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RENTENANGST

Archiv für Januar 3rd, 2021

„Man verdummt ja“

Erstellt von DL-Redaktion am 3. Januar 2021

„Ich bin genug vor Autos aufgetreten“

Das Interview führte Doris Akrap

Was kommt nach der Pandemie, wie kommt man nach Mülheim/Ruhr, wie geht es weiter? Helge Schneider im Gespräch über die großen und kleinen Danachs.

Wegen Corona findet diese Begegnung per Skype statt. Bevor die erste Frage gestellt wird, bietet der Interviewte der Interviewerin am Bildschirm Kekse in einer Schale an. Nach der ersten Frage setzt er sich eine rote Clownsnase auf. Ein paar Fragen später setzt er sie wieder ab.

taz am wochenende: Herr Schneider, dieses Interview erscheint nach 2020. Was kommt danach?

Helge Schneider: 2021.

Sind Sie bei den Maßnahmen gegen Corona Team Nachschärfen oder Team Vorpreschen?

Vorpreschender Vorschärfer.

Auf Ihrem im ersten Lockdown produzierten Album, „Mama“, ist der beste Coronasong aller Zeiten zu hören: „Heute hab ich gute Laune“ mit der brillanten Zeile „Ich hab heute gut geschlafen, schlafen. Und jetzt esse ich ein Ei. Denn ich hab ja gute Laune, Laune. Und die geht auch nicht vorbei“. Hallt der Song nach?

Ich hab ihn noch nie im Radio gehört, obwohl ich den ganzen Tag Radio höre. Aber anscheinend sind andere Sachen wichtiger. Zum Beispiel zur Zeit „Driving Home for Christmas“.

Wird das ein Nachspiel haben?

Bestimmt. Eines Tages wird man sich an das Lied erinnern.

Was kommt als Nächstes?

Erst mal werde ich eine neue Zündspule in mein Motorrad einbauen, weil ich da was abgebrochen habe. Die ist heute mit der Post gekommen, obwohl ich sie erst gestern bestellt habe.

Hatten Sie nach der Absage aller Konzerte wegen Corona Nachteile durch Ihre Ansage, Sie würden nicht vor Autos auftreten?

Ich bin schon genug vor Autos aufgetreten. Auf jeder Autobahnraststätte. Aber das macht einfach keinen Spaß. Mein Beruf ist ja abhängig von den Reaktionen des Publikums, weil ich kein Konzert reproduziere, sondern weil ich improvisiere. Bei Leuten mit Maske sehe ich aber keine Reaktion, und deswegen kann ich auch nicht vor Autos auftreten. Obwohl ich Autos ja sehr gut finde. Ich grabe gerne für jemanden einen Garten um. Aber meine Kunst ist keine Dienstleistung. Wenn ich bei einem Auftritt merke, da wird nur genommen, macht das keinen Spaß.

Improvisieren Sie nach einem bestimmten Rezept?

Nein. Ich sehe das Improvisieren als Teil des Menschseins. Man sieht es ja jetzt in der Coronakrise: Ohne improvisieren geht es nicht.

Kochen Sie auch nach Gefühl?

Ja. Aber Hefeklöße nicht. Da muss ich immer nachgucken, wie viel Wasser.

Marimbafon, Vibrafon, Saxofon, Hawaiigitarre, Hammondorgel, Geige, Trompete, Akkordeon, Schlagzeug … Spielen Sie auch alle Ihre Instrumente nach Gefühl?

Klavier und Cello hab ich gelernt. Zwei Semester an der Uni. Da war ich mit Sondergenehmigung, weil ich keinen Schulabschluss hatte, nur Sitzenbleiben- und Schuleverwiesen-Zeugnisse. Ich hätte Konzertpianist werden können, aber ich wollte lieber Musiklehrer werden. Daraus wurde auch nichts. Was ein Glück! Ich spiel lieber was vor, dann können die Kinder das ja nachspielen.

Haben Sie mal Nachhilfeunterricht gegeben?

Einmal Klavierunterricht. Da hab ich gesagt, der hätte kein Talent. In Wahrheit hatte ich aber keine Lust.

Sie haben Bücher geschrieben und Hörbücher gemacht. Lesen Sie lieber vor oder sprechen Sie lieber nach?

Ich schreibe gerne. Habe aber grade keine Lust. Hörbücher hab ich nur gemacht, weil man mich dazu gedrängt hat. Finde besser, wenn Christian Brückner das macht.

Was machen Sie am liebsten nach Mittag?

Mittagsschlaf. 5 Minuten. Danach bin ich wieder richtig fit.

Sind Sie einer, der seinen Geburtstag nachfeiert?

Nein.

Wie kommt man am besten nach Mülheim?

Trampen.

Nach Ihrem Brief an den Finanzminister Olaf Scholz wurden die Novemberhilfen für freie Kunstschaffende korrigiert. In Ihrem Brief stand „Unter tützung“. Warum haben Sie das nicht nachgebessert?

Helge Schneider 2002.jpeg

Ich hab Untertützung geschrieben? Wahrscheinlich berufen die sich jetzt auch noch auf mich. Also jedenfalls krieg ich jetzt auch was. Das muss aber der Steuerberater beantragen. Man darf das nicht selber. Man darf es nur selber durchlesen. Ich hab schon lange nicht mehr so viel gelesen, seit ich den Führerschein gemacht hab.

Raubt Ihnen die Bewegung der Coronaleugner und Verschwörungstheoretiker die Nacht?

Nein. Vor neun Monaten hab ich mir acht Rollen Klopapier an der Tankstelle gekauft. Die hab ich immer noch. Da hat es mich auch erwischt. Man verdummt ja. Durch die ewige Präsenz der sozialen Medien verdummen die Leute. Und da wollen dann einige unbedingt ganz schlau sein und fordern ihr Recht. Dabei ist das kein Recht, sondern Egoismus, was die einfordern. Mir fehlt da der Humanismus.

Im Nachschlagewerk Wikipedia steht unter Helge Schneider: „Er entwickelte seinen persönlichen Stil der Antikomik, der sich Kritikern zufolge durch Respektlosigkeit, kindischen Unsinn und das Vermischen von Banalem mit Anspruchsvollem auszeichnet.“ Können Sie das bestätigen?

Eigentlich alles. Aber Respektlosigkeit kann ich nicht bestätigen. Respekt hab ich immer. Alle Komik, die ich praktisch praktiziere, basiert auf meiner eigenen Körperlichkeit, auf meinem eigenen Ich. Respektlos heißt ja, dass man sich über andere lustig macht, das mach ich aber nicht.

Nach Ihrem ersten Album, „Die Gewinner des Ikea-Jazzfestivals“, von 1975 kam lange nichts. Erst 1991 wieder. Was war da los?

Ich hatte keine Ahnung, wie man eine Schallplatte macht. Der Regisseur Werner Nekes, der damals mein Nachbar war und den Film „Johnny Flash“ mit mir gedreht hat, hat gesagt: Mach doch mal so 20 Lieder. Daraus ist dann meine erste richtige Schallplatte entstanden: „Seine größten Erfolge.“ Da sind super Songs drauf. Zum Beispiel „Es hat gefunkt bei mir“. Das spiel ich immer noch.

„Es gibt Reis Baby“, „Hefte raus – Klassenarbeit“, „22 sehr sehr gute Lieder“ – Sie haben danach noch über 30 Alben gemacht. Nach dem wievielten haben Sie aufgehört zu zählen?

