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Archiv für Februar 8th, 2021

DER ROTE FADEN

Erstellt von DL-Redaktion am 8. Februar 2021

Keppelnde Österreicher und die Freunde der Logik

Roter Faden Hannover rote Zusatzmarkierung.jpg

Eine Kolumne von Robert Misik

Österreich will die Coronamaßnahmen lockern. Damit biedert sich die Regierung von Sebastian Kurz an eine kleine Minderheit im Land an.

Wir in Österreich starten kommende Woche ein heiteres virologisches Experiment, bei dem wir – also die normalen Leute – die Versuchskaninchen sind. Die Regierung verkündete Lockerungen der Anti-Seuchen-Maßnahmen, obwohl die Infektionszahlen seit Wochen nicht mehr sinken, sondern teilweise sogar steigen und obwohl sich die infektiöseren Sars-CoV-19-Variationen gerade explosionsartig verbreiten.

Die Modellrechnungen, wie das ausgehen wird, sind naturgemäß unexakt, die Möglichkeiten reichen von „schlimm“ bis „ganz katastrophal“. Bemerkenswert daran ist, dass die Regierung genau weiß, dass ihr Beschluss falsch ist, sich aber dazu gezwungen fühlte, diesen falschen Beschluss zu fällen, weil angeblich „die Bevölkerung“ nicht mehr mitgeht.

Das muss dieses Leadership sein, von dem sie uns immer erzählen. Wir könnten hier natürlich die Frage aufwerfen, warum sich Sebastian Kurz, der vor ein paar Monaten noch überzeugt war, die Menschen würden ihm selbst dann zujubeln, wenn er vom Balkon des Kanzleramtes pinkeln würde, heute außerstande fühlt, „die Bevölkerung“ mit Vernunftargumentationen gewinnen zu können.

Für ihre Entscheidung hat sich Österreichs Bundesregierung ein paar lustige Überlegungen zurechtgelegt. Eine lautet, dass die Maßnahmen nicht mehr befolgt werden, wohingegen lässigere Regeln eher akzeptiert würden, was im Ergebnis dann womöglich sogar besser wäre.

Das erinnert ein wenig an die Laffer-Kurve, die nach einem Ökonomen benannt ist, der die Rea­gan- und Thatcher-Ära prägte. Die Legende sagt, der Mann habe seine Kurve bei einem Abendessen mit rechten Politikern auf eine Serviette gemalt. Seine These war: Wenn die Steuern für Reiche hoch sind, werden sie Steuervermeidung betreiben. Senkt man die Steuern, werden sie brav zahlen, sodass das faktische Steueraufkommen sogar höher wäre. Selbstredend ging die Sache in der Realität anders aus als im Märchenland des Ökonomen. Zu befürchten steht, dass es mit der Kurz-Kurve nicht sehr viel besser ausgehen wird.

EPP Zagreb Congress in Croatia, 20-21 November 2019 (49099581961).jpg

Keppelnde Österreicher

Zu den Überlegungen der Regierung gehört auch die Behauptung, dass „die Bevölkerung“ gegen die Maßnahmen rebelliere, wofür 10.000 Menschen als Indiz herhalten müssen, die gegen die Maßnahmen demonstriert haben, plus viele Anekdoten von Leuten, die keppeln (österreichisch für meckern, d. Red.), weil sie – wie wir alle – erschöpft sind.

Dass „die Bevölkerung“ gegen die Maßnahmen sei, dafür gibt es aber keinerlei belastbare Evidenz, im Gegenteil, alle Umfragen zeigen, dass zwischen 75 und 80 Prozent im Grundsatz jene Anti-Pandemie-Maßnahmen für unumgänglich halten, die ja faktisch alle Regierungen in Europa verhängen. Wirklich dagegen sind gerade einmal 20 Prozent, die aber sind laut.

Quelle        :        TAZ         >>>>>         weiterlesen

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Grafikquellen       :

Oben        —             Roter Faden in Hannover mit beschriftetem Aufkleber als Test für einen möglichen Ersatz des auf das Pflaster gemalten roten Strichs

 

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Die Impfungen sind ein —

Erstellt von DL-Redaktion am 8. Februar 2021

Groß versuch mit ungewissem Ausgang

Quelle      :        INFOsperber CH.

