“ (Ebd.).

Schluss

Messen wir die Wirtschaft nicht allein an ihrer Effizienz und an ihrer Ausbringungsmenge, sondern daran, wie sie Menschen erschöpft und verbraucht. Fragen wir, ob die wirtschaftlichen Leistungen diesen Preis wert sind. Sorgen wir dafür, dass der Raubbau an Gesundheit und die Auslaugung der Menschen in der Arbeit zu einem zentralen No-Go wird. Akzeptieren wir keine gesellschaftliche Einrichtung des Wirtschaftens und des Arbeitens, die dieser not-wendigen Forderung nicht entspricht. Erweitern wir die Bilanzierung vom Bruttosozialprodukt zum Psychosozialprodukt. Schluss mit einer Wirtschaft, die um den Preis kranker und beschädigter Menschen gesundet.

Literatur:

Bauer, Joachim 2015: Arbeit. Warum sie uns glücklich oder krank macht. München

Bebel, August 1910: Die Frau und der Sozialismus. Stuttgart

Blüm, Norbert 1979: Gewerkschaften zwischen Macht und Ohnmacht. Stuttgart

Brecht, Bertolt 1993: Die Hoffnung der Welt. In: Die Gedichte von Bertolt Brecht in einem Band. Frankfurt M.

Creydt, Meinhard 2006: Selbstverantwortung als Ideologie. Die Medizin des Gesundheitswesens. In: Forum Wissenschaft, H. 1 www.meinhard-creydt.de/archives/16

Creydt, Meinhard 2021: Produktionstechnologie vom Standpunkt der Arbeitenden. In: Telepolis, 11.9.2021

Flick, Sabine 2020: Biografisierung als Doktrin. Der biografische Blick in der Psychotherapie. In: WestEnd. Neue Zeitschrift für Sozialforschung. Heft 2/ 2020 https://hscif.org/wp-content/uploads/2018/12/Flick_Biografisierung-als-Doktrin_WESTEND_2020.pdf

Flick, Sabine 2021: Der blinde Fleck der Psychologie. In: Psychologie Heute, H. 4

Girschner-Woldt, Ingrid; Bahnmüller, Reinhard; Bargmann, Holger u.a. 1986: Beteiligung von Arbeitern an betrieblichen Planungs- und Entscheidungsprozessen. Das Tübinger Beteiligungs-Modell. Frankfurt M.

Heidegger, Martin 1984: Was heißt Denken? Tübingen

Kickbusch, Ilona; Wenzel, Eberhard 1981: Risikoverhalten – die alltägliche Gesundheitsbewegung. In: Forum für Medizin und Gesundheitspolitik, Nr. 17

Linkspartei/Die Linke 2021: Wahlprogramm der Partei Die Linke zur Bundestagswahl 2021. Berlin

Litt, Theodor 1958: Das Bildungsideal der deutschen Klassik und die moderne Arbeitswelt. Bonn

Rost, Wolfgang 2001: Emotionen. Elixiere des Lebens. Berlin

Schivelbusch, Wolfgang 1981: Das Paradies, der Geschmack und die Vernunft – Eine Geschichte der Genußmittel. München

Schaaff, Herbert 1999: Historische Lehren für eine ‚ökologische Glücksökonomie’. In: Bellebaum, Alfred; Schaaff, Herbert; Zinn, Karl Georg (Hg.): Ökonomie und Glück. Opladen

Schridde, Stefan 2014: Murks – nein danke! München

Urheberecht
Die unter www.scharf-links.de angebotenen Inhalte und Informationen stehen unter einer deutschen Creative Commons Lizenz. Diese Lizenz gestattet es jedem, zu ausschließlich nicht-kommerziellen Zwecken die Inhalte und Informationen von www.scharf-links.de zu vervielfältigen, zu verbreiten und öffentlich zugänglich zu machen. Hierbei müssen die Autoren und die Quelle genannt werden. Urhebervermerke dürfen nicht verändert werden.  Einzelheiten zur Lizenz in allgemeinverständlicher Form finden sich auf der Seite von Creative Commons http://de.creativecommons.org/was-ist-cc/

*********************************************************

Grafikquellen      :

Oben          —   Cartoon of a patient consulting a doctor about a burnout.