Ich hab von Anfang an nicht gewusst, wie viele es sind.

Sie haben auch über fünf Kinder gemacht: Nach dem wievielten haben Sie aufgehört zu zählen?

Manchmal zähl ich sie tatsächlich. Und ich verwechsle die Namen. Wenn man Kinder in verschiedenen Altersgruppen hat, passiert das schon mal.

Nach der wievielten Gitarre haben Sie sich gedacht: genug?

Keine Ahnung. Ich habe auch welche verkauft, darüber ärgere ich mich manchmal immer noch. Und zwei vermisse ich. Ich glaube, die wurden mir geklaut. Oder ich hab sie auf dem Autodach liegen lassen, als ich vor einigen Jahren mal zwei Stunden lang gefilzt wurde von vier französischen Polizisten, die anscheinend alle Brüder waren. Ich kam mir vor wie in einem Film, „Der Gendarm von Saint Tropez“.

Wonach haben die denn gesucht?

Ich kam grade aus Spanien mit dem Auto und hatte nur eine Zahnbürste mit und zwei Gitarren. Die Polizisten haben mir nicht geglaubt, dass ich das bin im Ausweis. Die wollten nicht glauben, dass ich 1955 geboren bin. Aber ich hätte wahrscheinlich auch nicht sagen sollen: „Das finden die nie.“

Helge Schneider auf der Frankfurter Buchmesse 2015.JPG

Wie kamen Sie eigentlich nach Spanien, wo Sie ein Haus haben und das Video zum Smash-Hit „Sommer, Sonne, Kaktus“ gedreht haben?

Zum ersten Mal 1970 mit dem Europabus. Nach Barcelona. Ich dachte, Barcelona wäre so ein Strand mit Palmen, von denen ab und zu mal eine Kokosnuss runterfällt und wo Strohsonnenschirmhäuschen rumstehen. Als wir von einer achtspurigen Straße in Barcelona ankamen, waren nur unfertige Hochhäuser zu sehen. Keine Kokosnüsse und keine Palmen. Dann hab ich einen Liter Sangria getrunken und mir eine Brandblase an der Schulter geholt. Meine Freundin auch, genau an derselben Stelle.

Sie haben früher Eduscho-Studien betrieben: Kaffeetrinken und Leute beobachten. Waren Sie mal bei Tchibo, nachdem Eduscho zugemacht hatte?

Ich war mal bei Tchibo, als es Eduscho noch gab. Da hatte ich ein schlechtes Gewissen.

Es gab keinen Nachfolger – Tchibo-Studien?

Quelle       :      TAZ-online          >>>>>          weiterlesen

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Grafikquellen          :

Oben        —      October 2009

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2.) von Oben     —         Helge Schneider 2002

Unten      —     Helge Schneider at Frankfurt Book Fair 2015

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Das braune Netz

Erstellt von DL-Redaktion am 3. Januar 2021

Der Nationalsozialistische Untergrund (NSU) und die Inlandsgeheimdienste

Datei:Jena Im Wehrigt Garagen.jpg

Quelle      :    untergrundblättle ch.

Michael Lausberg  –   kritisch-lesen.de

Im November 2011 wurde die Existenz der neonazistischen Terrorgruppe aufgedeckt, die mehr als 13 Jahre unbehelligt Morde und Bombenanschläge begehen konnte.  Markus Bernhardt:   Das braune Netz

Markus Bernhardt beleuchtet die Hintergründe des Zusammenwirkens der Geheimdienste und der NSU.

Im November 2011 kam es zur Aufdeckung der Morde und Anschläge des neonazistischen „Nationalsozialistischen Untergrundes“ (NSU). Die mindestens aus den Neonazis Uwe Mundlos, Uwe Böhnhardt und Beate Zschäpe bestehende Terrorgruppe ermordete zwischen 2000 und 2006 neun Migranten und 2007 eine Polizistin. Ausserdem soll neben mehreren Banküberfällen der NSU für einen Nagelbombenanschlag in der mehrheitlich von Migranten bewohnten Keupstrasse in Köln verantwortlich sein, wobei 22 Menschen zum Teil schwer verletzt wurden.

Lückenhafte Aufarbeitung

Der Journalist Markus Bernhardt stellt in seinem Buch „Das braune Netz. Naziterror – Hintergründe, Verharmloser, Förderer“ die These auf, dass mehrere Geheimdienste der BRD die Aufenthaltsorte der 1998 untergetauchten Mundlos, Böhnhardt und Zschäpe kannten und deshalb die Morde und Anschläge hätten verhindern können: „Ohne die Kumpanei der bundesdeutschen Geheimdienste hätte die neofaschistische Terrorgruppe (…) nicht über dreizehn Jahre hinweg Morde, Bombenanschläge und Bankraube verüben können.“ (S. 7)

Das Abtauchen des Trios in den Untergrund könne laut Bernhardt nicht ohne das Wissen führender Mitglieder des neofaschistischen Thüringer Heimatschutzes (THS), dem die drei angehörten, sowie ohne Kenntnis des thüringischen Verfassungsschutzes erfolgt sein. Für die lückenhafte und schwerfällige Aufarbeitung des „grössten Geheimdienstskandals der bundesdeutschen Nachkriegsgeschichte“ (ebd.) macht Bernhardt die herrschende politische Elite verantwortlich: „Sind es doch massgeblich Politiker der Regierungskoalition, die sich mit aller Macht gegen eine umfassende öffentliche Aufarbeitung des Geheimdienstskandals stemmen.“ (S. 9)

Bernhardt spricht sich mit Recht gegen die Fortsetzung der Praxis der sogenannten V-Leute aus: „Vor allem aber wäre die militante Neonaziszene nicht so stark, wenn die Löhne, die die Geheimdienste den von ihnen installierten V-Leuten zahlen, nicht als eine Art staatlicher Transferleistungen in den Aufbau der rechten Szenerie flössen.“ (S. 42)

Er stellt weiterhin die Frage, ob der NSU Teil eines international operierenden neonazistischen Terrornetzwerks war:

„Es dürfte (…) mitnichten ausgeschlossen sein, dass das NSU-Netzwerk über gute internationale Kontakte verfügte und dass Mundlos, Böhnhardt und Zschäpe während ihrer Zeit im Untergrund nicht nur von deutschen, sondern auch von Faschisten in und aus anderen Ländern unterstützt worden sind.“ (S. 26)

Neben einer „Mitverantwortung der Inlandsgeheimdienste für die Morde“ (S. 112) macht Bernhardt zu Recht den in weiten Teilen der Gesellschaft verankerten Rassismus im weitesten Sinn für die Terrorakte verantwortlich. Die repräsentative Studie „Die Mitte in der Krise – Rechtsextreme Einstellungen in Deutschland“ aus dem Jahre 2010 ergab, dass über ein Viertel der Befragten über ein gefestigtes extrem rechtes Weltbild verfügte. Für diese Studie wurden im Frühjahr 2010 mehr als 2.400 Menschen befragt. Daraus ergab sich, dass in der Bundesrepublik antidemokratische und rassistische Einstellungen auf einem sehr hohen Niveau existierten. Der NSU konnte sich bei diesen Einstellungsmustern als „Vollstrecker“ eines vermeintlichen „Volkswillens“ sehen.