Von Bernd Hontschik /

 Red. Chirurg und Publizist Bernd Hontschik ist gelegentlicher Gastautor von Infosperber.

Die Behauptungen, die neuen Impfungen seien entweder unbedenklich oder sie seien gefährlich, sind beide aus der Luft gegriffen.

Die Geschichte der Impfung beginnt vor 225 Jahren, am 14. Mai 1796. Der englische Landarzt Edward Jenner hatte beobachtet, dass Milchmägde, die eine harmlose Kuhpockenerkrankung überstanden hatten, danach nicht mehr an Pocken erkrankten. So ritzte er dem 8-jährigen James Phipps eine kleine Wunde in den Oberarm und rieb Eiter aus Kuhpockenbläschen hinein. Eine geringe Lokalreaktion war rasch abgeklungen. Sechs Wochen später brachte er an der gleichen Stelle Eiter mit echten Pockenviren ein. Der Junge erkrankte nicht. Er war immun. Jenner begann nun mit einer regelrechten Versuchsserie, zumeist an Kindern, sogar auch an seinem elf Monate alten Sohn Robert. Seine Theorie funktionierte in der Praxis – zum Glück. Das hätte auch anders ausgehen können.

Jenner konnte mit dem Kuhpocken-Lebendimpfstoff den Ausbruch der unheilbaren lebensgefährlichen Pockenerkrankung verhindern. Es begann ein weltweiter Siegeszug der Pockenimpfung. Die Öffentlichkeit war begeistert.

Auf dem Impfausweis meines Urururgrossvaters Eduard Honzik, der am 22. April 1807 in Brünn im Alter von einem Jahr geimpft worden war, steht daher zu lesen: „Es lebe Dr. Jenner.“ In der Folge wurden viele weitere Impfungen mit abgeschwächten oder getöteten Erregern entwickelt, die jeder kennt, gegen Mumps, Masern, Keuchhusten, Wundstarrkrampf, Kinderlähmung, Typhus und andere. Heute sind diese Impfungen selbstverständliche Bestandteile der medizinischen Routine, besonders in der Kinderheilkunde.
Gegenwärtig wird über die Impfung gegen das Coronavirus heiss diskutiert. Der Vorsitzende der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft, Professor Wolf-Dieter Ludwig, wurde jüngst gefragt, ob es auf Kosten der Qualität gehe, dass Covid-19-Impfstoffe so schnell entwickelt und zugelassen worden sind wie nie zuvor. Seine Antwort lautete: „Ich hoffe nicht.“ Entsetzen packte mich. An die Stelle solider Arzneimittelsicherheit ist das Prinzip Hoffnung getreten.

Einige gesetzliche und wissenschaftliche Vorgaben der Prüfung und Zulassung von Arzneimitteln mussten verbogen, übersprungen, ignoriert und komprimiert werden, um schon ein Jahr nach der ersten Corona-Diagnose mit gewaltigen, bis dato nicht dagewesenen Impfprogrammen mit einer zuvor noch nie angewandten Technologie starten zu können. Nachdenklichkeit und Besorgnis sind dabei eher unerwünscht.

225 Jahre nach Edward Jenner kann nämlich heute wieder von einer bahnbrechenden medizinischen Innovation berichtet werden: Vektorimpfstoffe, mRNA-Impfstoffe und DNA-Impfstoffe sind allesamt genbasiert. Dabei wird nicht das fremde Antigen, also der abgeschwächte oder abgetötete Erreger, sondern der genetische Bauplan des Antigens in die Körperzelle transportiert, um eine Immunantwort auszulösen. So faszinierend diese neuen Methoden sind, so wenig weiss man über mittel- und längerfristige Folgen ihrer Anwendung.

Insofern ist die Lage heute ähnlich, wie sie es für Edward Jenner vor 225 Jahren war: Es ist ein Versuch mit ungewissem Ausgang. Wenn Ihnen also jemand erzählt, die aktuelle Covid-19-Impfung sei ungefährlich, dann hören Sie ruhig weg. Und wenn Ihnen jemand erzählt, sie sei lebensgefährlich, dann können Sie auch weghören. Denn man weiss das nicht, man kann das nicht wissen. Unklar ist auch noch immer, wie gross der Schutz durch die Impfung wirklich ist, besonders hinsichtlich der inzwischen aufgetretenen Mutationen. Unklar ist auch, ob man andere anstecken kann, obwohl man geimpft ist. Fragen über Fragen, wenig Antworten, viele Hypothesen. Für Geimpfte müssen daher weiterhin die gleichen Regeln gelten wie für Nichtgeimpfte. Wer sich impfen lassen will, muss von all diesen Unsicherheiten wissen.