Abgelegt unter Arbeitspolitik, International, Mensch, Positionen | Keine Kommentare »

Kurz – mal weg

Erstellt von DL-Redaktion am 13. Oktober 2021

Aufstieg und Fall des Sebastian K.

Matthias Laurenz Gräff, "Bella gerant alii, tu felix Austria nube. Sebastian Kurz, Der Große Diktator, Opportunist, Putschist".jpg

Von Ralf Leonhard

Sebastian Kurz räumt nach einem weiteren Skandal das Kanzleramt. Als Fraktionschef der ÖVP bleibt er aber auf der politischen Bühne. Ein Drama in fünf Akten.

Am Freitagabend noch hat Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) in einem kurzfristig angekündigten Statement seine politische Handlungsfähigkeit beteuert. Er werde dem Druck nicht weichen. 24 Stunden später ist alles anders. Auftritt Kurz: Es gelte „Chaos zu verhindern und Stabilität zu garantieren“. Daher trete er jetzt „zur Seite“ und werde als Fraktionsvorsitzender der ÖVP ins Parlament zurückkehren, bis die ungerechten Vorwürfe gegen ihn aufgeklärt seien.

Als Nachfolger im Bundeskanzleramt schlägt er seinen engen Vertrauten und Außenminister Alexander Schallenberg vor. Der Diplomat aus altem Adelshaus soll den verletzten Koalitionsfrieden wiederherstellen und Österreichs ramponierte Reputation im Ausland reparieren. Opposition und Medien rechnen damit, dass Kurz weiterhin die Strippen ziehen wird.

Ein Körnchen Selbstkritik muss sein, schließlich dokumentieren Chat-Verläufe schwarz auf weiß, wie der Bundeskanzler über politische Gegner denkt und mit welcher Skrupellosigkeit sein politischer Aufstieg orchestriert wurde. Seinen Vorgänger als ÖVP-Chef, Reinhold Mitterlehner, hat er einst als „Arsch“ apostrophiert, seinen Adlatus Thomas Schmid fragte er, ob man gegen einen populären Plan der Regierung, die er zu sprengen gedachte, nicht „ein Bundesland aufhetzen“ könne. Die Einschüchterung eines kritischen Kirchenmannes fand er „super!“ Manche der SMS-Nachrichten, „die ich im Eifer des Gefechts geschrieben habe“, würde er „klarerweise nicht nochmal so formulieren, aber ich bin eben auch nur ein Mensch“, erklärte Kurz dazu.

Am kommenden Dienstag tritt in Wien der Nationalrat zu einer Sondersitzung zusammen, einberufen von der Opposition aus SPÖ, FPÖ und Neos, die auch einen Misstrauensantrag gegen Sebastian Kurz als Kanzler einbringen wollten. Die Grünen, derzeit Koalitionspartner der ÖVP, hatten angedeutet, sie würden diesen unterstützen. Vizekanzler Werner Kogler hatte Kurz angesichts der strafrechtlichen Ermittlungen die Amtsfähigkeit abgesprochen und eine „untadelige Person“ als Partner in der Regierung verlangt. Damit wäre Kurz zum zweiten Mal innerhalb von weniger als zweieinhalb Jahren vom Parlament abberufen.

Mit dem „Tritt zur Seite“ hat Kurz die Krise entschärft und seine Macht gerettet. Die Vertrauensbasis in der Koalition ist dennoch erschüttert. Und die Opposition gibt sich nicht zufrieden, denn das „System Kurz“ sei intakt geblieben.

Aufstieg und Fall des Sebastian K. Ein Drama in fünf Akten

Protagonisten :

Sebastian K., Königsmörder, derzeit Fraktionsvorsitzender

Thomas Schmid, Intimus desselben, derzeit Privatier

Wolfgang Fellner, Zeitungsherausgeber

Die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft.

In den Nebenrollen:

Heinz-Christian Strache, ehemaliger Vizekanzler, derzeit Privatier

Reinhold Mitterlehner, ehemaliger Vizekanzler, derzeit Privatier

Johannes Frischmann, Gerhard Fleischmann, Stefan Steiner, August Wöginger,

Mitglieder der Prätorianergarde des Sebastian K.