Bernhardt spricht weiterhin vom Fehlen einer „nötigen Distanz mancher Ermittler (der Geheimdienste, Anm. M.L.) zur rechten Szene“ (S. 112). Hierbei nennt er namentlich den früheren Präsidenten des thüringischen Verfassungsschutzes, Helmut Roewer, der in dem extrem rechten Ares-Verlag aus Graz publizierte. Die Behauptung Bernhardts, dass Roewer öffentlich ausgeführt hatte, dass der Nationalsozialismus „gute als auch schlechte Seiten“ gehabt habe (S. 46), wird leider nicht mit einer Quelle belegt.

Dann arbeitet Bernhardt die Reaktionen der extrem rechten Parteien in der BRD auf die Aufdeckung des Terrornetzwerks der NSU heraus. In neonazistischen Foren finden sich Andeutungen zu einer Rechtfertigung der Morde und Anschläge. Dagegen verurteilten der antimuslimische Internetblog Politically Incorrect (PI) und die extrem rechte Pro-Bewegung die Verbrechen des NSU, da beide Gruppen Angst vor staatlichen Repressalien befürchteten (S. 37). Die NPD versuchte auch im Hinblick auf ein bestehendes Verbotsverfahren den Eindruck zu erwecken, dass es keine Verbindung zwischen der Partei beziehungsweise einzelnen Mitgliedern und dem NSU gab. Ihr Bundesvorsitzender Holger Apfel thematisierte dagegen die „Verstrickungder Inlandsgeheimdienste in den NSU-Terror“ und stellte sich als unschuldiges Opfer in der Öffentlichkeit dar (S. 38).

Kritik an der Extremismustheorie

Anschliessend kritisiert Bernhardt die Extremismustheorie, die in den Veröffentlichungen des Verfassungsschutzes sowohl des Bundes als auch der Länder verwendet wird. Die beiden Politikwissenschaftler Uwe Backes und Eckhard Jesse sind seit Jahren bemüht, die Extremismustheorie über Staatsschutzorgane oder Regierungsapparate hinaus im akademischen Bereich zu etablieren. Der Extremismusbegriff gilt als „Sammelbezeichnung für unterschiedliche politische Gesinnungen und Bestrebungen (…), die sich in der Ablehnung des demokratischen Verfassungsstaates und seiner fundamentalen Werte einig wissen.“ (Backes / Jesse 1993, S. 40) Bernhardt befürchtet, dass die Debatten über die erneute Einleitung eines Verbotsverfahrens gegen die NPD dazu genutzt werden, um auch über die verstärkte Überwachung oder gar ein Verbot der Linkspartei nachzudenken.

Für die Bekämpfung der extremen Rechten hält Bernhardt die Extremismustheorie für gänzlich ungeeignet:

„Die Extremismustheorie läuft daher prinzipiell auf die Unterstützung eines autoritären Staates hinaus, der Abweichungen von der jeweils neu definierten ,Mitte‘ sanktioniert. Die Virulenz einer sozialen Bewegung der ,extremen Rechten‘ sowie rassistische, nationalistische und antisemitische Stereotype in einem erheblichen Teil der bundesdeutschen Bevölkerung werden von Extremismusforschern zumindest ignoriert und bagatellisiert.“ (S. 72)

Dabei bezieht er sich besonders auf Kritiker_innen der Extremismustheorie aus Wissenschaft und Politik, die auf eine „Extremismus der Mitte“, das heisst eine Interaktion zwischen extremen Rechten und der „Mitte“ der Gesellschaft und des politischen Establishments, verweisen.

Die Extremismustheorie stellt für ihn ein ideologisch motiviertes staatliches Instrument gegen antifaschistische Politik und Aktionen dar, das den Widerstand gegen rechte Denkmuster und Gewalt behindert. Dabei verweist er auf die Kriminalisierung der Proteste gegen neonazistische Aufmärsche in Dresden und Dortmund in den vergangenen Jahren. Um rechte Gewalt und das Vordringen rassistischer Denkmuster in der Gesellschaft zu bekämpfen, fordert Bernhardt,

„verstärkt gegen den gesellschaftlich verankerten Rassismus vorzugehen, endlich die vollkommene Gleichstellung und Teilhabe von Migranten sicherzustellen und einen offensiven Antifaschismus nicht wie bisher als Bedrohung der Demokratie, sondern vielmehr als zwingende Notwendigkeit zu akzeptieren.“ (S. 113)

Weiterhin plädiert er dafür, die Praxis der V-Leute einzustellen, deren Bezahlung für den Aufbau rechter Strukturen mitverantwortlich ist, sowie die sofortige Auflösung der bundesdeutschen Inlandsgeheimdienste.

„Naziterror und Verfassungsschutz - Zwei Seiten einer Medaille?“ (8645771670).jpg

 Insgesamt gesehen bietet das Buch einen guten Einstieg über den Mordserie des NSU und die Verstrickung der bundesdeutschen Geheimdienste. Leider fehlen die Hinweise auf die benutzten Quellen fast durchgängig. Neue sensationelle Enthüllungen werden nicht geliefert, was auch nicht der Anspruch des Autors ist. Bernhardt stellt die Hintergründe des Zusammenwirkens der Geheimdienste mit neonazistischen Terroristen dar und fordert darüber hinaus die Abschaffung aller Inlandsgeheimdienste mitsamt deren extremismustheoretischer Ideologie.

Dass diese provokanten Thesen vor allem bei Vertretern des Verfassungsschutzes oder der Geheimdienste auf vehemente Ablehnung stösst, wundert niemanden. In diesem Zusammenhang ist zum Beispiel auch die Rezension des Buches von Armin Pfahl-Traughber zu sehen. Pfahl-Traughber war von 1994 bis 2004 Mitarbeiter beim Bundesamt für Verfassungsschutz und publiziert seit Jahren in dem von Backes und Jesse herausgegebenen „Jahrbuch für Extremismus und Demokratie“. Ausserdem gibt er seit 2008 das „Jahrbuch für Extremismus- und Terrorismusforschung“ heraus und ist Professor an der Fachhochschule des Bundes für öffentliche Verwaltung in Brühl.

Auf dem Internetblog Endstation Rechts wirft er Bernhardt „verschwörungstheoretische Deutungen“ und das Arbeiten mit „Andeutungen und Unterstellungen in seinem Sinne“ vor. Pfahl-Traughber geht es dabei nicht um eine inhaltliche Auseinandersetzung mit den Thesen des Autors, sondern um eine blosse Abwehr von Angriffen von kritischen Einzelpersonen oder Gruppen auf die bundesdeutschen Geheimdienste.

Markus Bernhardt: Das braune Netz. Naziterror – Hintergründe, Verharmloser, Förderer. Papyrossa Verlag, Köln 2012. 117 Seiten. ca. 12.00 SFr., ISBN: 978-3-89438-482-1

Dieser Artikel steht unter einer  Creative Commons (CC BY-NC-ND 3.0) Lizenz.

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Grafikquelle         :

Oben     —     Garagenkomplex, Im Wehrigt, Jena mit der Bombenwerkstatt. / Reise Reise (CC BY-SA 2.0

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Unten      —   Nicole Gohlke (links), Yavuz Narin (mitte) und Martina Renner (rechts) bei der Veranstaltung „Naziterror und Verfassungsschutz – Zwei Seiten einer Medaille?“ in München, organisiert von DIE LINKE.

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Krieg in Äthiopien

Erstellt von DL-Redaktion am 3. Januar 2021

Äthiopien vor dem Zusammenbruch?