Eines ist aber völlig anders als vor 225 Jahren: Edward Jenner verzichtete auf ein Patent, denn er wollte, dass von der Pockenimpfung alle profitieren. Biontech-Chef Ugur Sahin hingegen gehört seit kurzer Zeit mit einem Vermögen von über fünf Milliarden Dollar zu den 500 reichsten Menschen der Welt.

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Mehr von Bernd Hontschik

Er war Oberarzt an der Chirurgischen Klinik am Städtischen Krankenhaus Frankfurt am Main-Höchst und betrieb eine chirur­gische Praxis in der Frankfurter Innenstadt. Er ist Heraus­geber der Taschenbuchreihe „medizinHuman“ im Suhrkamp Verlag und schreibt Kolumnen für die Frankfurter Rundschau.

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Oben     —   Bernd Hontschik fotografiert von Barbara Klemm (2009)

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Aktion der Ocean Viking

Erstellt von DL-Redaktion am 8. Februar 2021

422 Gerettete brauchen dringend einen sicheren Hafen

Ocean viking anchored by volfegan-d42atrf.jpg

Quelle       :      Scharf  —   Links

Erklärung von Luisa Albera, Such- und Rettungskoordinatorin der Seenotrettungsorganisation SOS MEDITERRANEE an Bord der Ocean Viking

„In dieser Woche versuchten so viele Menschen aus Libyen über das zentrale Mittelmeer zu fliehen wie seit Monaten nicht mehr, da die Wetterbedingungen für die Flucht günstig waren.

Das Team auf der Ocean Viking hat das Leben von 424 Menschen in Seenot gerettet, nicht nur, weil es unsere Pflicht als Seeleute ist, sondern auch, weil wir weiterhin an das Recht auf Leben für jeden glauben. Es ist nun die Pflicht der europäischen Staaten zusammenzuarbeiten, um einen sicheren Ort zuzuweisen, an dem die Überlebenden unverzüglich an Land gehen können.

Wir kümmern uns derzeit um 422 Gerettete, die sich noch auf dem Schiff befinden. Einige befinden sich einer prekären gesundheitlichen Verfassung und stehen unter ständiger Beobachtung in unserer Bordklinik. Acht Überlebende wurden mit Schnelltests, die von unserem medizinischen Team durchgeführt wurden, positiv auf das Coronavirus getestet. Wir haben Verfahren für dieses Szenario eingerichtet, wir waren vorbereitet und in der Lage, positive Fälle zu isolieren und die Ausbreitung von SARS-CoV-2 an Bord einzudämmen. Aber obwohl an Bord der Ocean Viking strenge Protokolle zur Eindämmung von COVID-19 gelten, sind unserer Möglichkeiten begrenzt: Es handelt sich um ein Schiff von 69 Metern Länge. Diese Situation ist ein weiterer Grund dafür, dass die verbliebenen 422 Geretteten, die sich in beengten Verhältnissen auf dem Achterdeck befinden, umgehend an einem sicheren Hafen von Bord gebracht werden müssen.

Die sich verschlechternden Wetterbedingungen und die Vorhersage für Regen und starken Wind verschlimmern unsere Lage zusätzlich. Wir können nicht für alle Geretteten einen Platz in den Schutzcontainern an Deck zur Verfügung stellen. Ich werde versuchen, so gut es geht, einen geschützten Platz für die Ocean Viking zu finden, aber die Wettervorhersage ist extrem schlecht. Die 422 Geretteten, die sich derzeit auf unserem Schiff befinden – darunter Babys, kleine Kinder, schwangere Frauen und allein reisende Minderjährige – haben die gleichen Rechte wie jeder andere, der auf See gerettet wurde. Sie müssen dringend an einem sicheren Ort von Bord gehen.“

Hintergrund: 

424 Menschen wurden diese Woche in weniger als 48 Stunden gerettet.

Am Donnerstag, den 4. Februar, entdeckte das Team auf der Ocean Viking beim ersten Tageslicht ein überfülltes Schlauchboot in Seenot.