Alma Zadić, Justizministerin

Christian Pilnacek, hoher Beamter im Justizministerium, derzeit suspendiert

Vorspiel:

Aus dem Geilomobil ins Innenministerium

2010 ist Wahlkampf in Wien. Der damals 24-jährige Chef der Jungen ÖVP (JVP) kurvt mit einem schwarzen SUV, Geilomobil genannt, durch die Straßen der Bundeshauptstadt und versucht seine Altersgenossen zu überzeugen, dass sie ihr Kreuzchen bei den Konservativen machen sollten. Als Anreiz verteilt er schwarze Kondome. Die Kampagne ist nur mäßig erfolgreich: Die Wiener ÖVP sackt gegenüber 2005 um 5 Prozentpunkte ab. Bürgermeister Michael Häupl (SPÖ) schließt eine Koalition mit den Grünen.

MSC 2014 Gauck-Kurz Zwez MSC2014.jpg

Im Bund regiert zu diesem Zeitpunkt eine große Koalition unter Werner Faymann (SPÖ) und Vizekanzler Michael Spindelegger (ÖVP). Dieser holt 2011 den 25-Jährigen Kurz als Staatssekretär für Integration in die Regierung. Sein selbstsicheres Auftreten, seine konservative Einstellung und sein Selbstvermarktungstalent qualifizieren ihn für eine Karriere in der großen Politik. Der Jung-ÖVPler entpuppt sich als begnadeter Selbstdarsteller. Die Medien liegen ihm bald zu Füßen.

Zwei Jahre und eine Wahl später wird aus dem ehrgeizigen Staatssekretär der jüngste Außenminister der Welt. Mangelnde außenpolitische Erfahrung macht ein Beraterstab aus Diplomaten wett, der ihn auf Schritt und Tritt begleitet, darunter ein gewisser Alexander Schallenberg. Kurz’ Stunde schlägt während der Flüchtlingskrise 2015, als er erkennt, welche Ängste diese bei Teilen der Bevölkerung auslöst. Als Kontrapunkt zu Angela Merkels Politik setzt er auf Abschottung. „Ich habe die Balkan-Route geschlossen“, sollte einer seiner griffigsten Wahlkampfslogans werden.

Erster Akt: „Projekt Ballhausplatz“

Szene 1: Die Verschwörer

Frühjahr 2016: Junge, schlanke Männer in weißen Hemden mit offenen Krägen sitzen in einem Hinterzimmer an einem Tisch beisammen. Es sind nicht Zeugen Jehovas, sondern Sebastian Kurz und seine Prätorianergarde. Die meisten kennen sich von der Jugendorganisation der Partei JVP. Sie arbeiten an der Zukunft Österreichs, genauer gesagt an der Machtübernahme – zuerst in der ÖVP, dann in Österreich.

Der ÖVP-Vizekanzler heißt inzwischen Reinhold Mitterlehner und ist aus der Sicht der Verschwörer ein Langweiler. Die jungen Männer hecken einen Plan aus, der ihren Anführer möglichst schnell ins Bundeskanzleramt am Wiener Ballhausplatz bringen soll. Die Voraussetzungen sind gut, denn die große Koalition ist unpopulär. Als im Frühjahr 2016 der SPÖ-Chef Werner Faymann abgesägt wird und der dynamische Christian Kern frischen Wind in die Regierung bringt, ist bei den Verschwörern Feuer unterm Dach. Das „Projekt Ballhausplatz“ muss beschleunigt werden. Dass die Regierung jetzt populäre Maßnahmen wie eine flächendeckende Nachmittagsbetreuung für Kindergartenkinder plant, kommt bei den Verschwörern gar nicht gut an.