Abiy Ahmed & Vladimir Putin - 2019.jpg

von Bettina Rühl

Seit Anfang November herrscht in Äthiopien Krieg zwischen der staatlichen Armee und der „Volksbefreiungsfront von Tigray“, kurz TPLF, die die gleichnamige Region im Norden des Landes regiert. Zwar erklärte die äthiopische Regierung Ende November ihre Militäroffensive für siegreich beendet, aber die TPLF, die sich zwar aus der Regionalhauptstadt Mekelle zurückgezogen hat, sagt, die Kämpfe gingen weiter.

Zu überprüfen sind Information aus Tigray derzeit kaum, da die Regierung zwischenzeitlich Internet- und Telefonverbindungen blockierte. Unstrittig aber ist: Der äthiopische Premierminister und Friedensnobelpreisträger Abiy Ahmed lehnt den Dialog mit der TPLF weiterhin kategorisch ab. Und politische Beobachter gehen davon aus, dass die TPLF ihren Widerstand gegen die Armee fortsetzen wird. Sicher ist auch: Die Kämpfe im Norden Äthiopiens haben eine veritable Flüchtlingskrise ausgelöst; mehr als 40 000 Menschen sind bereits in den benachbarten Sudan geflohen. Und entgegen der Behauptung der Regierung, Zivilisten seien nicht zum Ziel ihrer Offensive geworden, berichten Flüchtlinge im Sudan von toten Zivilisten und Menschenrechtsverletzungen beider Seiten.

Was die schon lange schwelende Krise zuletzt befeuerte und letztlich zum offenen Krieg führte, waren die Regionalwahlen, die die TPLF Anfang September in Tigray organisierte – ohne Zustimmung der Zentralregierung in Addis Abeba, welche die TPLF nicht länger als legitim anerkennt. Denn eigentlich hätten im August 2020 landesweit Parlamentswahlen stattfinden sollen. Das neue Parlament hätte anschließend einen neuen Premierminister bestimmt. Aufgrund der Corona-Pandemie wurde die Wahl jedoch verschoben und wird nun voraussichtlich im Mai oder Juni 2021 stattfinden. Das aber verschärft die demokratische Legitimationskrise, in der sich Abiys Regierung befindet – ein gravierendes Problem angesichts der ambitionierten Reformen, die er sich vorgenommen hat.

Die Parlamentswahl und anschließend die erhoffte Bestätigung Abiys durch das neue Parlament wären vor allem deshalb wichtig gewesen, weil dieser sein Amt inmitten einer laufenden Legislaturperiode übernommen hatte: Sein Vorgänger, Hailemariam Desalegn, gab im Februar 2018 überraschend seinen Rücktritt bekannt und gab damit den jahrelangen Protesten nach, die vor allem von der größten äthiopischen Volksgruppe, den Oromo, getragen wurden. Abiy übernahm als erster Oromo das Amt des Regierungschefs und galt zunächst als Hoffnungsträger vor allem seiner Volksgruppe, die etwa ein Drittel der Bevölkerung stellt. Doch er wurde auch deshalb zum Hoffnungsträger, weil Äthiopien unter seinen Vorgängern zwar formal eine Demokratie gewesen war, diese aber sehr repressiv gegen Kritiker vorgegangen waren. Abiy schlug einen anderen Ton an und versprach weitreichende Reformen.

Tatsächlich hat in Äthiopien kaum jemand in so kurzer Zeit so viele politische Veränderungen bewirkt wie Abiy. Seit der 44jährige am 2. April 2018 zum Ministerpräsidenten des Vielvölkerstaates im Osten Afrikas mit seinen gut 110 Millionen Einwohnern ernannt wurde, hat er den lange geltenden Ausnahmezustand aufgehoben, bis dahin verbotene Medien und Parteien erlaubt, freie Wahlen angekündigt und tausende politische Gefangene freigelassen, ist gegen Korruption vorgegangen und hat den Einfluss von Frauen in Politik und Gesellschaft erhöht. Im Oktober 2019 reduzierte er die damals 28 Kabinettsposten um ein knappes Drittel; die Hälfte der Regierungsmitglieder sind heute Frauen. Außerdem berief Abiy nicht nur Mitglieder der größeren und einflussreicheren unter den rund 80 Ethnien, also etwa der Oromo, Amhara oder Tigrayer, in sein Kabinett, sondern auch der kleineren und politisch meist vernachlässigten Volksgruppen. So gehört die Verteidigungsministerin Aisha Mohammed zum Volk der Afar, Finanzminister Ahmed Shide ist Somali.

Abiy Ahmed: Vom Hoffnungsträger zum Kriegsherrn

Im Juli 2018 schloss Abiy zudem einen Friedensvertrag mit dem benachbarten Eritrea. Das Abkommen beendete einen jahrzehntelangen Grenzkonflikt, dem zwischen 1998 und 2000 Schätzungen zufolge 100 000 Menschen zum Opfer fielen. Im September 2018 wurde die lange geschlossene Grenze geöffnet, manche Familienmitglieder lagen sich zum ersten Mal nach zwanzig Jahren wieder in den Armen. Viele bejubelten die Versöhnung – ein Jahr später wurde Abiy Ahmed dafür sogar mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet. Doch der Kurs des neuen äthiopischen Regierungschefs stieß schon damals nicht überall auf Zustimmung, mehr noch: Der Friedensschluss bildet einen der Grundsteine für den aktuellen Konflikt mit der TPLF. Denn diese fühlte sich nicht nur durch Abiy von der Macht verdrängt, die sie jahrzehntelang in Äthiopien im Rahmen der Parteienkoalition EPRDF (Revolutionäre Demokratische Front Äthiopischer Völker) innehatte. Der neue Ministerpräsident hatte die TPLF auch komplett außen vor gelassen, als er sich 2018 zum Frieden mit deren langjährigem Erzfeind Eritrea entschloss.

Die TPLF ist davon überzeugt, dass der eritreische Präsident Isaias Afeworki in ihrem Konflikt mit der äthiopischen Zentralregierung die Strippen zieht, mehrfach feuerte sie deshalb Raketen auf die eritreische Hauptstadt Asmara. Diese Sicht kommt auch in einer Karikatur zum Ausdruck, die in diesen Tagen auf Twitter kursiert: Sie zeigt Afeworki, wie er mit einer Marionette spielt: Abiy Ahmed. Dem sind die unterschiedlichen äthiopischen Regionen auf den Leib geschrieben. Den linken Unterschenkel schlägt er sich gerade ab, darauf steht „Tigray“. Isaias Afeworki, der Marionettenspieler, lächelt dazu diabolisch-zufrieden.

Ethiopia Protected.jpg

Der norwegische Friedens- und Konfliktforscher Kjetil Tronvoll geht davon aus, dass die eritreische Reaktion auf die Angriffe nicht lange auf sich warten lassen wird. Die Regierung verlege bereits Truppen an die Grenze zu Tigray, das zugleich die Landesgrenze zwischen Äthiopien und Eritrea ist. Gerüstet ist der kleine Nachbar Äthiopiens ohnehin: In Eritrea sind alle Männer und Frauen bis zum Alter von 50 Jahren wehrpflichtig. Als Grund dafür gelten die jahrzehntelangen Konflikte mit dem benachbarten Äthiopien, die in dem Grenzkrieg Ende der 1990er Jahre ihren vorläufigen Höhepunkt fanden. In Eritrea war schon damals der jetzige Präsident Isaias Afeworki an der Macht. In Äthiopien herrschte formal eine Koalitionsregierung, faktisch aber hatte die TPLF alle wichtigen Posten in Armee und Regierung inne.