Das Team rettete 121 Menschen, darunter 19 Frauen und zwei kleine Kinder, und barg mehrere Personen, die bei dieser schwierigen Operation über Bord gegangen waren.

Nur wenige Stunden später schloss das Team eine zweite Rettungsaktion ab: 116 Menschen wurden an Bord der Ocean Viking in Sicherheit gebracht, darunter neun Kinder im Alter von 12 Jahren oder jünger.

Kurz vor sieben Uhr am Freitagmorgen, 5. Februar, entdeckten die Wache haltenden Retter auf der Brücke einen kleinen Gegenstand am Horizont – ein Schlauchboot in Seenot. Um neun Uhr war die Rettung von 71 Personen, darunter elf Minderjährige, abgeschlossen.

Während dieses Einsatzes wurde die Crew der Ocean Viking auf einen weiteren Notfall in ihrer Nähe aufmerksam gemacht. Das Team lokalisierte kurz darauf das extrem instabile und überbesetzte Schlauchboot und setzte die Rettung von 116 Männern, Frauen und Kindern fort.

Das Team an Bord kümmert sich derzeit um 422 Überlebende, die auf dem Schiff verbleiben, nachdem gestern eine schwangere Gerettete und ihr Partner per Hubschrauber nach Malta notevakuiert wurden.

Urheberrecht
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Grafikquelle     :  Ocean Viking:Platform supply vessel Ocean Viking (1983).

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DIE * WOCHE

Erstellt von DL-Redaktion am 8. Februar 2021

Wie geht es uns, Herr Küppersbusch?

https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/1/1b/Die-Woche.png?uselang=de

Kolumne von Friedrich Küppersbusch

Nawalny, von der Leyen und SpaceX – Schneefrei dank Andi Scheuer, der Weg zum Mond und Mars und bewaffnete Rechtsextreme! Worte allein beeindrucken den Kreml längst nicht mehr. Elon Musks Rakete stürzt ab und Erben verstärkt Ungleichheit.

taz: Herr Küppersbusch, was war schlecht vergangene Woche?

Friedrich Küppersbusch: Verkehrsminister Scheuer meint: Montag lieber zu Hause bleiben.

Und was wird besser in dieser?

Andi. Nur Montag?

Immer mehr Rechtsextremisten besitzen in Deutschland legal eine Waffe. Gruselfaktor bei Ihnen von 1 bis 100?

Nein; immer weniger Behörden haben den Schuss nicht gehört. Bis Februar 2020 musste man schon in einer verbotenen Partei sein, um keine Waffe besitzen zu dürfen. Seither genügt es auch, wenn man auf eigene Faust die Kappe am Kreisen hat; der Verfassungsschutz prüft alle drei Jahre. Haha, Schreckschuss! Mitunter geben sich die Ämter nämlich mit einer „Selbstauskunft“ zufrieden. Und tun sich schwer, den Bestand zu durchforsten. Kurz: Die Dunkelziffer dürfte weitaus höher sein, die Verfassungsschützer robben sich durchs Unterholz langsam auf die Lichtung.

Kreml-Kritiker Alexei Nawalny muss für fast drei Jahre in Lagerhaft. Kritik an der Verurteilung vonseiten der EU scheint den Kreml wenig zu beeindrucken. Hilft jetzt nur noch der Stopp von Nord Stream 2?

2018 habe ich hier in der taz zum Fall Skripal an Brandts Ostpolitik erinnert. Ein ZDF-Korrespondent polemisierte dagegen bei Twitter, wo es die Zeit falsch abschrieb und dahin zusammenfasste, dass ich „wie ein freundlicher Reichsbürger klinge“. Giovanni di Lorenzo kondolierte mir später, er könne das auch gar nicht alles lesen, was sein Blatt online verbreite. Druschba! In dieses aufgeschlossene Gesprächsklima hinein gern noch mal: Das „Erdgas-Röhren-Geschäft“ der 60er Jahre fundierte den „Wandel durch Annäherung“. Deutsche Stahlbarone und Energiekonzerne verdienten sich wund. Und erlaubten Brandt, mit Grundlagenverträgen den „Kalten Krieg“ zu lindern, menschliche Erleichterungen anzuschieben und den KSZE-Prozess einzuleiten.