Die folgenden Zitate von 2017 sind kein Produkt der Dichtung, sondern so gefallen und jüngst bekannt geworden. Auftritt Thomas Schmid, damals Generalsekretär im Finanzministerium. Er alarmiert seinen Freund Kurz, damals Außenminister: „Wir müssen bei Banken aufpassen, die wollen das am Montag weiter besprechen und entscheiden – HBK und HVK (Anm.: Herr Bundeskanzler und Herr Vizekanzler) und Mahrer (Harald Mahrer, Chef der Österreichischen Wirtschaftskammer) und Co! Ziel – 1,2 Mrd. für Nachmittagsbetreuung mit Rechtsanspruch und Vereinbarungen Bund, Gemeinden ohne Länder! Mega Sprengstoff!“

Kurz antwortet umgehend: „Gar nicht gut!!! Wie kannst du das aufhalten?“ Wenig später hat er einen Einfall: „Kann ich ein Bundesland aufhetzen?“

Schmid: „Das sollten wir – wir schicken deinen Leuten heute auch noch die Infos“.

Kurz: „Danke“

Schmid: „Wenn Mitterlehner das macht – 1,2 Mrd. für Kern mit einem Nachgeben bei allen Bildungspunkten, wäre das irre“

Tatsächlich hat die ÖVP bildungspolitische Initiativen der SPÖ über Jahrzehnte abgeblockt. Eine Konsenspolitik mit der SPÖ hätte das Bild von der ÖVP als Betonwand gegen eine fortschrittliche Familienpolitik ins Wanken gebracht und Mitterlehner wohl populärer gemacht. Den Verschwörern kann das nicht recht sein.

Szene 2: Der Medienmogul

Von den Wiener Redaktionsräumen der Tageszeitung Österreich kann man auf den Naschmarkt hinunterblicken, wo das multikulturelle Wien blüht, und auf die vergoldete Blätterkuppel der Sezession, der einst von Gustav Klimt mitbegründeten Heimat der Jugendstil-Avantgarde, denen die Akademie der Bildenden Künste zu starr und zu muffig war. Österreich ist ein buntes Gratisblatt, „die einzige Gratiszeitung, die man auch kaufen kann“, wie es der Kabarettist Florian Scheuba so schön doppeldeutig formuliert hat. Das Blatt gehört den Gebrüdern Wolfgang (geb. 1954) und Helmuth (geb. 1956) Fellner. Österreich ist ein Produkt des frühen 21. Jahrhunderts. Das Erfolgsrezept: Günstige Berichterstattung gegen Inserate. Das Recherchemagazin Dossier hat 2019 dokumentiert, wie die Fellners arbeiten:

„Egal ob im Politik- oder Wirtschaftsressort, bei Österreich gibt es zu Inseraten gefällige Berichte dazu. Interne E-Mails zeigen, dass in Fellners Medien ein Prinzip herrscht: Sie buchen, wir schreiben. Werbung wird als Journalismus getarnt und verkauft, Menschen getäuscht und damit gegen das Gesetz verstoßen. Das beginnt bei Österreich ganz oben. Wolfgang Fellner veranlasst höchstpersönlich Serien redaktioneller Berichte über große Werbekunden.“

Matthias Laurenz Gräff - "Liebende Eltern".jpg

Was passiert, wenn man nicht mitspielt, weiß die ehemalige Außenministerin Karin Kneissl zu berichten. Nominiert von der FPÖ, übernimmt sie 2017 das Ministerium von Sebastian Kurz. Dort findet sie einen Werbeetat von 1,8 Millionen Euro vor. Sie fragt sich, wofür das Außenministerium Inserate schalten müsse und widmet 80 Prozent dieses Budgets um.

Als erste Warnungen ungehört bleiben, folgt die Rache der Fellners. Da heißt es bald „Kneissl muss weg.“ Und als sie erkrankt, fragt Österreich: „Ist sie schon tot?“ Die Ministerin fühlt sich an Mafiamethoden der 1930er Jahre in Chicago erinnert. Kneissl in Dossier: „Also entweder du zahlst oder wir fackeln den Laden ab – so ungefähr ist mir das vorgekommen. Und ich habe gesagt, ich zahle keine Schutzgelder.“ Fellner versteht da keinen Spaß, wie seine Kommentare verraten: „Karin Kneissl wirkt zu Beginn schräg, wirr, teilweise ahnungslos im Politgeschäft. Ein Risiko.“

Zweiter Akt: Der Königsmord

Frühjahr 2017: Die Verschwörer sitzen nicht in einem Hinterzimmer, sie verkehren meist über SMS und Whatsapp. Sie sind in strategischen Positionen verankert und können ihre Sabotagearbeit gegen ÖVP-Chef Mitterlehner und die Regierung unter Christian Kern von innen leisten. Dem ehrgeizigen Tiroler Juristen Thomas Schmid, der gerne mit Sebastian Kurz wandern geht, kommt dabei eine Schlüsselrolle zu. Als Generalsekretär im Finanzministerium kann er Minister Hartwig Löger, einen Quereinsteiger ohne Seilschaft in der ÖVP, manipulieren. Und er sitzt am Geldhahn.