Der Konflikt entwickelte sich schnell zu einem der blutigsten Kriege auf dem afrikanischen Kontinent. Im Mai 2000 nahm Äthiopien die umstrittenen Gebiete vollständig ein, im Dezember des gleichen Jahres unterzeichneten die Kriegsparteien einen Friedensvertrag. Eine internationale Grenzkommission schlug die umkämpften Gebiete später jedoch Eritrea zu, was Äthiopien wiederum nicht anerkannte. Trotz des Friedensvertrages standen sich die beiden Länder weiterhin feindlich und hochgerüstet gegenüber, an der Grenze lieferten sie sich immer wieder Gefechte. Das änderte sich erst mit Abiy Ahmeds Friedensinitiative im Jahr 2018.

Aber weder die TPLF noch der eritreische Präsident Afeworki seien damals zur Versöhnung bereit gewesen, meint Tronvoll. Zu Abiy dagegen unterhält Afeworki seither freundschaftliche Beziehungen. „Afeworki wollte sich seit dem Krieg von 1998 bis 2000 an der TPLF rächen“, sagt Tronvoll. „Als Abiy in Äthiopien die Macht übernahm, gewann er in ihm plötzlich einen Vertrauten und Partner.“ Abiy wiederum brauche die Unterstützung von Afeworki, um die TPLF in Äthiopien weiter zu schwächen: „Sie haben das gemeinsame Ziel, die TPLF auszuschalten.“

Quelle        :      Blätter-online            >>>>>        weiterlesen

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Grafikquellen     :

Oben        —        Meeting with Prime Minister of the Federal Democratic Republic of Ethiopia Abiy Ahmed.

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Unten         —      Áreas protegidas de Etiopía más importantes

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Marx & Manitou:

Erstellt von DL-Redaktion am 3. Januar 2021

Pocahontas, Geronimo und Sitting Bull

Sitting Bull, Dakota Sioux, from the American Indian Chiefs series (N36) for Allen & Ginter Cigarettes MET DP838934.jpg

Quelle:    Scharf  —  Links

Von Hannes Sies

Ein markanter kultureller Unterschied von DDR und BRD waren die Western: Im Westfernsehen liefen oft Westernfilme alter (rassistischer) Schule aus den USA mit blutrünstigen Rothäuten, die von heldischen Cowboys niedergemacht wurden. In der DDR dagegen wehrte sich in Defa-Indianerfilmen der edle Wilde tapfer gegen brutal-imperialistische Europäer. Diese DDR-Tradition setzen aktuelle Graphic Novels aus dem Wick-Verlag fort.

Die Indianercomics ‚Mein Volk‘ und ‚Legacy‘ bringen Spannung, Abenteuer und Erotik zusammen mit der tragischen Geschichte der nordamerikanischen Ureinwohner. In naturalistischen Federzeichnungen erzählt der erste schmalere Band die Geschichte von Pocahontas ab der Landung von John Smith 1607 in der Chesapeake Bay. Die Gründung der Siedlung Jamestown, die Liebesbeziehung des Kolonialisten und der Indianerprinzessin werden teils realistisch, teils märchenhaft in Schwarzweißbilder gefasst. Kriegerischer geht es beim Kampf von Geronimo gegen die Mexikaner zu, wie auch bei General Custers Gefechten mit dem Sioux-Häuptling Sitting Bull. Zuletzt verlieren die Indianer und werden massakriert, auch aufgrund ihres Aberglaubens von magischen Tänzen für Unverwundbarkeit.

Der zweite Band ist umfangreicher und im Farbdruck gestaltet. Er nimmt die Geschichte von Sitting Bull auf, der als weiser Althäuptling in der Wildwest-Show eines geckenhaft eitlen Buffalo Bill auftaucht, um die Verbrechen der Weißen anzuklagen. Dabei wird die Geschichte der Meisterschützin Annie Oakly aufgenommen, die behauptete, dem berühmten Häuptling nicht nur begegnet, sondern sogar von ihm adoptiert worden zu sein. Eine weitere Story nimmt eine als „nicht verbürgt“ gekennzeichnete Pawnee-Legende auf, in der ein sprechendes Pferd einem jungen Außenseiter zur schönen Häuptlingstochter verhilft. Es überwiegen in allen Geschichten die moralischen Botschaften gegen die alte rassistische Western-Sicht. Historisch besonders interessant ist der Blick auf die Seminolen, die den Kolonialisten am erfolgreichsten Widerstand leisteten, hier der berühmte Häuptling Osceola, den 1973 Gojko Mitic für die DEFA spielte.

Seminolen im Hard Rock Café

Einige Seminolen leben heute in Florida als wohlhabende Natives-Nation, haben sie doch, so das Nachwort von ‚Legacy‘, 2006 für 965 Millionen Dollar die Restaurantkette ‚Hard Rock Café‘ erworben, mit deutschen Filialen in Hamburg, Berlin und München. Autor Ersel ist Erwin Sels, Sohn des belgischen Comiczeichners Frank Sels, Schöpfer der legendären „Silberpfeil“-Comicserie, da macht es Sinn, einen Band „Legacy“, Erbe, zu nennen. Das Wick-Verlagsprogramm kreist um die berühmte und umfangreiche Western-Serie ‚Silberpfeil‘, die ebenfalls eher an die DDR-Indianerfilme anknüpft. Die populäre Jugendbuch und Filmgeschichte der DDR ist geprägt von den Namen Liselotte Welskopf-Henrich und Gojko Mitic.

Ersel: „Mein Volk“, Wick Comic Verlag, Dörentrup 2019, Hardcover, 60 Seiten, s/w und farbig, 20,00 €

Ersel: „Legacy“, Wick Comic Verlag, Dörentrup 2020, Hardcover, 80 Seiten, farbig, limitiert auf 500 Expl., 35,00 €

Mit Marx und Manitou: Liselotte Welskopf-Henrich und Gojko Mitic

Anfang der 1960er Jahre, so Wikipedia, begann man in der DDR mit der Produktion der DEFA-Indianerfilme. Die Protagonisten waren meist Indianer, die gegen Kolonialismus und Imperialismus kämpfen. Die Geschichten spielen überwiegend auf dem später annektierten Gebiet der USA. Die Bezeichnung als Western war lange verpönt. Während die in der BRD produzierten Karl-May-Filme auf leichte Unterhaltung setzten, legte man beim DEFA-Indianerfilm Wert auf eine historisch genauere Umsetzung der Geschichten.

Chief Wilton "Willie" Littlechild - TRC Inuvik.jpg

Der serbische DDR-Filmstar Gojko Mitic, der auch in westdeutschen Karl-May-Filmen auftrat, spielte in fast allen DEFA-Indianerfilmen die Rolle des Indianerhäuptlings (Weitspähender Falke, Chingachgook, Osceola). Mitic entstammt einer Bauernfamilie, sein Vater Živojin nahm am Partisanenkampf gegen die Nazis teil. Ab 1961 trat Mitic als Stuntman in italienischen und britischen Filmen auf. Dann begann auch die DEFA in Jugoslawien zu drehen: 1966 spielte Mitic einen Lakota-Häuptling in Die Söhne der großen Bärin (einen Kino-Hit der DDR); 2019 erhielt er den DEFA-Preis für das filmkünstlerische Lebenswerk.