Darauf bezieht sich Bundespräsident Steinmeier, wenn er jetzt warnt, „wie sollen wir … Einfluss nehmen, wenn wir letzte Verbindungen kappen?“. Äh, sorry, Reichspräsident natürlich. Nach einem Stopp von Nord Stream 2 gefragt, erklärte Nawalny selbst im Oktober: „Das ist Deutschlands Angelegenheit. Entscheidet selbst! Sanktionen gegen Russland insgesamt bringen nichts.“ Noch so ein Spinner.

Laut einer DIW Studie macht eine Welle an Erbschaften Vermögende in Deutschland noch reicher. Die Ungleichheit im Land werde somit verstärkt, heißt es. Erbschaftsteuer anheben?

Quelle        :       TAZ        >>>>>         weiterlesen

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Grafikquelle       :        Bearbeitung durch User:Denis_Apel – Lizenz “Creative Commons“ „Namensnennung – Weitergabeter gleichen Bedingungen“

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DL – Tagesticker 08.02.2021

Erstellt von DL-Redaktion am 8. Februar 2021

Direkt eingeflogen mit unseren Hubschrappschrap

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Wo sollte sie denn je gelernt haben, wie solch ein Ding funktioniert? Oder ist sie auch im Besitz eines DR.-Titel auf hoher See“? Im Neuland hätte sie den doch so dringend benötigt ! Wer solch ein zerrüttetes Land braucht, glaubt auch an ein Leben danach, wie es die Spökenkieker immer versprechen !

„Merkel scheint der Kompass etwas verloren gegangen zu sein“

1.) KRISENKOMMUNIKATION

Merkel im Fernsehen zur besten Sendezeit, Merkel vor der Hauptstadtpresse: Die Kanzlerin ist in der Pandemie präsent wie selten. Das Vertrauen in die Regierungsmaßnahmen sinkt in der Bevölkerung dennoch. Ein Experte nennt Gründe. Aktuelle Zahlen deuten darauf hin, dass der Regierung der Rückhalt in der Corona-Krise entgleiten könnte. In einer aktuellen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur bewerten nur noch 50 Prozent der Befragten das Krisenmanagement der Bundesregierung eher positiv. Im Oktober waren es noch 57 Prozent, während der ersten Corona-Welle im April sogar 67 Prozent. Krisenforscher Frank Roselieb sieht eine Mitschuld bei Kanzlerin Angela Merkel (CDU). Bei ihrem Interview in der ARD habe die Kanzlerin in der vergangenen Woche „wie eine Schülerin beim „Verhör“ gewirkt, die beim Abschreiben erwischt wurde“, sagt er. Im Vergleich sei die „nahezu perfekt choreografierte“ TV-Ansprache im vergangenen März „grandios“ gewesen. „Mittlerweile scheint der Kompass etwas verloren gegangen zu sein.“ Einzelne Aussagen Merkels – etwa, dass bei der Impfkampagne im Großen und Ganzen nichts schiefgelaufen sei – ließen die Menschen mit dem unguten Gefühl zurück, die Politik wolle aus vergangenen Fehlern nichts lernen. „Gerade die Kanzlerin kann sich ein sanftes „Mea Culpa“ (Meine Schuld) aber durchaus leisten, denn in den ersten Phasen der Pandemie hat sie wirklich gute Arbeit geleistet“, findet Roselieb.

Welt-online

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Wenn Menschen zu Versuchs-Kaninchen missbraucht werden. Aber bei den Alten können wir die politische Triage anwenden, deren Zeit ist so oder so bald abgelaufen?