Die Umfragewerte für ÖVP-Chef Mitterlehner sind trotz des Neustarts der Regierung schlecht, die des SPÖ-Kanzlers steigen. Kurz’ Prätorianergarde reicht das nicht. Sie wollen deutlicher zeigen, dass Mitterlehner keine Zukunft hat, während ihr Idol der Mann der Stunde ist. So entsteht die Idee, Umfragen zu frisieren.

Quelle       :         TAZ -online      >>>>>         weiterlesen

*********************************************************

Grafikquellen      :

Oben          —     Matthias Laurenz Gräff, „Bella gerant alii, tu felix Austria nube. Sebastian Kurz, The Great Dictator, Opportunist, Rebel“, oil on canvas, 100×100 cm, 2019

Abgelegt unter Europa, Kultur, Medien, Regierung | Keine Kommentare »

DL – Tagesticker 13.10.2021

Erstellt von DL-Redaktion am 13. Oktober 2021

Direkt eingeflogen mit unseren Hubschrappschrap

*********************************************************

Ist es nicht nur natürlich wenn die Überträger des Erbgutes direkt neben ihre Erzeuger die Plätze einnehmen ? Das einheitlichen Grunzen wäre sicher weithin besser hörbar ? Höchstwahrscheinlich würde sich auch die Duftnote im Raum verändern ?

FDP will im Bundestag künftig lieber neben Grünen als der AfD sitzen

1.) Sitzordnung im Plenarsaal

Die FDP musste bislang im Plenarsaal neben der AfD sitzen – und sich oft vulgäre Pöbeleien anhören, sagt der stellvertretende FDP-Fraktionschef Thomae. Nun wolle man tauschen. Doch eine andere Fraktion sträubt sich. Als die AfD 2017 erstmals in den Bundestag einzog, war schnell klar, wo sie sitzt: rechts außen. Allerdings musste im Plenarsaal auch eine Fraktion neben den Rechten Platz nehmen – es wurde die FDP. Nun wollen die Liberalen bei einer möglichen Ampelkoalition die Sitzordnung im Bundestag ändern und mit ihren Plätzen neben die Grünen in die Mitte des Parlaments ziehen. »Wenn es denn zu Koalitionsverhandlungen kommt, würde sich anbieten, dass man am Rande auch das Thema Sitzordnung anspricht«, sagte der stellvertretende FDP-Fraktionsvorsitzende Stephan Thomae der »Augsburger Allgemeinen«. »Wir hätten es gern schon jetzt im Ältestenrat geklärt, aber das war nicht möglich«, sagte Thomae der Zeitung. In der konstituierenden Sitzung des Bundestags werde deshalb die Sitzordnung mangels einer neuen Regelung noch die alte sein. Doch anschließend könne die Sitzordnung geändert werden.

Spiegel-online

*********************************************************

Finden wir nicht in allen Parteien Schreiber, deren Finger schneller sind, als der Kopf es verarbeiten kann ? Oder ist es nicht auch als eine Wertung zu sehen, wenn in der Antwort -auf die größten Versager dieser Partei noch ausdrücklich hingewiesen wird? So weit, sehr gut, vielleicht erledigt sich so eine Systemänderung von selbst und wir können bald die Personen, welche das Volk verkaufen sollen – direkt wählen und dann auch Verantwortlich machen?