Liselotte Welskopf-Henrich: Die Söhne der Großen Bärin

Die Söhne der Großen Bärin (1951 Erster Preis für Jugendliteratur der DDR) ist eine Indianer-Roman-Hexalogie von Liselotte Welskopf-Henrich (1901-1979), die wissenschaftlich-historische Fakten zu phantasievollen Erzählungen über die Kultur der Indianer verarbeitet. Die marxistische Althistorikerin zeichnet die indianischen Hauptfiguren mit ihren biographischen Brüchen durchaus zwiespältig und schuf damit erfolgreiche Jugendliteratur der DDR. Ihren späteren Ehemann, das KPD-Mitglied Rudolf Welskopf, versteckte sie 1944 bis 1945 vor dem Zugriff der Nazis, half KZ-Häftlingen und wurde 1944 von der Gestapo verhört.

Ab 1952 lehrte und forschte sie an der Ostberliner Humboldt-Universität, zuletzt als Professorin für Alte Geschichte. 1964 wurde sie als erste Frau zum ordentlichen Mitglied der Deutschen Akademie der Wissenschaften gewählt, ihr althistorisches Hauptwerk Die Hellenische Polis erschien 1974 in vier Bänden. Von 1963 bis 1974 unternahm Welskopf-Henrich Reisen durch die USA und Kanada, um das Leben und die Traditionen der Dakota-Indianer zu erforschen. Für ihre Verdienste um ein menschliches Bild der nordamerikanischen Indianer wurde Welskopf-Henrich von ihnen mit dem Titel einer „Lakota-Tashina“ (Schutzdecke der Lakota) geehrt. Liselotte Welskopf-Henrich starb 1979 im Alter von 77 Jahren während eines Aufenthalts in Garmisch-Partenkirchen.

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Der Markt hätte es gerichtet

Erstellt von DL-Redaktion am 3. Januar 2021

Corona und die Impfstoffstrategie

File:Wochenmarkt.jpg

Von Ingo Arzt

Die Regierung unterstützt die Pharmakonzerne in der Impfstoffentwicklung. Im Gegenzug hätte sie die Firmen verpflichten müssen, Lizenzen zu vergeben.

Gesundheitsminister Jens Spahn und mit ihm die Europäische Union haben bei ihrer Impfstoffstrategie gegen Corona einen Fehler gemacht, der sich nun rächt: Sie hätten als Treuhänder öffentlichen Kapitals mehr, wie man sagt, return on investment fordern sollen. Und zwar in Form eines Zugriffs auf die Technologien, deren Entwicklung mit Milliarden Euro gefördert wird. Diese müssten in der Logik öffentlicher Güter weltweit frei zugänglich sein, in der Logik des Schutzes geistigen Eigentums könnten die Patente bei den Entwicklern bleiben, die durch Lizenzzahlungen monetär entlohnt würden.

Es wird 2021 zwar genug Impfstoff geben, um die Pandemie zu stoppen, aber die Produktion läuft zu langsam an. Es macht einen gewaltigen Unterschied, ob bereits im März die vulnerabelsten Gruppen in Deutschland durchgeimpft sind oder erst im Juni. Jede Woche Verzögerung kostet Menschenleben, jede Woche Lockdown treibt mehr Menschen in den Ruin oder die Verzweiflung. Doch eine deutsche EU-Ratspräsidentschaft und eine von einer Deutschen geführte EU-Kommission haben sich auf den Erfolgsmeldungen über die schnelle Impfstoffentwicklung ausgeruht

Ihre Strategie war simpel: Die öffentliche Hand unterstützt Pharmafirmen mit Milliarden, Behörden beschleunigen die Zulassung der Impfstoffe, indem sie jedes Fitzelchen Daten über Wirksamkeit und Sicherheit auswerten, sobald es da ist – und nicht erst in aller Ruhe, wenn die klinischen Studien fertig sind. Parallel bestellte die EU gebündelt Impfdosen, deren Wirksamkeit noch nicht erwiesen war. Die Hersteller wussten: Sie werden die Dosen los, egal ob sie wirken oder nicht. Dafür begannen sie frühzeitig mit der Produktion. Parallel kümmerte sich die Politik um den Aufbau der Impflogistik und vermied, zumindest innerhalb der EU, ein Wettbieten der Nationalstaaten. Bis dahin ging der Plan auf.

Aber jetzt, Anfang 2021, ist die Lage desolat, täglich erliegen Tausende dem Virus, und wir alle sollen und müssen uns isolieren. Es ist logisch, dass in der Situation viele fragen, ob das mit der Impfstoffproduktion nicht schneller hätte gehen können. Es tat sich sogar eine skurrile, marktsozialistische Koalition aus Linker und FDP auf, die gleichermaßen forderten, der Impfstoff von Biontech müsse schneller produziert werden in Lizenz, zur Not Zwangslizenz von mehr Herstellern.

Quelle        :         TAZ         >>>>>          weiterlesen

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Grafikquelle       :               Wochenmarkt in Dachau

Author Stadt Dachau – Abteilung 2.2      /     Source    — Stadt Dachau

I, the copyright holder of this work, release this work into the public domain. This applies worldwide.

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DL – Tagesticker 03.01.2021

Erstellt von DL-Redaktion am 3. Januar 2021

Direkt eingeflogen mit unseren Hubschrappschrap

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Was sie nicht können, versuchen sie ! Da bleibt für das politische Laienorchester von Schland nicht mehr viel übrig. Es wird vermutlich eine sehr schwere Zeit werden, die entscheidende Rechtfertigung  für das Versagen der  Politiker-Innen zu finden. Wer Menschen einschließt wird eine hohe Rechnung für Unmenschlichkeit begleichen müssen. Hat sich Adolf nicht selbst gerichtet, nachdem er den Ausgang verpasste ?

Beim Impfen versagt die Regierung in der Corona-Krise erneut

1.) VAKZIN-MANGEL

Die Kanzlerin und ihr Gesundheitsminister haben geschworen, dass sie ihre „Kraft dem Wohle des deutschen Volkes“ widmen würden, und nicht der Vermeidung von EU-Debatten. Der Umweg bei der Verteilung der Vakzine über Brüssel kostet die Bürger nun mehrere Wochen  Vor nicht einmal einem Monat wurde die Bundeskanzlerin im Bundestag emotional. Die Faust neben dem Mikrofon schüttelnd, ihre Stimme ungewohnt bewegt, sie selbst offenbar den Tränen nahe, sprach Angela Merkel vom „letzten Weihnachten“ mit den Großeltern, das vielen Deutschen drohe.
Gesundheitsminister Jens Spahn hat im November ebenfalls an Pathos nicht gespart: „Es geht um wirtschaftlichen Schaden … es geht um sozialen Schaden, menschliche Härten … es geht um gesundheitlichen Schaden, Leid und Tod.“ Und es stimmt ja, viele Intensivstationen sind am Anschlag, manche Krematorien leider auch. Und die Grundrechte aller Bürger bleiben eingeschränkt. Das ist die Fallhöhe.. Nun gibt es eine neue Statistik, die die Anzahl der Geimpften zeigt. Die Kurve zeigt, wie schnell wir aus dieser Lage herauskommen – oder eben nicht. Kanzlerin und Gesundheitsminister haben direkten Einfluss auf ihren Verlauf, darauf, wie schnell wie viel Impfstoff in Deutschland (wo er übrigens entwickelt wurde) landet. Und wie viel ist das? Derzeit keiner mehr. In der vergangenen Woche stellte sich heraus, dass bis zum 11. Januar nichts mehr geliefert werden würde, dann erklärte das Gesundheitsministerium, man habe Stoff nun „wie ursprünglich geplant“ für den 8. besorgt. Dabei war „ursprünglich“ der 4. geplant. Auf ein paar Tage scheint es nicht anzukommen.