14 geimpfte Altenheim-Bewohner positiv auf Mutation getestet

2.) Corona-Mutation

Trotz zwei erhaltener Impfungen haben sich 14 Senioren mit der britischen Virus-Variante infiziert. Das Heim, alle Mitarbeiter und deren Familien stehen unter Quarantäne. In einem Alten- und Pflegeheim in Belm im Landkreis Osnabrück hat es einen Ausbruch der britischen Variante des Coronavirus gegeben. Wie der Landkreis mitteilte, waren alle Bewohnerinnen und Bewohner am 25. Januar zum zweiten Mal geimpft worden. Dennoch sei bei 14 Senioren das Virus B 1.1.7. nachgewiesen worden. Das Heim, alle Mitarbeiter und deren Familien wurden unter Quarantäne gestellt.
Bisher gebe es nur asymptomatische oder leichte Verläufe der Erkrankung bei den Bewohnerinnen und Bewohnern, was eine positive Wirkung der Impfung sein könne, sagte der Pressesprecher des Landkreises Osnabrück, Burkhard Riepenhoff, mit Verweis auf Angaben des zuständigen Amtsarztes. Es sei mit dem Produkt der Unternehmen BioNTech und Pfizer geimpft worden. Wann sich die Bewohner genau infiziert haben, sei unklar. Der positive Befund ist nach Angaben des Landkreises am 2. Februar bei den täglichen Schnelltests der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aufgefallen. Bei einer kompletten Testung der Bewohnerinnen und Bewohner und der Typisierung der Viren seien dann 14 Fälle der britischen Variante zum Ende der Woche nachgewiesen worden.

Zeit-online

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Ja, ja die alte SPD mutiert zu einen Clan von  Stotterern, nicht realisierend bei Willy Brandt stehen geblieben zu sein. Der Willy war ja auch zuvor Bürgermeister in Berlin. Nachäffer finden sich aber immer. 

Wahlkampfstrategie der SPD

3.) Ein dünner Strohhalm

Die SPD setzt im Wahlkampf auf die Themen Ökologie und Soziales. Gut so. Auch Olaf Scholz ist der richtige Kandidat. Doch ob das reicht? Zweifelhaft. Wenn es für eine Partei richtig mies läuft, dann muss sie etwas ändern. Die SPD war lange bloßes Anhängsel der SPD-Minister und der Fraktion. Daher war es überfällig, dass sie nicht Olaf Scholz, sondern ein eher linkes Duo an die Spitze setzte. Die SPD hat auch aus ihren handwerklichen Fehlern 2013 und 2017 gelernt. Damals nominierte sie chaotisch einen Ex-Finanzminister und einen verdienten Europapolitiker. Leider fanden sich im Willy-Brandt-Haus keine Programme, die zu den Kandidaten passte. Jetzt hat die Partei früh Scholz nach vorn gerückt. Auch wenn man den Vizekanzler politisch für zu rechts oder ansonsten für zu spröde hält, muss man anerkennen: Die SPD hat ihren aussichtsreichsten Mann nominiert. Die Partei ist nun auch mit ihrem Wahlprogramm früh dran – anders als 2017, als der Schulz-Zug zum Stehen kam, weil niemand wusste, wohin die Reise eigentlich gehen sollte. Die Scholz-SPD setzt, neben sozialem Ausgleich, auf eine Renaissance des bundesrepublikanischen Korporatismus – grün eingefärbt. Öffentliche Investitionen sollen einen „privatwirtschaftlichen Investitionsschub auslösen“, so steht es in einem SPD-Papier. Viel Staat also, aber nicht in erster Linie als Umverteilungsmaschine, sondern, um in den Fabriken Jobs und der deutschen Wirtschaft in Zukunft Märkte zu sichern. Scholz als Merkel-Imitator.

TAZ-online

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Hätte sie denn überhaupt starten dürfen? Wer hat denn nach Ende des Krieg je das eingelöst was zuvor versprochen war? Und nennt es in einen Selbst lobenden Rausch unsere „Werte Demokratie“ ? Dann hätten die Parteien nach den Krieg auch dort weitermachen können, wo sie vorher aufgehört hatten.