Laschet schreibt E-Mail an alle CDU-Mitglieder – einem von ihnen platzt der Kragen

2.) „Wir warten nicht wie ein Hündchen vor der Tür“

Für diese E-Mail von Armin Laschet findet der Berliner CDU-Politiker Peter Mair nur noch eine Wertung: „Da ist mir beim Lesen der Kragen geplatzt.“ Und weiter: „Dieses Maß an Realitätsverweigerung und Würdelosigkeit ist nicht mehr zu ertragen.“ Das schreibt Mair am Sonntag auf Twitter. Mair wütet gegen Laschet-Mail: „Wer sind wir denn?“ Doch worum geht es überhaupt? Armin Laschet verschickte am Samstag eine Mail an alle CDU-Mitglieder, die FOCUS Online vorliegt. Laschet schreibt darin zunächst: „Hinter uns liegen Tage intensiver Beratungen. FDP und Grüne haben entschieden, mit der SPD Gespräche über die Bildung einer neuen Bundesregierung zu führen. Wir, die CDU Deutschlands, schlagen keine Tür zu.“ Dann geht es weiter: „Unser Angebot als CDU Deutschlands steht – bis zur letzten Sekunde der Regierungsbildung. Wir werden die Alternative zur roten Stillstand-Ampel sein […}.“ Mair wütet dazu auf Twitter: „Nein. Die große CDU, Partei von Adenauer, Kohl und Merkel wartet nicht wie ein Hündchen vor der Tür, ob doch noch etwas abfällt. Wer sind wir denn?“ Weiter schreibt der CDU-Mann: „Gleichzeitig ist es schlechter Stil, jetzt schon über die „Stillstands-Ampel“ zu schimpfen.“ Es sei patriotische Pflicht, der nächsten Regierung Erfolg zu wünschen. Die CDU/CSU sei nun für harte Oppositionsarbeit zuständig.

Focus-online

*********************************************************

Die Karawane zieht weiter der Feldheeren-Staat hat Durst nach mehr Krieg ? So verehrt ein selbst ernannter Rechtsstaat seine, mit den entsprechenden Lizenzen ausgerüsteten Krieger, welche nicht den Mördern der Gegenseite aus Nazi-o-naler Staaträson zum Opfer geworden sind ? Aber wer würde sich sonst noch freiwillig den Armeen der Gruß-Onkel als Opferlämmer zur Verfügung stellen? Auf den Bahren liegen Kameraden und am Grab feiern sich die Helden ?

Ende des Afghanistan-Einsatzes

3.) Zapfenstreich vor dem Reichstag

Die Politik ehrt am Mittwoch deutsche Soldat*innen. Kritik an den Zeremonien kommt von Linken und aus der evangelischen Kirche. Die Bundespolitik ehrt am Mittwoch mit militärischen Ritualen die am Afghanistankrieg beteiligten Bundeswehrsoldat*innen. Über den Tag verteilt sind in Berlin vier Veranstaltungen geplant. Los geht es am Mittag mit einer Kranzniederlegung am Ehrenmal der Bundeswehr. Bundespräsident Steinmeier und andere wollen dort der im Einsatz gestorbenen deutschen Sol­da­t*in­nen gedenken. Es folgt ein Appell auf dem Gelände des Verteidigungsministeriums in Anwesenheit von Bundeskanzlerin Merkel und Reden unter anderem von Verteidigungsministerin Kramp-Karrenbauer. Nach einem Empfang im Bundestag endet der Tag mit einem Großen Zapfenstreich vor dem Reichstagsgebäude – um 19 Uhr, nach Sonnenuntergang, wenn die Fackeln der teilnehmenden Sol­da­t*in­nen am besten zur Geltung kommen.Die Feier im großen Rahmen wurde im Juli beschlossen – als Reaktion auf Kritik daran, dass bei der Rückkehr der vorerst letzten deutschen Einheiten aus Afghanistan Ende Juni kein großer Empfang stattgefunden hatte. Der ursprünglich geplante Termin im August wurde dann wegen der damals laufenden militärischen Evakuierungsaktion aus Kabul gestrichen. Es sei gerade „nicht der richtige Zeitpunkt“ für einen Zapfenstreich, sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums damals. Nun wird die Veranstaltung nachgeholt, obwohl zahlreiche ehemalige Ortskräfte der Bundeswehr in Afghanistan noch immer auf ihre Evakuierung warten.