Welt-online

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Den wahren Luser werden wir ehe erst später ausmachen können. Spätestens dann, wenn die heutigen politischen Versager auf ihr Macht werk zurückblicken !

GROSSBRITANNIENS AUSTRITT AUS DEM EU-BINNENMARK

2.) Kein Big Ben Brexit Bang

Der Austritt aus dem EU-Binnenmarkt ist selbst den einst brexitbegeisterten Boulevardblättern im Vereinigten Königreich keine Titelseite mehr wert. Nur Regierungschef Boris Johnson feiert noch optimistisch den Aufbruch in ein neues Zeitalter. Der Big Ben Brexit Bang bleibt wohl aus. Der Glockenturm des Westminster-Palastes durfte zwar um 23 Uhr am 31. Dezember – Mitternacht in Brüssel und  Berlin –  läuten, um den endgültigen Brexit zu verkünden. Doch das seit 2017 eingerüstete Wahrzeichen Londons blieb dabei weitgehend ungehört. Neujahrsfeiern wurden in London wie überall in Europa wegen der grassierenden Corona-Pandemie abgesagt. Auch Brexitfans müssen zu Hause bleiben. Der Neujahrstag ist ein Feiertag, dann folgt ein Wochenende. Erst am 4. Januar werden die Briten im neuen Zeitalter aufwachen. Ihre Insel ist nicht mehr Teil des EU-Binnenmarktes. Lastwagenfahrer auf dem Weg in die EU und aus der EU brauchen neue Frachtdokumente, im Hafen von Dover sind Staus zu erwarten. Um diese gering zu halten, habe viele Firmen ihre Frachtfahrer erst einmal ein paar Tage nach Hause geschickt. Das Luxuskaufhaus Harrods hat schon vor Wochen Lieferungen in die EU eingestellt, um den Problemen des neuen Zeitalters aus dem Weg zu gehen. Der Brexit ist kaum noch Thema Der Brexit hat längst schon Platz Eins auf den Titelseiten an Covid-19 abgetreten. Am 31. Dezember starben knapp tausend Menschen im Vereinigten Königreich an dem Virus. Die Spitäler sind wie im April überlastet, im St-Thomas-Spital, in dem Boris Johnson im April auf der Intensivstation behandelt wurde, warten Ambulanzen bei der Notaufnahme stundenlang darauf, dass Patienten aufgenommen werden können. Auch  der britische Regierungschef lässt die Sektkorken deshalb allein zu Hause im Kreise der Kleinfamilie knallen. Johnson war der einzige, der sich zur Jahreswende noch in Optimismus versuchte. Anders als die meisten seiner Landsleute hatte er auch etwas zu feiern: Unter hohem Zeitdruck hat er doch noch ein Handelsabkommen mit der EU abschließen können. In seiner Weihnachtsansprache hielt er fröhlich einen zerfledderten Papierziegel in die Kamera, den er den Briten unter den Weihnachtsbaum gelegt hatte.

Cicero-online

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Ja Gas geben, hat der Teusche nicht schon immer Gas gegeben, auch wenn letztlich alles an der Mauer endeten ? Die jetzt im Schlamm auf der Stelle tretenden Politiker-Innen ziehen den Karren bestimmt nicht ! Von ihnen werden wir höchsten noch die Backfront zu sehen bekommen.

2021 wird nicht alles besser

3.) Hoffnungen zum Neujahr

Auch in diesem Jahr wird es wieder viele Menschen hart treffen. Es ist besser, wir stellen uns darauf ein, als grundlos optimistisch zu sein. Im Jahr 2021, so schwören viele, werden wir wieder so richtig Gas geben. ­Alles wird seit dem 1. Januar sofort wahn­sinnig schön. Aber wird es das wirklich? Gar nichts wird schön, um hier gleich mal allzu überzogene Erwartungen mit dem Kopfkissen der Vernunft zu ersticken. Der Karren, den wir über Jahre hinweg in den Dreck gefahren haben, wo er 2020 endgültig stecken geblieben ist, wird sich 2021 keinen Millimeter rühren. Wieder wird das Jahr zu warm und zu trocken. Woanders dann zu nass und zu windig. Zu kalt eher nirgends. Unter dem Motto „Permafrost ist Spermarost“ werden uns in diesem Jahr noch mehr toxische Banditen an der Spitze von noch mehr Ländern den Erdball unterm Arsch anzünden. Kriege, Hunger, Heuschrecken. Wieder wird es viele Menschen hart treffen. Daniel Kehlmann wird erneut auf den einen oder anderen Restaurant­besuch verzichten müssen, und in den griechischen Schreckenslagern werden die Babys der Geflüchteten weiterhin im Schlaf von Ratten gebissen. Schon irgendwie blöd, aber leider kann man ja dagegen so rein gar nichts machen. Europa ist nun mal sehr arm, vor allem Deutschland, und ein Lieferservice ist kein vollwertiger Ersatz: Das ­Entrecôte wird zäh, wenn man es zu Hause noch mal aufwärmt, der Spargel verliert Aroma, und nur der Schampus sprudelt ungemindert aus der Flasche. Menschenfreundliche Wahrheit statt grausame Lüge

TAZ-online

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So sehen wir sie wieder, die wahren Kriegsherren dieser Erde ? Wie sagten unsere Ahnen schon: „Deutsche Waffen, Deutsches Geld schmieren mit in aller Welt“. Und wenn wir  dann als junge Menschen gefragt haben, warum sie für einen Verbrecher in den Krieg gezogen sind, bekamen wir als Antwort  zurück: „Das haben wir doch allen nicht gewusst.“ Nun liegen viele von ihnen in der Taiga begraben und werden von den Nachfolgetäter als Helden benannt ! So tickt diese Bananenrepublik ! Von Adenauer bis Heute. Merkel ist noch lange nicht das Ende der Fahnenstange.

Deutschland exportiert Waffen für 1,16 Milliarden Euro nach Nahost

4.) Rüstungsindustrie

Die Bundesrepublik hat 2020 Rüstungsgüter für mehr als eine Milliarde Euro an Nahost-Staaten geliefert – obwohl diese in Konflikte im Jemen und in Libyen verwickelt sind. Die Bundesregierung hat im Jahr 2020 Rüstungsexporte für mehr als eine Milliarde Euro an Länder genehmigt, die in die Konflikte im Jemen oder in Libyen verwickelt sind. Alleine für Ägypten wurden bis zum 17. Dezember Ausfuhren von Waffen und militärischer Ausrüstung im Wert von 752 Millionen Euro erlaubt. Das geht aus einer Antwort des Bundeswirtschaftsministeriums auf eine Anfrage des Bundestagsabgeordneten Omid Nouripour hervor, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.  Auch nach Katar (305,1 Millionen), in die Vereinigten Arabischen Emirate (51,3 Millionen Euro), nach Kuwait (23,4 Millionen) und in die Türkei (22,9 Millionen) dürfen in größerem Umfang Rüstungsgüter geliefert werden. Außerdem wurden Genehmigungen für Jordanien (1,7 Millionen) und Bahrain (1,5 Millionen) erteilt. Unter dem Strich summiert sich alles auf 1,16 Milliarden Euro.