Das Trottel-Problem: Diese Regierung verlangt selbst nach ihrer Ablösung

4.) Die FOCUS-Kolumne von Jan Fleischhauer

Wenn es einen Preis dafür gäbe, rechtzeitig gewarnt zu haben, würde Kanzlerin Merkel den gewinnen. Mit ihren Prognosen lag die Bundeskanzlerin stets richtig. Die Frage ist: Warum hat sie nicht entsprechend reagiert? Wir werden von Trotteln regiert. Ich hätte nie gedacht, dass ich einmal so einen Satz schreiben würde. Mir widerstrebt es, als Kolumnist zu schimpfen oder zu poltern. Empörung überlasse ich lieber anderen. Aber ich fürchte, es ist die einzig zutreffende Beschreibung der Lage. Stellen Sie sich vor, Sie hätten einen neuen Anstellungsvertrag geschlossen. Am Ende des ersten Monats ein Blick aufs Konto: Es fehlt das Gehalt. Sie fragen in der Gehaltsbuchhaltung nach. „Sorry“, sagt man, „aber schauen Sie doch mal in Ihren Arbeitsvertrag.“ Sie schauen nach. Dort heißt es: „Wir werden uns bemühen, Herrn/Frau Ypsilon ein Bruttogehalt von 4300 Euro zu zahlen.“ Das hatten Sie übersehen. Sie rufen wieder in der Gehaltsbuchhaltung an. „Wir haben uns bemüht“, erklärt man Ihnen. „Leider waren wir diesen Monat bei den Gehaltszahlungen nicht so erfolgreich, wie wir uns das vorgenommen hatten. Wir hoffen, dass es nächsten Monat besser aussieht.“

Focus-online

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Dieser Sprache folgend, ist ein Sitz im Bundestag ein Kinderspiel ? Sie hat sich doch laut Presse in NRW gerade für einen neuen Sitz beworben! Wo  die Verlässlichkeit beginnt – legte sie schon immer den Rückwärts – Gang ein.

Die Menschwerdung der Sahra Wagenknecht

5.) „Anne Will“ zu Arbeitsüberlastung

Sahra Wagenknecht zieht sich wegen Überlastung aus der Politik zurück. In der Talksendung „Anne Will“ gibt die Linken-Politikerin Einblicke in ihr Seelenleben. Wie man Leute von der CDU und FDP fachgerecht auseinandernimmt, zeigt dabei ein anderer. Äußerlich ist alles unverändert. Sahra Wagenknecht hat sich ihre Uniform angelegt: Hochgesteckte Haare, perfekte Schminke, baumelnde Ohrringe, schwere Kette. Jackett und Dreiviertelrock in gleicher Farbe, diesmal Gelb wie ein Rapsfeld. Dazu Schuhe mit mittelhohen Absätzen. So tritt die Linke seit Jahren auf, der Stil wirkt wie ein Panzer gegen das Unbill dieser Welt. Dazu der gerade Rücken, der lange Hals, die sichere Stimmlage – Sahra Wagenknecht wirkte immer unverwundbar. Bis jetzt. An diesem Abend ist sie Gast bei Anne Will, das Thema ist auf sie zugeschnitten: „Zwischen Höchstleistung und Überlastung – wann macht Arbeit krank?“ Wagenknecht hat ihr Engagement in der Bewegung „Aufstehen“ beendet und angekündigt, ihren Fraktionsvorsitz im Bundestag bei den Linken aufzugeben. Nun sitzt diese Statue von einer Frau am Sonntagabend im Crème-Sessel bei Anne Will und berichtet von ihrer Verletzlichkeit. Es menschelt im Polittalk. „Ich hab‘ einfach gemerkt, dass ich gesundheitlich einen bestimmten Dauerstress nicht mehr durchhalte und dann meine Konsequenzen gezogen“, sagt sie. Sie sei 2017 häufiger krank gewesen, nun ganze zwei Monate ausgefallen. Ohne genauer auf ihren Zustand einzugehen, erklärt Wagenknecht: „Man schiebt das immer weiter raus. Lange Zeit geht es irgendwie immer noch. Wahrscheinlich ist das der Adrenalinspiegel, der einem dabei hilft, dass man in Momenten wieder normal funktioniert. Aber es wird immer schwieriger.“

Sueddeutsche-Zeitung-online

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Den Morgengruß an gleicher Stelle – schreibt jeden Tag
„Der freche Bengel“

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Anregungen nehmen wir gerne entgegen

Wir erhalten in letzter Zeit viele Mails mit Texten zwecks Veröffentlichung – Um diese zu Verbreiten  sollten sich aber erst einmal vorstellen und zeigen mit wem wir es zu tuen haben.  Danke !

Treu unserem Motto: Es gibt keine schlechte Presse, sondern nur unkritische Leser

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Grafikquellen          :

Oben     —   DL / privat – Wikimedia

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