TAZ-online

*********************************************************

Wer sucht nicht politisch nach Gründen, spätere Schäden der Lunge auch auf den Joint oder die Zigaretten  abwälzen zu können ? Bei Corona hatte es doch so gut geklappt den Klimawandel seit ca. 50 Jahren zu leugnen, anstatt diesen als Verursacher in der Verantwortung zu erkennen ?

2019-04-10-Karl Lauterbach-Maischberger-5317.jpg

Männer – die für jede Überraschung gut sind – bietet Maischberger auch Joints an ? 

Karl Lauterbach für kontrollierte Abgabe an Erwachsene

4.) STREITPUNKT – Cannabis-Legalisierung

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach* hat sich dafür ausgesprochen, in einem möglichen Koalitionsvertrag von SPD*, Grünen und FDP eine Legalisierung von Cannabis festzuschreiben. In einem Interview der Rheinischen Post (Mittwoch) plädierte er dafür, eine kontrollierte Abgabe an Erwachsene zu erlauben, um dem Handel von mit Heroin versetztem Cannabis einen Riegel vorzuschieben. „Jahrelang habe ich eine Cannabis-Legalisierung abgelehnt. Mittlerweile komme ich als Arzt aber zu einem anderen Schluss“, sagte Lauterbach. „Immer häufiger wird dem illegal verkauften Straßencannabis neuartiges Heroin beigemischt, das sich rauchen lässt. Damit werden Cannabis-Konsumenten schnell in eine Heroin-Abhängigkeit getrieben.“ Dieses Phänomen sei neu und verändere die Lage. Mit einer Legalisierung von Cannabis ließe sich der Handel mit verunreinigtem Haschisch unterbinden, sagte der SPD-Politiker.

FR-online

*********************************************************

Wie die Herren- so  ihr Geschirr ? Hören wir jetzt wieder das bekannte Heulen von dem Herrn seines Rudels ?

53 rechtsextreme Verdachtsfälle bei Polizei in NRW bestätigt

5.) Hitlergruß, Hakenkreuze, SS-Runen

Der Skandal um rechtsextreme Chat-Gruppen bei der Polizei in NRW hatte sich 2020 mehr und mehr ausgeweitet. Für mehrere Beamte hatte dies inzwischen Konsequenz. Rund ein Jahr nach Bekanntwerden rechtsextremer Verdachtsfälle bei der Polizei in Nordrhein-Westfalen hat sich dieser Verdacht in 53 Fällen bestätigt. Das hat das Innenministerium in Düsseldorf auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mitgeteilt. Die Fälle seien bereits abschließend geprüft und geahndet worden. Die Konsequenzen waren meist dienstrechtlicher Natur: Sechs Kommissaranwärter waren entlassen worden. Bei den arbeitsrechtlichen Verfahren kam es zu zwei Kündigungen und drei Abmahnungen, hatte das Innenministerium bereits vor einigen Wochen bekannt gegeben. Bei 84 Hinweisen habe sich der Verdacht nicht bestätigt, hieß es nun in einer aktuellen Bilanz. Sie seien ebenfalls abschließend geprüft worden. Bei 138 verbliebenen Hinweisen dauert die Prüfung noch an. Seit 2017 bis Ende September diesen Jahres hatten die nordrhein-westfälischen Polizeibehörden 275 Verdachtsfälle gemeldet.

Tagesspiegel-online

*********************************************************

Den Morgengruß an gleicher Stelle – schreibt jeden Tag
„Der freche Bengel“

*********************************************************

Anregungen nehmen wir gerne entgegen

Wir erhalten in letzter Zeit viele Mails mit Texten zwecks Veröffentlichung – Um diese zu Verbreiten  sollten Sie sich aber erst einmal vorstellen und zeigen mit wem wir es zu tuen haben.  Danke !

Treu unserem Motto: Es gibt keine schlechte Presse, sondern nur unkritische Leser

*********************************************************

Grafikquellen          :

Oben     —   DL / privat – Wikimedia

*************************

Unten     —   Karl Lauterbach in der WDR-Sendung „Maischberger“ am 2019-04-10

Abgelegt unter Allgemein | Keine Kommentare »