Zeit-online

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Niemand hatte doch Posaunt das sich alle Impfen lassen müssten ! Viele würden sicher einen Gefängnisaufenthalt als die humanistischere Lösung empfinden ? Denn die Blamage viele zurück  auf die Macht.

Über seine Zeit an der Nadel und die ausstehende Gegenleistung der Politik

5.) Superimpfling

Gute Vorsätze sind eine tolle Sache. Für das neue Jahr habe ich mir vorgenommen, an dieser Stelle mehr aus meinem Privatleben zu erzählen. – Meine Mutter war nach der Wende Arzthelferin bei einem Allgemeinmediziner in einer brandenburgischen Kleinstadt. Sie verdiente in diesem Beruf wenig Geld. Als Ausgleich bekam sie einen vorbildlich geführten Impfpass für ihren Sohn. Der Berufseid des Chefs meiner Mutter verpflichtete ihn nämlich dazu, dass er nach bestem Wissen und Gewissen, mit Würde und im Einklang mit guter medizinischer Praxis seinem Personal und der Familie seines Personals jede Impfung angedeihen lassen würde, deren Kosten von meiner Krankenkasse übernommen wurden oder deren Kostenübernahme durch die Krankenkasse erschummelt werden konnte. So komme ich in meinen relativ jungen Jahren auf über 30 kostenlose Grippeschutzimpfungen. Als Impfling qua Geburt habe ich mich also schon immunisieren lassen, bevor es cool oder gar links war. Selbstverständlich blieb es nicht bei den Grippeschutzimpfungen. Mittlerweile kann ich über FSME, Pneumokokken und Hepatitis (A und B!) genauso gut lachen wie über Masern, Keuchhusten und Globuli gegen Tetanus. Komplikationen im Zusammenhang der vielen Spritzen sind mir nicht erinnerlich. Ob die Impfungen gänzlich nebenwirkungsfrei waren, weiß ich nicht genau. Aber auf keinen Fall hatten sie gesteigerten Ehrgeiz zur Folge, sonst hätte ich mich schon längst mit der Redaktion des »Guinness-Buchs der Rekorde« ins Benehmen gesetzt und mich als Deutschlands meist geimpfter Mann registrieren lassen. Nun nimmt seit einigen Tagen die Diskussion darüber an Fahrt auf, ob man Geimpften ihre Rechte vorenthalten dürfe, weil es dafür eigentlich keinen Grund gibt – außer der Missgunst und dem Neid des hässlichen ungeimpften Restes. Nach all den Jahren der tiefen Einstiche, die ich ertragen musste, begrüße ich diese Debatte! Wichtig wird aber sein, dass wir die Corona-Impfung nicht als alleinigen Maßstab ansetzen, um über Sonderrechte zu entscheiden. Denn selbst mein alter Hausarzt könnte mir momentan kein Covid-19-Vakzin besorgen. (Könnte er wahrscheinlich doch, aber er ist tot.)

ND-online

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Es ist immer von Vorteil wenn sich Parteien nicht unter den Rechtspopulistischen einordnen lassen. In Köln wurde ein ehemaligen Bahnhofshotel vor kurzen von der CDU-Chefin gekauft.  Nach Abschluss des Vertrages trat sie zurück.

Mutmaßlicher Rechtsextremist kauft Immobilie 

6.) Wenn die Nachbarschaft nach rechts ausschlägt

Neonazis und Gleichgesinnte vernetzen sich zwar immer mehr online – aber Szenetreffs in der Realität bleiben wichtig. Bei Kassel soll ein mutmaßlich bekannter Rechtsextremist eine Immobilie gekauft haben. Wo früher Geflüchtete wohnten, könnten sich bald Rechtsextreme versammeln – dieses Szenario bereitet den Menschen der nordhessischen Gemeinde Wesertal Sorgen. Ein ehemaliges Hotel und Heim für Geflüchtete im Ortsteil Gieselwerder hat einen neuen Besitzer. Hinter dem Kauf des Gebäudes steht mutmaßlich ein bekannter Rechtsextremist. „Wir wissen nicht, was er machen wird, aber wir erwarten grundsätzlich nichts Gutes“, sagt Rathauschef Cornelius Turrey (SPD). Wesertal bei Kassel: Mutmaßlich bekannter Rechtsextremist soll Geflüchteten-Unterkunft gekauft haben Die 5000-Einwohner-Gemeinde im Landkreis Kassel ist nicht als rechtsextremer Schwerpunkt bekannt*. Drei Heime für Geflüchtete gab es dort in den vergangenen Jahren. Das Engagement vor Ort für die Neuankömmlinge galt als vorbildlich. Einige der Geflüchteten seien geblieben und lebten bis heute in dem Ort an der Weser, erklärt Turrey. Jeder könne von sich behaupten, weltoffen und tolerant zu sein. „Doch in Wesertal haben wir den Beweis dazu angetreten.“ Über ein Versteigerungsportal habe das Appartement-Hotel Waldmühle im Sommer den Besitzer gewechselt. Die Gemeinde hat laut Turrey erst später davon erfahren. Verhindern können hätte man den Kauf sowieso nicht – selbst wenn man rechtzeitig davon erfahren hätte, sagt der Rathauschef: Dass Kommunen in solchen Fällen die Immobilien kaufen könnten, sei ein Irrglaube. „In 99 Prozent der Fälle haben wir gar kein Vorkaufsrecht.“

FR-online

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Was 2020 sonst noch war (4)

Juli

Disneyland Paris öffnet wieder – mit diesen Attraktionen

Niesenrad
Virussell
Fiebersimulator
Hatschidrom
Schnelltest-Schaubude
Pandemieland
Quarantänezelt
Shutdown-Scooter

Masterplan Schienenverkehr: So will die Bahn attraktiver werden

Die Bahn verzichtet auf Halte in Stuttgart
Die Bahn verzichtet auf Halte in Gütersloh
Die Bahn verzichtet auf Halte in Saarlouis
Die Bahn verzichtet auf Halte in Hannover
Die Bahn verzichtet auf Halte in Köln
Die Bahn verzichtet auf Halte in Aachen
Die Bahn verzichtet auf Halte in Kaiserslautern
Die Bahn verzichtet auf Halte in Hamburg
Die Bahn verzichtet auf Halte in Bielefeld
Die Bahn verzichtet auf Halte in Nürnberg
Die Bahn verzichtet auf Halte in Mannheim
Die Bahn verzichtet auf Halte in Dresden
Die Bahn verzichtet auf Halte in München
Die Bahn verzichtet auf Halte in Cottbus
Die Bahn verzichtet auf Halte in Wolfsburg
Die Bahn verzichtet auf Halte in Offenbach
Die Bahn verzichtet auf Halte in Kiel
Die Bahn verzichtet auf Halte in Mainz
Die Bahn verzichtet auf Halte in Bremen
Die Bahn verzichtet auf Halte in Berlin

 August

Titanic-online

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Den Morgengruß an gleicher Stelle – schreibt jeden Tag
„Der freche Bengel“

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Anregungen nehmen wir gerne entgegen

Treu unserem Motto: Es gibt keine schlechte Presse, sondern nur unkritische Leser

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Grafikquellen          :

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